8. Dezember 2010

Religiöse Gefühle

Glücksgefühle entstehen, wenn der Nucleus Accumbens (ein Kern im mesolimbischen System unseres Gehirns) Dopamin ausschüttet. Dies hat also nicht viel mit religiösen Gefühlen zu tun.

Wenn man z.B. die Schriften der heiligen Theresa von Avila studiert, dann kann man schon dort klar nachlesen, dass es dem Gläubigen durchaus bewusst ist, dass einem Gefühle in die Irre leiten können, und dass nicht aller Wert darauf gelegt werden kann.

Die Frage "Ist es von Gott?" wurde von Theresa immer wieder aufgenommen und reflektiert. Ganz radikal soll alles Erlebte hinterfragt werden und nicht zum Eigenen gemacht werden. Man ist selber der Erleber, der sich vom Erlebten unterscheidet. Die Verschmelzung des Erlebers mit dem Erlebten nennt man „Aufblähung des Ichs“ (Übertragung des Identitätsgefühls auf das Vergängliche), Identifikation mit Unwirklichem.
Wer sich angeblich viele Jahre mit Religion auseinander gesetzt hat, der müsste solches eigentlich wissen.
Die vedischen Anweisungen zu Meditation beinhalten im Besonderen auch, dass der Adept den Gefühlen, die dabei entstehen können, keine Aufmerksamkeit schenken darf, denn die Theopraxis ist nicht dazu da, schöne Gefühle zu erzeugen – diese kommen und gehen – sondern von tiefstem Wesen her verfügbar für Gott zu werden.

Wolken kommen und gehen -
der Himmel bleibt.
Gedanken sammeln sich und verschwinden -
das Gemüt bleibt.
Gefühle tauchen auf und verklingen -
das Herz bleibt.
Liebesgeschichten beginnen und haben ein Ende -
die Liebe bleibt.
Der Körper wird geboren und wird schon bald nicht mehr sein -
das Leben aber bleibt.
Empfindungen kommen und vergehen –
derjenige, der sie wahrnimmt aber bleibt genau der Gleiche.
Universen treten in Erscheinung und verschwinden wieder -
Sri Krishna aber bleibt. (ein Gedanke zu Srimad Bhagavatam 2.9.33)


Religiöse und spirituelle Gefühle sind eine Grundkonstante im Gemütsleben der Menschen. Die Sehnsucht nach starken Emotionen, die in Zusammenhang mit übersinnlichen Ritualen und metaphysischen Hoffnungen stehen, treibt uns ein Leben lang an. Das ist gut so, denn die starken Gefühle regen uns an, Sinnfragen zu stellen.

Man muss einfach in Betracht ziehen, dass die Gefühlsskala unspezifisch und unendlich breit ist. Ein Animist erlebt ähnlich heftige Emotionen, wenn er bei einer Feuerzeremonie um einen Totemspfahl tanzt wie ein Pilger bei einem Gottesdienst in Lourdes oder ein Gaudiya Vaishnava in Samadhi des Nam-Bhajan. Es handelt sich dabei also nicht um Inhalt, sondern um einen Nebeneffekt und wenn man diesen bereits für den Inhalt hält, ist einem die Verfügbarkeit für das Wesentliche verloren gegangen.

Wir können uns also bei der Suche nach der religiösen Wahrheit nicht auf unsere Gefühle verlassen. Es scheint sogar, dass spirituelle Gefühle nicht in erster Linie von den religiösen Inhalten abhängig sind, sondern vor allem von suggestiven Elementen. Je stärker die gruppendynamischen Rituale, je übersteigerter die versprochenen Heilserwartungen, desto ekstatischer die Entäusserungen, das Gefühlserleben.

Verhängnisvoll dabei ist, dass die Gläubigen oft den Fehlschluss ziehen, dass intensive Gefühle ein besonderer Ausdruck der Glaubenserfahrung und Gottesnähe seien. Gesunde Spiritualität vermittelt Hilfestellung bei der Unterscheidung der beiden.

