<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-6498584304148876362</id><updated>2012-01-27T11:54:04.097+01:00</updated><title type='text'>Jaya Sri Radhe!</title><subtitle type='html'>Das ist eine Erweiterung der Homepage von Krishna candra (www.radhe.ch) 

Hier werden einfach die neuen Gedanken veröffentlicht.</subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><author><name>Radhe</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05058813935437230347</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='27' src='http://2.bp.blogspot.com/_rnDcQvodD40/SX3HECimfdI/AAAAAAAAAAc/UCNm1sbS9ME/S220/schweiz.jpg'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>32</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6498584304148876362.post-8252679627744063917</id><published>2012-01-27T11:52:00.001+01:00</published><updated>2012-01-27T11:54:04.108+01:00</updated><title type='text'>Die Parade der Ameisen</title><content type='html'>(Aus dem Brahma Vaivarta Purana, Krishna janma khanda, 47.50-161, nacherzählt von Heinrich Zimmer&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nachdem Indra einen grossen Asura (Drachengeschöpf) getötet hatte, priesen ihn die Gottheiten in den Himmeln als ihren Retter. Stolz über seinen Triumph und im Bewusstsein seiner Stärke rief er Vishvakarman, den Gott der Künste und Handfertigkeiten, vor sich und befahl ihm, einen Palast zu errichten, wie es noch nie einen gegeben hatte in den Himmelswelten. &lt;br /&gt;Vishvakarmans wunderbarem Genius gelang es in einem einzigen Jahr eine strahlende Residenz zu errichten, leuchtend von Palästen und Gärten, Seen und Türmen. Aber wie das Werkt fortschritt, wurden Indras Wünsche immer anspruchsvoller, und seine Phantasien entfalteten sich zu immer erhabenerer Grösse. Er verlangte neue Terrassen und Pavillons, mehr Teiche, Grotten und Schmuckplätze. Immer wenn Indra kam, um Vishvakarmans Arbeit zu loben, entwickelte er Vision über Vision von Wundern, die noch zu vollbringen wären. Endlich, zur Verzweiflung gebracht, entschloss sich der göttliche Baumeister, Hilfe von oben zu suchen und sich an den Weltenbildner Brahma, die allererste Existenz in diesem Universum, zu wenden. Er residiert weit oberhalb der wirrenreichen Sphäre der Götter, in welcher auch noch Ehrgeiz, Wetteifer und Ruhmsucht existieren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als Vishvakarman heimlich zu dem höheren Göttersitz wandelte und seine Beschwerde vortrug, tröstete Brahma den Bittsteller. „Du sollst bald von deiner Last erlöst werden“, sagte er, „gehe in Frieden.“ Vishvakarman eilte wieder abwärts zur Stadt Indras. Brahma aber erhob sich zu einer noch höheren Sphäre und kam Vor Vishnu, dem höchsten Wesen, von dem er, der Schöpfer, selbst nur ein Diener war. In seligem Stillschweigen schenkte ihm Vishnu Gehör und liess ihn durch ein leichtes Neigen seines Hauptes wissen, dass Vishvakarmans Bitte erfüllt werden würde. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Früh am nächsten Morgen erschien ein Brahmanenknabe, den Pilgerstab in der Hand, am Palast Indras und bat den Pförtner, dem König seinen Besuch anzumelden. Der Torwächter eilte zu seinem Herrn und der Herr zum Tor, um persönlich den glückverheissenden Gast zu begrüssen. Der schlanke Knabe, ungefähr zehn Jahre alt, strahlte vom Glanz der Weisheit. Indra fand ihn inmitten eines Haufens staunender, gebannt blickender Kinder. Der Knabe begrüsste seinen Gastgeber mit einem freundlichen Blick aus seinen dunklen, glänzenden Augen. Der König verneigte sich vor dem heiligen Kind, das ihn heiter segnete. Beide zogen sich in Indras Halle zurück, wo der Gott seinem Gast mit feierlichen Gaben von Honig, Milch und Früchten den Willkommen bot. &lt;br /&gt;„Verehrenswürdiger Knabe, verkünde mir den Zweck deines Besuches“, sprach er dann. &lt;br /&gt;Das schöne Kind erwiderte mit einer Stimme, die so tief und sanft war wie das leise Donnern segenverheissender Regenwolken: „König der Götter, ich hörte von dem mächtigen Palast, den du erbaust, und bin gekommen, dir die Fragen vorzulegen, die in meinem Gemüt entstanden sind. Wieviele Jahre wird es brauchen, diesen reichen und ausgedehnten Wohnsitz zu vollenden? Welche weiteren Leistungen seiner Kunst werde von Vishvakarman noch verlangt werden? Höchster der Götter“, - im leuchtenden Gesicht des Knaben zeigte sich ein feines, kaum wahrnehmbares Lächeln – „keinem Indra vor dir ist es je gelungen, solch einen Palast zu vollenden, wie deiner werden soll.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Berauscht vom Wein des Sieges in seinen Adern fühle sich der König der Götter belustigt von der Behauptung dieses blossen Knaben, Indras zu kennen, die früher waren als er selbst, und fragt ihn mit väterlichem Lächeln: „Sag mir, Kind, sind sie denn wirklich so zahlreich, die Indras und Vishvakarmans, die du gesehen oder von denen du wenigstens gehört hast?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der wunderbare Gast nickte ruhig: „Ja. Viele von ihnen habe ich gesehen.“ Die Stimme war so warm und süss wie frische Milch, die eben von der Kuh kommt, aber was sie sagte, sandte einen Schauder durch Indras Adern. „Kindchen“, fuhr der Knabe fort, „ich kannte deinen Vater, Kashyapa, den alten Schildkrötenmann, den Herrn und Erzeuger aller Kreaturen auf der Erde; und ich kannte deinen Grossvater, Marichi, den Strahl des göttlichen Lichtes, der Brahmas Sohn war. Marichi war aus dem reinen Geist des Gottes Brahma erzeugt; sein einziger Reichtum und Ruhm waren seine Heiligkeit und seine Hingabe. Auch Brahma kenne ich, das Geschöpf Vishnus, entstanden aus dem Lotoskelch, der aus Vishnus Nabel wuchs. Und Vishnu selbst, das höchste Wesen, das Brahma in seinem schöpferischen Walten trägt und stützt, auch ihn kenne ich. &lt;br /&gt;König der Götter, ich habe die furchtbare Zerstörung des Alls miterlebt. Am Ende jedes Kreislaufes habe ich wieder und wieder alles vergehen sehen. In dieser schrecklichen Stunde löst sich jedes Atom in die reinen jungfräulichen Wasser der Ewigkeit auf, woher ursprünglich alles entstieg. Alles sinkt dann zurück in die unergründliche wilde Unendlichkeit des Urozeans, der leer von jedem Zeichen belebten Seins ist und unter äusserster Dunkelheit begraben liegt. Wer will die Welten zählen, die vorübergegangen sind oder die Schöpfungen, die sich wieder und wieder aus dem formlosen Abgrund der weiter Wasser erhoben haben? Wer will die stets wieder vergehenden Zeitalter der Welt zählen, wie sie endlos aufeinander folgen? Und wer will die weiten Unendlichkeiten des Raums erforschen, um all die Allwelten säuberlich zu zählen, von denen jede ihren Brahma, ihren Vishnu und ihren Shiva besitzt? Wer will all die Indras in ihnen zählen, die alle gleichzeitig in diesen unzählbaren Welten herrschen; jene anderen, die vor ihnen waren, oder selbst die Indras, die einander in ihren Bahnen folgen, jeder zum Götterkönigtum aufsteigend und jeder wieder vergehend? König der Götter, unter deinen Dienern behaupten manche, es sei möglich, die Sandkörner auf Erden und die Regentropfen, die vom Himmel fallen, zu zählen. Aber niemand wird jemals all jene Indras aufzählen können. Dieses wissen die Wissenden. &lt;br /&gt;Leben und Herrschaft eines Indras dauern 71 Äonen (Yuga-zyklen von je 4´432´000 Jahren), und wenn 28 Indras erloschen sind, ist ein Tag und eine Nacht Brahmas vorüber. Aber das Dasein eines Brahma in solchen Brahma-Tagen und – Nächten gemessen, ist nur 100 Jahre lang. Brahma folgt auf Brahma; der eine sinkt, der nächste steigt auf; ihre endlose Reihe fasst kein Bericht. Die Zahl dieser Brahmas ist unendlich – von den Indras ganz zu schweigen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und die Allwelten (Universen), die in jedem Augenblick entstehen, jede mit ihrem Brahma und ihrem Indra: wer will ihre Zahl ermessen? &lt;br /&gt;Jenseits der fernsten Schau, jenseits der äussersten Räume kommen und gehen die Welten, eine unzählbare Schar. Gleich zierlichen Booten schaukeln sie auf den grundlosen reinen Wassern, auf welchen der Leib Vishnus schläft. Aus jeder Pose dieses unendlichen Leibes sprudelt und steigt eine Welt. Willst du es unternehmen, sie zu zählen? Kannst du die Götter in all diesen Welten nennen, in den heutigen und denen, die längst vergangen sind?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Während der Rede des Knaben war ein Zug Ameisen in der riesigen Halle erscheinen und marschierte in militärischer Ordnung, vier Ellen breit, über den Flug. Als er sie bemerkte, schwier der Knabe und blickte vor sich hin. Dann lachte er plötzlich überraschend laut, um gleich darauf in ein tief einwärts gerichtetes, gedankenvolles Schweigen zu versinken. &lt;br /&gt;„Warum lachst du?“ stammelte Indra. „Wer bist du, geheimnisvolles Wesen, das sich täuschend als Knabe verkleidet?“ Lippen und Kehle des stolzen Königs waren wie ausgetrocknet, und seine Stimme drohte zu versagen. „Wer bist du, Meer der Tugend, in trügerischem Nebel verborgen?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der herrliche Knabe begann wieder: „Ich lachte, wegen der Ameisen. Den Grund darf ich dir nicht sagen; bitte mich nicht, ihn dir zu enthüllen. Der Same des Leides und die Frucht der Weisheit sind in diesem Geheimnis eingeschlossen, das wie mit einer Axt den Baum der weltlichen Eitelkeit umstürzt, seine Wurzeln abhackt und seine Krone knickt. Dieses Geheimnis ist ein Licht für die in Unwissenheit Tastenden. Es liegt in der Weisheit der Zeiten verborgen und wird selbst Heiligen selten offenbart. Dieses Geheimnis ist Atemluft für die Asketen, die das sterbliche Dasein aufgeben und überwinden: aber die von Verlangen und Stolz eingelullten Weltlinge zerbricht es.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Knabe lächelte und sank in das Schweigen zurück. Indra sah ihn an, unfähig sich zu rühren. „Brahmanensohn“, flehte der König dann mit neuer und sichtbarer Demut, „ich weiss nicht, wer du bist. Du scheinst mir die mundgewordene Weisheit zu sein. Enthülle mir dieses Geheimnis der Zeiten, dieses Licht, welches das Dunkel vertreibt.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aufgefordert ihn zu belehren, öffnete der Knabe dem Gott die verborgene Weisheit: „Ich sah die Ameisen, Indra, in langer Parade vorbeiziehen, und jede Ameise war einst vor Äonen ein Indra. Gleich dir erhob sich jeder durch das Verdienst frommer Handlungen einstmals zum Rang des Götterkönigs. Doch nun, durch viele Wiedergeburten hindurch, ist jeder wiederum eine Ameise geworden. Diese Heerschar der Ameisen ist eine Armee früherer Indras.&lt;br /&gt;Frömmigkeit und edle Handlungen erheben die Bewohner der Welt zu dem strahlenden Land der Götterwohnungen, oder auch zu den höheren Reichen Brahmas und Shivas. Nur heilige, ganz Gott geweihte Handlungen erheben sie in die höchste Sphäre Vishnus. &lt;br /&gt;Aber hässliche Taten lassen sie wieder in die unteren Welten sinken, in die Gruben von Schmerz und Kummer, in die Wiederverkörperungen zwischen Vögeln und Würmern, in Leibern von Schweinen und wilden Tieren oder unter Bäumen und Insekten. &lt;br /&gt;Durch seine Handlungen erwirbt einer den Rang eines Königs oder Brahmanen oder eines Gottes oder eines Indra oder eines Brahma. Durch seine Handlungen stürzt man in Krankheit, erwirbt Schönheit oder Hässlichkeit oder wird als Ungeheuer wiedergeboren. &lt;br /&gt;Dies ist das ganze Wesen des Geheimnisses. Diese Weisheit ist die Fähre, die über das Leidensmeer zur Seligkeit führt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Leben im Kreislauf unzähliger Wiedergeburten gleicht einem im Traum geschauten Bild. Die Götter hoch oben, die stummen Bäume und Steine untern sind wie Erscheinungen darin. Aber der Tod verwaltet das Gesetz der Zeit; von ihr eingesetzt ist er der Herrscher aller Dinge. Wie Seifenblasen vergänglich ist das Gut und Übel der Traumwesen. In endlosen Umläufen wechseln das Angenehme und das Unangenehme ab. Darum heftet sich der Weise an nichts, weder an das Erwünschte noch an das Unerwünschte. Der Weise ist an überhaupt nichts gefesselt.“&lt;br /&gt;Der Knabe hatte seine schaudererregende Lehre beendet und betrachtete ruhig seinen Gastgeber, den König der Götter, der sich trotz seines himmlischen Glanzes vor sich selbst zur Unbedeutendheit zusammengeschrumpft fühlte. Inzwischen hatte eine andere erstaunliche Gestalt die Halle betreten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Neuankömmling hatte das Aussehen eines Einsiedlers. Sein Kopf war mit verfilztem Haar bedeckt; er trug ein schwarzes Tierfell um seine Hüften; auf seiner Stirn war ein weisses Zeichen gemalt, und sein Haupt wurde durch einen ärmlichen Grasschirm beschattet. Auf seiner Brust wuchs ein wunderliches, kreisförmiges Büschel Haar, das am Rand unberührt erschien, während in der Mitte offenbar viele von den Haaren ausgefallen waren. Der heilige Mann begab sich geradewegs zu Indra und dem Knaben, liess sich zwischen ihnen auf dem Boden nieder und blieb dort bewegungslos wie ein Felsen. Der königliche Indra, seiner Rolle als Gastgeber eingedenk, verneigte sich in tiefer Ehrfurcht, saure Milch mit Honig und andere Erfrischungen anbietend. Dann erkundigte er sich stockend, doch ehrerbietig nach dem Befinden des ernsten Gastes und hiess ihn willkommen. Da sprach der Knabe dein heiligen Mann an, ihm eben die Fragen vorlegend, die Indra im Sinn hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;“Woher kommst du, heiliger Mann? Wie nennst du dich und was bringt dich hierher? Wo ist deine Heimat und was bedeutet dieser Grasschirm? Was ist der Sinn dieses runden Haarbüschels auf deiner Brust? Warum ist er dich am Rand, aber in der Mitte fast kahl? Habe die Güte, heiliger Mann, mir eine kurze Antwort zu geben, denn ich warte bebend auf Erleuchtung.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der alte Heilige lächelte gutmütig. „Ich bin ein Brahmane“, erwiderte er langsam. „Mein Name ist „der Haarige“, und ich bin gekommen, um Indra zu sehen. Seitdem ich erkannte, dass mein Leben zur kurz ist, habe ich mich entschlossen, kein Heim zu besitzen, kein Haus zu bauen und weder zu heiraten noch einen Erwerb zu suchen. Ich lebe von Almosen, und um mich vor Sonne und Regen zu schützen, trage ich diesen Grasschirm über meinem Kopf. &lt;br /&gt;Was nun der Kreis von Haaren auf meiner Brust betrifft, so ist er eine Quelle des Kummers für die Weltlinge. Dennoch lehrt er Weisheit. Mit jedem Sturz eines Indra fällt ein Haar aus, darum sind in der Mitte alle Haare fort. Wenn die andere Hälfte der Weltzeit vorüber ist, die dem gegenwärtigen Brahma gewährt ist (Anm: die andere Hälfte von Brahmas Leben – 156 Billionen Jahre), werde auch ich sterben. Also, Brahmanenknabe, bin ich etwas knapp an Zeit. Was sollte mir da ein Weib, ein Sohn oder ein Haus? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jeder Wimpernschlag des grossen Vishnu bezeichnet das Erlöschen eines Brahma, aller unterhalb der Sphäre Brahmas aber ist so unwesenhaft wie eine Wolke, die Form annimmt und sich wieder auflöst. Darum habe ich mich ausschliesslich der Betrachtung der unvergleichlichen Lotosfüsse des höchsten Vishnu geweiht. Glaube an Vishnu ist mehr als das Entzücken der Erlösung; dann jede Freude, selbst die himmlische, ist so zerbrechlich wie ein Traum und nur geeignet, die Zielstrebigkeit unseres Glaubens an ihn, den Höchsten, zu stören. &lt;br /&gt;Shiva, der Friede verleihende, der höchste geistige Führer, lehrte mich dieses wunderbare Wissen. Ich giere nicht danach, die verschiedenen Entzückungen der Erlösung zu erfahren: die erhabenen Wohnungen des höchsten Gottes zu teilen und seiner ewigen Gegenwart zu geniessen oder in Leib und Erscheinung ihm gleich zu werden oder selbst in seinem unerschöpflichen Kern aufzugehen. Ich möchte einzig und allein, Leben für Leben mich diesem höchsten Herrn gewahr sein und ihm dienen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unvermittelt schwieg der heilige Mann und verschwand. Es war der Gott Shiva selbst gewesen, der nun zu seiner überweltlichen Verborgenheit zurückgekehrt war. Im gleichen Augenblick verschwand auch der Brahmanenknabe, der Vishnu gewesen war. Der König, erschrocken und bestürzt, blieb allein zurück. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er grübelte; das Vorgefallene erschütterte ihn tief, sodass seine gesamte Umgebung und sein Leben ihm nun wie ein Traum erschienen. &lt;br /&gt;Er fühlte nun kein Verlangen mehr, seinen himmlischen Glanz zu vermehren oder den Bau seines Palastes fortzusetzen. Er rief Vishvakarman herbei, begrüsste ihn gnädig mit honigsüssen Worten und überhäufte ihn mit Juwelen und kostbaren Geschenken. Dann gar er ihm ein prunkvolles Fest und entliess ihn. &lt;br /&gt;Nachdenklich…. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Indra verlangte nun nach Erlösung. Er hatte das Wissen erlangt und wünschte nur noch frei zu werden. Den Pomp und die Last seines Amtes vertraute er seinem Sohn an und bereitete sich für ein Einsiedlerleben in der Wildnis vor. Als sie dies bemerkte, wurde seine wunderschöne und liebevolle Gattin Sachi von Kummer überfallen. &lt;br /&gt;Weinend und in Traurigkeit wandte sich Sachi an Indras klugen Hauspriester und geistlichen Berater, den Herrn tiefster Weisheit, Brihaspati. Zu seinen Füssen kniend bat sie ihn, den Sinn ihres Gatten von seinem harten Entschluss abzulenken. Der einfallsreiche Ratgeber der Götter, der mit seinen Sprüchen und Listen den himmlischen Mächten oft geholfen hatte, die Herrschaft des Alls den Händen ihrer titanischen Rivalen zu entreissen, lauschte nachdenklich der Klage der Gattin und nickte ihr verstehend zu. Mit dem Lächeln des erfahrenen Lehrers nahm er sie an der Hand und führte sie vor ihren Gatten. Dann verbreitete er sich in der Rolle des geistlichen Beraters weise über die Vorzüge des geistlichen Lebens, aber auch über die Tugenden des weltlichen, in geschickter Entwicklung des Themas und jedem das Seine gebend. Sein königlicher Schüler wurde überredet, von seinem Entschluss abzulassen, und die Königin erblühte aufs Neue in strahlender Freude. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieser Brihaspati, Herr von tiefer Weisheit, hatte einst eine Abhandlung über die Kunst der Herrschaft verfasst, um Indra zu lehren, wie er die Welt zu regieren habe. Nun schrieb er ein zweites Werk, eine Abhandlung über Politik und Strategie der Liebe in der Ehe. Von der süssen Kunst der steten Werbung erzählend und der immer neuen Fesselung des Geliebten mit dauernden Banden, schenkte dieses unvergleichliche Buch dem ehelichen Leben des wiedervereinten Paares die schönsten und unerschütterlichsten Grundlagen. &lt;br /&gt;So schliesst die wunderbare Geschichte, wie der König der Götter in seinem grenzenlosen Stolz gedemütigt, von seinem übermässigen Ehrgeiz geheilt und durch geistliches wie weltliches Wissen zur Erkenntnis der ihm zukommenden Rille im kreisenden Spiel nie endenden Seins gebracht wurde. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anmerkung:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In dieser Geschichte eröffnet sich uns der Pulsschlag eines anderen Raum und Zeitgefühls. Die Geschichte des Weltalles in seiner periodischen Wandlung von Entwicklung zu Auflösung wird als ein Prozess stufenweiser und unaufhaltsamer Verschlechterung, Dekadenz und Aufsplitterung aufgefasst. Erst nachdem alles seinen Lauf in die völlige Vernichtung beendet hat, und damit in den Mutterschoss der grenzenlosen, zeitlosen kosmischen Nacht zurückgekehrt ist, erscheint das Weltall wieder in neugeborener, uranfänglicher herrlicher Vollendung. Woraufhin mit dem ersten Zeitschlag der unumkehrbare Prozess von neuem beginnt. Die Biografie eines Menschen ist immer wertvoll, aber manchmal wertet man die Dramen und eigenen Lebensgeschichten zu stark und sie verbauen Zugang zu einem viel umfassenderen Geschehen. Wir sind offensichtlich nicht die Hauptdarsteller auf der Bühne. &lt;br /&gt;Biografie ist diejenige Form des Sehens, die sich auf das Einzigartige in jedem Teil des Daseins richtet und sich bemüht, dem ganzen Sinn zu verleihen. &lt;br /&gt;Wir machen Wertunterschiede im Vergänglichen und wollen uns mit egozentrischer Hartnäckigkeit gegen diesen  riesigen Fluss der Zeit stellen. Doch dabei verlieren wir die Perspektive für das Ewige, was immer bleibt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Herausforderung unseres Lebens in solchen gigantischen Wandlungsprozessen drin ist nicht, in den Kampf damit zu treten, sondern sich still dem Quell von allem zuzuwenden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber die Geschichte wäre unvollständig, wenn das letzte Wort die Unendlichkeit von Raum und Zeit geblieben wäre. Die Vision zahlloser wie Seifenblasen gleichzeitig ins Dasein tretender Weltalle und die Lehre von den unendlichen Reihen der Indras und Brahmas würden der individuellen Existenz jeden Wert nehmen. Zwischen der grenzenlosen, atemberaubenden Vision und dem gegenüberstehenden Problem der begrenzten Rolle des kurzlebigen Individuums geschieht eine Wiederherstellung des Gleichgewichtes. &lt;br /&gt;Brihaspati, der spirituelle Lehrer der Devas, lehrt Indra (das heisst uns selbst, das verwirrte Individuum), jeder Sphäre das ihre zu geben. Wir werden gelehrt, das Göttliche zu erkennen, die Sphäre der entgrenzenden Ewigkeit, welche unablässig und alterslos jenseits aller Zeiten existiert. Aber wir werden ebenso angewiesen, die vorübergehende Sphäre unseres jetzigen Lebens, unser individuelles Dasein ernst zu nehmen und nicht spirituell abzuheben und somit einfach den Moment zu übergehen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In diesem Zusammenspiel zwischen Entgrenzung der Ewigkeit und dem bewusstem Akzeptieren dies hiesigen menschlichen Lebens geschieht ein Riss in die Zeit.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6498584304148876362-8252679627744063917?l=jayaradhesyam.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/feeds/8252679627744063917/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=6498584304148876362&amp;postID=8252679627744063917' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/8252679627744063917'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/8252679627744063917'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/2012/01/die-parade-der-ameisen.html' title='Die Parade der Ameisen'/><author><name>Radhe</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05058813935437230347</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='27' src='http://2.bp.blogspot.com/_rnDcQvodD40/SX3HECimfdI/AAAAAAAAAAc/UCNm1sbS9ME/S220/schweiz.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6498584304148876362.post-3782587495378328382</id><published>2011-11-26T15:02:00.003+01:00</published><updated>2011-11-26T15:06:14.577+01:00</updated><title type='text'>Schattenseiten der Spiritualität</title><content type='html'>Die Konsumkultur basiert auf dem Bemühen, einen Ausweg aus den permanenten unterschwelligen Sorgen und Schmerzen zu finden. Man sucht nach der nächsten Stimulation im Aussen, die einem das Gefühl zu leben schenkt. Denn in der Identifikation mit der körperlichen Existenz reduziert man das eigentliche Lebensgefühl und das einzige Lebenszeichen ist der Impuls, den man durch die Sinne aufnimmt.&lt;br /&gt;Doch in allen Erfahrungen in der Aussenwelt erlebt man nicht einen einzigen Berührungspunkt mit der unvergänglichen Seele, mit dem, was man wirklich ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schmerz wegzustossen ist eine grundlegende Funktion der Existenz, die sich an der Oberfläche verloren hat. Mit der Zeit lernt man, dass all diese Abstossungs-Bemühungen keine anhaltende Wirkung zeigen. So beginnt für die meisten Menschen die Suche nach einem spirituellen Weg als eine Reaktion auf Schmerz. Es gibt nur ganz wenige Individuen, die von einem Ort der Freude und der inneren Genügsamkeit und Zufriedenheit auf diesen Weg gelangen. Normalerweise sucht man eine andere Realität, weit entfernt von der Quelle des Kummers, und wendet sich der Religion zu, die einem eine perfekte Welt verheisst. Ohne die Versöhnung mit der Welt und ohne seine Grundmotivation des Fluchtgedankens von der materiellen Welt genau zu betrachten, wird dieser innere Weg bald zu einer weiteren Last. Zu einer weiteren Aufbürdung. &lt;br /&gt;Wenn man den spirituellen Weg unbewusst seiner eigentlichen Motivation angeht und ihn als Verteidigungsmechanismus gegen den Schmerz versteht, ohne die darunter liegenden psychologischen Probleme anzugehen, wird das längerfristig zu einer tiefen Spaltung führen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Hungriger bekommt zu essen; ein Kranker wird geheilt; ein Bedürftiger erhält und ein Einsamer verliebt sich…All dies ist Füllung, aber wenn die spirituellen Traditionen von „Erfüllung“ sprechen, meinen sie damit eine komplett andere Erfahrung. Sie hat mit der momentan-Zufriedenstellung erfüllter Vorstellungen und Wünschen keine Kongruenzfläche. &lt;br /&gt;Erfüllung ist, wenn man als Seele mit dem in Berührung gelangt, nach welchem man sich seit Ewigkeiten gesehnt hatte… mit Radha und Krishna. Dies hat zur Folge, dass man seinen Streckfühler nach den Füllungen als überflüssig erkennt. Es ist eine Erfüllung, die sich nicht mehr wandelt und die nie verwelkt oder verblasst, sondern ewiglich in Weiterentwicklung begriffen ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch fast alle Menschen beginnen sich in der Ausgangslage des inneren Loches, aus der Bedürftigkeit heraus, auf die spirituelle Reise zu machen. Das bedeutet, dass man das Heilige gebraucht für ein Eigeninteresse. Dieses Phänomen bezeichnete Karl Marx mit seiner berühmt gewordenen Religions-Kritik „Religion ist Opium für das Volk“. &lt;br /&gt;Die ersten Strahlen der Berührung mit dem Heiligen können effektiv etwas Magisches in sich haben. Es ist wie Regenwasser auf die ausgetrockneten Lippen, nachdem man lange auf allen vieren durch die Wüste gekrochen ist. Man geniesst es und saugt es auf. Es vermittelt einen ein Gefühl von Lebendigkeit und einen bisher unbekannten Frieden. Allerdings ist dies noch nicht einmal die Vorspeise und darf nicht mit dem Hauptgang verwechselt werden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist leicht, eine Erleuchtungserfahrung zu machen und glückselige Leichtigkeit darin zu fühlen. &lt;br /&gt;Die Schwierigkeit ist, die Wachsamkeit aufzubringen, der Tendenz zu widerstehen, in das Alte zurückzufallen - denn wie viele Menschen haben schon wunderbarste Öffnungserfahrungen gemacht - und sind wieder zurückgekehrt in das Alte, in das Leiden, in das Gewohnte, in die Leidenschaften, in die versteckten Tendenzen dieses Geistes. Wie viele Menschen haben tiefgreifende Erfahrungen gehabt und sind dann auf einer subtileren Ebene des Geistes wieder gelandet, und haben sich wieder abgekehrt von dieser vollkommenen Hingabe, die den Tod des Ichs mit sich bringt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das weit verbreitete Missverständnis darin ist, dass die spirituelle Arbeit auch die psychologische Arbeit gleich miterledige und alle Betrachtungsarbeit der eigenen Konditionierungen überflüssig mache. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die meisten Menschen kommen nicht einfach nur auf den inneren Weg, sondern tragen auch ein Bündel vergangener Schmerzen mit sich in der Hoffnung, dass diese sich durch den inneren Weg von alleine auflösen mögen. Das ist ein fundamentales Missverständnis.  &lt;br /&gt;Zu Beginn meiner spirituellen Suche war ich der fälschlichen Ansicht, dass Erleuchtung oder heilige Zustände gleichbedeutend seien mit einer sofortigen Verwandlung in eine vollkommene Persönlichkeit. Es bedurfte vieler schmerzhafter Erfahrungen, bis diese Idealisierung in mir einem realistischeren Bild gewichen ist und ich erkennen durfte, dass psychologisches Selbstbewusstsein und spirituelles Erwachen zwei völlig verschiedene und nicht miteinander verwandte Dinge sind. Wenn man tiefe Verwundungen in sich trägt, heilen diese nicht automatisch durch eine innere Gotteszuwendung. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erikson beschreibt Integrität als die Versöhnung mit der eigenen Lebensgeschichte und das Erlangen eines starken Selbstwertgefühls, also dem Gefühl für seine einzigartige Würde. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man findet nur selten einen Lehrer, der die therapeutische Kernarbeit, die Begegnung mit Schatten, in sich integriert hat auf seinem Weg in die Transzendenz. Oft haben Lehrer Gaben, inspiratives Charisma, aber ihr Ego ist in das spirituelle Wissen verstrickt und so gibt es eine Mischung, die eigentlich recht schwer verdaulich ist. Das bedeutet, er ist nicht in jeder Beziehung rein und durchleuchtend für eine spirituelle Wirklichkeit. Sogar ein Lehrer, der einen authentischen Durchbruch erlebt hat, kann problematisch sein, wenn er nicht einen inneren achtsamen Aufwand betrieben hat, die Verlockungen seiner Ego-Persönlichkeit abzulegen. &lt;br /&gt;Der erwachte Zustand bietet zwar eine Veränderung des Standpunktes und der Interpretation des objektiven Geschehens, verändert aber nicht die Persönlichkeit. Die Persönlichkeitsstruktur braucht ihre eigene Heilung. Es ist nicht ungewöhnlich, dass wir eine gewisse emotionale Arbeit machen und damit aufhören, sobald man die ersten Vorteile der Veränderung spürt. Das ist das typische Muster von raja-guna: Man gibt sich mit der ersten Linderung und Erleichterung zufrieden und strebt nicht wirklich die Heilung an. Man ist nicht wirklich an der inneren Aufräum-Arbeit interessiert. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;An dieser Stelle kann man wirklich süchtig werden nach diesem ersten Gefühl der spirituellen Erleichterung und man wird alles tun wollen, um dieses Erlebnis zu wiederholen. Es geht einem nicht um Wahrheit, sondern um das Wohlbefinden der Überschwänglichkeit, die man für Erleuchtung hält. Das bedingte Selbst (Ego) geniesst es und inkoorperiert  diese Erfahrung in sein System. Man wird Gott und den spirituellen Pfad für das Eigeninteresse einspannen. Nun setzt man den Schlaf unter dem Schein des Aufwachens fort. Das Ego hat alle Techniken für sich selbst eingesetzt und nicht zur Freude Gottes. Es wird nicht erleuchteter, sondern selbstgefälliger. Die mögliche Vernichtung der weltlichen Tendenzen wurde nun geschickt abgewendet. &lt;br /&gt;Viele aufrichtige Menschen haben in ihrem Leben vielleicht schon profunde Erweckungserlebnisse gehabt, aber irgendwann sind sie wieder im Imperium des Geistes stecken geblieben. Den Weg nicht einfach zur ersten Annehmlichkeit zu gehen, wo die Einflüsse des Schmerzes aufgelöst werden, sondern wirklich zu Ende, zur Begegnung mit Radha und Krishna, ist ein Entschluss, den man täglich aufs Neue sich fassen muss. &lt;br /&gt;„Um was geht es mir wirklich? Benütze ich den Weg der Gottesliebe als Vorwand, mich sicherer, besser und anders (besonders) zu fühlen, also für das kleine Wohlbefinden? Das ist nicht der Pfad der Unvergänglichkeit, sondern eine Wohlfühlspiritualität. Oder geht es mir aufrichtig darum, Radha und Krishna einfach nur zu erfreuen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt die Erfahrung der Öffnung und danach versinkt man wieder in den Schlaf. Viele Wege lehren einem, immer Anfänger zu bleiben – diesen Geist zu pflegen – weil genau das einem die nötige Bescheidenheit schenkt, sich fortwährend auf das Ziel zuzubewegen und die innere geistige Flexibilität aufrecht zu erhalten. Nur so kann sichergestellt werden, dass man die anfängliche Öffnung nicht mit dem Ziel verwechselt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einige der radikalsten Befürworter des Wandels in der 68-er Bewegung wurden die gläubigsten Fürsprecher des Status quo. Das zeigt nur auf, wie schnell eine verborgene Tendenz das Ruder wieder an sich reissen kann. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Unbewussten vermischen sich unsere Ursehnsüchte mit alten innerweltlichen Tendenzen. Diese imitieren schnell den inneren Weg, um ihn für ihre Interessen abzubuchen. Dann hat man Schein-Seelisches und somit Schein-Heiliges im Gepäck. &lt;br /&gt;Ganz im Inneren spüre ich die Dringlichkeit, die Mischzustände nicht einfach ignorieren oder spirituell beschönigen und damit rechtfertigen zu wollen. Das ist die konstante Suche, das Reinere und Echtere aufzuspüren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der „Schatten“ ist ein Metapher, den C.G. Jung zu Beginn des letzten Jahrhunderts formuliert hat. Er steht für unterdrückte Gefühle, die nicht in die Norm passen, für Emotionen, die eigentlich in eine andere Richtung drängen als man sich eingestehen will. Es ist die unterhalb des normalen Wachbewusstseins bestimmende Persönlichkeit, die sich aus Eindrücken vieler Leben gestaltet. Sigmund Freud erwähnte, dass die meisten Menschen nur einige Prozent ihrer Bewusstseinsinhalte kennen und dies dann ihr „Tagesbewusstsein“ nennen. Das bedeutet, dass ein Grossteil der Emotionen und Gedanken „unterirdisch“ verlaufen und eigentlich das Sagen hat. Wie macht sich das denn bemerkbar? Selbst wenn man sich ein gewisses Verhalten vornimmt, wiederholt man dennoch alte Muster. Willenskraft ist hier relativ unwirksam, egal wie gut die Absichten sind und wie stark man sich auch darum bemühen mag. Man kann sich nur einmal all die guten Vorsätze von Silvester vor Augen halten, die man zwar Jahr für Jahr fasst, die aber dennoch keine anhaltende Wirkung haben. Oder man beobachtet, wie manche Menschen recht verbissen einen inneren Weg begehen – was ja nur aufzeigt, dass unterirdische Tendenzen einen eigentlich woanders hintreiben möchten.&lt;br /&gt;Man kann das spirituelle Leben nicht als Maske für unterschwellige Probleme mit Wut, Sexualität oder Habgier benutzen. Die Anschauung, dass ein spiritueller Mensch niedere Emotionen überwunden habe, giesst da noch mehr Öl ins Feuer, da auf diese Weise dieser Person keinen Raum gegeben wird, offen diesen Energien zu begegnen. Kein noch so heiliges Verdrängungsgewand ist stark genug, diese Energien zurückzuhalten. &lt;br /&gt;Verdrängung und Nichtanerkennung des Schattens sind Mechanismen, welche langfristig dessen Einfluss auf das Leben intensivieren, bis er gänzlich das Ruder übernimmt und man dann vielleicht sogar Dinge tut, die man niemals hätte ausführen wollen. Dann wirkte dieser Schatten wie ein Dampfkochtopf, der einfach nicht mehr dicht halten kann. Gewalt, Hass, Sucht, Neigung zur Zerstörung und Aggression sind nur die ersten anfänglichen Symptome des Druckablass des Gewichtes des Schattens. Durch Projektion überträgt man seinen unbewussten Schatten auf andere Menschen, Rassen oder Nationen und reagiert dann äusserlich auf diese, anstatt sich mit dem inneren Schatten auseinanderzusetzen. &lt;br /&gt;Das Nichtstellen-wollen, die Unterdrückung des Schattens braucht enorme Lebensenergie, die einem dann zum proaktiven Leben fehlen wird. Es ist vielleicht so wie in einer Diktatur, in der die Steuergelder des Volkes ein Apparat finanzieren, der das Volk unterdrückt und dessen Vitalität und Kreativität blockieren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anstatt dem Schatten weiter einfach nur entgegenhalten zu wollen, stellt man sich ihm. Betrachtet ihn. Lässt ihn zu. Lädt ihn ein. &lt;br /&gt;Wir dürfen uns aussöhnen, dass in uns nicht nur Liebe ist, sondern auch Hass, dass trotz allen religiösen und moralischen Strebens auch mörderische Tendenzen in uns sind, Aggressionen, Wut, Eifersucht, depressive Stimmungen, Angst und Feigheit. &lt;br /&gt;In uns ist nicht nur eine spirituelle Sehnsucht, sondern sind auch gottlose Bereiche, die gar nicht in die Ergebung vor Radha Krishna gehen wollen. &lt;br /&gt;Wer sich dem eigenen Schatten nicht stellt, der projiziert ihn unbewusst auf andere. Er gibt die eigene Disziplinlosigkeit nicht zu und sieht sie nur bei anderen. Dann schimpft er über Weggefährten, die ihr Leben nicht konsequent genug leben und sich zu sehr gehen lassen. &lt;br /&gt;Den Schatten anzunehmen heisst nicht, ihn einfach auszuleben, sondern zuerst einmal, ihn sich einzugestehen. Das verlangt Demut, den Mut herabzusteigen vom Idealbild, sich hinabzuneigen in den Raum seiner eigenen Realität, in dem auch Dinge existieren, welche nicht immer konform sind mit heiligen Idealvorstellungen&lt;br /&gt;Das lateinische Wort für Demut „humilitas“ meint, dass man seine eigene Erdhaftigkeit, den Humus in einem selbst, annimmt.&lt;br /&gt;Die Aspekte unserer Erdverbundenheit, unserer Bedingtheit unserer Gefühlswelten brauchen vor der Disidentifikation mit ihnen zunächst einmal die liebevolle Aufmerksamkeit. Diese Aufmerksamkeit ist geartet, wie die Aufmerksamkeit einer Mutter, die ihr Kind tröstet, selbst aber unberührt vom Kummer des Kindes bleibt. Es ist eine liebevolle, nicht wertende, zuhörende Aufmerksamkeit, eine Achtsamkeit sich selbst gegenüber, die man oft erst erlernen muss, weil wir kaum je die Erfahrung gemacht haben, wie es ist, in den Genuss einer solchen Aufmerksamkeit zu kommen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie oft haben wir verletzt&lt;br /&gt;Weil wir zuvor selbst verletzt wurden&lt;br /&gt;Und wiederum davor ebenso verletzt haben&lt;br /&gt;…&lt;br /&gt;Aus diesem uralten Kreislauf aussteigen&lt;br /&gt;Und volle Verantwortung übernehmen&lt;br /&gt;Für unser Leben&lt;br /&gt;Für alles, was damit zusammen hängt&lt;br /&gt;Hinschauen, tief fühlend Hinschauen&lt;br /&gt;Verstehen – Gehen lassen –&lt;br /&gt;Und es nun zu Krishnas Füssen hinlegen…&lt;br /&gt;Hieraus erwächst die Freiheit,&lt;br /&gt;die der Seele doch zusteht.&lt;br /&gt;Der Beginn von Bhakti.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der menschliche Schatten existiert auch, wenn er unentdeckt oder unterdrückt bleibt, nicht anerkannt oder überschminkt wird mit dem falschen Schein des gesellschaftlich akzeptierten Benehmens. Aber man kann ihn auch übergehen mit dem Denken, heilig zu sein und darüber zu stehen. Das wäre die Scheinheiligkeit. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Material, welches sich im Schatten angelagert hat, verschwindet nicht von alleine. Das bedeutet, es braucht eine bewusste Hervorholung. Diese Arbeit ist die eine Hälfte des inneren Weges. &lt;br /&gt;Aus dem Schatten heraus wird selbst die Zuflucht zum göttlichen Paar unwirklich…. Die so genannte Souveränität, die einem das aufgeblähte Ich vorgibt, kann nicht wirklich beten und flehen…. und verkommt in Theorie-Gebäuden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es braucht viel Raum für Introspektion, damit man die unbewussten, verstossenen Teile wieder in den bewussten Bereich holen kann und ihnen somit die negative Ladung nehmen kann. &lt;br /&gt;Der erste Schritt ist, den Schatten als etwas Reales anzuerkennen und sich einzugestehen, dass in einem Kräfte wirken, denen man nicht mächtig ist. Das gilt auch für Menschen auf dem spirituellen Pfad, die allzu oft annehmen, dass ihre spirituelle Praxis den Schatten auf irgendeine Art und Weise aufgelöst hätte, obwohl in Wirklichkeit der Schatten nur noch konsequenter verdrängt wurde. Jung formulierte es so: „Je heller das Ich-Ideal, umso dunkler der Schatten.“ Der Einfluss dieses einfachen Eingeständnisses ist profund. Es öffnet eine Tür zwischen den unbewussten und bewussten Anteilen im Bewusstsein. &lt;br /&gt;Als nächstes folgt eine Bewusstwerdung des verdrängten Materials durch intensive Beobachtung des eigenen Verhaltens, der Muster, Fantasien, Reaktionen und Träume. Inwieweit ist das Innenleben im Einklang mit dem Äusseren? Drückt unser Leben natürlicherweise unsere Überzeugungen aus oder benutzt man den Willen, um sie umzusetzen? Ist es mit Anstrengung und Knorz verbunden?&lt;br /&gt;Damit sich der Schatten nicht noch mehr im eigenen Unterbewussten einnistet, bedarf es bewusster Schattenarbeit. Das ist nicht ein Luxus, sondern eine Notwendigkeit für alle. &lt;br /&gt;Die Früchte davon sind eine Deaktivierung von eingefahrenen Reaktionsmustern, die Einkehr von Ruhe und Ausgeglichenheit und mehr Vitalität und Kreativität. &lt;br /&gt;Man wird anderen und auch sich selbst gegenüber nachgiebiger und reibt sich nicht mehr an den Dingen, die einem stören könnten. Die Verurteilungen und starken Wertungen fallen weg, weil man mehr im eigenen Selbst verankert ist und daraus resultiert echte Toleranz und Akzeptanz. &lt;br /&gt;Die Reaktionen auf den Fluss des Lebens werden weniger anstrengend. &lt;br /&gt;Es wird derzeit viel über Lichtarbeit geredet. Aber eigentlich ginge es erst einmal um Schattenarbeit, denn ohne diese trifft man nicht auf Transzendenz, sondern nur das bedürftige Ich. &lt;br /&gt;Vor vielen Jahren begleitete ich einen Aids Kranken Menschen in den Tod. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich gehe in einen Raum und da war dieser Mann, nur ein oder zwei Jahre älter als ich, er stirbt, wiegt nichts, ist dabei, zu erblinden. Und er schaut in den Spiegel und rezitiert positive Affirmationen »Meine Zähne wachsen jetzt nach. Meine Haut wird immer schöner...« Ich glaube, er starb zwei Wochen später. Das war das erste Mal, dass ich erkannte, wie gefährlich dieser „positiv-Denken-Ansatz ist. Dieser versucht, das Leben, wie es ist, zu negieren und Kontrolle darüber zu erlangen. Aber niemand erlangt das Licht, indem man sich schillernde Lichter vorstellt und von Heiligen schwärmt, sondern indem man zuerst einmal in den Untergrund geht und sich mit dem auseinandersetzt, was Jung den „Schatten“ nannte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Folgenden möchte ich punktuell einige spezifische Schattenbereiche der spirituellen Praxis ansprechen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Spiritualität als Droge&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erleuchtung ist nichts für Süchtige. Wir alle sind trickreiche Wesen, wenn es darum geht, das Ego zu stärken und Schmerz zu vermeiden. Leicht fällt da auch der Griff hin zur Spiritualität Ob im heiligen Gewand, als Yogi oder friedvoller Krieger: Scheinbar suchen wir nach der Wahrheit und merken nicht, dass wir auch auf dem spirituellen Weg einfach nur high werden wollen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So wie manche Drogen als Flucht benutzt haben, verwenden andere auch Spiritualität als eine Flucht. Das Unangenehme kann umgangen werden. Der innere Weg ist eine gute Strategie, sich dem Schmerz des inneren Schattens nicht stellen zu müssen. Aber dann benützt man ihn genau in der Funktion als Droge.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man will den Spass und das angenehme Gefühl, nicht aufgeben, der uns unser Suchtverhalten verschafft. So streitet man die innere Abhängigkeit intellektuell ab. &lt;br /&gt;Der Kneipengänger und der spirituell Suchende haben hier sehr ähnliche Verhaltenszüge. Ein Süchtiger ist jemand, der sein Verhalten nutzt, um die Realität zu vermeiden und sie zu umgehen oder zu vereinfachen. Süchte sind nie statisch – entweder man setzt sich mit ihnen bewusst auseinander oder man versinkt tiefer in ihnen. &lt;br /&gt;Sucht ist eine natürliche Reaktion auf emotionalen Schmerz und beginnt mit dem tief in uns verankerten Trieb hin zum Vergnügen und weg vom Leiden. Doch das Sekundärleiden, das sie auslöst, ist eigentlich noch tiefer. Um dieses von der Droge ausgelöste Leid nicht mehr fühlen zu müssen, nimmt man noch tiefer Zuflucht in der Sucht.&lt;br /&gt;Die meisten übersehen die erste Droge, die man konsumiert, um emotionalen Schmerz abzuwehren: Versunken-sein in Gedanken. &lt;br /&gt;Alle spirituellen Wege beginnen damit, diese zu erkennen, zu durchschauen und einen konkreten Weg heraus aufzuzeigen. &lt;br /&gt;Die wiederkehrenden zwanghaften Denkmuster sind zu beobachten – erst das erlaubt einen, sie zu durchbrechen. Bei den anonymen Alkoholikern wird genau das als den ersten Schritt einer inneren Kapitulation betrachtet: das Eingeständnis, wirklich ein Problem zu haben. Bei jedem zwanghaften Verhalten ist Sucht am Werk. &lt;br /&gt;Das süchtige Wesen ist auch nicht vertrieben, wenn man sich mit Spiritualität beschäftigt – es hat nur einen anderen Lebensraum gefunden. Und es findet sich darin erstaunlich gut zurecht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Aspekt inneren Suchtverhaltens ist die Neigung für kurzfristige Lösungen. Inzwischen konsumiert man auch spirituelle Themen hübsch verpackt zum Sofort-Verzehr. Aber hat es echten Wert? &lt;br /&gt;Aus diesem Ansatz heraus glaubt man, man könne die im inneren verborgenen unbewussten Muster mit einer Formel, einem Workshop oder einer Zauberpackung schnell herangehen und dann auf diese Weise lösen. &lt;br /&gt;Ein Buch, ein Vortrag, Gemeinschaft oder ein Retreat können erhebend wirken, und dieses Hoch kann auch einige Zeit andauern. Doch auf das Strohfeuer des Hurra-Faktors ist kein effektiver Verlass. Jede gründliche Veränderung ist ein Prozess und nicht ein Ereignis. Der Sucht-Aspekt in einem will die Arbeit umgehen und glaubt sogar, dass es möglich ist, ans Ziel zu gelangen ohne einzutauchen, ohne aufrichtige introspektive Bestandesaufnahme und ohne aufzuräumen.&lt;br /&gt;Die Komfortzone des Angewöhnten, die auch das spirituelle Leben als Arrangierung für das bessere Wohlgefühl versteht, lässt einen die Spur der innersten Unzufriedenheit nicht wirklich verfolgen…Gerade ihr muss ich aber achtsam begegnen, um das Heilige nicht als Betäubung und Sucht zu benützen. &lt;br /&gt;Angesichts von Schmerzen kann es verführerisch sein, Spiritualität als Notausgang zu nutzen. &lt;br /&gt;Es gibt Menschen, die in solch einer Motivation täglich intensive Rituale und Meditationen praktizieren, aus denen aber auch nur weiteres Abstumpfen resultieren wird, denn das ist die natürliche Folge der Sucht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein echter spiritueller Pfad führt nicht einfach nur ins „Besser-fühlen“ – das wäre die Wohlfühl-Spiritualität, sondern effektiv auch auf lange Strecken der Begegnung mit dem Schmerz, mit allen alten Wunden und Stellen der Nicht-Authentizität. &lt;br /&gt;Wenn es von Anfang an nur Frieden ohne Unbequemlichkeit gibt, dann wird der Schatten dadurch fast immer umgangen. Und das ist eigentlich doppelt bedauerlich: Man hat nicht nur eine Gelegenheit verpasst, die Verwundung eines Schmerzes zu heilen, sondern hat zudem auch noch willentlich das Ego unter dem Deckmantel der spirituellen Erwachung gestärkt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist eine Tatsache, dass es uns Tiefe verleiht, wenn man sich dem Leiden stellt. Das Gegenteil beschert Neurosen und schwere Charakterdefizite. &lt;br /&gt;Spirituelle Praxis und nicht untersuchtes Suchtverhalten können nicht nebeneinander existieren.  &lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was wird durch diese innere Drogensucht verdeckt?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein innerer Mangel. Tatsächlich ist die Begegnung mit diesem Mangel alles andere als nüchtern. Ein "schwarzes Loch" tut sich auf, und das ist mit Schmerz verbunden. Wir aber sind Schmerzvermeider. Wir haben gelernt, dass Schmerz unserem Funktionieren in der Welt entgegensteht. Um die unangenehme Begegnung mit dem inneren Loch zu vermeiden, erschafft der Geist eine neue Phantasie, in die er sich verlieben kann in der Außenwelt. Fast alle Menschen verbringen ihr Leben damit, das innere Loch mit äußeren Befriedigungen wie Vergnügen, Erfolg, Macht, Ruhm, oder Beziehungen - mit Ersatzliebe zu füllen. Die meisten Beziehungen sind Ausdruck eines Lebens in Außenweltwünschen und in der Ersatzliebe. Doch dieses Loch in uns ist ein Loch ohne Boden. Es ist nicht füllbar von außen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Swami Sadananda, der vor 80 Jahren von Bhaktisiddhanta Sarasvati Thakur Sannyas bekommen hatte, schrieb in einem Brief an Walter Eidlitz anfangs 1961: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Sie müssen sich nicht zu sehr betrüben, wenn Leutchen wie der "…" die faulen Fische der Oberfläche wegfischt - wenn die blöde Anhimmelung der sogenannten "Indischen" so weit geht und Leutchen so blöd sind, zu meinen und zu glauben, dass irgendein "Mantra" ohne Kraft und ohne blasse Ahnung davon, wer, was und wo Bhagavan ist und wer es ist, der zu Ihm geführt werden soll, auch nur mehr als eine Kuriosität sein kann, so wie die Fremden eben Tigerklauen und Taj-Mahal-Reliquien als Andenken sich erwerben. Wir wollen ernste Menschen, die ehrlich suchen, erkennen und glauben können…- und die erkennen, das jede Art von Ausschlachten-Wollen eben Irrtum ist - aber nicht Geisteskranke und Leute, die besser erst den Psychiater konsultieren sollten. Man muss zuerst ein integrierter Mensch geworden sein und dann nach Bhakti verlangen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Allerdings gab es damals nicht anders als heute immer nur wenige Menschen, die in den Weisheitsschriften Indiens mehr als Exotisches, Erbauliches oder eine neue Möglichkeit der romantischen Weltflucht suchten. So fährt Sadananda im selben Brief fort:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich weiß, dass wir drei darüber klar sind, doch werden wir missverstanden von denen, die eigentlich Bhakti gar nicht wollen, sondern unbefriedigt von anderen Arten Eskapismus, sich nun einer neuen Flucht zuwenden und den ganzen Herzensdreck mitbringen und behalten wollen. [...]&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und in einem anderen Brief:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Alle sehnen sich nach anderem, nur nicht nach innerer Freiheit, alle wollen Sklaven bleiben, nur die Gewänder vertauschen und Ketten wechseln, niemand sie ablegen.&lt;br /&gt;Selbst Krishna interferiert nicht mit der Freiheit des Menschen – es ist jeder frei, den Irrweg, Abweg, Umweg zu gehen – und ich sehe nicht ein, – woher wir die Anmaßung nehmen wollen oder sollen, andere von Irr-, Ab- und Umwegen abzuhalten, wenn andere eben darauf bestehen.&lt;br /&gt;Jeder von Ihnen muss genauso natürlich und frei sein innerlich, wie Sie es vor meiner Ankunft sind, ich liebe die Spontaneität, ich meide die Künstelei. Ich komme nicht, um in Euren Seelen herumzustochern, sondern jeder, so, wie er ist, mit seinen Fehlern und mit seinen Tugenden, muss in der Seva sich frei entfalten und auswirken.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1964 formuliert Sadananda das Fazit seiner Erlebnisse im Zusammenhang mit der „Verbreitung der Bhakti“ wie folgt:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Meine Erfahrungen in Indien und Europa haben mich gelehrt sehr vorsichtig zu sein, von Dingen zu sprechen oder zu lesen zu geben, für die die Voraussetzungen fehlen, denn sonst endet alles in Spaltpersönlichkeit, Mystik und erbaulicher Verschwommenheit. Nur wer ganz sachlich klar denkt und sich benimmt, kann mit und mit vorwärtskommen. Bhakti beginnt nicht mit Geleitetwerden, sondern mit der eigenen Initiative, dienen zu wollen, aber nicht SO wie man SELBER will, sondern SO, wie Bhakti es sagt.&lt;br /&gt;Den Menschen ein intellektuelles Appetitbrötchen zu verabreichen, damit sie es verzehren, ist mir die Bhakti zu gut. Hier in der Schweiz habe ich jedenfalls gesehen, dass die Menschen starke Kost weder mögen noch ablehnen, sondern sie einfach satt zu Boden tröpfeln lassen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Spaltpersönlichkeit und Mystik“ – genau dies beobachtete er dann bei den Mitgliedern der Bhaktimission, die Ende der 60iger auch in Europa sich verbreitete. Dies schien ihm all dem, was die heiligen Schriften und sein Guru, Bhaktisiddhanta Sarasvati Prabhupada, ihn gelehrt hatten, zuwiderzulaufen.&lt;br /&gt;Er beobachtete die seelische Abhängigkeit, in welche die Jünger dieser Mission gerieten, ihre „Ekstasen“ statt sachlichem und korrektem Wissen, die Betonung äußere Form statt der Verinnerlichung der Substanz der Bhakti-Lehre und der Mangel an „ehrlichem freien Mensch-Sein“:&lt;br /&gt;„Die „Bhaktas“, die wir in Indien oder hier (?) treffen, versuchen in eine Lebens- und Denkweise hineinzukriechen wie in die starre, leblose Form einer Larve, um sich dort sicher fühlen zu können, um das „Bewusstsein“ einer metaphysischen Existenz-Sicherheit zu haben. Das ist ja alles Feigheit und Selbstbetrug und Täuschung anderer. […] Jede Versklavung eines Wesens ist ein Verbrechen. Wollte Krishna, dass alle Krishna –Bhaktas sein sollen, dann brauchte Er als Paramatma-Computer  ja nur einen Schalter anzudrehen, damit jeder oder alle atmas sich freiwillig, ohne sichtliche Nötigung, auf Bhakti ausrichten. (1971).