Spirituelle Gefühle werden vorschnell als Ausdruck der Frömmigkeit gewertet. Noch mehr: Die Empfindungen können sich sogar zum Gradmesser des Glaubens hochstilisieren. Gläubige sind überzeugt, dass Gott ihnen die starken Gefühle als Beweis für den richtigen Glauben schenkt.
Das ist ein Fehlschluss. Sri Krishna erklärt in der Bhagavad Gita, dass er einer Seele das Vertrauen schenkt, das Richtige zu tun, auch wenn es sich dabei um etwas komplett Unwirkliches handelt (7.21). Die Souveränität Gottes beinhaltet, dass er einer Seele das Recht für Unwissenheit zugesteht. Wenn man sich auf die religiösen Gefühle stützen würde, könnte man sich unter Umständen für sehr fortgeschritten halten, obwohl man eigentlich an einer Sicherheits-Stütze sich festhält.

So führen die spirituellen Gefühle viele Gläubige aufs Glatteis, weil sie diese falsch interpretieren. Auch negative konzeptionelle Inhalte können starke Gefühle hervorrufen. Ein Beispiel dafür sind Zusammenkünfte der Neonazis. Diese werten ihre intensiven Gefühle durchaus auch als religiös, ist für sie doch der Faschismus ein Religionsersatz.

Es lohnt sich also, die eigenen religiösen Gefühle kritisch zu beurteilen.




Lieber Krishna
Ich weile gerne bei Deinem Namen. Der Gedanke an Dich erfüllt das Herz mit einer zärtlichen Freude und Rührung. Die Seele ist wie verliebt im ersten Taumel der Liebe: und wirklich hat ihr Zustand mit jener "ersten Liebe" das gemeinsam, dass sie viel mehr SICH in dem von ihr geliebten Wesen geniesst als dieses Wesen selbst und es um seiner selbst willen liebt und sucht.

...eben hier, wo ich nun einmal bin......
Aber Stufen lassen sich auch in der Entwicklung meiner Beziehung zu Dir nicht überspringen.
Aber bitte verstehe mich, mein Herz muss nun am Anfang von dieser geradezu trunkenmachenden Seligkeit zu Dir erfüllt und überströmt werden, denn zu sehr hänge ich an mir selber und an allem, was mir von der Welt schmeichelt, dass es nur so von dort weg zu Dir hin gelockt werden kann.
Hat es bislang am Irdischen sein fast ausschliessliches Gefallen gefunden und sich daran berauscht, so erfährt es jetzt, dass es ganz konkret transzendentale Lieblichkeit gibt, die mich die Erfahrungswelt von meinem bisher Bekannten tatsächlich vergessen lassen. Ich darf mich nun in den religiösen Gefühlen laben.

Mit einem liebenswürdigen Lächeln magst Du auf diesen ersten Eifer einer noch sehr unerleuchteten und süchtigen "Liebe" herabschauen.

Du siehst nun aber in meinem Inneren doch eine neue Bereitschaft schlummern.
Du kannst mich weiter führen, indem Du mir langsam jenes fühlbare Glück, jene "gefühlsmässige Seligkeit" wieder entziehst. Ich bin noch immer vorwiegend bei Dir wegen der mich-selber-beglückenden Gabe.
Nur schon durch das selbstisch motivierte Zusammensein mit Dir übt das, was ich für Dich aufgegeben habe in dieser vergänglichen Welt, nicht mehr die vorherige Anziehungskraft und Faszination auf mich aus.

So wird meine japa, das leise Schreien nach Dir, nicht mehr so beglückend und berauschend, es wird mir sogar mühsam und trocken erscheinen.
Manchmal beginne ich nun zu denken, dass diese "Gefühlslosigkeit" eine Strafe ist von Dir, da ich doch immer wieder gierig am Irdischen genascht habe...

Dann jedoch erkenne ich wieder, dass ich auch in der Treue zu Dir das Entwöhnen vom Gefühlhaften brauche, Du schenkst es mir, denn es ist das wirkliche Abtrennen von dieser Welt.

Oft kehrt dieses scheinbare Glück aber rasch wieder zurück, und mir scheint es, als ob Du Sorge hättest, diese noch so schwache Seele möge Dir wieder entgleiten, weil ihr Deine neue Art der Führung zu hart sei.
Doch dann werden die Zeiten der Dürre länger; sie können sich auf Wochen, Monate oder sogar noch länger erstrecken.
Ich kann es aber ertragen aufgrund Deiner so wunderbar klugen und vorsichtigen Erziehung und der Hoffnung nach Deinem Darshan.

Bisweilen zeigt sich die freudige Glückseligkeit in mir wieder, aber sie hat schon ihren Charakter verändert. Ich möchte nun lernen, nicht mehr nach rein Fühlbarem für mich zu fragen und gar darum zu bitten, sondern ich wünsche, dass meine rati (heilige Zuneigung) zu Dir nicht einfach eine verhüllte Form der Liebe zu mir selbst ist.

Irgendwann einmal will ich wirklich danach fragen, was Dir gefällt.

Und selbst wenn Du mich dann in meiner "Wüste" im sadhana belassen möchtest, so möchte ich es einmal hinnehmen lernen, Dir dafür danken und vielleicht sogar einmal Dich darum bitten, mir nicht mehr mentale Tröstungen zu schenken, sondern Dich selbst statt der früher so geschätzten Gaben und Früchte.

Lange Zeit wollte ich nur haben und nichts geben, hielt meinen Blick starr gerichtet auf Deine "Geschenke". Ich habe nie aufgeschaut zu Deinem unsäglich liebenswürdigen Antlitz, das sich mir anbot.
Du hast nur einmal die Hand zurückgezogen, damit ich aufschaue. Vielleicht war ich ein wenig erstaunt zuerst, fast erschrocken, dass die Hand mit der Gabe nicht mehr da ist, dann aber tief beglückt, weil ich etwas so unbeschreiblich viel Schöneres und Gütigeres sehen darf....
Nun schaue ich nicht wieder auf die Hand zurück, auch wenn diese wieder gibt. Ich bleibe bei Deinem Darshan.

na dhanam na janam na sundarim....(Gauranga Mahaprabhu)

O allmächtiger Herr, ich trachte weder nach Reichtum, noch begehre ich das schöne in der Welt, noch ersehne ich eine grosse Anzahl von Anhängern (die mir das Gefühl der Anerkennung schenken-als Bestätigung für mein Ego).
Ich wünsche mir nichts anderes, als Dir grundlos und voller Hingabe - Geburt für Geburt - dienen zu dürfen.

7. Dezember 2010

Halbwertszeit von Glück

Eigentlich, so könnte man meinen, hätte Eva doch wunschlos glücklich sein müssen. Immerhin lebte sie ja im Paradies! Sie hatte stets hinreichend zu essen und zu trinken und brauchte vor nichts Angst zu haben. Sie musste weder arbeiten noch sich Sorgen um Altersvorsorge machen. Warum setzte sie all diese Annehmlichkeiten aufs Spiel – bloss um in den Genuss dieser einen verbotenen Frucht zu kommen?

Der Drang nach einer Steigerung unserer Existenz ist neben dem Streben nach Existenzsicherung das zweite Meta-Bedürfnis.
Da die Seele ins Unbegrenzte hineinwachsen möchte und die Beziehung zu Krishna von Grenzenlosigkeit als Grundlage gezeichnet ist, ist es für sie eine widernatürliche Situation, in der Begrenztheit der Materie zu existieren. So ist es nachzuvollziehen, dass die Seele dieses Manko durch grenzenlose innerweltliche Vielfalt zu kompensieren sucht und deshalb die Unruhe zur Grunderfahrung der materiellen Welt zählt.

Existenzsicherung meint nicht nur die Sicherung des biologischen Seins, sondern auch der Güter und Beziehungen, die sich darum herum gruppiert haben. Die Folge davon ist die Erfahrung von Angst und Sorge, da man die Dinge und Beziehungen erhalten möchte, sie aber alle notwendigerweise durch die Kraft der Zeit vergehen.
Aber selbst nachdem man im Sicherungsbemühen vorläufig erfolgreich war, so ist eine gesicherte Existenz noch lange keine erfüllte Existenz.