“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Guru als Vater-Ersatz&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In einer ungesicherten Welt tragen Menschen die Sehnsucht nach Geborgenheit in sich. Diese ursprüngliche Sehnsucht nach Wahrheit und Substanz, in der man erst Aufgehobenheit erleben kann, wird im infantilen Stadium unserer Entwicklung zuerst einmal auf die Eltern übertragen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Eltern in Frage zu stellen bedeutet für das Kind die innerste Verlorenheit. Diese Struktur wird dann schnell auch auf die spirituelle Autorität, auf den Lehrer übertragen. Da werden dann alle Anzeichen eines allfälligen unkorrekten Verhaltens übertüncht und abgetan. Die Schüler ziehen es meist vor, sich selber anzuzweifeln, bevor sie das idealisierte Bild des Guru in Frage stellen. &lt;br /&gt;Ich habe viele Menschen getroffen, die von spirituellen Lehrern missbraucht worden waren, aber selbst nach solchen Erfahrungen noch immer nicht von ihm abliessen und das unehrliche Verhalten noch immer beschönigten. &lt;br /&gt;Erleuchtete Lehrer, die ihre Persönlichkeitsverzerrungen effektiv durchgearbeitet haben, kommen offensichtlich sehr selten vor. Das kann eine wertvolle Erkenntnis in Bezug auf die Aufrechterhaltung eigener Grenzen sein und zur inneren Vorsicht mahnen. Dann kann man auch die Vorzüge eines Lehrers oder einer Lehrerin annehmen, ohne sich ihm oder ihr völlig zu ergeben. Man behält aus Vertrauen in das Wahre eine innere Vorsicht bei und beobachtet genau. So übernimmt man zur Inspiration, welche diese Person einen vermittelt, nicht auch gleich noch die Fragwürdigkeit und das spirituell Ungesunde in sich auf. So kann man auch die Reinheit einer Lehre unterscheiden von kulturellen Folkloren, die im Verlaufe von Jahrhunderten darunter gemischt wurden und auch von der persönlichen Egozentrik des Vermittelnden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man glaubt, der Guru würde das Innerste von einem wahrnehmen können. Das Gefühl, gesehen zu werden, lässt einen bedeutsam erscheinen. Das ist wahrscheinlich ein fundamentaler Irrtum, der in manchem Traditionen sogar bis hin zur Allwissenheit des Guru hochstilisiert wird, der sämtliche Leben des Schülers auf einen Blick durchschauen würde. Gemäss Vedanta-sutra gibt es drei grundlegende Unterschiede zwischen einer befreiten Seele und Gott. Die Allwissenheit ist nur Gott vorbehalten.&lt;br /&gt;Aus der Perspektive, dass der Guru alles in einem sehen würde, glaubt man, dass all seine Unterweisungen, auch jene, welche das innerweltliche Leben betreffen, absolut zu nehmen seien. Und das führt in die Verwirrung und letztlich in die Anschauung, dass der Guru die Arbeit für einen ausführe und dass man sich einfach ergeben in seiner Nähe aufhalten müsse.&lt;br /&gt;Es ist nicht weise, die praktische Lebensplanung von einem spirituellen Lehrer bestimmen zu lassen. Es wäre eine Übertragung eines Vater-Bildes auf den Guru und man regrediert dabei selber in die Rolle eines hilflosen Kindes, dem gesagt werden müsse, was es zu tun habe. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zudem gibt es sicher einige Menschen im eigenen Umfeld, die einen besser kennen und aufrichtig ein Echo geben können, das wahrscheinlich gewichtiger ist als Ratschläge einer Person, die einen persönlich vielleicht gar nicht wirklich kennt. Der Wert einer Unterweisung und eines Ratschlages muss zudem innerlich abgewogen werden und soll nicht idealisiert werden, nur weil es von einem spirituellen Lehrer stammt. Auch gibt es kulturelle Unterschiede, die man zuerst entziffern lernen muss, wenn der Lehrer aus einem anderen Kulturkontext stammt. Sonst übernimmt man eine exotische Folklore und verknüpft sie mit innerer Essenz. &lt;br /&gt;Krishna spricht in der Bhagavad Gita (4.20) von einem Übenden auf dem Pfad zur Ewigkeit. Er soll unbedingt „nirashraya“ ohne weltliche Anlehnung, ohne Zuflucht im Zeitweiligen, sein. Mit anderen Worten soll man nie die Verantwortung für den inneren Pfad aufgeben. Die harte Arbeit der spirituellen Praxis und des Durchbrechens des Widerstandes liegt ganz bei einem selber. Man darf nicht warten, bis dass ein Guru mit magischer Hand seine Wunder an einem tut. Denn sonst würde man sich irgendwann enttäuscht abwenden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man muss spirituelle Lehrer genau prüfen – speziell auf die Diskrepanz dessen, was sie lehren und in ihrem persönlichen Alltag effektiv auch leben. Der Idealismus, der Hunger nach spiritueller Wahrheit und das eigene Bedürfnis nach Vollkommenem werden durch Projektion schnell übertragen auf spirituelle Lehrer. Aber die Blau-Äugigkeit der Idealisierung bringt einem der Wahrheit nicht näher, sondern ist ein Anzeichen dafür, dass man nicht wirklich an das Wahre glaubt und sich deshalb an dem Schein der Wahrheit festklammert und dies eben nicht mehr in Frage stellen möchte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es geht auch nicht nur um den Guru, sondern ebenfalls um den Schüler. Die unbewussten Motive des Suchenden werden einem zu einem Guru hinführen (in der Tradition spricht man vom „sukriti“, den inneren Eindrücken, die die Seele bereits in dieses Leben mit hineinbringt.). &lt;br /&gt;Der Suchende muss sich tief fragen und sich damit befassen, warum er einen Lehrer sucht. Denn das wird bestimmen, was für einen Lehrer man erhalten wird. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich habe Männer und Frauen kennen gelernt, die zu aussergewöhnlichen Dingen in der Lage waren. Wahrsager, die in der ersten Sitzung genaueste Beschreibungen meiner Kindheit ablieferten, Yogis, die Objekte über enorme Entfernungen verrücken konnten, Sadhus, die einfach durch ihre Gegenwart eine ungeheure Energie in mir auslösten… Alles Dinge, die ich nicht einmal glauben würde, hätte ich sie nicht selber erlebt. In der Rückschau auf all diese Ereignisse hat aber keines eine Transformation ausgelöst oder mein Verständnis erweitert. Sie haben mich letztlich nur abhängiger gemacht von der Zaubershow, aber nichts getan, um mein schmerzhaftes Verlangen nach Gelassenheit und tiefem Verstehen zu lindern. Es hat mich dem Verständnis der Transzendenz und meiner Seele nicht näher gebracht. Es waren nur unnötige Umwege zum Selbst und zur Beziehung zu Gott. Aber in einer solchen Umgebung geschieht es schnell, dass man sich an eine Persönlichkeit festbinden möchte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1961, als Sadananda nach gut dreißig Jahren Lebens als Bettelmönch in Indien schließlich durch die Unterstützung eines Freundeskreises in Basel lebt, von langer Krankheit langsam gesundet und in kleinem Kreis beginnt, Übersetzungen aus den heiligen Schriften zu diktieren und zu erklären, schreibt er an Walter Eidlitz und dessen Frau Hella:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Übrigens habe ich X. und anderen in einem Brief letzten Jahres so deutlich geschrieben, dass man sich vorstellen solle, man sei in einer Wüste ohne Vamandas, Hella und Sadananda, und versuchen ohne Bindung an eine Person sich an das zu halten, was die die heiligen Texte aussagen und wir nur weitergeben.&lt;br /&gt;Das scheint aber niemand beachtet zu haben. Persönlichkeitsbindung ist&lt;br /&gt;der Tod, deshalb ziehen sich die echten Gurus immer wieder zurück oder schicken die Schüler fort, damit sie schon lernen, sich aus sich selbst unter der Bhaktikraft zu entwickeln.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Persönlichkeitsbindung ist der Tod“ – das sind harte Worte. Was dahinter steht ist die Tatsache, dass ein echter Guru Schüler nie an sich als Person bindet, sondern sich immer nur als Mittler des göttlichen Wortes und der Bhaktikraft weiß, denen allein er dient. Deshalb warnt er Walter Eidlitz, der begonnen hatte, zusätzlich zu seinen Büchern auch Vorträge und Kurse zu geben:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Es ist so unerhört wichtig, dass die Menschen durch Sie hindurch zu Krishna kommen und nicht um Ihretwillen zu Ihnen halten und bei Ihnen stehen bleiben – Ihre starke, edle Persönlichkeit ist eine Gefahr […].“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch die Bindung an die menschliche Person des Lehrers ist nicht nur für den Schüler eine Gefahr, sondern auch für den Lehrer.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Sobald wir, Vamandas, Hella, ich uns anhimmeln lassen oder gar es uns&lt;br /&gt;gefällt, wenn die Leute uns loben und uns anhimmeln, ist es vorbei mit&lt;br /&gt;unser Bhakti – dann geht es uns so wie den Tausenden […] !! Gurudevas [Bhaktisiddhanta Sarasvati Prabhupadas] Kraft schwindet und wir sind armselige Irre. Diese Gefahr besteht immer und endet in Effekthascherei.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Der echte Lehrer durchschaut diese Strukturen und fördert sie nicht noch im Namen von guru-nishta (Vertrauen in den Lehrer). Ganz sanft und dann auch mit heiliger Rücksichtslosigkeit (Srila Sridhara Maharaja sprach von „aggressive grace“) demontiert er uns von unseren vermeintlichen Sicherheiten. Der Wahrheit willen. Abhängigkeitserfahrungen in disfunktionalem religiösem Kontext tun weh – lernen einen aber, die Verantwortung für das Innenleben nicht einfach anderen Personen abzugeben. &lt;br /&gt;Die Kräfte und das Charisma eines spirituellen Lehrers können manchmal auf beunruhigende Weise ablenken. Die Verführung, sich von den heilenden und scheinbar übersinnlichen Fähigkeiten des Lehrers wegzaubern zu lassen, ist gross. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;&lt;br /&gt;Überhebung&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Spirituelle Kreise neigen dazu, ihre eigenen Bewertungen nicht zu erkennen. Egal ob unterschwellig oder offensichtlich und völlig unabhängig von der Konfession gibt es den bewussten und unbewussten Glauben, dass der eigene Weg der überragendste sei und dass die anderen zumindest noch viel lernen könnten von einem. Die Entgleisung kann sich noch weiter ziehen im Glauben, dadurch selber ein besserer Mensch zu sein. &lt;br /&gt;Gerade aufgeklärte Menschen unserer Zeit betrachten diese Überhebung von „spirituellen Menschen“ mit Bedenken. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Stützräder am Fahrrad waren dazu da, das lernende Kind vor dem Sturz zu bewahren. Man behält sie nicht am Fahrrad, nachdem man gelernt hat, die Balance zu halten. Man vergoldet sie auch nicht oder verehrt sie auf einem Altar. Man baut sie einfach wieder ab und fährt ohne sie weiter. &lt;br /&gt;Götzenverehrung – die Versteifung auf und die Idealisierung dessen, was längst wieder abgelegt werden darf und für einen Teil der Wegstrecke einmal dienlich war, ist ein wesentliches Hindernis auf dem inneren Weg. &lt;br /&gt;Was ist Essenz und was ist Stützrad auf dem Weg der Bhakti? Die Verdrehung entsteht, wenn man Stützräder für Essenz, Form als Inhalt betrachtet und diese auch entsprechend verteidigt, wenn sie in Frage gestellt wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn ein Lehrer oder eine Tradition die eigene Überlegenheit betont, ist das schon ein wesentliches Anzeichen von der Verwechslung von Form und Essenz. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir belächeln leicht den grotesken Führerkult in Nordkorea – aber gleich um die Ecke lesen wir von den Lebensbanalitäten unserer Stars in den Zeitschriften und in spirituellen Kreisen geht man sentimental schwärmerisch mit spirituellen Lehrern um. Sehr schnell werden skurrile Verhaltensformen, die man in der säkularen Welt belächeln würde, im spirituellen Kontext genauso kopiert und dann einfach mit einem „heiligen“ Inhalt gerechtfertigt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man mag auf dem inneren Weg schnell aussergewöhnliche Erfahrungen geschenkt bekommen, die Gegenwart von Wesentlichem ahnen und Einheits-Erlebnisse empfinden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als wir Süchtige waren, wussten wir, wir haben ein Problem. Und wenn Leute uns ansahen, wussten sie auch, dass wir ein Problem haben. Und du und ich wir hatten Kundalini-Erfahrungen, Einheits-Erlebnisse. Man muss aber über die Tendenz des Ichs gewahr bleiben, die diese Dinge für sich einvernehmen möchte. Ein Heroinsüchtiger weiß wenigstens, dass er ein Problem hat, aber wenn man eine Einheits-Erfahrung hat, versteckt sich das Ego darunter und fühlt sich insgeheim als was Besonderes.&lt;br /&gt;Mit einem Fuß stehst du in der Heiligkeits-Erfahrung, mit dem anderen im Ego. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Ich, das die Umwelt retten will, ist das gleiche Ich, das sie zerstört. Das Ich, das ein Heiler sein will, ist das gleiche Ich, das durch seine Selbstsucht all die Schmerzen verursacht.&lt;br /&gt;Das Ego kommt zur Spiritualität und denkt, es könne dadurch machtvoller und einflussreicher werden. Sein Interesse ist es, seine Domäne zu erweitern. Aber die geistige Arbeit ist die Guillotine für das Ich. Im Ansatz des positiv Denkens versucht, den Willen zu benutzen, um Dinge zu bewerkstelligen. Aber bei der Spiritualität geht es gerade um Hingabe und darum, den kleinen Willen gehen zu lassen. Wir sind eben alle Kontroll-Freaks und wir haben Angst. Und das erzeugt eine Art spirituelle Sub-Persönlichkeit innerhalb des Egos.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jedes spirituelle Erlebnis und die kleinste Erfahrung auf dem inneren Weg werden auch vom Ego eingenommen. Es reisst sich die kleinste Erkenntnis unter den Nagel und erhebt sich dadurch. Es wurde nun sogar spirituell aufgewertet. &lt;br /&gt;Gerade solche Menschen sträuben sich oft gegen jegliche psychologische Arbeit, weil sie meinen, sie wären jenseits solch trivialer Angelegenheiten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Wenn der Weg zur Identifikation wird....&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Eigentlich geht es doch um die Annäherung zu Gott, um die Intimität mit Krishna. Der Weg, den wir gehen, die spirituelle Praxis, soll dies ermöglichen, soll uns dahin führen; er kann es aber auch verhindern, kann einen sogar noch weiter in die Gottes-Isolation hinaustreiben. Es ist eine Frage der verborgenen Absicht und nicht dessen, was mit dem Körper getan wird oder welcher Tradition man sich anschliesst.&lt;br /&gt;Um heiliger Gnade, Gottes Wunsch, mich zu beschenken, wirklich Raum zu lassen, muss vor allem meinen Anspruch, zu den Besseren, den Heldenhaften, den Auserwählten, den Heiligen und Besonderen zu gehören, total aufgelöst werden. Gerade der grösste spiritueller "Fortschritt" kann sich als grösste Verführung erweisen.&lt;br /&gt;Wenn dieser Egoismus mit hohen spirituellen Idealen vermischt wird, kann das Gemenge unverdaulich sein.&lt;br /&gt;Auch in unserer säkulären Zeit haben die meisten Menschen noch ein sehr feines Gespür, um falsche oder doppelte Motivationen in religiösen Praktikanten festzustellen, und werden somit in ihrer Gleichgültigkeit Gott gegenüber bestätigt. Oberflächliche und nicht verinnerlichte Religiösität führt zu Atheismus.&lt;br /&gt;Eine andere Art, wie viele spirituelle Praktikanten auf dem Weg stehen bleiben, ist zu denken, man hätte Wahrheit nun gefunden. Dann wird unter dem Vorwand zu glauben, man wäre in der Nähe Gottes, eine starke Stumpfheit generiert.&lt;br /&gt;Viele Menschen missbrauchen heilige Texte und spirituelles Wissen, um sich zu entfernen - von Gott und auch im Zugang von sich selbst. Man hat aus dem Weg eine religiöse Identifikation konstruiert. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist nicht so, dass man einfach einen spirituellen Weg begeht... das Problem ist, dass unser Geist, in seiner Tätigkeit als Jäger und Sammler, einen riesigen Rucksack gefüllt mit den alten Vorstellungen und Prägungen (Samskaras) und Identifikationen mit dem Zeitweiligen mit sich trägt. Eben Brillen, die die klare Sicht dem Heiligen gegenüber verzerren.&lt;br /&gt;Man betrachtet den inneren weg noch immer als einen Weg des Hinzugewinnens und Trophäen-Sammelns und nicht des Gehenslassens und Verneigens.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es hat nicht gereicht, dass man bereits geistiges Gepäck aus der Vergangenheit mit sich hatte, dass man emotional schon beladen ist, dass man einen materiellen Körper als Identifikationsobjekt herumträgt, dass man sich in Schichten von falschen Identitäten als Familie-, Staat-, und Erdenbürger einhüllte... Jetzt kommen auch noch die spirituellen Identifikationen dazu (sarvopadi vinirmuktam... Im Narada Pancaratna wird bhakti definiert als das vollkommene Abstreifen all dessen, was nicht zur Svarupa - der ewigen Form der Seele zugehörig ist. Das ist auch die Definition von Mukti - Befreiung, die das Bhagavatam gibt: 2.10.6)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Gepäck wird immer schwerer und das ursprüngliche Begehen eines Weges wird immer mühsamer und beschwerlicher. Irgendwann wird man sogar anhalten zu gehen - bricht zusammen unter der Last des Angesammelten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir leiden nicht daran, dass wir die Wahrheit nicht finden - wir leiden daran, dass wir das, was uns hindert, die Wahrheit zu erkennen, nicht aufgeben und nicht einmal anschauen wollen.&lt;br /&gt;Denn nur wer sich frei von allem Dharma (von allen Tätigkeiten und Aufgaben) macht, indem er sich nicht mehr mit demselben identifiziert, kann mit einer transzendentalen Mentalität sein Dharma erfüllen. &lt;br /&gt;Doch wenn man Menschen eine Last indischem Verhalten und Folklore anbietet, und ihnen eine religiöse Folklore-Identität aufbürdet, wird nicht die Leichtigkeit der Seele die Erfahrung sein, sondern nur die Belastung, die den ursprünglichen Samen der Gottesliebe zum Ersticken bringen wird. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Warum zieht man sich immer zurück wenn es intensiv wird und lässt das Feuer erkalten…. Das bedeutet, dass es Dinge gibt im eigenen Leben, die einen wesentlicher sind. In der Prioritätenverschiebung und Prioritätenverwechslung ist kein inneres Leben möglich. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lass dich einfach mit in die Tiefe reissen… das erzeugt gleichzeitig Angst und doch drängt das Vertrauen genau dazu. &lt;br /&gt;Das innerste Herzens-Ja lädt mich dazu ein. &lt;br /&gt;Da wird der Geist aktiv und zur gleichen Zeit taucht eine bleierne Müdigkeit auf. Das ist natürlich. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Schlussgedanke&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sehr schnell kann man sich auch wieder verirren in den Betrachtungen eigener Schwerheit und Schatten. Eigentlich ist es endlos. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eligius Leclerc schreibt in einer Abhandlung über das Leben des Franziskus sehr schön über diese gleichzeitige positive Ausrichtung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Franziskus fragte Bruder Leo, was er unter einem reinen Herz verstehe. &lt;br /&gt;„Wenn man sich nichts vorzuwerfen hat“, antwortete Leo ohne lange zu überlegen. &lt;br /&gt;„Dann verstehe ich, dass du dich schwermütig fühlst, denn irgendetwas kann man sich immer vorwerfen.“&lt;br /&gt;„Eben, und deshalb habe ich die Hoffnung auf ein reines Leben schon fast aufgegeben.“&lt;br /&gt;„Bruder Leo, kümmere dich nicht so sehr um die Reinheit des Herzens. Sieh auf Gott. Bewundere ihn. Freue dich, dass es ihn gibt, ihn, den ganz und gar Heiligen. Danke ihm um seiner selbst willen. Eben das, mein Bruder, heisst ein reines Herz zu haben.&lt;br /&gt;Und wenn du dich so Gott zugewandt hast, wende dich nun nicht mehr auf dich selbst zurück. Die Trauer darüber, dass man nicht vollkommen ist und dass man dunkle Dinge in sich entdeckt, ist ein noch menschliches, ein allzu menschliches Gefühl. Du darfst den Blick nun höher, viel höher heben. Es gibt Gott, es gibt die Unendlichkeit Gottes und seine unwandelbare Herrlichkeit. Ein Herz ist rein, wenn es nicht ablässt, den lebendigen und wahren Herrn anzubeten. Zu loben. Es nimmt tiefen Anteil an Gottes Leben und das ist so stark, dass es sich noch in all seinem Elend von der ewigen Unschuld und er ewigen Freude Gottes anrühren lässt. Ein solches Herz ist zugleich leer und übervoll. Dass Gott Gott ist, genügt. Aus solcher Gewissheit schöpft das Herz all seinen Frieden und all seine Freude.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heiligkeit besteht nicht darin, dass man sich selbst bemüht und vollkommen wird, und auch nicht in der Erfüllung, die man sich selbst verschafft. Heiligkeit ist zuerst einmal Leere, die man in sich vorfindet, die man akzeptiert und die Gott in eben dem Masse ausfüllt, in dem man sich seiner Fülle öffnet. Gott macht sich zum Himmel in seinem Herzen. &lt;br /&gt;Die Forderung der Gotteszuwendung lautet: Sich in die Herrlichkeit Gottes betrachtend versenken; staunend entdecken, dass Gott Gott ist, über alles hinaus, was wir sind und sein können. Sich von ganzem Herzen freuen, dass er existiert und sich für seine ewige Jugend begeistern, ihm danksagen um seiner selbst und um seiner nie versagenden Barmherzigkeit willen. Das heisst, ein reines Herz zu haben. Aber zu dieser Reinheit kommt man nicht dadurch, dass man sich plagt und abrackert und glaubt, zuerst noch das innere Feld vorbereiten zu müssen. &lt;br /&gt;Das ist das Sich-selber-Aufgeben. Nichts behalten wollen. Auch nicht die eigene Schwerheit der Vergangenheit und sie nun auch nicht mehr unter die Lupe nehmen zu wollen. Es geht nicht darum, reinen Tisch zu machen, sondern um sich wirklich auszuliefern und die eigene Armseligkeit zu akzeptieren, damit sie Gott beschenken kann. Alle Last abwerfen, sogar die unserer eigenen Fehler. Sich nur noch die Herrlichkeit des Herrn vor Augen halten und sich ihrer Strahlung aussetzen. Gott existiert, das genügt. Dann wird das Herz leicht. Es fühlt sich selbst nicht mehr, wie die Lerche, die glückstrunken im Blau des weiten Himmels schwebt. Das Herz hat alle Sorge und alle Unruhe von sich getan. Sein Verlangen nach Vollkommenheit hat sich in ein einfaches, reines Ja zu Gott verwandelt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Krishnas Gnade scheint nicht wie die Sonne ohne unser Zutun und ohne unser Fragen. Er will, dass seine Güte den Weg durch das freiwillig geöffnete Herz geht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir erleben uns immer wieder anders..... das Selbstbild von uns ist ständig im Wandel. Manchmal fühlt man sich so lebendig und dann kommen wieder traurige Perioden. Diese Wahrnehmungen hängen nicht einmal ab von den erlebten Gegebenheiten. Man weiss auch nicht, woher diese Stimmungen kommen.&lt;br /&gt;    Man fühlt sich erfüllt von Dankbarkeit und im nächsten Augenblick überkommt einen Ärger und Wut, ohne Vorwarnung. Beide Stimmungen scheinen ohne Zusammenhang in uns zu gelangen. Sie tauchen wie willkürlich auf.&lt;br /&gt;    Man glaubt, nun wirklich von Freude erfüllt zu sein, aber ohne dass man es merkt, ist man von Sorge besetzt. Oder man meint, jetzt hätte man es geschafft, endlich Vertrauen in s Leben, zu sich Selbst und zu Gott gefunden zu haben. Und schon im nächsten Augenblick ist man wieder voller Angst und das gesamte Vertrauen scheint wie verflogen und unerreichbar weit weg. Man denkt, dass das Vertrauen vielleicht nur Einbildung war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;    Das Wesen ist wirklich unberechenbar und es gibt Anteile in uns, die wir nicht in Kontrolle haben, die uns immer wieder überraschen. Hoffnungslosigkeit und Zuversicht, Glauben und Zweifel, Angst und Vertrauen - sie gehören in uns noch zusammen.&lt;br /&gt;    Dieses Vierlerlei, das beziehungslos in uns liegt, stellt uns die Frage, wer wir eigentlich sind. Sind wir die, die vertrauen können oder die, die voller Angst sind?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;    Wir sind der Kern, der alles zusammenhält. Die ewige Seele, die immer tiefer ist als das, was man erlebt...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;    Die Lösung ist nicht, die Gegensätze auszuschalten, sondern die innere Spannung auszuhalten. Ganz still. Dann erfährt man sich tiefer als die Gegensätzlichkeit. Die vorbeiziehenden Phänomene werden tolerierbar, wenn man sich selber nicht als Teil der Polarität betrachtet. Der Drang des Reagierens auf die Zustände oder des inneren Antwortens auf diese Umstände manifestiert sich erst, wenn man sich als mit der einen Seite der fluktuierenden Polarität identifiziert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In uns drin ist etwas, was nie zugrunde geht, etwas viel Würdevolleres, als wir es uns gedacht hätten.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6498584304148876362-3782587495378328382?l=jayaradhesyam.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/feeds/3782587495378328382/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=6498584304148876362&amp;postID=3782587495378328382' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/3782587495378328382'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/3782587495378328382'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/2011/11/schattenseiten-der-spiritualitat.html' title='Schattenseiten der Spiritualität'/><author><name>Radhe</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05058813935437230347</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='27' src='http://2.bp.blogspot.com/_rnDcQvodD40/SX3HECimfdI/AAAAAAAAAAc/UCNm1sbS9ME/S220/schweiz.jpg'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6498584304148876362.post-752783853394466793</id><published>2011-11-17T19:56:00.001+01:00</published><updated>2011-11-17T19:57:33.591+01:00</updated><title type='text'>Der Weg des Zweifelns</title><content type='html'>Die Suche nach Echtheit und Tiefe&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Religiöser Glaube und Zweifel scheinen sich auf den ersten Blick gegenseitig&lt;br /&gt;auszuschliessen. Wer wirklich glaubt und vertraut, zweifelt nicht. Und wer ernsthaft zweifelt, kommt nicht zum Glauben. &lt;br /&gt;Für diejenigen, die an Gott glauben, scheint der Ansatz, Gottes Existenz grundlegend in Frage zu stellen, irrelevant, ein Zurückgehen oder vielleicht sogar Apostase - den Abfall vom wahren Glauben. Zweifel wird als die Gefährdung des im ersten Gebot geforderten Gehorsams gegen Gott verstanden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieser Ausschluss des Zweifels aus dem Feld des Heiligen führt zu einer Verkrampftheit in religiösen Anschauungen. Und weil aufgeweckte Menschen unserer Zeit diese Last nicht mehr tragen möchten, hat es sie in die religiöse Gleichgültigkeit getrieben. Wenn die Zweifel nicht willkommen waren, dann nimmt man halt Abstand von dem Bereich, welchen man so sakrosankt und erhaben nicht sehen konnte.