Stellen sie sich vor, ihr jetziges Leben würde genau in diesem Moment „eingefroren“. Sie und alle, die sie kennen, würden ewig so leben. All die Lebensumstände würden in Ewigkeit exakt so bleiben. Man bräuchte nie wieder eine Angst davor zu haben, irgendetwas zu verlieren – das Leben, die Liebe, die Freunde, die Besitztümer… Alles, was einem jetzt als wertvoll erscheint, würde für alle Zeit erhalten bleiben. Aber es würde auch nichts Neues dazukommen. Jeder Tag, den man erleben würde, wäre eine ewige Wiederkehr des Gleichen, ohne Verluste, ohne Gewinne, ohne Auf und Ab. Wäre man dauerhaft glücklich in einer solchen Welt ewiger Sicherheit?
Warum nicht? Weil Glück notwendigerweise mit einer Erweiterung, einer Steigerung verbunden ist.
Als Eva nach dem Apfel griff, tat sie das Vernünftigste, was sie unter den gegebenen Umständen hätte tun können. Sie nutzte die Chance, über sich selbst hinauszuwachsen. Diese Chance war jedes Risiko wert, auch das Risiko, sämtliche Annehmlichkeiten des Paradieses zu verlieren.
Die Schriftstellerin Esther Vilar hat in ihrem Buch „Die Schrecken des Paradieses – wie lebenswert wäre das ewige Leben?“ geschrieben: „Auf Dauer wäre ein ewiges Leben einfach unerträglich. Es würde nicht lange dauern und wir würden den allmächtigen Schöpfer auf Knien darum bitten, uns endlich sterben zu lassen. Um auf diese Weise der schrecklichen Monotonie des Paradieses zu entgehen.“
Nichts ist schwerer zu ertragen als eine Reihe von guten Tagen. Sigmund Freud stellte fest, dass jede „Fortdauer einer vom Lustprinzip ersehnten Situation, letztlich ein Unbehagen erzeugt. Wir sind so eingerichtet, dass wir nur den Kontrast intensiv geniessen können, den Zustand allerdings nur sehr wenig.“ (Sigmund Freuds „Das Unbehagen in der Kultur“).
In dem Masse, indem man das Objekt der Freude als selbstverständlich verfügbar begreift, verliert die Beziehung zu diesem Objekt an Ekstase. Das heisst nicht, dass man den Lebenspartner, den Arbeitsplatz, sein Haus oder die Besitztümer nicht mehr wertschätzen könnte, aber sie versetzen einen nicht mehr in den Rauschzustand, den man zur Zeit der Eroberung verspürte. In der materiellen Welt verblasst alles allmählich unter dem Gesetz der Sättigung.
Glück in dieser Welt kann man nicht in Einmachgläser abfüllen, um es über längere Zeit zu konservieren. Glück besitzt eine äusserst kurze Halbwertszeit.
Das erklärt auch, warum man in der Welt wieder in Umstände hineingehen muss, die einen da wieder herauskatapultieren.
In diesem Zusammenhang sind Bücher zu verstehen wie Paul Watzlawicks „Anleitung zum Unglücklichsein“.
Das grundlegende Problem des modernen Glücksuchers lautet: Wie kann man Wachstumsprozesse (Glück) erleben, wenn man im Grunde doch schon alles besitzt, was man zum Leben benötigt? Was tut man in jenen Momenten, in denen sich einfach keine weiteren Wachstumsmöglichkeiten mehr erschliessen?
Dann sinkt man einfach auf ein niedrigeres Erlebnisniveau zurück, um so die Gelegenheit zu haben, von dort aus noch einmal lustvoll wachsen zu können. Man erzeugt Disonanzen, um sich danach wieder in der Harmonie baden zu können. Man schaut spannungsgeladene Filme (im Horrorfilm bezahlt man sogar Eintritt für die Erfahrung der Angst), man fastet und erlebt Glück durch Unglück.
Offensichtlich bereitet man sich lieber selbst Schmerzen, als das schreckliche Gefühl der Stagnation ertragen zu müssen. Vielleicht ist die Depression deshalb zur Volkskrankheit der Industrienationen geworden, weil wir unter gesicherten, weithin geregelten Lebensabläufen nicht mehr genügend Kontrasterfahrungen erleben.
So versucht man sich künstlich wieder Bedeutung im Alltagsleben zu verschaffen zum Beispiel im Sport, wo freiwillig Anstrengungen auf sich genommen werden und man an Grenzerfahrungen hingelangt. Man arbeitet fünf Tage in der Woche und geniesst dann das Wochenende. Im Fussball zelebriert man eine ritualisierte Form des Krieges mit glanzvollen Siegen und vernichtenden Niederlagen. Und man erlebt Abenteuer in Form von Filmen, Romanen und Berichten aus der Presse und liest von den aussergewöhnlichen Geschehnissen in der Welt in den Zeitungen. In diesen künstlichen Kontrasterfahrungen zum eigenen Alltagsleben versorgt man sich mit dem Stimuli, weil das Verständnis von Glück, dem man sich angehängt hat, davon ausgeht, dass etwas zu geschehen hat. Von daher kommt das englische Wort happiness (to happen – sich ereignen, geschehen).
Im Yoga wird Glück nicht als die Kontrasterfahrung zu Leid verstanden, sondern als ein tiefer Zustand der Seele. Weil in der Seele die Beziehung zum Unbegrenzten, zu Sri Krishna, inhärent angelegt ist, benötigt es zum Glück keinerlei äussere Umstände. Da man als ewige Seele gänzlich verschieden geartet ist als alles Weltliche, kann Freude nicht von dort her erzeugt werden – genauso wenig wie ein Mensch angenehm satt würde, wenn sein Hemd gerade in eine Schale feinster Vanille-Creme eingetaucht wird.