&lt;br /&gt;Die Folgen von Denkverboten sind ja bei vielen  Religionen offensichtlich: Das Denken wurde mehr oder weniger durch das Glauben ersetzt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Das Ergebnis sind Dogmen  und Wahrnehmungen, die mit der Realität immer weniger zu tun  haben. Da wurde die Religion, eigentlich intendiert als Instrument zur Ablegung aller Täuschungen, selber zu einer Vernebelung. Wenn die Vernunft die Offenbarung nicht mittragend unterstützt, existiert eine Tendenz zur Unvernünftigkeit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In vielen Religionen wird dann die Leichtgläubigkeit (unüberlegtes Akzeptieren) als verdienstvoll angesehen und Zweifel und kritische Zurückhaltung gelten dagegen als sündhaft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die ersten Schritte der Gotteshingabe beinhalten gemäss Bhagavatam zwei essenzielle religiöse Prinzipien: Demut und das Streben nach Wahrheit. Demut ist das Eingeständnis, dass mein momentanes Bewusstsein und all meine Erkenntnis der Wahrheit noch ein Provisorium darstellen.... und die Suche nach Wahrheit hält einen für die Weiterführung auch effektiv offen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die echte religiöse Geisteshaltung weiss sich nicht nur der Vergangenheit verpflichtet (der eigenen Tradition), sondern auch der Gegenwart (der Weiterentwicklung des Glaubensinhaltes).&lt;br /&gt;Ein religiöser Mensch ist nicht jemand, der immer und auf alles eine Antwort bereit hat. Dieses Phänomen existiert nur in der Anfangsphase, wenn der spirituell Reisende noch nicht das Ausmass der Wahrheit jenseits von Konzepten erfasst und berührt hat.&lt;br /&gt;Er bleibt immer auf der Suche, ein Pilger, der seinen Weg zu finden hat, der auf keiner Karte verzeichnet ist. Die vor ihm liegende Spur ist noch jungfräulich und unberührt. Der religiöse Mensch erlebt jeden Augenblick als neu und ist umso mehr erfreut, wenn er darin das erregende Schöne einer persönlichen Entdeckung und zugleich die Tiefen eines bleibenden Schatzes findet, den seine Glaubensvorfahren an ihn weitergegeben haben. Die Offenbarung wird durch die Eigenerfahrung bestätigt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Feld der inneren Reise zu betreten stellt immer ein Wagnis und eine Herausforderung dar. Der religiöse Mensch betritt eine Arena ohne Vorurteile und ohne vorgefasste Konzepte. Er ist sich voll im Klaren darüber, dass er möglicherweise bestimmte Teile seines Glaubensbekenntnisses oder gar eine bestimmte Religion überhaupt aufgeben und verlieren wird. Er könnte dermassen anders werden, dass das angewöhnte Schlupfloch eigener Bequemlichkeit nicht mehr sein Zuhause sein könnte. Er vertraut der Wahrheit vollkommen. Sie führt ihn weiter. Er geht unbewaffnet hinein, bereit, selber ein anderer zu werden. Vielleicht wird er seine bisherige Identifikation verlieren, vielleicht wird er sein Leben verlieren – vielleicht wird er auch neu geboren werden.&lt;br /&gt;Die Möglichkeit einer Bekehrung muss zugelassen werden – und sie kann so tiefgreifend sein, dass die Überzeugungen und Bekenntnisse, an denen man bisher festgehalten hat, sich vielleicht in Luft auflösen oder doch einem grundlegenden Wandel unterzogen werden. Das Unternehmen ist gefährlich und kaum jemand wäre dem gewachsen, wenn nicht aus dem Drang des Glaubens selbst heraus, der uns ermuntert, unser Leben furchtlos aufs Spiel zu setzen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Imperativ der Infragestellung&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Gegenteil von der Demut ist der Stolz - der Glauben, im Recht zu sein und die Fragezeichen nicht zu benötigen. Und das Gegenteil der Wahrheitssuche ist die Annahme, das eigene gemachte Bild, wie man die Wirklichkeit verstehen will.&lt;br /&gt;Denn wäre das Antonym von Wahrheit die Falschheit, wäre es einfach. Dann wüsste man ja, dass es nicht der Wahrheit entspräche. Schwieriger wird es mit den Annahmen, die wir vielleicht sogar für wahr halten und sie als solche verteidigen. Philosophen (Wahrheitsliebende) haben uns immer wieder aufgefordert, sich von eigenen Annahmen und Vorurteilen zu distanzieren, die einem den Blick zur Wahrheit vernebeln. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Annahme, dass man jenseits von Zweifeln sei, widerspricht dem Geist aufrichtiger Wahrheitssuche. &lt;br /&gt;René Descartes betrachtete im grundlegenden Anzweifeln des Subjekts (seiner Selbst) die&lt;br /&gt;Grundlage alles Philosophierens und aller Wissenschaft einschliesslich des Verstehens des Gottesbegriffs. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sri Chaitanya gab die Anweisung, sich vor seinem Lehrer als unwissend zu verstehen. Alles immer wieder neu zu erfassen. Denn wenn man wirklich akzeptiert, dass alles Wissen, was man erlernt hatte, vielleicht nur Vorurteile und Annahmen sein könnten, dann betritt man einen fruchtbaren Boden für den Vorgang, sich von Illusion zu befreien. &lt;br /&gt;Die Grundhaltung eines Geweihten Gottes ist immer die, dass er sich als unbedeutend und unwissend versteht. Madhavendra Puri scheute sich vor Ehre, da er wirklich glaubte, sie nicht zu verdienen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Arjuna spricht am Ende der Gita, dass seine Zweifel effektiv gelöst seien (18.73). Das ist ein Zustand kraftvoller Ermächtigung und nicht feigem Ausweichen von kritischen Punkten, aus Furcht, man könnte in der Konfrontation damit vielleicht seinen Glauben verlieren. &lt;br /&gt;Viele sind einfach auch zu faul, sich den Zweifeln zu stellen, sie zu analysieren und dann eine Konsequenz darauf folgen zu lassen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine realistische Selbsteinschätzung muss zumindest eingestehen, dass alles, was ich bisher als wahr befand, auch eine wirklichkeits-verzerrende Annahme der bedingten Natur sein könnte. &lt;br /&gt;Dass dazu noch die Möglichkeit besteht, dass mein Verständnis einer göttlichen Offenbarung flach, dogmatisch und mit unsichtbaren Zweifeln gespickt ist, zu denen man erst einmal vordringen muss.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das fordert mich auf, konstante Offenheit für Weiterführung, für die Wahrheit in mir zu tragen. &lt;br /&gt;Reality check ist immer wieder gefordert… sonst geht es ganz schnell, dass man in Vorstellungswelten der Wahrheit gefangen bleibt, welche vielleicht gar nichts mehr mit ihr gemein haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Religiöses Zweifeln als Weg&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Skeptizismus hat sich den absoluten Zweifel an der Erkenntnisfähigkeit des Menschen zum Prinzip gemacht. Es ist praktisch ein a priori Nicht-Glauben-Wollen. Dahingegen versteht die Methode des religiösen Zweifelns, des grundlegenden Infragestellens, einfach nur, dass all unsere Vorstellungen des Heiligen sich im Bereich des Provisoriums befinden und durch den Zweifel erst die Möglichkeit zur Vertiefung erfahren. &lt;br /&gt;Ein wesentlicher Teil davon ist das „Zu-Ende-Denken“ des Zweifels. Man lässt sich ganz auf ihn ein und fragt sich, wohin er einen denn führen möchte.&lt;br /&gt;Wenn ich alleine beim Rezitieren der Heiligen Gottesnamen verweile, dann kommen manchmal Zweifel:&lt;br /&gt;"Stimmt denn das alles, was ich mir von Krishna denke, oder ist es nur Hoffnung, Projektion, Einbildung?&lt;br /&gt;Stelle ich mir das so vor, weil es schön ist, weil ich damit besser leben kann, und weil ich sonst keine Aufgabe mehr hätte?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn Zweifel nun so auftauchen, so müssen sie nicht gerade geklärt und beantwortet werden (die, die dies wollen sind die religiösen Dogmen, die gar nicht zuhören können, eingehen, sondern nur schnell - und damit auch vereinfacht - Lösungsvorschläge geben wollen). Echtes Vertrauen soll so stark sein, dass es auch die grössten In-Frage-Stellungen, eben Zweifel, aushalten kann und darf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Ja, es kann sein, dass alles nur Einbildung ist; alle religiöse Literatur ist der Ausweichversuch vor dem Nichts, die Beruhigung des Menschen, dass er die latente Sehnsucht auch irgendwie einordnen und erklären kann."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Zulassen wird auch der Zweifel kritisch untersucht, relativiert. Oft gehen wir anders mit ihnen um: sie werden sofort verdrängt, denn ich möchte ja glauben, es für wahr haben. Damit verdränge ich ihn in das Unbewusste, und ich spalte mich ab von einem Teil meines eigenen Selbstes.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch wenn ich selbst die existentiellsten Zweifel zu Ende denke, erkenne ich, dass ich eine noch tiefere Erkenntnis als nur oberflächliche Bekenntnisse suche. Er treibt mich in die wirkliche Auseinandersetzung mit dem Göttlichen. Dann kommt eine tiefe Gewissheit in mir auf, dass ich überall Absicht, Gottes Hand, erkennen kann, und dass alles "Leben" nicht einfach ein kurzes Aufschreien in ein ewiges Nichts ist.&lt;br /&gt;Ich beginne zu spüren, dass all die Heiligen nicht einfach Illusionen nachgelaufen sind, und dass alle Kultur nicht nur Nervenberuhigung ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn ich aber die Zweifel, selbst die Option der völligen Absurdität zulasse, beginnt sich nicht nur diese innere Gewissheit zu manifestieren, sondern dann entscheide ich mich wieder bewusst für die Ergebenheit zu Gott, für die Hingabe zu Radha Krishna.&lt;br /&gt;Ich möchte auf diese Karte setzen, ich möchte den selbstverwirklichten Sadhus folgen, die die Wahrheit gesehen haben, und nicht den Skeptikern, die in der Absurdität des Daseins eine Art und Weise finden, ihre Zeit herum zu bringen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dann ist mir der Zweifel zu einer Erneuerung meines Glaubensverständnisses  geworden; er hält mich auf der Suche nach dem wahren Gott lebendig, und hilft mir, mich nicht vorschnell mit meiner Beziehung zu Krishna zufrieden zu geben, sondern ein wirklicher Suchender zu bleiben.&lt;br /&gt;Wohin wollte mich der Zweifel verweisen? Auf Tiefe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Religiöser Glaube und Zweifel&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Gegensätze dieser Welt ergänzen sich in einer höheren Wirklichkeitssicht. In einer tieferen Wirklichkeit fallen die Gegensätze in eine umfassendere Einheit zusammen. Im Lateinischen nennt man dies „coincidentia oppositorum“. &lt;br /&gt;Dies bedeutet praktisch, dass man sich von einseitiger Funktionsbestimmung der Religion frei zu machen hat: Religion dient nicht nur zur Stabilisierung des Denkens, sondern ist immer auch Provokation. Sie dient nicht nur der Bewältigung von Krisen, sondern kann auch schwere Erschütterung und Prüfung evozieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In spirituellen Kreisen wird oft angenommen, dass das Ziel eines Gottesweges die Eliminierung des Zweifels sein wird. &lt;br /&gt;Doch wenn man sich wirklich auf die Einladung Gottes einlässt, erfährt man, dass &lt;br /&gt;sowohl der intellektuelle als auch der existentielle Zweifel an religiösen Glaubenssätzen ein unaustilgbares Element der Vertiefung darstellen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erst wenn der Zweifel und die radikale Infragestellung im Weltbild seines religiösen Glaubens konstruktiv aufgenommen werden, führt der innere Weg wirklich zur Vertiefung und nicht einfach in die Vereinfachungen einer abgesteckten Überzeugung, welche Obhut vermitteln soll. Wenn in einem aber die Hoffnung existiert, durch den inneren Pfad Sicherheit zu erhalten, und diese sogar der Wahrheit vorzieht, schlummert in einem tief bereits die Ahnung, dass das Glaubens-Gebäude eigentlich nicht wirklichkeits-tauglich ist. Deshalb bedarf es einer inneren Anstrengung und der Tendenz der ideologischen Abgrenzung, um eine heile Welt zusammenhalten zu können. Da ist die Destabilisation des Zweifelns natürlich nicht gefragt und störend. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da der transzendente Gott in seiner Unendlichkeit und Ewig-Neuheit nie vollständig erfasst und erkannt werden, ist der Zweifel die dialektisch am nahesten stehende menschliche Antwort, welche sich mit dem bisher Erkannten und Verwirklichten nicht zufrieden geben möchte und immer wieder tiefer ergründet. Nur schon damit ist ein nicht zu unterschätzender Fortschritt gegenüber Programmen erreicht, die den Zweifel ignorieren oder verbieten wollen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn versucht wird, den existenziellen Zweifel mit unhinterfragbar gültigen Glaubensgrundlagen still gelegt zu werden, dann ist das bereits ein Alarmzeichen der inneren Unsicherheit. Diese krallt sich dann noch intensiver an die Form, die zum Selbstläufer wird, und der wesentliche Inhalt, auf den ja hingewiesen werden wollte, wird verdeckt. &lt;br /&gt;Srila Bhaktivinod Thakur erklärt in der Krishna Samhita, dass alle Beschreibungen der heiligen Texte Hinweise auf eine momentan noch gar nicht erfassbare Dimension sind und provisorischen Charakter haben. Sri Krishna offenbart selber in der Gita, dass alle  Phänomene in der Welt nichts Abgeschlossenes und in sich Fertiges oder Eigen-Stehendes darstellen, sondern nur auf seine Unendlichkeit hinweisen (10.41-42).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man darf religiöse Aussagen nicht gegenüber Zweifelsmöglichkeiten immunisieren. Der Ausdruck davon wäre der Fundamentalismus.&lt;br /&gt;Im Folgenden will ich durch eine von Wittgenstein inspirierte Überlegung zeigen, dass dieses Immunisierung nicht nur unerreichbar, sondern auch vollkommen verfehlt und der religiösen Grundhaltung entgegen gestellt wäre.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Paradebeispiel für die Möglichkeit eines solchen internen Zweifels an religiösen&lt;br /&gt;Glaubenssätzen scheint mir das Gebet zu sein. Denn im Gebet ist es möglich, in der Anrede an Gott alle Glaubensgewissheit hinter sich zu lassen und effektiv dem existentiellen Zweifel an Gott Ausdruck zu verleihen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Lieber Syam&lt;br /&gt;Ich höre sie beten – als gäbe es keinen Zweifel.&lt;br /&gt;Billigtrost liegt griffbereit im Regal. Das Angebot der Religionen.&lt;br /&gt;Draussen stehe ich mit stummen Lippen und mit leeren Händen.&lt;br /&gt;Tief fragend und zweifelnd, hilflos angesichts deiner Verborgenheit.&lt;br /&gt;Dann aber plötzlich in ihr aufgehoben.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Zweifel an allen religiösen Glaubenssätzen ist auch dann möglich, wenn die Existenz Gottes faktisch aufgrund der Anrede Gottes bejaht wird. Denkt man an das Ringen Ijobs mit Gott (vgl. Ijob 19,25)oder an das Gebet Jesu in der Ölbergnacht (auch. Mk 15,34), so wird deutlich, wie Glauben und Zweifel nebeneinander existieren dürfen. &lt;br /&gt;Das Gebet ist der Ort der Wahrheit, die Stunde der Wahrheit - und gerade deshalb nicht der Ort der fraglosen und fragenlosen Gewissheit. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wittgenstein macht deutlich, dass der Zweifel den Glauben voraussetzt.&lt;br /&gt;"Der Zweifel kommt nach dem Glauben" (Wittgenstein 1997, Nr. 160;.&lt;br /&gt;S. 170, 449). &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Selbst-Zweifel&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nicht nur Gott und die Offenbarung sollen der genaueren Prüfung unterliegen, sondern natürlich auch das eigene Konstrukt, welches man Selbst nennt. &lt;br /&gt;Viele Menschen auf dem inneren Weg landen nach einer gewissen Zeit in einem diffusen Raum, in einer Art Antriebslosigkeit, Motivationslosigkeit. Es ist ein Symptom, dass man zwar glaubte in der Wahrheit zu sein, aber es vom Innersten her nicht wirklich ist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die grosse Gefahr einer unvollständigen spirituellen Erfahrung ist, dass sich das Ego dessen bemächtigt. Was ursprünglich vielleicht eine authentische Offenbarung, ein Durchdringen Gottes zu mir hin war, wird nun als Mittel einsetzt, seine eigene Dominanz zu bewahren. Das ist die Haltung, die letztlich die Aufrechterhaltung des Egos gewährleistet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Viele Unterdrücker und Diktatoren, wie zum Beispiel Erich Honegger oder sogar ein Adolf Eichmann, glaubten wirklich bis ans Ende ihres Lebens, dass sie nur das Beste für die Menschen getan hätten. &lt;br /&gt;Was ist Einsicht? Es ist ein Moment scheinbarer Demütigung, weswegen sie der Uneinsichtige vermeiden will. Ein Eingeständnis, dass die Art, wie es bisher war, nicht in der Wahrheit gegründet ist.&lt;br /&gt;Wahrheit ist anfangs eine Demütigung. Allerdings nicht für das, was wir sind, sondern für das, was wir angenommen und übernommen haben und nun glauben, dass wir dies seien. Wenn man durch diese erste Empfindlichkeit, dieses Aufbegehren des Alten einmal durchgetaucht ist, bleibt nur noch Erleichterung. Das alte System wollte sich bewahrheiten wie alles, was keine wirkliche Substanz hat. Das Festkrallen an etwas, was in der Ewigkeit keinen Bestand hat, ist die innere Not.&lt;br /&gt;Ist man für die Einsicht bereit? Erst das grundlegende Fragezeichen des Zweifels durchdringt die Selbstzufriedenheit an der Oberfläche.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sicher fühlen kann man sich nicht in dem, was man weiss. Das Ich sammelt Trophäen auf dem Weg. Aber dadurch kommt es nicht zu sich selbst, es ist darin nicht zuhause. &lt;br /&gt;Man hat gelernt, sich in seinem Scheinwissen sicher zu fühlen. Wir nennen es Fassung. Die radikale Infragestellung des Zweifels darf dieses Überkleid der Fassung abstreifen. Was ist nun in dieser Nacktheit? Was bleibt übrig, wenn man alle Hoffnungen auf Aufgehobenheit des Ichs ablegt?&lt;br /&gt;Das innere Leben ist nicht die Romanze, an schönen Bildern festzuhangen, die einem von den Religionen überliefert werden. Es ist die ganz tiefe Gewissheit, dass wenn man alle Übertünchungen abstreift, eine wunderbare Wirklichkeit ewiglich schon da ist und einen immer schon umgeben hat: Sri Krishna. &lt;br /&gt;Der Zweifel ist ein wesentlicher Weg dahin. &lt;br /&gt;Man kommt mit reinem Herzen und sucht wirklich Gotteserkenntnis. Aber der Geist hat auch eine andere Absicht: Überleben, Selbstschutz und Abwehr zu allem, was dieses Überleben in Frage stellen oder bedrohen können. &lt;br /&gt;Und diese Zwiespältigkeit ist in jeder bedingten Seele. Erst die aufrichtige Infragestellung, der Zweifel, trennt die Vermischungen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der menschliche Schatten existiert auch, wenn er unentdeckt oder unterdrückt bleibt, nicht anerkannt oder überschminkt wird mit dem falschen Schein des gesellschaftlich akzeptierten Benehmens. Aber man kann ihn auch übergehen mit dem Denken, heilig zu sein und darüber zu stehen. Das ist die Scheinheiligkeit. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Unbewussten vermischen sich die Ursehnsüchte der Seele mit alten innerweltlichen Tendenzen. Diese imitieren schnell den inneren Weg, um ihn für ihre Eigeninteressen abzubuchen. Dann hat man Schein-Seelisches und somit Schein-Heiliges im Gepäck. &lt;br /&gt;Ganz im Inneren drängt aber die Dringlichkeit, die Mischzustände nicht einfach ignorieren oder spirituell beschönigen und damit rechtfertigen zu wollen. &lt;br /&gt;Das Innere ruft auf zur konstanten Suche, das Reinere und Echtere aufzuspüren. &lt;br /&gt;Dazu ist aber auch die Bereitschaft vonnöten, sich in solch tiefen Angelegenheiten in Frage stellen zu lassen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wage zu zweifeln – entflamme den Glauben!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Innerhalb dieser Welt gibt es die verschiedensten Weltanschauungen. Und was mich persönlich dabei beschäftigt ist, dass eine Seele, die sich nach effektiver Transzendenz sehnt, sich der ungeheuren Vielfalt von Perspektiven stellen muss ohne dabei irritiert zu werden. Es ist praktisch eine Offenheit auf 360 Grad - nach allen Seiten hin. Aus dieser Konfrontation frei von Angst, etwas zu verlieren, was einem lieb war, kann Krishna einen erst weiter führen. Sonst liegt man dem "Betrug der Überseele" auf, den Krishna in der Bhagavad Gita beschreibt (7.21) - dass er nämlich einfach die Weltsicht unterstützt, die man gerade haben möchte... auch wenn diese gar nicht der Wahrheit, der Absicht Gottes, entspricht. &lt;br /&gt;Das abgeschlossene sakrosankte Weltbild ist die Perspektive der Verhaftung und nicht im Geiste der Wahrheitssuche (Srimad Bhagavatam 2.9.36).&lt;br /&gt;In dieser konzeptionellen Flexibilität muss Paramatma, der Immanenz-Aspekt Gottes, nicht einfach nur das unsichere Gemüt stabilisieren, sondern nun darf Krishna wahrhaft intervenieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein saragrahi Vaishnava (Essenz-Sucher der Wahrheit) ist nicht verwirrt oder angehaftet an einer bestimmten Theorie oder religiösen Doktrin. Denn Gott ist immer mehr als Alles, immer der „gänzlich andere“, derjenige, der alle Widersprüchlichkeiten in sich zu vereinen mag.&lt;br /&gt;So gerät der Suchende, nicht in Schwierigkeiten in seinem Vertrauen und in seinem Glauben (der Art, die Welt zu betrachten), wenn es widersprüchliche Aussagen gibt. &lt;br /&gt;Der Zweifel ist ein grundlegender Antrieb, da er sich nicht mit unserem Wohlbehagen (Wohlfühl-Spiritualität) zufrieden gibt, sondern uns auch unbequemer Wahrheit stellt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Seele auf dem Weg vereint die beiden Randpositionen – einerseits lässt sie den Zweifel zu und lädt genaueres Verstehen ein, und andererseits kann sie noch immer tief an Gott glauben und sein Leben ihm anbieten.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6498584304148876362-752783853394466793?l=jayaradhesyam.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/feeds/752783853394466793/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=6498584304148876362&amp;postID=752783853394466793' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/752783853394466793'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/752783853394466793'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/2011/11/der-weg-des-zweifelns.html' title='Der Weg des Zweifelns'/><author><name>Radhe</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05058813935437230347</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='27' src='http://2.bp.blogspot.com/_rnDcQvodD40/SX3HECimfdI/AAAAAAAAAAc/UCNm1sbS9ME/S220/schweiz.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6498584304148876362.post-5431751133498542580</id><published>2011-11-17T19:50:00.002+01:00</published><updated>2011-11-17T19:52:12.201+01:00</updated><title type='text'>unzerstörbares Glück</title><content type='html'>Es gibt ein Erlebnis-Glück, welches man manchmal hat und manchmal auch nicht verfügbar ist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die tiefere Form von Glück kennt nicht einmal ein Wieso. Es ist ein unbedingtes Glück, welches nicht von Bedingungen abhängt. Dieses Glück kennt keinen Anfang und kein Ende. In den Phasen, wo es einem in seiner Biografie nicht gut läuft, bleibt dieser Grundstock von unzerstörbarem Glück erhalten. Es bleibt inmitten der Traurigkeit und des Kummers und relativiert selbst die Momente der überschwänglichen äusseren Freude. &lt;br /&gt;Man muss nicht einmal gegen diese vorbeiziehenden Erfahrungen an der Oberfläche des Lebens angehen, sondern sie einfach durchziehen lassen. Die Verankerung in der Tiefe dieses Glückes schenkt einem den Standpunkt, von welchem aus man diese Wolken klar als solche zu erkennen vermag. Man will diese Wolken dann auch nicht verdrängen, denn dies wäre ein Symptom an den Unglauben an dieses tiefe Glück: man glaubt, dass diese Emotionen dem Grundglück den Boden entziehen könnte.&lt;br /&gt;Dies zu erleben ist der erste Schritt zur Verankerung in der Seele… die feine Fröhlichkeit, die mit Leichtigkeit des Herzens einher geht. &lt;br /&gt;Man begegnet diesem inneren Zustand zuerst einmal skeptisch, denn die Tiefe ist zu Beginn jedem unheimlich. In dieser endlosen vibrierenden, lebendigen und liebenden Weite allen Seins verliert das kleine Selbst die Bezugspunkte. Und davor fürchtet es sich. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieser stabile Glückszustand entsteht durch das Übergeben seiner Selbst und all dessen, was man erlebt, in Gottes Hände.&lt;br /&gt;Darin liegt ein tieferes Glück, das mit dem flüchtigen Glück, das kurz auftaucht und wieder verschwindet, nichts gemein hat.&lt;br /&gt;Es ist ein Glück, das nicht mit dem Wohlgefühl verwechselt werden kann. Viele zelebrieren das kleine private Wohlfühlglück. Im eng abgesteckten Garten des eigenen Ich existiert aber nur Unerfülltheit. Erst wenn die Vereinzelung aufgehoben wird und die Verbundenheit mit allem, was aus Gott strömt, entsteht, ist tieferes Glück effektiv erfahrbar.&lt;br /&gt;Glück ist die innere Grundhaltung, die nicht vom Spass und Schmerzen beeinflusst wird, welche unweigerlich und ohne unser grosses Zutun in dieser Inkarnation auftauchen an der Oberfläche des Lebens. Es ist abgekoppelt, von dem, was uns widerfährt. Freude ist unabhängig von dem, was uns glückt oder missglückt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man jagt dem Glück nach – dieses Glück ist immer leer und selbst wenn man es erlangen sollte, ist es immer wieder schal. Die Vorstellung, die ich mir davon ausmalte, ist nie vergleichbar mit dem, was man dann in den Händen hält. Es genügt nie. Vielleicht erfüllt es einen Augenblick lang, wird dann aber wieder entzogen und man ist noch unglücklicher als zuvor.&lt;br /&gt;Unverlierbare Freude hängt nicht mehr ab von den Schwankungen von Wohlbefinden und Unwohlsein. Sie hat ihre Wurzel in der Beziehung zu Sri Krishna. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Ich selber als Seele bestehe aus unzerstörbarer Glückseligkeit. Deshalb spricht Krishna in der Gita (3.17) davon, dass wer Freude im eigenen Selbst erfährt, befreit ist von den Kompensationshandlungen an der Oberfläche. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da besteht ein unverlierbares Glück, welches inhärent hier ist und wofür nicht gejagt werden muss. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Freud nennt es das Unbehagen in der Kultur: dass man eigentlich unerfüllt und unglücklich ist, doch dies ist in der Gesellschaft nicht ein anerkannter Zustand. &lt;br /&gt;So wird das Unglück verdrängt und man landet in einer Spass-Gesellschaft, in der man Vergnügen hat, Lust lebt, aber keine Freude  - und dies, obwohl man in der Fülle der Dinge leben mag.&lt;br /&gt;Erich Fromm spricht davon, dass man die Maske des Glücklichseins aufrechterhalten muss, um auf dem Markt des Lebens nicht an Wert einzubüssen. Aber nur ganz wenig hinter der Maske findet man Unruhe, Gereiztheit, schwankende Gemütszustände. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unerfülltheit in der Fülle der Dinge ist geblieben. Man hat Vergnügen und Lust, aber keine Freude. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Bemühen nach Bedürfnisbefriedigung existiert nicht Zufriedenheit, sondern es generiert nur neue Bedürfnisse. Neue Waren führen zu neuen Bedürfnissen. &lt;br /&gt;Wenn man selbstentfremdet lebt (ausserhalb der Seele), zwängen sich wesensfremde Bedürfnisse ständig auf und erzeugen den Nimbus von Glück. Aber in der Anhaftung daran verfestigt man eigentlich nur die Selbstentfremdung.&lt;br /&gt;Erwerben, Besitzen, Erweitern…. Das sind eigentlich ausgediente Paradigmen. Die Seele sehnt sich nach Abbauen, Abgeben, Loslassen und sich zu verneigen in Freiheit. Nach der Freude der bedingungslosen Hingabe zu Radha und Krishna.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6498584304148876362-5431751133498542580?l=jayaradhesyam.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/feeds/5431751133498542580/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=6498584304148876362&amp;postID=5431751133498542580' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/5431751133498542580'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/5431751133498542580'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/2011/11/unzerstorbares-gluck.html' title='unzerstörbares Glück'/><author><name>Radhe</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05058813935437230347</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='27' src='http://2.bp.blogspot.com/_rnDcQvodD40/SX3HECimfdI/AAAAAAAAAAc/UCNm1sbS9ME/S220/schweiz.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6498584304148876362.post-6528968983527635347</id><published>2010-12-08T12:26:00.002+01:00</published><updated>2010-12-08T12:27:13.193+01:00</updated><title type='text'>Religiöse Gefühle</title><content type='html'>Glücksgefühle entstehen, wenn der Nucleus Accumbens (ein Kern im mesolimbischen System unseres Gehirns) Dopamin ausschüttet. Dies hat also nicht viel mit religiösen Gefühlen zu tun.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn man z.B. die Schriften der heiligen Theresa von Avila studiert, dann kann man schon dort klar nachlesen, dass es dem Gläubigen durchaus bewusst ist, dass einem Gefühle in die Irre leiten können, und dass nicht aller Wert darauf gelegt werden kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Frage "Ist es von Gott?" wurde von Theresa immer wieder aufgenommen und reflektiert. Ganz radikal soll alles Erlebte hinterfragt werden und nicht zum Eigenen gemacht werden. Man ist selber der Erleber, der sich vom Erlebten unterscheidet. Die Verschmelzung des Erlebers mit dem Erlebten nennt man „Aufblähung des Ichs“ (Übertragung des Identitätsgefühls auf das Vergängliche), Identifikation mit Unwirklichem.&lt;br /&gt;Wer sich angeblich viele Jahre mit Religion auseinander gesetzt hat, der müsste solches eigentlich wissen. &lt;br /&gt;Die vedischen Anweisungen zu Meditation beinhalten im Besonderen auch, dass der Adept den Gefühlen, die dabei entstehen können, keine Aufmerksamkeit schenken darf, denn die Theopraxis ist nicht dazu da, schöne Gefühle zu erzeugen – diese kommen und gehen – sondern von tiefstem Wesen her verfügbar für Gott zu werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wolken kommen und gehen -&lt;br /&gt;der Himmel bleibt.&lt;br /&gt;Gedanken sammeln sich und verschwinden -&lt;br /&gt;das Gemüt bleibt.&lt;br /&gt;Gefühle tauchen auf und verklingen -&lt;br /&gt;das Herz bleibt.&lt;br /&gt;Liebesgeschichten beginnen und haben ein Ende -&lt;br /&gt;die Liebe bleibt.&lt;br /&gt;Der Körper wird geboren und wird schon bald nicht mehr sein -&lt;br /&gt;das Leben aber bleibt.&lt;br /&gt;Empfindungen kommen und vergehen – &lt;br /&gt;derjenige, der sie wahrnimmt aber bleibt genau der Gleiche.&lt;br /&gt;Universen treten in Erscheinung und verschwinden wieder -&lt;br /&gt;Sri Krishna aber bleibt.  (ein Gedanke zu Srimad Bhagavatam 2.9.33)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Religiöse und spirituelle Gefühle sind eine Grundkonstante im Gemütsleben der Menschen. Die Sehnsucht nach starken Emotionen, die in Zusammenhang mit übersinnlichen Ritualen und metaphysischen Hoffnungen stehen, treibt uns ein Leben lang an. Das ist gut so, denn die starken Gefühle regen uns an, Sinnfragen zu stellen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man muss einfach in Betracht ziehen, dass die Gefühlsskala unspezifisch und unendlich breit ist. Ein Animist erlebt ähnlich heftige Emotionen, wenn er bei einer Feuerzeremonie um einen Totemspfahl tanzt wie ein Pilger bei einem Gottesdienst in Lourdes oder ein Gaudiya Vaishnava in Samadhi des Nam-Bhajan. Es handelt sich dabei also nicht um Inhalt, sondern um einen Nebeneffekt und wenn man diesen bereits für den Inhalt hält, ist einem die Verfügbarkeit für das Wesentliche verloren gegangen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir können uns also bei der Suche nach der religiösen Wahrheit nicht auf unsere Gefühle verlassen. Es scheint sogar, dass spirituelle Gefühle nicht in erster Linie von den religiösen Inhalten abhängig sind, sondern vor allem von suggestiven Elementen. Je stärker die gruppendynamischen Rituale, je übersteigerter die versprochenen Heilserwartungen, desto ekstatischer die Entäusserungen, das Gefühlserleben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Verhängnisvoll dabei ist, dass die Gläubigen oft den Fehlschluss ziehen, dass intensive Gefühle ein besonderer Ausdruck der Glaubenserfahrung und Gottesnähe seien. Gesunde Spiritualität vermittelt Hilfestellung bei der Unterscheidung der beiden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Spirituelle Gefühle werden vorschnell als Ausdruck der Frömmigkeit gewertet. Noch mehr: Die Empfindungen können sich sogar zum Gradmesser des Glaubens hochstilisieren. Gläubige sind überzeugt, dass Gott ihnen die starken Gefühle als Beweis für den richtigen Glauben schenkt.&lt;br /&gt;Das ist ein Fehlschluss. Sri Krishna erklärt in der Bhagavad Gita, dass er einer Seele das Vertrauen schenkt, das Richtige zu tun, auch wenn es sich dabei um etwas komplett Unwirkliches handelt (7.21). Die Souveränität Gottes beinhaltet, dass er einer Seele das Recht für Unwissenheit zugesteht. Wenn man sich auf die religiösen Gefühle stützen würde, könnte man sich unter Umständen für sehr fortgeschritten halten, obwohl man eigentlich an einer Sicherheits-Stütze sich festhält.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So führen die spirituellen Gefühle viele Gläubige aufs Glatteis, weil sie diese falsch interpretieren. Auch negative konzeptionelle Inhalte können starke Gefühle hervorrufen. Ein Beispiel dafür sind Zusammenkünfte der Neonazis. Diese werten ihre intensiven Gefühle durchaus auch als religiös, ist für sie doch der Faschismus ein Religionsersatz.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es lohnt sich also, die eigenen religiösen Gefühle kritisch zu beurteilen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lieber Krishna&lt;br /&gt;Ich weile gerne bei Deinem Namen. Der Gedanke an Dich erfüllt das Herz mit einer zärtlichen Freude und Rührung. Die Seele ist wie verliebt im ersten Taumel der Liebe: und wirklich hat ihr Zustand mit jener "ersten Liebe" das gemeinsam, dass sie viel mehr SICH in dem von ihr geliebten Wesen geniesst als dieses Wesen selbst und es um seiner selbst willen liebt und sucht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;...eben hier, wo ich nun einmal bin......&lt;br /&gt;Aber Stufen lassen sich auch in der Entwicklung meiner Beziehung zu Dir nicht überspringen.&lt;br /&gt;Aber bitte verstehe mich, mein Herz muss nun am Anfang von dieser geradezu trunkenmachenden Seligkeit zu Dir erfüllt und überströmt werden, denn zu sehr hänge ich an mir selber und an allem, was mir von der Welt schmeichelt, dass es nur so von dort weg zu Dir hin gelockt werden kann.&lt;br /&gt;Hat es bislang am Irdischen sein fast ausschliessliches Gefallen gefunden und sich daran berauscht, so erfährt es jetzt, dass es ganz konkret transzendentale Lieblichkeit gibt, die mich die Erfahrungswelt von meinem bisher Bekannten tatsächlich vergessen lassen. Ich darf mich nun in den religiösen Gefühlen laben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit einem liebenswürdigen Lächeln magst Du auf diesen ersten Eifer einer noch sehr unerleuchteten und süchtigen "Liebe" herabschauen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Du siehst nun aber in meinem Inneren doch eine neue Bereitschaft schlummern.&lt;br /&gt;Du kannst mich weiter führen, indem Du mir langsam jenes fühlbare Glück, jene "gefühlsmässige Seligkeit" wieder entziehst. Ich bin noch immer vorwiegend bei Dir wegen der mich-selber-beglückenden Gabe.&lt;br /&gt;Nur schon durch das selbstisch motivierte Zusammensein mit Dir übt das, was ich für Dich aufgegeben habe in dieser vergänglichen Welt, nicht mehr die vorherige Anziehungskraft und Faszination auf mich aus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So wird meine japa, das leise Schreien nach Dir, nicht mehr so beglückend und berauschend, es wird mir sogar mühsam und trocken erscheinen.&lt;br /&gt;Manchmal beginne ich nun zu denken, dass diese "Gefühlslosigkeit" eine Strafe ist von Dir, da ich doch immer wieder gierig am Irdischen genascht habe...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dann jedoch erkenne ich wieder, dass ich auch in der Treue zu Dir das Entwöhnen vom Gefühlhaften brauche, Du schenkst es mir, denn es ist das wirkliche Abtrennen von dieser Welt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Oft kehrt dieses scheinbare Glück aber rasch wieder zurück, und mir scheint es, als ob Du Sorge hättest, diese noch so schwache Seele möge Dir wieder entgleiten, weil ihr Deine neue Art der Führung zu hart sei.&lt;br /&gt;Doch dann werden die Zeiten der Dürre länger; sie können sich auf Wochen, Monate oder sogar noch länger erstrecken.&lt;br /&gt;Ich kann es aber ertragen aufgrund Deiner so wunderbar klugen und vorsichtigen Erziehung und der Hoffnung nach Deinem Darshan.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bisweilen zeigt sich die freudige Glückseligkeit in mir wieder, aber sie hat schon ihren Charakter verändert. Ich möchte nun lernen, nicht mehr nach rein Fühlbarem für mich zu fragen und gar darum zu bitten, sondern ich wünsche, dass meine rati (heilige Zuneigung) zu Dir nicht einfach eine verhüllte Form der Liebe zu mir selbst ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Irgendwann einmal will ich wirklich danach fragen, was Dir gefällt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und selbst wenn Du mich dann in meiner "Wüste" im sadhana belassen möchtest, so möchte ich es einmal hinnehmen lernen, Dir dafür danken und vielleicht sogar einmal Dich darum bitten, mir nicht mehr mentale Tröstungen zu schenken, sondern Dich selbst statt der früher so geschätzten Gaben und Früchte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lange Zeit wollte ich nur haben und nichts geben, hielt meinen Blick starr gerichtet auf Deine "Geschenke". Ich habe nie aufgeschaut zu Deinem unsäglich liebenswürdigen Antlitz, das sich mir anbot.&lt;br /&gt;Du hast nur einmal die Hand zurückgezogen, damit ich aufschaue. Vielleicht war ich ein wenig erstaunt zuerst, fast erschrocken, dass die Hand mit der Gabe nicht mehr da ist, dann aber tief beglückt, weil ich etwas so unbeschreiblich viel Schöneres und Gütigeres sehen darf....&lt;br /&gt;Nun schaue ich nicht wieder auf die Hand zurück, auch wenn diese wieder gibt. Ich bleibe bei Deinem Darshan.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;na dhanam na janam na sundarim....(Gauranga Mahaprabhu)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;O allmächtiger Herr, ich trachte weder nach Reichtum, noch begehre ich das schöne in der Welt, noch ersehne ich eine grosse Anzahl von Anhängern (die mir das Gefühl der Anerkennung schenken-als Bestätigung für mein Ego).&lt;br /&gt;Ich wünsche mir nichts anderes, als Dir grundlos und voller Hingabe - Geburt für Geburt - dienen zu dürfen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6498584304148876362-6528968983527635347?l=jayaradhesyam.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/feeds/6528968983527635347/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=6498584304148876362&amp;postID=6528968983527635347' title='4 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/6528968983527635347'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/6528968983527635347'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/2010/12/religiose-gefuhle.html' title='Religiöse Gefühle'/><author><name>Radhe</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05058813935437230347</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='27' src='http://2.bp.blogspot.com/_rnDcQvodD40/SX3HECimfdI/AAAAAAAAAAc/UCNm1sbS9ME/S220/schweiz.jpg'/></author><thr:total>4</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6498584304148876362.post-858563057458633127</id><published>2010-12-07T22:37:00.001+01:00</published><updated>2010-12-07T22:38:11.927+01:00</updated><title type='text'>Halbwertszeit von Glück</title><content type='html'>Eigentlich, so könnte man meinen, hätte Eva doch wunschlos glücklich sein müssen. Immerhin lebte sie ja im Paradies! Sie hatte stets hinreichend zu essen und zu trinken und brauchte vor nichts Angst zu haben. Sie musste weder arbeiten noch sich Sorgen um Altersvorsorge machen. Warum setzte sie all diese Annehmlichkeiten aufs Spiel – bloss um in den Genuss dieser einen verbotenen Frucht zu kommen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Drang nach einer Steigerung unserer Existenz ist neben dem Streben nach Existenzsicherung das zweite Meta-Bedürfnis. &lt;br /&gt;Da die Seele ins Unbegrenzte hineinwachsen möchte und die Beziehung zu Krishna von Grenzenlosigkeit als Grundlage gezeichnet ist, ist es für sie eine widernatürliche Situation, in der Begrenztheit der Materie zu existieren. So ist es nachzuvollziehen, dass die Seele dieses Manko durch grenzenlose innerweltliche Vielfalt zu kompensieren sucht und deshalb die Unruhe zur Grunderfahrung der materiellen Welt zählt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Existenzsicherung meint nicht nur die Sicherung des biologischen Seins, sondern auch der Güter und Beziehungen, die sich darum herum gruppiert haben. Die Folge davon ist die Erfahrung von Angst und Sorge, da man die Dinge und Beziehungen erhalten möchte, sie aber alle notwendigerweise durch die Kraft der Zeit vergehen.&lt;br /&gt;Aber selbst nachdem man im Sicherungsbemühen vorläufig erfolgreich war, so ist eine gesicherte Existenz noch lange keine erfüllte Existenz. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Stellen sie sich vor, ihr jetziges Leben würde genau in diesem Moment „eingefroren“. Sie und alle, die sie kennen, würden ewig so leben. All die Lebensumstände würden in Ewigkeit exakt so bleiben. Man bräuchte nie wieder eine Angst davor zu haben, irgendetwas zu verlieren – das Leben, die Liebe, die Freunde, die Besitztümer… Alles, was einem jetzt als wertvoll erscheint, würde für alle Zeit erhalten bleiben. Aber es würde auch nichts Neues dazukommen. Jeder Tag, den man erleben würde, wäre eine ewige Wiederkehr des Gleichen, ohne Verluste, ohne Gewinne, ohne Auf und Ab. Wäre man dauerhaft glücklich in einer solchen Welt ewiger Sicherheit?&lt;br /&gt;Warum nicht? Weil Glück notwendigerweise mit einer Erweiterung, einer Steigerung verbunden ist. &lt;br /&gt;Als Eva nach dem Apfel griff, tat sie das Vernünftigste, was sie unter den gegebenen Umständen hätte tun können. Sie nutzte die Chance, über sich selbst hinauszuwachsen. Diese Chance war jedes Risiko wert, auch das Risiko, sämtliche Annehmlichkeiten des Paradieses zu verlieren. &lt;br /&gt;Die Schriftstellerin Esther Vilar hat in ihrem Buch „Die Schrecken des Paradieses – wie lebenswert wäre das ewige Leben?“ geschrieben: „Auf Dauer wäre ein ewiges Leben einfach unerträglich. Es würde nicht lange dauern und wir würden den allmächtigen Schöpfer auf Knien darum bitten, uns endlich sterben zu lassen. Um auf diese Weise der schrecklichen Monotonie des Paradieses zu entgehen.“&lt;br /&gt;Nichts ist schwerer zu ertragen als eine Reihe von guten Tagen. Sigmund Freud stellte fest, dass jede „Fortdauer einer vom Lustprinzip ersehnten Situation, letztlich ein Unbehagen erzeugt. Wir sind so eingerichtet, dass wir nur den Kontrast intensiv geniessen können, den Zustand allerdings nur sehr wenig.“ (Sigmund Freuds „Das Unbehagen in der Kultur“).&lt;br /&gt;In dem Masse, indem man das Objekt der Freude als selbstverständlich verfügbar begreift, verliert die Beziehung zu diesem Objekt an Ekstase. Das heisst nicht, dass man den Lebenspartner, den Arbeitsplatz, sein Haus oder die Besitztümer nicht mehr wertschätzen könnte, aber sie versetzen einen nicht mehr in den Rauschzustand, den man zur Zeit der Eroberung verspürte. In der materiellen Welt verblasst alles allmählich unter dem Gesetz der Sättigung.&lt;br /&gt;Glück in dieser Welt kann man nicht in Einmachgläser abfüllen, um es über längere Zeit zu konservieren. Glück besitzt eine äusserst kurze Halbwertszeit. &lt;br /&gt;Das erklärt auch, warum man in der Welt wieder in Umstände hineingehen muss, die einen da wieder herauskatapultieren. &lt;br /&gt;In diesem Zusammenhang sind Bücher zu verstehen wie Paul Watzlawicks „Anleitung zum Unglücklichsein“. &lt;br /&gt;Das grundlegende Problem des modernen Glücksuchers lautet: Wie kann man Wachstumsprozesse (Glück) erleben, wenn man im Grunde doch schon alles besitzt, was man zum Leben benötigt? Was tut man in jenen Momenten, in denen sich einfach keine weiteren Wachstumsmöglichkeiten mehr erschliessen? &lt;br /&gt;Dann sinkt man einfach auf ein niedrigeres Erlebnisniveau zurück, um so die Gelegenheit zu haben, von dort aus noch einmal lustvoll wachsen zu können. Man erzeugt Disonanzen, um sich danach wieder in der Harmonie baden zu können. Man schaut spannungsgeladene Filme (im Horrorfilm bezahlt man sogar Eintritt für die Erfahrung der Angst), man fastet und erlebt Glück durch Unglück. &lt;br /&gt;Offensichtlich bereitet man sich lieber selbst Schmerzen, als das schreckliche Gefühl der Stagnation ertragen zu müssen. Vielleicht ist die Depression deshalb zur Volkskrankheit der Industrienationen geworden, weil wir unter gesicherten, weithin geregelten Lebensabläufen nicht mehr genügend Kontrasterfahrungen erleben. &lt;br /&gt;So versucht man sich künstlich wieder Bedeutung im Alltagsleben zu verschaffen zum Beispiel im Sport, wo freiwillig Anstrengungen auf sich genommen werden und man an Grenzerfahrungen hingelangt. Man arbeitet fünf Tage in der Woche und geniesst dann das Wochenende. Im Fussball zelebriert man eine ritualisierte Form des Krieges mit glanzvollen Siegen und vernichtenden Niederlagen. Und man erlebt Abenteuer in Form von  Filmen, Romanen und Berichten aus der Presse und liest von den aussergewöhnlichen Geschehnissen in der Welt in den Zeitungen. In diesen künstlichen Kontrasterfahrungen zum eigenen Alltagsleben versorgt man sich mit dem Stimuli, weil das Verständnis von Glück, dem man sich angehängt hat, davon ausgeht, dass etwas zu geschehen hat. Von daher kommt das englische Wort happiness (to happen – sich ereignen, geschehen).&lt;br /&gt;Im Yoga wird Glück nicht als die Kontrasterfahrung zu Leid verstanden, sondern als ein tiefer Zustand der Seele. Weil in der Seele die Beziehung zum Unbegrenzten, zu Sri Krishna, inhärent angelegt ist, benötigt es zum Glück keinerlei äussere Umstände. Da man als ewige Seele gänzlich verschieden geartet ist als alles Weltliche, kann Freude nicht von dort her erzeugt werden – genauso wenig wie ein Mensch angenehm satt würde, wenn sein Hemd gerade in eine Schale feinster Vanille-Creme eingetaucht wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Selbst äussere Extremsituationen wie Tod oder Totalverlust vermögen über diese konstante sich steigernde Freude, die die Seele in Verbindung mit ihrer Heimat – Sri Krishna – erfährt,  einen Schatten zu legen. &lt;br /&gt;Dann berührt man einen Strom ununterbrochener stillen Freude, der kontinuierlich erfahren wird und der nicht mehr abhängig ist von den Umständen im Aussen. &lt;br /&gt;Solange man diesen Zuständen noch Wert zuspricht, wird innere Tiefe verunmöglicht, da es eine Projektion ins Aussen wäre.&lt;br /&gt;Die Seele ist nie verschmolzen mit all den erlebten Zuständen in der Welt der Gedanken und Emotionen und den Erlebnisse, die diese durchlaufen. Der innere Weg lehrt Abstand zu bewahren von der Welt der vorbeiziehenden Formen und Zustände.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dann ist es wirklich gleichgültig, ob der Augenblick begeisternd oder schnöde ist, ob klein oder gross, ob einfach oder spektakulär, ob er viel Wirkung zeigt in der Welt oder bescheiden bei sich bleibt, ob er freudvoll oder schmerzvoll ist. &lt;br /&gt;Bei Krishna ist die kleinste aufrichtige Zuwendung zu ihm niemals unvergessen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da sich dieses Glück nicht auf eine vergängliche Welt hinbezieht, sondern auf die ewige Substanz, braucht es darin auch nicht die Kontrasterfahrung. Es sättigt sich nie. &lt;br /&gt;In den Jenseitsvorstellungen projizieren viele Menschen heute einfach die diesseitige weltliche menschliche Erfahrung auf die Ewigkeit und müssen so natürlicherweise zur Schlussfolgerung der oben zitierten Esther Vilar gelangen – dass man dann irgendwann alles abgegrast hat und Gott innigst um das Geschenk der endgültigen Auslöschung anfleht. &lt;br /&gt;Freude im Austausch mit dem Ewigen, mit Krishna, trägt die Erfahrung der Grenzenlosigkeit in sich und man braucht nicht wieder ein wenig materielles Leid dazwischen, um es dann wieder schätzen zu können. Es ist ein Erleben jenseits der weltlichen Polarität.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6498584304148876362-858563057458633127?l=jayaradhesyam.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/feeds/858563057458633127/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=6498584304148876362&amp;postID=858563057458633127' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/858563057458633127'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/858563057458633127'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/2010/12/halbwertszeit-von-gluck.html' title='Halbwertszeit von Glück'/><author><name>Radhe</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05058813935437230347</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='27' src='http://2.bp.blogspot.com/_rnDcQvodD40/SX3HECimfdI/AAAAAAAAAAc/UCNm1sbS9ME/S220/schweiz.jpg'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6498584304148876362.post-6353661766539670601</id><published>2010-03-03T12:06:00.002+01:00</published><updated>2010-03-03T12:11:12.110+01:00</updated><title type='text'>Drei Kriterien der Unterscheidung einer religiösen Tradition</title><content type='html'>In unserer modernen Welt haben die religiösen ‚Wahrheiten‘ inzwischen Bescheidenheit und Kränkung ertragen gelernt, dass sie auf offenem Markte als bloße ‚Meinungen‘ oder ‚Gesinnungen‘ gehandelt werden. Eine päpstliche Enzyklika konkurriert mit den Do-it-yourself-Lebenshilfen und die Bibel mit esoterischen Schriften. Wir leben in einem Zeitalter eines säkularisierten Polytheismus. In der pluralistischen Gesellschaft gibt es unzählige Gottesvorstellungen, viele Wertorientierungen, eine Vielzahl von religiösen und halb-religiösen Sinnbestimmungen  - alle nebeneinander. Der eine Gott, der einst den geistigen Zusammenhang der abendländischen Gesellschaft verbürgte, ist zersprungen in die vielen kleinen Hausgötter. Religion wurde privatisiert. Die großen Kirchen leeren sich, aber das Angebot für den religiösen Hobbykeller wächst. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das verwirrt viele Menschen und diese Pluralität von verschiedensten Wegen, die sich zudem noch als die „besten“ und manchmal sogar „einzigen“ proklamieren, schafft eine solch zerrissene Situation, dass viele Menschen der religiösen Gleichgültigkeit den Vorzug geben. &lt;br /&gt;Was sind nun die Orientierungspunkte in diesem Ekklektrizismus, wo letztlich jeder einfach seine eigene Religion zusammenbastelt? &lt;br /&gt;Der Anfang eines inneren Weges ist Viveka, die Unterscheidung zwischen Wirklichkeit und Unwirklichkeit, die Unterscheidungskraft an sich. Doch was sind die Kriterien dafür?