Selbst äussere Extremsituationen wie Tod oder Totalverlust vermögen über diese konstante sich steigernde Freude, die die Seele in Verbindung mit ihrer Heimat – Sri Krishna – erfährt, einen Schatten zu legen.
Dann berührt man einen Strom ununterbrochener stillen Freude, der kontinuierlich erfahren wird und der nicht mehr abhängig ist von den Umständen im Aussen.
Solange man diesen Zuständen noch Wert zuspricht, wird innere Tiefe verunmöglicht, da es eine Projektion ins Aussen wäre.
Die Seele ist nie verschmolzen mit all den erlebten Zuständen in der Welt der Gedanken und Emotionen und den Erlebnisse, die diese durchlaufen. Der innere Weg lehrt Abstand zu bewahren von der Welt der vorbeiziehenden Formen und Zustände.

Dann ist es wirklich gleichgültig, ob der Augenblick begeisternd oder schnöde ist, ob klein oder gross, ob einfach oder spektakulär, ob er viel Wirkung zeigt in der Welt oder bescheiden bei sich bleibt, ob er freudvoll oder schmerzvoll ist.
Bei Krishna ist die kleinste aufrichtige Zuwendung zu ihm niemals unvergessen.

Da sich dieses Glück nicht auf eine vergängliche Welt hinbezieht, sondern auf die ewige Substanz, braucht es darin auch nicht die Kontrasterfahrung. Es sättigt sich nie.
In den Jenseitsvorstellungen projizieren viele Menschen heute einfach die diesseitige weltliche menschliche Erfahrung auf die Ewigkeit und müssen so natürlicherweise zur Schlussfolgerung der oben zitierten Esther Vilar gelangen – dass man dann irgendwann alles abgegrast hat und Gott innigst um das Geschenk der endgültigen Auslöschung anfleht.
Freude im Austausch mit dem Ewigen, mit Krishna, trägt die Erfahrung der Grenzenlosigkeit in sich und man braucht nicht wieder ein wenig materielles Leid dazwischen, um es dann wieder schätzen zu können. Es ist ein Erleben jenseits der weltlichen Polarität.