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wesentliche Unterscheidungsmerkmale sind da die Eschatologie und die Analyse der Grundmotivationen, sowie auch die Betrachtung, ob eine Religion brennend oder erkaltet ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch nun zum ersten Unterscheidungskriterium:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wesentlicher als die Details der einzelnen Praxis (wie was für Mantras man chantet oder ob das Gotteshaus nun Tempel oder Moschee heisst) , tiefer gehender als das „WAS“, was man genau tut, verehrt oder anbetet, ist immer die eschatologische Frage, was denn LETZTENDLICH angestrebt wird. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Das „Was“ – die eschatologische Frage&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erfahrung von Friede&lt;br /&gt;(advaita)&lt;br /&gt;Einheitsmystik &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erfahrung von Liebe&lt;br /&gt;(dvaita)&lt;br /&gt;Liebesmystik&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wohin mündet die Praxis letztlich hin? Was ist das, was ich wirklich will? Was ist das, was der Natur der Seele entspricht.?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das nächste grundlegende Unterscheidungsmerkmal: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Das „Wie“ – die Frage nach der Grundmotivation&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man mag die gleiche Religion praktizieren, die gleichen Rituale und Sadhana, doch was entscheidet, ist letztlich die innerste Motivation. &lt;br /&gt;Diese Analyse durchzieht alle konfessionellen Ansätze dieser Welt. Darin spielt es also überhaupt keine Rolle, ob man seine innere Praxis als christlich, buddhistisch oder hinduistisch bezeichnet. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die spirituelle Praxis hängt ab von der Grundmotivation, vom „wie ich mich als Seele in dieser Welt platziere“. Und diese Urausrichtung ist unabhängig von konfessionellem Credo, unabhängig von Ritualen und unabhängig von visuellen Unterschieden In der Bhagavad Gita werden verschiedene Grundmotivationen für die spirituelle Praxis zusammenfassend als Karma, Jnana und Bhakti beschrieben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Karma: Das Ziel ist innerweltlich – wie zum Beispiel Gesundheit und Friede auf dem Planeten, bis hin zu einem angenehmen Leben in dieser Welt oder in höheren Lichtwelten. Es geht um das Gelingen persönlicher Anliegen und Wünsche.&lt;br /&gt;Man kann auch Gott dafür instrumentalisieren und ihn darum bitten.&lt;br /&gt;Die Grundmotivation darin ist, etwas zu bekommen, zu erhalten… und man glaubt, Zufriedenheit existiere im Erfüllen seiner Wünsche. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jnana: Das Ziel ist die Auflösung all dessen, was man innerhalb der Welt findet. Denn auch das Angenehmste geht vorbei und ist somit leidverursachend. Der Ansatz des Jnana ist die radikale Verneinung sämtlicher vorbeiziehender Phänomene, also auch der schönen. Man verneint auch Persönlichkeit, Form und sämtliche Dualität dieser Welt, somit auch die Liebe.&lt;br /&gt;Die Grundmotivation darin ist, von etwas bewahrt zu werden… und man glaubt, Zufriedenheit existiere im Aufgeben seiner Wünsche. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bhakti: Das Ziel ist die liebende Gottesbeziehung, wobei die Liebe dann natürlicherweise auch dahin fliesst, was mit ihm in Verbindung steht – und das ist auch die gesamte Schöpfung. Transzendieren der materiellen Welt und ihrer Umstände (mit Gott in Verbindung zu setzen) ist etwas anderes als das Negieren (die Grundmentalität des Jnana).&lt;br /&gt;Man instrumentalisiert Gott aber nicht für persönliche Wunscherfüllung (karma) oder für das Bewahren vor Leiden (jnana), sondern will lernen, die Absicht Gottes selber zu ergründen und sich für diese zur Verfügung zu stellen. Die Freude in Bhakti rührt nicht aus der persönlichen Wunscherfüllung her, sondern in der Harmonie mit Gott.&lt;br /&gt;Die Liebe schafft eine Einheit zwischen Gott (und seiner gesamten Schöpfung) und dem Lebewesen, die Individualität beibehält.&lt;br /&gt;Die Grundmotivation darin ist, nicht etwas zu erhalten und von etwas bewahrt zu werden, sondern sich einzig und allein für Gottes Wünsche zur Verfügung zu stellen.  und Zufriedenheit existiert im Harmonieren mit seinen Wünschen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Folgende ist eine kleine Analyse von Grundmotivationen… angefangen der niedrigsten bis hin zu höheren:   &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bhaya – Zuwendung zum Heiligen, zu Gott aus Angst (vor der Konsequenz der Unterlassung, oder vor seiner Strafe, vor seiner Grösse und Macht)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;↓&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Asha – Zuwendung zu Gott aus materieller Ambition heraus, weil man etwas will (Friede,Gelingen von Vorhaben, Gesundheit, angenehmes Eingerichtet-sein im Zeitweiligen, Sorgenfreiheit, einen ruhigen Geist….)&lt;br /&gt;↓&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;dharma – Zuwendung zu Gott aus einem Pflichtgefühl heraus (religiöser Alltag, &lt;br /&gt;  Regelmässigkeit, Gewohnheit, weil es die ewige Aufgabe des ewigen Lebewesens ist)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;↓&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;raga – Zuwendung zu Gott aus Anziehung und Zuneigung heraus, Faszination ohne das Inbetrachtziehen von persönlichem Gewinn oder Verlust.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein weiteres wesentliches Unterscheidungsmerkmal von einem inneren Weg ist, ob er brennend oder erkaltet ist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Brennende und erkaltete Religion&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;  Was wird unter einer brennenden Religion verstanden?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Eine ‚brennende ‘ Religion ist die, die jenseits-orientiert ist und auf eine Erlösung nicht von der Welt, aber von der Identifizierung mit der Welt, setzt. Sri Krishna spricht in der Bhagavad Gita von der Heilung der unnatürlichen Situation, einen materiellen Körper zu besitzen (8.5 – muktva kalevaram „Befreiung vom Körper“ 5.23 – völlige  Befreiung vom Körper). Die Religion zeigt sich zwar in dieser Welt, erklärt aber von sich selbst, dass sie nicht von dieser Welt ist und nicht als Heilmittel für ein besseres innerweltliches Leben gedacht ist. Für die ‚brennende Religion‘ bedeutet In-der-Welt-Sein nichts anderes als „in-der-falschen-Veranstaltung-sein.“ Darum ist das Herzstück einer ‚brennenden‘ Religion: Heimkehr, Rückkehr in die ewige Welt, Liebe zu einem Gott, der sich nicht primär als Schöpfer, Erhalter und Auflöser materieller Welten versteht, sondern transzendent-bezogen. &lt;br /&gt;Die Bhagavad gita spricht davon, dass Gott mehr ist als die kosmische Manifestation (9.5). &lt;br /&gt;Auch das Christentum war über lange Zeit eine solche ‚brennende‘ Religion. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn das diesseitige Hier nur als Provisorium, als Transitraum verstanden wird, dann ändert sich auch das Gesamtverständnis, wie man die gesamte Welt versteht. &lt;br /&gt;Eine typische Grundhaltung für den religiösen Transitraum enthält zum Beispiel die Bergpredigt, wo die Heimkehr zum Königreich Gottes mehr gewichtet wird und in der Prioritätenliste höher steht als alle innerweltlichen Bemühungen um Sicherheit und Erhalt. In einer Welt, die von Selbstbehauptungskämpfen bestimmt ist, hat man aus weltlicher Perspektive mit der Bergpredigt auf Dauer keine Überlebenschancen. Aber darauf kommt es einer ‚brennenden‘ Religion auch gar nicht an. Ein ‚brennende‘ Religion ist in ihrem Selbstverständnis keine Einrichtung zur Stabilisierung irgendwelcher gesellschaftlicher Ordnungen: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jesus lehrt nicht innerweltliches Einrichten, sondern aus ihm sprüht die brennende Religion: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Als sie des Weges weiter zogen, sagte einer zu ihm: „Ich will dir folgen, wohin du auch gehst.“ Da sprach Jesus zu ihm: „Die Füchse haben Höhlen und die Vögel des Himmels Nester; der Menschensohn aber hat nicht, wohin er sein Haupt legen kann“. &lt;br /&gt;Er sprach aber zu einem anderen: „Folge mir nach!“ Jener aber sprach: „Erlaube mir, zuerst hinzugehen und meinen Vater zu begraben.“ Er aber antwortete ihm: „Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh und verkünde das Reich Gottes.“ &lt;br /&gt;Und ein anderer sagte: „Ich will dir nachfolgen, Herr; doch erlaube mir zuvor, von meinen Hausgenossen Abschied zu nehmen“. Jesus aber sprach: „Wer seine Hand an den Pflug legt und zurückblickt, ist nicht tauglich für das Reich Gottes.“ (Lukasevangelium, Kapitel 9)&lt;br /&gt;Das alltägliche Lebensgefühl ist in der Regel nicht von dieser Dringlichkeit gezeichnet. Brennende Religion relativiert den ganzen Erlebnisbereich. Die eigenen Gefühle und emotionale Wahrnehmungen werden einem fremd  - als ob sie ein anderer empfände und als ob man selber beziehungslos in der Welt umher treiben würde. &lt;br /&gt;Wenn sich der Mensch von allem löst, auch von seiner bisherigen Identifikationsrolle (das was man als sein Selbst betrachtet hatte), wird man diese wie ein fremdes Objekt betrachten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man wohnt dem, was einem zustösst, aus der Ferne, abgelöst von der provisorischen Ich-Rolle, bei, und lächelt leichthin über die Dinge, die einem im Leben widerfahren. Man ist Zuschauer des Lebens ohne sich zu gewaltig in dieses einzumischen. &lt;br /&gt;Das ist die Erfahrung des Unzuhause, der Unheimlichkeit („kein Heim zu haben“). &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Krishna sagt in der Bhagavad Gita (12.19)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;aniketah sthira matir&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Derjenige, der sich nicht um eine Wohnstätte kümmert, der im Zeitweiligen kein Heimatsgefühl hat, ist mir sehr lieb.“ &lt;br /&gt;Das Wort, das Krishna da gebraucht ist aniketa. Mit Niketan ist ein Wohnort gemeint, aber kein gewöhnlicher, sondern ein spiritueller! Viele Ashrams in den Himalayas heissen "santi-Niketan“, Ort des Friedens. &lt;br /&gt;Krishna meint also, es im Gottesbezug nicht um ein friedliches Einbetten geht. Er will nicht, dass man sich mit ihm in einer Scheingewissheit wähnt, die die Suche nach dem wirklichen Gott blockieren würde. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Krishna drängt einen immer weiter. Wohin weiss nur er.&lt;br /&gt;Im Bhagavatam (11.9.14) heisst es:&lt;br /&gt;“Eine Person, welche es ernst meint mit Transzendenz, soll alleine Leben und einfach durch die Umstände der Welt hindurchwandern ohne feste Residenz. Er ist wachsam, bleibt verborgen und handelt auf eine Weise, dass er von anderen gar nicht erkannt und beachtet wird. So lebt er unabhängig und spricht keine unnötigen Worte.“&lt;br /&gt;„Ich selber bin seine Heimat. Er hat sein Heim in mir.“ (Bhagavad Gita 9.18)„&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor der Begegnung mit dem Selbst kommt die Begegnung mit dem inneren Loch. &lt;br /&gt;Es ist ein Loch des Mangels ausgelöst durch lebenslanges Ausfliessen in die äussere Welt. &lt;br /&gt;Diese Seinswunde ist es, die nach Aufmerksamkeit verlangt. &lt;br /&gt;Gewöhnliche Menschen haben ein Leben dafür gegeben, dieses Loch zu füllen. Dazu ist die Aussenwelt da.  &lt;br /&gt;Und so will man das Loch füllen mit Beziehungen, mit Besitz, mit Dingen des Vergänglichen, mit Eindrücken und Erlebnissen, Erfahrungen und Ablenkungen aller Art, Beziehungen im Zeitweiligen. Man benützt Menschen, welche gar nicht die Aufgabe haben, meine eigenen Löcher zu füllen.&lt;br /&gt;Bis wir nach langer Zeit der Lernunwilligkeit feststellen müssen, dass dieses Loch nicht füllbar ist. &lt;br /&gt;Das „ich“ ist ein unfüllbares Loch. Dies anzuerkennen ist entweder eine Katastrophe oder eine Heilung – je nachdem in welchem Reifezustand man sich befindet. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man bleibt einfach bei ihm sitzen, tritt ihm näher, bewusst und heilsam. Bis man bereit ist, für den Fall. Und da merkt man, dass man wirklich aufgehoben ist von Sri Krishna. &lt;br /&gt;Erst wenn man andere Menschen und auch Gott nicht mehr gebraucht, Löcher zu füllen, wird man entdecken, was Freundschaft sein kann, was Gottesliebe wirklich bedeutet.&lt;br /&gt;Begegnung mit dieser Leere, mit diesem Loch ist Erwachsenwerden. Man hat sich gelöst von der infantilen Vorstellung, das Loch könne gefüllt werden. Liebe ist eine Situation, die aus Erfüllung entsteht, nicht aus Mangel. Man lernt, dass man ganz alleine ist und erkennt vollständig die Konsequenzen, was Alleinsein wirklich bedeutet. Erst dann eröffnet sich Liebe. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dann kann man wirklich sadhusanga haben und man missbraucht spirituelle Gemeinschaft nicht, um eigentlich zu sozialisieren oder eben Löcher zu stopfen..&lt;br /&gt;So fühlt sich „brennende" Religion an: ungefilterte Ergriffenheit statt lauer Behaglichkeit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erkaltete Religion&lt;br /&gt;Mit dieser ‚heißen‘ Ekstatik der etablierten Religionen ist es ziemlich vorbei. Aus ihnen ist weitgehend das kalte Projekt der Zivilreligion geworden. Sie sollen piritueller Flankenschutz geben bei der Bewältigung innerweltlicher Probleme, vor allem Moral, Schicksal und Sinn betreffend. Sie wird Begleitung an Momenten, wo alles zusammenfällt wie beim Tod. Die ‚kalte‘ Religion kommt ohne ernsthafte Transzendenz aus. Sie ist immanent gerichtet, pragmatisch, karitativ, rhetorisch. Die Glaubenswelt ist so weit psychologisiert und soziologisiert, dass daraus ein Gemisch wird aus Sozialethik, institutionellem Machtdenken, Psychotherapie, Meditationstechnik, Museumsdienst, Kulturmanagement, Sozialarbeit. Hoffnungen auf Erlösung haben sich, wo es sie noch gibt, von der letztendlichen Ebene auf die Befreiung von Krankheit und Schwierigkeiten verlagert. Reine Gottesliebe, ohne das Fragen nach Eigennutzen, ist in er erkalteten Religion einfach nicht das wesentliche Thema, welches einen beschäftigt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Veräusserlichung, Psychologisierung, Therapeutisierung, Medizinisierung des Gottesbezuges gehört zur Geschichte der Abkühlung der Religion.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;‚Kalte‘ Religionen sind solche, die sich auf das Gesellschaftsdienliche herunterkühlen lassen. Mit einem Wort: die von dieser Welt und allein für diese Welt sein wollen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anders die ‚heiße‘ Religion: Ihre Wahrheit will das Ganze des Lebens erfassen und verwandeln; hier gibt es keine Trennung der Wertsphären des Privaten und Heiligen. Ihr geht es ums Ganze und sie greift nach dem ganzen Menschen. Sie will ihn von dieser Welt herauslösen. &lt;br /&gt; Die offiziellen spirituellen Traditionen sind in der Regel von „brennenden“ zu ‚erkalteten‘ Religionsprojekten geworden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Verwechslung&lt;br /&gt;Zur Zeit der Taliban-Herrschaft in Afghanistan berichtete ein deutscher Journalist von dem Gespräch mit dem „Außenminister“ der Taliban, der auf die Frage, weshalb das Regime keine Anstrengungen unternehme, das zerstörte Land wieder aufzubauen, mit einem Gleichnis antwortete. „Wenn Sie“, sagte er, „bei einem Rückflug nach Deutschland in einem unwirtlichen Land abstürzen, aber überleben und die Gewissheit haben, dass Sie in absehbarer Zeit zurückgeholt werden – dann würden Sie doch auch nicht damit anfangen, an dem Absturzort etwas aufzubauen.“ Das, so sagte der Außenminister, sei die Lage der Taliban: Sie würden bald ins Himmelreich eingehen. Es lohne nicht, an diesem hiesigen Elend noch etwas zu ändern. Das ist exakt jenes Transitraum- und Warteraumbewusstsein, welches man doch aus der brennenden Religiosität kennt. Oberflächlich betrachtet sieht es ähnlich aus wie brennende Religion – ist aber die barbarische Seite der brennenden Religion, die völlige Verdrehung der Entschlossenheit zur Transzendenz.&lt;br /&gt;Wie lässt sich religiöse Erfahrung definieren? Vielleicht als das durch Rituale, Institutionen, Symbole stabilisierte Gefühl der Zugehörigkeit zu einem übergreifenden und tragenden Sinnzusammenhang; als eine authentische Beziehungserfahrung, Kontingenzbewältigung, Lebensorientierung. Man will in einem seelisch-geistigen Sinne zu Hause sein. Dieses Verlangen nach umfassender Sinnerfüllung ist wahrscheinlich grundlegend. Es kann unterschiedlich befriedigt werden. Und dieses Verlangen nach Sinn und Zugehörigkeit kann auch auf sehr ungöttliche Weise befriedigt werden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Religionen können pervertieren – man spricht dann von ‚Ersatzreligionen‘ oder Ideologien. Der Nationalsozialismus war auch eine solche Ersatzreligion, ein aus religiösen Motiven gespeister Aufstand gegen die Zumutung einer säkularisierten, pluralistischen Moderne. Carl Friedrich von Weizsäcker schrieb kurz nach dem Ende der Naziherrschaft: „Der Nationalsozialismus war eine Religion. Glaubenssehnsucht, die die Kirche nicht mehr erfüllte, Glaubenskraft, die die Kirche nicht mehr band, sind in ihn eingeflossen.“ &lt;br /&gt;Wenn man die potenzielle Schattenseite der brennenden Religion nicht genau beleuchtet, ist es höchstwahrscheinlich, dass man in deren Einflussbereich ist. &lt;br /&gt;Die pathologische Form der Heimatlosigkeit ist das krankhafte Loslösen, einfach weil es nicht mehr auszuhalten ist. Versöhnung mit den Umständen und die Zufriedenheit in ihnen ist die Voraussetzung für deren Überwindung. &lt;br /&gt;Heimatlosigkeit ist nicht gleichzusetzen mit innerweltlicher Gleichgültigkeit. Viele wollen dieses eschatologische Gefühl vermeiden und dies führt zu krampfhaften Versuchen, Halt zu finden im Gehäuse einer Weltanschauung, Religion, Menschengruppe oder einer Beziehung. &lt;br /&gt;Nach-Gedanke&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In unserer Zeit, wo sich die Orientierung vom Monopol der Kirche abgetrennt hat und jeder seine eigene Patchwork-Version der Religion kreiert,  sind diese drei Unterscheidungsmerkmale sehr wesentlich. Und die Betrachtung derer legt ein Grundfundament des inneren Weges.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6498584304148876362-6353661766539670601?l=jayaradhesyam.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/feeds/6353661766539670601/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=6498584304148876362&amp;postID=6353661766539670601' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/6353661766539670601'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/6353661766539670601'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/2010/03/drei-kriterien-der-unterscheidung-einer.html' title='Drei Kriterien der Unterscheidung einer religiösen Tradition'/><author><name>Radhe</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05058813935437230347</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='27' src='http://2.bp.blogspot.com/_rnDcQvodD40/SX3HECimfdI/AAAAAAAAAAc/UCNm1sbS9ME/S220/schweiz.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6498584304148876362.post-6335422212849857153</id><published>2010-01-28T14:34:00.002+01:00</published><updated>2010-01-28T14:36:24.200+01:00</updated><title type='text'>eine Geschichte.....</title><content type='html'>Stellen wir uns vor, es hätte einmal vor langer Zeit eine Religion gegeben, die „das Gute“ hiess. Ihre Anhänger nannten sich „die Guten“ und der Stifter dieser Religion wurde als „der Beste“ verehrt. Es war eine Religion für alle, die niemanden ausschloss und Liebe zum Ursprung und allen Mitgeschöpfen lehrte. &lt;br /&gt;Am Anfang war – wie in jeder Liebe – alles leicht. Jeder, der von dieser Religion erfuhr, empfand das innere Angerührtsein, die Berührung des Herzens und fühlte von innen her die Inspiration, sich auch dem Guten zuzuwenden, ein Guter zu werden. Wer will schon nicht gut sein? Wer glaubt nicht, dass er gut ist und wer glaubt nicht an das Gute? Jedenfalls niemand, der einigermassen normal ist. &lt;br /&gt;Daraus folgte, dass mit denen, die aus unerfindlichen Gründen nicht zu den Guten gehören wollten, etwas nicht stimmte. Es konnte eigentlich nur daran liegen, dass sie über die Religion des Guten nicht richtig informiert worden waren. Oder aber – sie waren böse! Dass die Bösen vielleicht wirklich böse waren, merkte man auch daran, dass sie sagten, das Gute sei gar nicht gut, sondern in Wahrheit böse. Wie konnte man so etwas Widersinniges behaupten?&lt;br /&gt;Da sich die Guten aufgrund der Zugehörigkeit zu den Guten als gut betrachteten und nicht aufgrund des Gut-seins, entstand die Gespaltenheit zu denen, die eben nicht dazu gehörten. &lt;br /&gt;Bei den Guten fühlte man sich gut und bei den anderen eigentlich heimlich bedroht und in Frage gestellt. Einige der Guten sprachen offen darüber, dass sie eigentlich unsicher sind und deshalb die Distanz bräuchten. Die Abgrenzung gab ihnen ihre Identität als die Guten. &lt;br /&gt;Die Nicht-guten haben das natürlich beobachtet, dass die ritualisierte äussere Form der Guten effektiv die eigentliche Essenz verdeckte – und genau diese Dynamik schreckte sie ab und sie betrachteten das ganze Theater als eine gewöhnliche disfunktionale Machtstruktur, die aber göttlich verklärt wurde. Die Guten interpretierten ihre Vorbehalte, sich den Guten anzuschliessen, als Anzeichen, dass sie nicht gut waren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seit also die Guten ihre eigene Religion hatten und sich die „Guten“ nannten, gab es auch die Bösen. Wie es sich für das Böse gehört, musste es bekämpft oder irgendwie zur Umkehr gezwungen werden. Die Widerstände wurden als Vorboten einer Verdammnis verstanden. &lt;br /&gt;Zu den Bösen zählte auch jene Gruppe, die sich früher selbst einmal die Guten genannt hatten. Und obwohl sie sich untereinander nach wie vor so nannten und auch verstanden, waren sie für die „Guten“ doch eigentlich böse, denn sie hatten gewisse Zweifel am Gesamt-Glaubenspacket der „Guten“. Auf ihre Zweifel und Einwände ging niemand wirklich ein, da sie ja jetzt böse geworden waren und einfach zu vermeiden sind. Es hätte zudem Risse im Glaubensgebäude geben können und da wäre man vielleicht auch noch ein Böser geworden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mehr und mehr Menschen bekehrten sich nun zum Guten. Der Beste bekam einen Ruf, der seinem Namen alle Ehre machte. Der Tod des Besten hob ihn nun in eine Domäne der absoluten Perfektheit und alles, was der Beste getan und gesprochen hatte, wurde zur Maxime und zur Nachahmung empfohlen. Nur die Bösen empfanden diesen Kult als überidealisiert und nicht mehr ganz der Wahrheit entsprechend. Für sie war es eine religiöse Aufblähung, in dem die innere Führung zu stark ins Aussen verlegt wird. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass das Gute auch ohne das unmittelbare Wirken des Besten einen solchen Erfolg hatte, bestätigte die Guten darin, wahrhaft die Guten zu sein. Nur das wirklich Gute kann einen solchen Erfolg haben, nur das Wahre ist erfolgreich. Irgendwann in nicht allzu ferner Zeit würde das Gute auf der ganzen Welt herrschen und alle Menschen würden Gute geworden sein…&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch als immer mehr Menschen zu Guten wurden, begannen sie, nicht mehr immer alle dasselbe Gute zu wollen und manche fingen an zu behaupten, sie wüssten, was unter allem Guten das Allerbeste sei. Aber warum sie es für das Bessere hielten, wussten sie selten zu sagen. Und wenn sie es zu sagen wussten, klang es nicht überzeugend. Es gab Konferenzen und Konzile, in welchen das Gute festgelegt wurde, aber auch Schismen und unzählige Splittergruppen, die unter dem Guten einfach etwas anderes verstanden. &lt;br /&gt;In diesem unendlichen Durcheinander von Anschauungen, wussten die meisten gar nicht mehr, was sie jetzt als das Gute betrachten sollten. In dem Gewirr von Meinungen und Gegenmeinungen wussten die meisten gar nicht mehr, was sie nun glauben sollten. Das erstaunliche war, dass alle von sich behaupteten, das Gute wirklich zu kennen und die richtige Auslegungen des Guten zu haben. &lt;br /&gt;Um seine Sicht zu rechtfertigen und bekräftigen, behauptete irgendwann einer, dass die anderen Meinungen überhaupt nicht mehr gut, sondern im Grunde genommen schon böse seien. Das fanden nun die derart beschimpften Guten selber ziemlich böse: Wer von den Guten sagte, sie seien böse, konnte kein Guter mehr sein, war also selber ein Böser. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Guten, obwohl sie an das Gute glaubten, wussten bald nicht mehr, was das Gute war. Zwar war jeder einzelne Gute nach wie vor davon überzeugt, dass er es wüsste, aber wenn er sich dann mit anderen darüber unterhielt und austauschte, musste er feststellen, dass sie etwas anderes für konnten eine ungeheure Verwirrung feststellen. &lt;br /&gt;Das Volk, der einfache Gutmensch, war in diesen Fragen sehr arglos, da ihnen das Gute ja als Stütze für ihr Leben diente. Er glaubte alles naiv, wenn man ihm nur versicherte, dass es so gut war und so ist. Das war der Zeitpunkt, wo es ziemlich schlecht um das Gute stand. &lt;br /&gt;Dieser peinliche, den Guten und der Idee des Guten so abträgliche Zustand war den Besseren unter den Guten natürlich schon länger aufgefallen. Sie sannen nach einer Lösung. Sie begriffen: Es hilft nichts, darüber zu diskutieren, was das bessere und das schlechtere Gute sei. Jeder glaubt, die besten Argumente für seine Sicht zu haben. &lt;br /&gt;Wenn wir die Religion des Guten bewahren wollen, müssen wir einen anderen Weg finden, das Gute zu bestimmen. So besannen sie sich auf den Besten. Wenn wir ihn nachzuahmen suchen, können wir nichts falsch machen. Denn niemand kann ernsthaft behaupten, er selbst wüsste es besser als der Beste. Das Gute wurde daher festgelegt, sei das, was der Beste getan und gesprochen hat – und sonst nichts. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Daraufhin sammelten die Guten alles, was sie noch vom Besten wussten. Sie überprüften, ob die Nachrichten glaubwürdig waren und wer sie vermittelt hatte. Sie stellten Untersuchungen an über die Glaubwürdigkeit der Übermittler. Sie sammelten und sammelten, und als sie genug aus dem Leben des Besten zutage gefördert hatten, beschlossen sie, es sei nun genug, und ordneten alles zu dicken Büchern. So gelang den Guten, das Gute zu definieren und für immer festzuschreiben. Und fortan machten sie alles genauso, wie sie glaubten herausgefunden zu haben, dass es auch der Beste auf diese Weise getan hätte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unter dem Deckmantel des Guten geschahen nun auch viele bösen Dinge, die eigentlich nur dem Eigennutz dienten. Und viele ehemalige Gute konnten nicht mehr und wollten auch nicht mehr zu den Guten gehören. Da sie die Anführer der Guten für Scharlatane erklärten, wurden sie als böse eingestuft. In dieser alten Rivalität hielten sich diejenigen, die aus der Sicht der Guten die Bösen waren, nach wie vor für gut und sogar noch als besser als die Guten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie beobachteten, was die Guten unter Berufung auf den Besten taten und für gut befanden, hätte niemand, nicht einmal ein Guter, getan oder gut befunden, wenn es nicht angeblich der Beste getan hätte. Die Guten taten wegen dem Besten Dinge, die gar nicht gut waren. Nur weil er es getan hatte. Konnte das, was ungerecht war, gut sein, nur weil es der Beste ebenfalls getan hatte?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Natürlich gab es auch darin ernsthafte Geister, denen es wirklich um das Gute ging und um nichts sonst. &lt;br /&gt;Die Guten glaubten tief im Grunde eigentlich nicht wirklich daran und wenn sie daran glaubten, handelten sie nicht danach. Am Ende machten sie immer das, was sie zu tun gewohnt waren und was ihnen nützte, ganz egal, ob es nun gut oder gerecht oder wahr war oder eben nicht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da viele Gute wirklich glaubten, im alleinigen Besitz des Guten zu sein, legitimierte dies natürlich die gewaltsame Bekehrung der Bösen. Diese dunkle Historizität der Guten liess viele Menschen die Guten verlassen und sich auf die Suche nach ihrem eigenen Guten machen. Das Thema des Guten wurde privatisiert und jeder begann, seine eigene Patchwork-Version vom Guten zu haben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Geschichte ist endlos. Wer Wahrheit hinter dem Gerede aufrichtig sucht, verlässt sie. Sie erkennen, dass das Wichtigste am Guten das Gutsein ist, das Prinzip des Guten und dies hat nicht viel gemeinsam mit dem, was die Guten gemacht haben und die Bösen bekämpften. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wenn deine Erkenntnis-Kraft aus dem dicken Wald der Verblendung herausgetreten ist, wirst du gleichgültig werden gegenüber allem, was gehört wurde und was noch zu hören ist (über diese Welt und die nächste).&lt;br /&gt;Wenn die Vernunft nicht mehr von den heiligen Schriften verwirrt wird (von deren verschiedensten Interpretationen), und unbeirrt in tiefer Versenkung (Samadhi) bewegnungslos verharrt, erst dann wirst du yoga (die Beziehung zu Krishna) erlangen.“ Bhagavad gita 2.52-53&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6498584304148876362-6335422212849857153?l=jayaradhesyam.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/feeds/6335422212849857153/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=6498584304148876362&amp;postID=6335422212849857153' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/6335422212849857153'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/6335422212849857153'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/2010/01/eine-geschichte.html' title='eine Geschichte.....'/><author><name>Radhe</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05058813935437230347</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='27' src='http://2.bp.blogspot.com/_rnDcQvodD40/SX3HECimfdI/AAAAAAAAAAc/UCNm1sbS9ME/S220/schweiz.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6498584304148876362.post-1458146400412552642</id><published>2009-09-18T00:33:00.000+02:00</published><updated>2009-09-18T00:34:25.235+02:00</updated><title type='text'>Sri Krishna ist nicht vor 5000 Jahren erschienen</title><content type='html'>&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;-eine Betrachtung &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Indische Götterbeschreibungen sind für gewöhnliche Menschen sehr verwirrend. Da tauchen Wesen mit grüner, roter oder eben blauer Hautfarbe auf. Manchmal mit mehreren Köpfen. Es werden Wesen beschrieben, die tausende von Jahren leben, in den Himmeln fliegen und ihre äussere Erscheinungsform nach Belieben zu verändern vermögen. &lt;br /&gt;Es ist umso erstaunlicher, wenn man von den Geweihten Krishnas erfährt, dass die innere Reflektion und das Gedenken an solche offenbarten Beschreibungen (lila-katha), die Essenz der Theopraxis (der spirituellen Übung) des Krishnabewusstseins darstellt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor einigen Jahren wurde ich an der Universität Zürich von einem Professor gefragt, ob ich denn wirklich an diese Beschreibungen glaube. „Sind diese Beschreibungen symbolisch oder ist das wahr? Ist dies alles eine Allegorie, die ein Etwas jenseits von Worten beschreibt? Oder glaubst du als Mensch mit einer Schulbildung effektiv an all diese vielköpfigen Geschöpfe mit vielen Armen aus deren Nabel Lotosblumen wachsen?  Ich habe mich dazumals geschämt, „Ja“ zu sagen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ist aber eine wunderbare Frage. Die Frage muss jedoch in einen Zusammenhang gestellt werden. &lt;br /&gt;Wenn wir an etwas denken, dann tun wir das in Kategorien unserer Erfahrung: Wahrheit, Tatsache, Fiktion, Mythologie, Wirklichkeit, Symbolismus…und wir glauben, eine genau Vorstellung von diesen Denk-Kategorien zu haben. &lt;br /&gt;Aber all unsere Gedanken-Kraft und unser gesamtes Vermögen zu verstehen und all unsere Gedanken-Prozesse, unsere Standpunkte basieren auf Grund-Annahmen, die nicht wirklich sind. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Anfang des inneren Weges steht deshalb immer die Einladung zur radikalen Entgrümpelung unserer Vorstellungen und Denkmuster (Bhagavad gita 2.11). Auf unserer Suche nach Begrenzung, die wir „unseren Standpunkt“ nennen, suchen wir immer wieder nach Orientierungspunkten, nach Bezugsmöglichkeiten, nach Strohhalmen, an denen sich das Ich wieder festhalten kann. Somit wird Vertiefung verunmöglicht. Wir haben gar nicht gemerkt, wie das bedingte Ich die Begriffe „wahr“ und unwahr“ für sich vereinnahmt hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich möchte ein paar Beispiele geben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieser Körper ist nicht das Selbst. Wir sind eine Seele, die kein einziger Berührungspunkt mit allen Erlebnissen und Erfahrungen in dieser Welt hat. Aber Tag für Tag – und dies seit unvorherdenklicher Zeit – identifizieren wir uns mit diesem Rollenspiel des Körpers und denken, wir seien Mann oder Frau, gesund oder krank und wir glauben, wir würden älter werden. Die Seele wird nicht von Zeit berührt, aber weil dieses Denken angewöhnt ist, leben wir weiterhin ausserhalb unserer Identität und dies bedeutet: in einer verzerrten Wahrnehmung. Unsere Vernunft ist zusammengesetzt aus Ideen, die nicht der Wirklichkeit entsprechen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir glauben, etwas zu besitzen. Das Ich hat alles in Besitz genommen: meine Beziehung, meinen Partner, mein Kind, meine Gedanken, meine Gefühle, mein Haus, meine Güter, meine Heimat, meine Welt. &lt;br /&gt;Wenn man innerlich das Gefühl hat, mehr zu wiegen als eine Feder, so trägt man eine Last, die einem nicht gehört. Und erstickt unter dem Gewicht, das schwerer wiegt als ein Fels.&lt;br /&gt;Hat man sich selber wirklich schon einmal die Wahrheit darüber gesagt, wie man sich fühlt mit all diesem Besitz?&lt;br /&gt;Mit Sicherheit schwerer als eine Feder.&lt;br /&gt;Das Gefühl von Besitz ist völlig falsch – aber diese Idee durchzieht unser Bewusstsein und unser Denken und die Perspektive zur Wirklichkeit ist genau davon vernebelt. &lt;br /&gt;Isavasyam idam sarvam (Isopanishad 1) „Alles im gesamten Universum, mich selber inbegriffen, gehört Gott.“ Aber wir stellen Besitzansprüche und leiden an der Bewusstseinsverzerrung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir haben ein materielles Identitätsgefühl und denken, wir würden so viel tun. Aber Krishna erklärt in der Gita (3.27): &lt;br /&gt;„Durch die Erscheinungsweisen der materiellen Natur werden alle Handlungen überall vollzogen. &lt;br /&gt;Wer vom Ich-Gefühl (von Identifikation mit dem Körper) verblendet ist, meint, er selbst sei der Vollbringer einer Handlung.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Erscheinungsweisen der materiellen Natur fluktuieren und kreieren unbegrenzte Blasen (alle Phänomene der Zeitweiligkeit) auf dem Ozean materieller Energie – aber das verwirrte Lebewesen denkt, es sei selbst der alleinige Ausführer von Handlungen. Wir gleichen ein paar Strohhalmen, welche in einem grossen Fluss vor sich hintreiben. Wie komisch wäre es, wenn sie denken würden „Ich gehe nun hier oder dort hin und erreiche so viel, habe Errungenschaften und Gewinne, die ich für mich beanspruche….“ &lt;br /&gt;Illusionäre Wahrnehmung verunmöglicht aber den Einblick in die Realität.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir denken, wir seien der Bhokta, der Geniesser und unser Leben sei für unseren persönlichen Genuss bestimmt. Dies ist das grundlegendste aller Missverständnisse.&lt;br /&gt;Krishna erklärt in der Gita, dass alle Tätigkeiten letztlich nur für seine Freude bestimmt sind völlig unabhängig vom eigenen Freud und Leid, das dabei resultieren möge. Und nur in der tiefen Akzeptanz dessen und dem praktischen Applizieren dieser Erkenntnis ist Friede möglich. (5.29 / 9.24)&lt;br /&gt;In den Religionen wird Gott meistens betrachtet als Schöpfer und Erhalter dieser Welt, dem keine separate Existenz jenseits seiner Schöpfung zugestanden wird oder welche zumindest nicht im Hauptfokus steht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Radha-krishna-bhakti setzt genau da an. Da ist Gott nicht mehr Schöpfer. Zwar durchdringt er alles, aber der Aspekt seiner Allmacht und Allgegenwart ist nur ein äusserlicher. Sein wahres Sein ist in Vrindavan – dort, wo er geboren wurde. Dort geniesst er den Austausch der Liebe. Gott ist unendlich glücklich.&lt;br /&gt;Es geht nicht primär darum, Gott in sein eigenes Leben hinein zu beziehen, sondern vielmehr sich selbst in das Leben Gottes zu beziehen. Als der österreichische Schriftsteller Walter Eidlitz in den 30 er Jahren des letzten Jahrhunderts die indische Gottesliebe kennen lernte, sprach er von einer "erstaunlichen und für den westlichen Menschen erschreckenden Theozentrik". Es geht um die Freude Gottes unabhängig von seinem eigenen Wohl oder Weh und man ist selber nicht der Bhokta, der primäre Geniesser, der Welt und ihren fluktuierenden Phänomenen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unser gesamtes Denken und unsere Weltwahrnehmung sind durchdrungen und zusammengesetzt von Denkweisen und Grundannahmen, die nicht real sind. Die Denkvorgänge sind konditioniert durch die materiellen Erfahrungen aus unzähligen Leben.&lt;br /&gt;Im täglichen Leben bemühen wir uns, frei von Vorurteilen zu sein, aber jeder einzelne Gedanke, der sich in diesen Bahnen bewegt, ist nichts anderes als ein Vorurteil. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn nun jemand fragt, ob dieses Krishna-lila (die Gespräche über Krishna) Mythologie und Allegorie seien, oder ob es „wahr“ sei - dann müssen zuerst die gesamten Kategorien des Verständnisses von Wahrheit grundlegend in Frage gestellt werden. &lt;br /&gt;Sind all die Ideen, welche man in seinem Geist trägt, wahr? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir haben unsere Erfahrung der Zeit – Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit. &lt;br /&gt;Sri Krishna erklärt in der Gita (2.16):&lt;br /&gt;„Es gibt keine Existenz in dem, was vergeht. Zeitweilige Dinge existieren nicht. &lt;br /&gt;Und nie hat es Inexistenz gegeben von dem, was ewig ist.“ &lt;br /&gt;Im Alltagsbewusstsein orientiert man sich aber praktisch die ganze Zeit am Nicht-Ewigen und ist aufgewühlt an vorbeiziehenden Phänomenen und deren Bewertungen. &lt;br /&gt;Ist Krishna-lila wahr? Was ist das Verständnis von „wahr“, welches die Person in sich trägt? Es sind Ideen der Verbindung mit dem Zeitweiligen, die gemäss Sri Krishna eben nicht existieren, also nicht „wahr“ sind. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Krishna-lila ist nicht Allegorie, da es ein Hereinbrechen der Ewigkeit in unsere Welt hinein ist. Und es ist auch nicht Historie, da es nie im Fluss der materiellen Zeit statt gefunden hat. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als ich vor vielen Jahren in Vrindavan war, erlebte ich starke Gefühle der Ergebung, als ich mich erinnerte, dass Sri Krishna hier vor 5000 Jahren erschienen sei. &lt;br /&gt;Sadhus haben mich dann belehrt, dass Krishnas lila nie stattgefunden hat im Fluss der materiellen Zeit, der weltlichen Geschichte und Krishna nicht vor 5000 Jahren hier auf Erden gewesen sei. Es machte mich traurig zu hören, dass es also gar nicht stattgefunden hatte. Sie sagten dann weiter: „Krishnas Lila findet ewig statt in jedem Moment, gerade jetzt – denn es ist ewige Realität. So wie jeder Moment unseres Lebens vorbeigeht und irreversibel der Vergangenheit angehört, so ist Krishnas lila nie vorbei, sondern jeder einzelne Moment im Krishna-lila bleibt ewig bestehen.“ Krishnas Geburt ist der Einbruch der Ewigkeit inmitten unserer Zeit hinein. &lt;br /&gt;Es ist nicht staubige Geschichte, sondern ewige Realität und es wird zugänglich, wenn man von verwirklichten Heiligen darüber hört.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sri Krishna Janmastami ist das Fest, in welchem man sich nicht nur an Krishnas Erscheinen erinnert – sondern auch seine eigene Zugehörigkeit zur Ewigkeit feiert. &lt;br /&gt;Die Teilnehmer des Festes werden zu Zeitgenossen des mystischen Ereignisses. &lt;br /&gt;Anders gesagt: sie treten aus ihrer historischen Zeit heraus, heraus aus der Zeit, die sich aus der Summe der profanen, persönlichen und zwischenpersönlichen Ereignissen konstituiert und finden zurück in eine primordiale Zeit, die immer dieselbe ist, die Ewigkeit ist. Der religiöse Mensch mündet anfänglich periodisch (in den Zeiten der Meditation oder den heiligen Festen) in diese heilige Zeit ein, die nicht "abläuft", sondern die die im gewöhnlichen Leben oft ausgeblendete ewige Gegenwart ist, eben Wirklichkeit.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Alles verdankt seine Existenz Gott. Der Ursprung von allem - auch von unserem Leben - ist religiös. &lt;br /&gt;Das heilige Fest bewahrt einen davor, das effektiv Wesentliche nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Es ist die Erinnerung daran, dass die Existenz ein Geschenk Gottes ist. Das Fest stellt die sakrale Dimension unseres Lebens wieder her, die in der Turbulenz der Alltagsarrangierungen in Gefahr ist, ausgeblendet zu werden.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Das heilige Fest ist eine Rückkehr an ein Ereignis (das Erscheinen Gottes innerhalb seiner eigenen Schöpfung), welches nichts Historisches hat, sondern Ewigkeit ist. &lt;br /&gt;Das Bedürfnis des Menschen, diese heiligen Ereignisse in seinem Leben zu wiederholen, wiederzubeleben, entspringt seinem Urbedürfnis, das alle Bestreben durchzieht - die Nähe zu Radha Krishna. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Fest bricht Krishnas Ewigkeit in unsere Zeit hinein. Fest ist Unterbrechung der Arbeit, des Nutzbringenden, des Kalkulierbaren. Das Fest ist zeitlos und zweckfrei. Darin werden wir herausgehoben aus dem blossen Funktionieren, aus der Hektik des Alltags. Das Fest ist gekennzeichnet von Mühelosigkeit und Leichtigkeit und vermittelt so eine Ahnung des lila.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn das Zentrum von allem nicht in der zentralen Ausrichtung seines eigenen Bewusstseins ist, dann wird die Gestaltung der Feste künstlich und eine noch atemlosere Form der Arbeit. Das zentrale Anliegen des heiligen Festes ist Erinnerung an Sri Krishna.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Was ist der Effekt der Erinnerung daran? Alle Misskonzepte, die der Mensch in sich trägt - die Idee, etwas zu besitzen, der Glaube, Dinge zu kontrollieren, die Identifikation mit dem Körper und den Gedankenstrukturen, in welchen man glaubt, man existiere innerhalb der materiellen Zeit und sei der Geniesser der Umstände – werden aufgelöst.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6498584304148876362-1458146400412552642?l=jayaradhesyam.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/feeds/1458146400412552642/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=6498584304148876362&amp;postID=1458146400412552642' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/1458146400412552642'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/1458146400412552642'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/2009/09/sri-krishna-ist-nicht-vor-5000-jahren.html' title='Sri Krishna ist nicht vor 5000 Jahren erschienen'/><author><name>Radhe</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05058813935437230347</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='27' src='http://2.bp.blogspot.com/_rnDcQvodD40/SX3HECimfdI/AAAAAAAAAAc/UCNm1sbS9ME/S220/schweiz.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6498584304148876362.post-567649268150068738</id><published>2009-07-21T16:07:00.001+02:00</published><updated>2009-07-21T16:08:29.886+02:00</updated><title type='text'>Alleine-Sein</title><content type='html'>Gott, die Liebe, Freundschaft, Beziehungen – all dies sind keine Notwendigkeit. &lt;br /&gt;Weil alle Menschen dies als Grundnotwendigkeit betrachten, suchen unzählige Menschen nach Liebe. &lt;br /&gt;Die Suche zielt aber nicht darauf hin, zu lieben, sondern geliebt zu werden. Man sehnt sich nach jemandem, der einem seinen unersättlichen Durst, geliebt zu sein, stillen könnte. &lt;br /&gt;Diese Haltung hat aber nichts mit Liebe zu tun. Das Suchen nach Befriedigung der eigenen Bedürfnisse schafft eine Art von Sucht, die „Anhaftung“ genannt wird. &lt;br /&gt;Anhaftung ist nie identisch mit Liebe, obwohl es sehr ähnlich ausschaut. Oft ist die „Verliebtheit“ von Paaren nichts mehr als eine gegenseitig sich ergänzende Sucht, eine grosse Verhaftung. Verklebung führt nie in die Freiheit.&lt;br /&gt;So bleiben die Menschen auf der Suche nach Liebe, die sie effektiv gar nicht erfahren und zur gleichen Zeit nehmen sie eine Welt wahr, wo ihnen Liebe fehlt. &lt;br /&gt;Man fühlt sich als bedürftig. Und ein Bedürftiger kann nicht lieben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man nähert sich gegenseitig, innerlich entleert, und glaubend und hoffend, dass der andere ihr Märchenprinz sein würde, die Frau seiner Träume. Für Augenblicke denkt man tatsächlich, dass dies die Person sei, die einem aus dem Leid und dem Elend befreien könne, die Person, die einem erretten könne von unserer Not der Einsamkeit, die Person, die einem die erhoffte Lösung geben könnte von aller Traurigkeit, Bitterkeit und Leid. Man denkt, dies sei die Person, die unsere Probleme lösen könne. Der Partner sieht aber den anderen und denkt genau das Gleiche. Er oder sie würde der Lebensretter sein. Und man erwartet Liebe – das Geliebtsein. &lt;br /&gt;Was geschieht, wenn zwei Wesen, die beide nur den Wunsch haben, zu empfangen, zu erhalten, sich begegnen? Beide gehen mit leeren Händen aus. &lt;br /&gt;Es folgt die Ernüchterung, der Zorn und den Schmerz über die nichterfüllten Hoffnungen ohne zu verstehen, dass diese Projektion der Leidesbeendung niemals hätte funktionieren können. Es war ein Suchen nach einer Lösung welche das Selbst, die ewige Seele, und ihre Bedürfnisse nicht einmal berührt. Aber dennoch glaubte man, es würde Erfüllung darin liegen. Alle Beziehungen, die das Ich zur fluktuierenden Welt hat, sind substanzlos, weswegen in ihnen konnotativ schon immer eine Leere mitschwingt.&lt;br /&gt;Das Bedürfnis, Beziehungen mit anderen haben zu wollen, muss überwunden werden. Nicht die Beziehungen selber sollen aufgegeben werden, aber das Bedürfnis und die gefühlte Notwendigkeit danach. Dieses Bedürfnis verwandelt einen in einen Sklaven. In der Aufgabe dessen wird die Liebe zu den Menschen, die einen umgeben, zu den Freunden, zum Partner, nicht zu einem beengenden Konzept, nicht mehr basiert auf Bedürftigkeit, sondern wird zu einer heilenden Liebe, welche immer weit über die geliebte Person hinauszielt – immer auf das wirkliche Objekt der Liebe hin: auf Sri Krishna. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kein Wesen auf dem Planeten, auch nicht Gott, kann das süchtige und dürstende Bedürfnis stillen. So wie Freundschaft und Liebe ist auch Gott nicht eine Notwendigkeit. &lt;br /&gt;Wenn die Menschen um einen herum das Leid der eigenen Einsamkeit nicht lösen können, dann fällt man auf Gott zurück, aber er wird da auch nicht einspringen. Der wahre Gott ist kein Lückenfüller.&lt;br /&gt;Zu dem Leid der unerfüllten Wünsche gibt es keine Lösung, auch Gott nicht. Das Problem ist nur das fehlprojizierte Sehnen nach einer Fata Morgana, der Glaube, dass der Durst des kleinen Ichs zu stillen wäre. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eigentlich bin ich ein Wesen, das liebt, das gibt ohne eine Erwartung, das schenkt ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Man gibt, auch ohne eine Reaktion zu erwarten. Der Punkt ist nicht das Geliebtsein, sondern das ausschliessliche Geben. In der Einsicht dessen fühlt man sich immer dankbar und nie entmutigt. Es ist ein freies Fliessen, das sich nicht an die Reaktionen bindet, die von aussen kommen. &lt;br /&gt;Man vermeidet dann nicht mehr Beziehungen, sondern erlebt Beziehung zu allem – mit allen menschlichen Wesen, mit Bäumen, Vögeln, Blumen, Wolken, Seen – ohne die Gefangenschaft der Erwartung und ohne das Gefängnis der Bedürftigkeit. &lt;br /&gt;Das ist der freie Bewusstseinszustand, den Krishna in der Bhagavad gita umschreibt mit &lt;br /&gt;„samah sarveshu bhuteshu“ (Bhagavad gita 18.54), der Gleichheit zu allen Wesen, aus welchem Bhakti, liebende Hingabe an ihn Selbst erwächst.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6498584304148876362-567649268150068738?l=jayaradhesyam.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/feeds/567649268150068738/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=6498584304148876362&amp;postID=567649268150068738' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/567649268150068738'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/567649268150068738'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/2009/07/alleine-sein.html' title='Alleine-Sein'/><author><name>Radhe</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05058813935437230347</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='27' src='http://2.bp.blogspot.com/_rnDcQvodD40/SX3HECimfdI/AAAAAAAAAAc/UCNm1sbS9ME/S220/schweiz.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6498584304148876362.post-8998088834057287399</id><published>2009-07-16T08:50:00.001+02:00</published><updated>2009-07-16T08:51:06.574+02:00</updated><title type='text'>Das Wagnis des Nicht-Funktionierens</title><content type='html'>Ich weiss nicht genau, wo das Überlassen zu den Willen Gottes hinführt, aber ich weiss, wo der Versuch der Kontrolle meines Lebens und der Versuch des Festhaltens hingeführt hat. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man hat beständig Angst, dass die Norm niedergerissen wird. &lt;br /&gt;In der Gottesannäherung wird der Zaun um meinen kleinen Garten niedergerissen und alles, was vorher da eingesperrt war, läuft nun frei herum. &lt;br /&gt;Im völligen Kontrollverlust residiert eine unglaubliche Erleichterung und eine Lebensintensität, die man nicht wirklich wahrnehmen konnte, da man so beschäftigt war, seinen kleinen Garten zusammenzuhalten. &lt;br /&gt;Die Hingabe zu Gott ist Verlust der Fassbarkeit, wie wir sie gekannt hatten. Es ist einfach der Verlust der Herrschaft über die Dinge und die Umgebung und das Leben, wie man sie vermeintlich angenommen hatte. &lt;br /&gt;Nun steht man auf dem inneren Weg vor einer gewichtigen Entscheidung: &lt;br /&gt;Tut man nun alles, um die Herrschaft wiederzuerlangen? Reisst man sich zusammen, um die Fassung wiederzugewinnen? Das war die alte Strategie, der man immer schon glaubte, folgen zu müssen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Oder setzt man nun wirklich sein Vertrauen auf etwas, das grösser ist als die Herrschaft des Ichs über seinen kleinen Garten. &lt;br /&gt;Wenn man sich diesem Vertrauen zuwendet, es nährt und es reifen lässt, dann findet man in sich auch die Bereitschaft für die Hingabe an einen Prozess, in dem alles wie auf freier Wildbahn erscheint. Es ist ein nicht beherrschbares, unvorhersehbares Eintauchen – in den süssen Willen Sri Krishnas. &lt;br /&gt;Das ist, was Meister Eckhard als die „Verrücktheit des Herzens“ beschrieben hat. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Menschen, die diese innere Norm verlassen haben, erzeugen Angst, da sie die Grenzen abgerissen haben und sich nicht mehr in der Eingeschnürtheit herumbewegen. Der unglaubliche Widerstand zur Ungewissheit der Führung Gottes lebt tief verwurzelt in den Tagträumen, in den Gedanken, den Gefühlen, in der Welt, in der man lebt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Hingabe aber erfordert das Verlassen der Norm, das Risiko, nicht mehr wie bisher funktionieren zu können – wie man es eben gelernt hatte. Es ist natürlich, dass man da unglaublich alten Spuren der Konditionierung begegnet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Menschen denken manchmal, wenn sie der Aggression, die in ihnen brodelt, freien Lauf lassen würden, dann würden sie alle umbringen…. Aber das sind nur kindliche Fantasien, was dann geschehen würde… &lt;br /&gt;Wenn man effektiv diesen Weg der Freilegung begeht, erkennt man die perfekte Selbstregulation der Dinge, die man bisher glaubte, selber in die Hand zu nehmen. Die Tendenzen beruhigen sich augenblicklich – sie waren ja nur Symptom, dass sie das Gefängnis und die Diktatur des Bisherigen nicht mehr aushalten konnten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Heraustreten aus der Funktion ist ein ganz fester Bestandteil der Auflösung, die auf dem inneren Weg zu geschehen hat. &lt;br /&gt;Es ist ja gerade die Crux der Menschen, dass sie ständig funktionieren. Das &lt;br /&gt;Eingenommen-Sein in diesem Räderwerk ist Leid. Solange die Uhr tickt, halte ich mich über Wasser, überlebe ich. Wenn ich nicht mehr funktioniere, gehe ich unter. &lt;br /&gt;Wenn man den Mut hat, die Disfunktion zuzulassen und aus der Maschinerie ausbricht, ohne gewaltsam etwas dagegen zu tun, dann ist das genau der Moment, in dem wirkliche Transformation geschehen kann. &lt;br /&gt;Das ist die Herausforderung der Hingabe und zeigt die Ernsthaftigkeit auf dem Weg. Die Sozialisation hat einen gelehrt, das Funktionieren über alles zu stellen und an der leeren Fassade festzuhalten. Die Würde der Seele treibt einen zur Hingabe an den unbändigen Willen Gottes, wo kein Stein mehr auf dem anderen liegen bleibt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6498584304148876362-8998088834057287399?l=jayaradhesyam.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/feeds/8998088834057287399/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=6498584304148876362&amp;postID=8998088834057287399' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/8998088834057287399'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/8998088834057287399'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/2009/07/das-wagnis-des-nicht-funktionierens.html' title='Das Wagnis des Nicht-Funktionierens'/><author><name>Radhe</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05058813935437230347</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='27' src='http://2.bp.blogspot.com/_rnDcQvodD40/SX3HECimfdI/AAAAAAAAAAc/UCNm1sbS9ME/S220/schweiz.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6498584304148876362.post-6607151159047955418</id><published>2009-06-27T15:06:00.001+02:00</published><updated>2009-06-27T15:07:30.830+02:00</updated><title type='text'>Dringlich</title><content type='html'>Welchen Platz und welche Priorität hat die Frage „Was ist das, was ich wirklich will?“ in seinem Leben? &lt;br /&gt;Wie stark brennt das Feuer? &lt;br /&gt;Man braucht immer wieder eine Erneuerung, die eigene Entscheidung, eine radikalere Annäherung zu leben, um die Prioritäten wieder zu Recht zu rücken. Weil uns die unwesentlichen Wege gelehrt wurden, gehen wir sie auch und verlieren uns in ihnen. &lt;br /&gt;Keine Zeit zu haben für den inneren Weg, für die spirituelle Praxis… ist im Grunde genommen eine ziemlich haarsträubende Aussage von Menschen, die sich im Unwesentlichen verloren haben. &lt;br /&gt;Wie kann man für die alles-umfassende Wahrheit weniger geben als Alles? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt für jeden Pilger die Auseinandersetzung mit der scheinbaren Unvereinbarkeit der äusseren Gesellschaft und des Funktionierens in ihr, der Aufgaben und Pflichten der äusseren Welt und dem Ruf der Seele. &lt;br /&gt;Man kann diese Auseinandersetzung leben, indem man sich reibt mit seiner Arbeit, mit den Menschen, die einen umgeben und mit dem Geldverdienen, mit der Familie und den Kindern und der Umgebung - und so verliert man in diesem unnötigen Kampf endlos Lebensenergie. &lt;br /&gt;Diese Auseinandersetzung ist eigentlich das Ringen um die absolute Priorität des inneren Weges mit den vermeintlichen Notwendigkeiten und Sachzwängen der äusseren Welt. &lt;br /&gt;Wenn die Priorität effektiv zu Recht gerückt wird, zerfällt diese Reibung mit der Welt. Es waren nur Zwänge in seinem Geist, in seiner kleinen Welt, in seiner Begrenzung der Sicht der Dinge. &lt;br /&gt;Aber es besteht keinerlei Notwendigkeit für keinen Menschen auf der Erde – egal in welcher sozialen Lage er sich befindet, gleichgültig welcher Tätigkeit er nachgeht – die eigentliche wesentliche Angelegenheit des Lebens hinten anzustellen. Weil er keine Zeit hat für Meditation, für Innenkehr, für Selbsterforschung und der Wahrheit zu begegnen – gerade deshalb ist er immer zu beschäftigt und unter Druck. Man kann das innere Vakuum nicht mit Substituten der Aussenwelt aufwiegen und dann noch glauben, in Frieden zu leben. &lt;br /&gt;Die Ausreden, dem effektiv Wichtigen nicht den zentralen Raum in uns zu schenken, sind unendlich – aber sie zeigen ja nur auf, dass in uns die Prioritätenverschiebung geschehen ist: dass wir bereit waren, dem Dringenden, dem, was von aussen gerade auf uns zukommt, den Vorrang zu geben und die Sehnsucht der Seele zu vernachlässigen. Das Funktionieren in der Welt ist nie wesentlicher Lebensinhalt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die gefühlte innere Dringlichkeit auch im Leben umzusetzen ist eine Frage der Konsequenz, der Würde zur Seele, der Sehnsucht für das Wesentliche. &lt;br /&gt;Durch Unwissenheit und Vergessenheit, Vernachlässigung – Ausblendung - ist diese natürliche Ordnung der Dinge durcheinander geraten. Es braucht nun ein wenig bewusste Anstrengung, diese Prioritäten wieder zu ordnen, die Umkehrung aller Werte wieder zu leben, die Verdrehung wieder zu korrigieren. &lt;br /&gt;Und dabei bedarf es auch der Achtsamkeit, damit die Disziplin, die Ausdauer und die Treue, die auf diesem Pfad der Prioritätenzurechtrückung notwendig sind, nicht in Rigidität, falsches Pflichtbewusstsein und Monotonie übersetzt werden. Es ist ein lebendiger Weg, auf dem man sich immer wieder überprüft und selbst Dinge, die einmal  förderlich waren, können zu Hindernissen werden.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6498584304148876362-6607151159047955418?l=jayaradhesyam.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/feeds/6607151159047955418/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=6498584304148876362&amp;postID=6607151159047955418' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/6607151159047955418'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/6607151159047955418'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/2009/06/dringlich.html' title='Dringlich'/><author><name>Radhe</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05058813935437230347</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='27' src='http://2.bp.blogspot.com/_rnDcQvodD40/SX3HECimfdI/AAAAAAAAAAc/UCNm1sbS9ME/S220/schweiz.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6498584304148876362.post-5322134201701067384</id><published>2009-03-02T16:14:00.001+01:00</published><updated>2009-03-02T16:15:32.724+01:00</updated><title type='text'>Augenblick</title><content type='html'>Mein sind die Tage nicht, die mir die Zeit genommen,&lt;br /&gt;Mein sind die Tage nicht, die etwa mögen kommen.&lt;br /&gt;Der Augenblick ist mein, und nehm ich den in acht, &lt;br /&gt;so ist der mein, der Zeit und Ewigkeit gemacht.&lt;br /&gt;(F. Rückert – „Die Weisheit der Brahmanen“) &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Aufmerksamkeit im Augenblick schenkt einen neuen Zugang zur Welt. &lt;br /&gt;Man war es sich gewöhnt, sich an etwas zu erfreuen, anstatt einfach darin zu schwimmen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist eine erfahrbare Nähe Gottes, in welcher alle Tränen abgewischt werden. Da zerfallen die lang gehegten Hoffnungen auf ein anderes Sein. Die stammen von einer nostalgischen Erinnerung an ein verlorenes Paradies. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im reinen Nun können die verschiedenen Zeitdimensionen, in denen wir uns in Angst, Berechnung, Sorge und Erwartung bewegen, ihre bannende Kraft verlieren. &lt;br /&gt;Die kleinen Hoffnungen auf einen besseren Zustand trivialisieren das Jetzt.&lt;br /&gt;Das Sorgen, was wir essen, was wir tun sollen, was aus uns werden soll, (Matthäus 6,25 ff) ist Ausdruck der Nichtwahrnehmung von Gottes Umgebenheit. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meditative Achtsamkeit verwandelt die profane Welt in Besonderheit. Man wird darin dem Zweckdenken enthoben, da es in der Tätigkeit nicht um Erledigung einer Aufgabe geht, sondern nur das Wunder des Lebens dankbar wahrzunehmen – während man all das verrichtet, was es im Aussen zu tun gibt. Man tut normalerweise so viele Dinge, ist aber unfähig, die Intensität des Lebens wahrzunehmen und das macht einen noch unruhiger, da man in allem, was man tut, das Gefühl hat, am Wesentlichen noch vorbei gelebt zu haben. &lt;br /&gt;Diese Wachheit des Momentes lässt einen jeden Augenblick lebendig sein und nicht nur in einigen wenigen. „Das Wunder ist nicht, auf dem Wasser zu wandeln, sondern auf der Erde zu gehen“, lehrt Thich Nhat Hanh.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Gegenwärtigkeit und Präsenz im Moment scheint ein Gegensatz zur Eschatologie zu sein, zur beständigen Frage: „und dann?“, zur Ausrichtung auf die letzten Dinge. &lt;br /&gt;Eingleisigkeit funktioniert nie in einem komplexen Universum. Wenn diese tiefe Ausrichtung auf das Letztendliche, auf Gott die Basis ist, dass ist tatsächlich das ganze Leben ein Sein auf Gott hin und nicht ein „Sein zum Tode hin“ (Heidegger). Ohne den Bezug zur letztendlichen Wirklichkeit jenseits unserer momentanen Umgebung, bleibt das Gefühl, seine Zeit zu verschwenden, die Unruhe. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn das Jetzt die Basis ist, merkt man, dass man augenblicklich enthoben von allen Bedürftigkeiten sein kann. &lt;br /&gt;Die Eschatologie im Krieg sucht nur die Sicherheit. Das heisst, die Ausrichtung auf das Letztendliche im Zustand des Leidens, im Zustand der Unversöhntheit benützt und instrumentalisiert diese nur, um sich seiner Beschwerlichkeiten zu entledigen. Das wesentliche Fragen nach eschatologischen Werten bezieht sich nie auf das Praktische, nie aus einer Enthebung der Leidenssituation. Die Wahrheit steht nicht in Dienste der Bedürftigkeit. &lt;br /&gt;Die Gegenwärtigkeit und Präsenz im Moment ohne Eschatologie ist flach und blind. (Himbeere essen und zufrieden sein). &lt;br /&gt;Aber Eschatologie ohne Verankerung im Augenblick ist Flucht, Projektion infantiler Bedürftigkeit, die in einer kindlichen Jenseitsvorstellung endet.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6498584304148876362-5322134201701067384?l=jayaradhesyam.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/feeds/5322134201701067384/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=6498584304148876362&amp;postID=5322134201701067384' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/5322134201701067384'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/5322134201701067384'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/2009/03/augenblick.html' title='Augenblick'/><author><name>Radhe</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05058813935437230347</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='27' src='http://2.bp.blogspot.com/_rnDcQvodD40/SX3HECimfdI/AAAAAAAAAAc/UCNm1sbS9ME/S220/schweiz.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6498584304148876362.post-2104283336622159647</id><published>2009-03-02T16:03:00.004+01:00</published><updated>2009-03-02T16:12:15.058+01:00</updated><title type='text'>Die Verwandlung von Ronald Nixon</title><content type='html'>Transformation von Ronald Nixon&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- die erstaunliche Geschichte eines Engländers, der 1928 in Vrindavan in die  Krishna-Bhakti eingeweiht wird. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;von Krishna candra (www.ananda-dham.com)&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Geboren wurde er 1898 in einer christlichen Familie in England. Er studierte englische Literatur und danach wollte er sich ernsthaft dem Studium des Buddhismus widmen, was ihm aber aufgrund des Ausbruches des ersten Weltkrieges verunmöglicht wurde. Er wurde einberufen und als die deutsche Armee 1918 Belgien besetzt hatte, flog er mit der Royal Air Force einen Angriff. &lt;br /&gt;Alle Flugzeuge der Engländer wurden dabei abgeschossen und er sah seine Piloten-Kumpanen alle in den Tod stürzen. Auch Nixons Flugzeug wäre abgestürzt, hätte nicht eine übernatürliche Kraft eingegriffen und den Steuerknüppel umgerissen. Als sein Flugzeug nun abwärts glitt, verlor er das Bewusstsein und erwachte erst wieder in einem Militärspital in London. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In seinem Genesungsprozess fragte er, wer ihn aus Belgien dahin gebracht hatte, und wie es möglich sei, dass er den Absturz überlebt hätte, was ihm aber niemand beantworten konnte. Im Spital hörte er mehrmals im Halbtraum eine klare Stimme, die ihm zusprach: “Ich habe dich gerettet, und du wirst mich in Indien finden!”&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kaum war er wieder auf den Füssen, suchte er nach einer Gelegenheit, nach Indien zu gehen.  Zu der Zeit war gerade der Rektor der Universität Lucknow, Jnanendra Nath Cakravarti, in London, der einen Englisch-Lehrer suchte. Tief beeindruckt von Nixons intellektueller Brillanz, aber auch aufgrund seines Interesses in orientalischer Philosophie, offerierte er ihm den Posten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So lebte er in Lucknow im Hause des Professors und seiner Frau Monika Devi, einer hoch gebildete, aber tief religiöse Frau. Dr. Cakravarti war einer der führenden Theosophen seiner Zeit, ein Freund von Blavatsky und Besant.&lt;br /&gt;Neben seiner Anstellung als Lehrer setzte Nixon seine Suche nach dieser Stimme fort. Er studierte Pali und las die buddhistischen Original-Texte und praktizierte buddhistische Meditation. Er spürte aber bald, dass die Stimme nicht von hier kam. So lernte er Sanskrit und studierte die Upanishaden, die Bhagavad Gita und das Srimad Bhagavatam, was ihn tief bewegte. &lt;br /&gt;Die Schlüsselfigur aber war Monika Devi. Äusserlich betrachtet war sie eine moderne Frau, die mit ihrem Mann nach Europa und Amerika reist, in gesellschaftlichen Anlässen immer alle unterhält, Witze macht und Geschichten erzählt. Aber in ihr war auch eine mystische Seite, die aber meistens verborgen blieb. Nur wenn Bhajans gesungen wurden über Krishna, dann sass sie nur noch ganz still und bewegungslos da und Tränen kollerten konstant über ihre Wangen. In solchen Momenten konnte man erahnen, dass sie in einer gänzlich anderen Welt zu Hause war. &lt;br /&gt;Das war aber genau die Seite in ihr, die Nixon nicht entging. Manchmal sah er sie mitten in den Partys verschwinden und erst nach Stunden mit verweinten Augen wieder zurückkommen. Als er ihr einmal heimlich folgte, sah er sie bewusstlos vor einem kleinen Bild liegen. Er wartete und nach Stunden erwachte sie wieder und leuchtete über das ganze Gesicht. Sie strahlte einen unbegreiflichen Frieden aus. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nixon spürte, dass er nun dieser mystischen Stimme, die im Londoner Spital vor Jahren zu ihm sprach, ganz nahe war. Nun wollte er alles wissen. &lt;br /&gt;Am nächsten Tag rief sie Nixon in ihr Zimmer und sagte ihm: „In jedem Körper ist die unvergängliche Seele das Zentrum. Wenn man zur Seele hin erwacht, ist man eine gänzlich andere Persönlichkeit. Da erkennt man die Höchste Seele, Bhagavan und umarmt seine Füsse. Immer wieder ruft er mich und ich kann nicht widerstehen. Er ist in mein Leben gekommen. &lt;br /&gt;Ich war anfänglich auch interessiert an der Theosophie, aber die Philosophie der Gita empfand ich als umfassender. So ging ich einmal nach Vrindavan und nahm spirituelle Einweihung von Balakrishna Goswami vom Radha-Raman Tempel. Seit da bin ich absorbiert im Krishna-Prema-sadhana. Eigentlich möchte ich meine Ausrichtung geheim halten, aber Krishna ist so frech, dass er mich manchmal einfach zu sich in seine unbeschreiblich wunderbare Gemeinschaft hinzieht.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nixon begann da mit Bhakti-sadhana unter der Führung von Monika Devi. Sie nahm ihn nach Vrindavan zum Radha-Raman Tempel mit. Anfänglich wollten ihn die Priester nicht hineinlassen, da Engländer auch Tempel zerstörten. Als er vor Radha-Raman stand, war es ihm ganz klar, dass er angekommen war zu Hause. Er hatte ihn vor Jahren schon gerufen. Er war diese Stimme, die ihn in England gerettet hatte. Die Reise über unendlich viele Leben in der Einöde kam zu einem Ende. &lt;br /&gt;Jnanendra Cakravati erhielt den Posten des Rektors der Hindu Universität in Benares.  Die Studenten aus Lucknow baten Nixon, zu bleiben, da sie ihn liebten und begeistert waren von seiner Gelehrsamkeit, seiner Klarheit in philosophischen Gedanken und vor allem von seiner völligen Absenz von Selbstsucht.&lt;br /&gt;Aber er wollte nur weiter von Monika Devi lernen und so nahm er eine einfache Lehrer-Anstellung an und hatte viel Zeit, in der heiligen Atmosphäre von Benares. Hier begann er emsig und beharrlich mit seiner Yoga-Praxis. „Mit seiner angeborenen britischen Verbissenheit und Zähheit“, schrieb Sri Aurobindo einmal über ihn. &lt;br /&gt;Als er dort einmal eine Vorlesung über die Aura Shivas gab, fragte ihn ein ultra-modern eingestellter Inder, was er als Westler denn in dieser schmutzigen Stadt von Staub und Lärm zu verehren gefunden habe? Mit einem strahlenden Lächeln antwortete er: „Gold-Staub, mein Freund, und die Musik der Ganga.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1928 wollte Nixon Sannyasa (den lebenslangen Mönchstand) von ihr bekommen. Monika ging nach Vrindavan und erhielt selber die Sannyasa-Einweihung und hiess fortan „Yasoda Ma“. Nixon taufte sie „Krishna Prem“. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es war unglaublich. Eine Frau, die im Luxus geboren war und der alles, was sie wollte, zur Verfügung stand, wurde nun eine Nonne und schnitt ihr Haar ab. Krishna Prem war vielleicht der erste Europäer, der Vaishnava-Einweihung erhielt. Er tauschte seine europäische Kleidung in die Saffran-Roben eines hinduistischen Mönches, hat Tulasi um den Hals getragen und einen Tilak auf seiner Stirn. &lt;br /&gt;Krishna Prem trug auf seinen Reisen immer einen kleinen Deity von Krishna mit sich. In Madras traf er bei einer Konferenz auf eine englische Frau, die richtig erschüttert war, einen gebildeten Engländer zu sehen, der sich offensichtlich als Hindu verstand – Tulasi-Ketten um seinen Hals und in saffrane Tücher gekleidet - für sie war das ein Anachronismus im 20. Jahrhundert. Sie konnte sich nicht zurückhalten und schalt ihn: „Schämst du dich nicht, du Abtrünniger, mit diesen Eingeborenen zu verkehren und mit den Merkmalen des Aberglaubens zu parodieren, deine Heimat zu verraten und das Christentum zu verstossen?“ Sie tobte weiter, während Krishna Prem sie ganz still anlächelte, was noch mehr zu ihrem Zorn beitrug. „Was hast du denn gewonnen, nachdem du dein Vaterland, deine Kultur, deine Religion zurückgelassen hast?“ Er schaute auf seinen kleinen Deity und antwortete strahlend: „Ich haben Ihn bekommen, Madame, meinen Krishna.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Yasoda Ma, ihre Tochter Moti Rani und Krishna Prem etablierten 1931 einen Ashram am Fusse der Himalayas, 27 Km Fussweg von Almora entfernt. Sie nannten ihn „Uttar-Vrindavan“ (das höher gelegene Vrindavan). Ein kleiner staubiger Pfad führte dahin, und die letzten 3 Km waren selbst für die Pferde zu steil. Der Ashram war ein Blumenparadies. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gertrude Emerson, die Tochter von Ralph Waldo Emerson, lebte in der Nähe von Almora und besuchte Krishna Prem manchmal im Ashram. &lt;br /&gt;„Alle paar Jahre kam er zu uns. Im Ashram gab es kein Radio und keine Zeitungen. Bei uns nahm er die Zeitung in die Hand, überflog sie kurz und bemerkte: „Wie ich sehen kann, sind es immer noch die gleichen Neuigkeiten wie vor ein paar Jahren. Dort ein Krieg, höhere Steuern, so viele Tote in einer Katastrophe, Unfälle… Aber ist irgendwo wirklich etwas geschehen?“&lt;br /&gt;Wir hörten am Radio (das war während des zweiten Weltkrieges) die News aus Dehli gesendet. Er setzte sich im Yogasitz hin und lernte Sanskrit-Verse. „Hörst du das Radio überhaupt“, fragte ich ihn. „Ja, ein Sprechen von einem anderen Planeten, eine Art unverständliches Hintergrund-Geräusch.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Später wurde die Ashram Familie noch durch zwei Engländer erweitert. Madhava Ashisha, der aus England gekommen ist, um im zweiten Weltkrieg als Ingenieur in Indien zu arbeiten. Als der Krieg vorbei war, gönnte er sich einen kurzen Ferienaufenthalt in den Himalayas. Er hörte von dem Ashram, besuchte Krishna Prem und blieb dann gleich im Ashram. Er ging nie wieder zurück nach England. Der andere war Dr. Alexander, der sich vom Posten des Chefarztes in Lucknow zurückgezogen hatte. Er nahm Ma als seinen Guru an und blieb dann auch in Uttar Vrindavan. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Yasoda Ma sagte Ronald Nixon bei der Einweihung: &lt;br /&gt;„Selbst wenn du keine einzige Erfahrung mehr machst in gesamtem Leben, dann darfst du den Pfad nicht aufgeben!“ Die Hingabe funktioniert nie in der Halbherzigkeit. &lt;br /&gt;Dann sagte sie ihm: „Krishnabewusstsein ist etwas Unmittelbares. Wenn du in den ersten 6 Monaten keinen Vorgeschmack auf Ewigkeit erlebst, hast du Zeit verschwendet.“&lt;br /&gt;Einerseits braucht es die Entschlossenheit, immer weiterzugehen, auch wenn nichts mehr gefühlt und erlebt wird und andererseits bedarf es des Sprungs in die Gegenwart Gottes, die keine Konditionen stellt. „Bist du bereit alles zu geben, ohne etwas dafür zu bekommen?“, fragte Krishna Prema seine Gäste sehr oft. &lt;br /&gt;Erfahrungen sind Vorboten der Wirklichkeit, und dennoch sind sie auch substanzlos, kommen und gehen wie der Wind. Viele hatten Öffnungs-Erfahrungen, aber nicht die Treue, weiterzugehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man nimmt die wandelnde Welt (auch seine Erfahrungen) wahr, ohne sich in ihr (ihnen) zu verlieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erleuchtung geschieht einen nicht einfach, sondern sehr unmerklich. Pade pade uparamed, buddhi drithya grihitaya (Bg 6.25) Genau wie das Einschlafen.&lt;br /&gt;Und dennoch bedarf es der Dringlichkeit, genau zu wissen, wo es den Sprung zu nehmen gilt. Um den Abgrund zu überqueren reichen nicht ein paar kleine Hüpfer.&lt;br /&gt;Der Epilog in seinem Buch „Initiation into Yoga“ lautet: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das feinste Holz stammt von den langsam wachsendsten Bäumen. Derjenige, der erwartet, dass er nach einigen Monaten zu einem Yogi gediehen ist, oder selbst nach ein paar Jahren der Praxis, wird sicherlich enttäuscht werden. Derjenige aber, der die Aufrichtigkeit und den Mut aufbringt, allem zu begegnen, was in den Katakomben seines Geistes verborgen war, und der die Berharrlichkeit hat, weiterzugehen, selbst wenn Schwierigkeiten im Innern und im Aussen auftreten, der demütig ist, anzuerkennen, dass alles, was er schon gemacht hat, eigentlich nur die ersten paar Schritte auf einer enorm riesigen Reise sind, demjenigen ist es sicher, etwas zu erlangen, das er nicht einmal dann hergeben würde, wenn er die gesamte Welt dafür bekäme. Sri Krishna spricht in der Gita davon, dass ein Sucher nach Yoga weit über die Hoffnungen und Ängste der gewöhnlichen Religion hinausgeht und selbst der kleinste Fortschritt in dieser Lebensaufgabe (dharma) befreit einem vor der grössten Angst (BG 6.44 und 2.40)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eines Nachts, als Krishna Prema alleine im Ashram war, hörte er eine Stimme, die ihn gerufen hatte. „Dada, Dada!“ (Bruder). &lt;br /&gt;Er wunderte sich, konnte aber niemanden sehen und schlief weiter. Dann hörte er wieder einen lieblichen Ruf aus dem Tempel heraus. „Dada, ich habe kalt.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Zittern durchlief seinen Körper. Er lief in den Tempel hinein und sah, dass ein Fenster offen war. Er deckte Gopal mit einem Chaddar zu und fragte ihn: „Thakurji, du frierst auch?“&lt;br /&gt;Ein Strom von Tränen floss Gopal die Wangen hinunter. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Krishna Prem war erschüttert, konnte sich aber mit grosser Anstrengung zusammen nehmen und wischte  Gopal die Tränen mit seinem eigenen Nachtkleid ab.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Warum weinte Krishna? Krishna Prema hat ihn doch nur gefragt, ob er friere. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Caitanya Caritamrta sagt Krishna selber: &lt;br /&gt;sakale jagate mora…. (CC 1.3.15-16)&lt;br /&gt;„Auf der ganzen Welt werde ich geehrt durch Ehrfurcht und aufgrund der Angst vor Konsequenzen, wenn man es nicht tut. Hingabe, die durch solche Verehrung geschwächt ist, wirkt auf mich nicht wirklich anziehend.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Krishna ist nicht nur allmächtig, allgegenwärtig, allwissend und immer in seinem Selbst zufrieden (atmarama). Seine Allumfassendheit beinhaltet auch die Antithese davon: pararama, Gott, der ganz und gar auf seine Geweihten angewiesen ist und ohne sie keine Freude empfinden kann. Die ganze Welt schaut immer nur auf die eine Seite des majestätischen Aspektes, aber Vrindavan schenkt den Seelen einen Einblick in die Vertraulichkeit des pararama. &lt;br /&gt;Hier ist Gott nicht unabhängig – der Bhakta badet ihn, er gibt ihm zu Essen, singt und tanzt für ihn in Liebe, und er nimmt ihren Dienst mit Liebe an und geniesst es. Er geniesst es, weil er sich wirklich danach sehnt, weil er im Austausch der Liebe seine Vollständigkeit, seine Allmacht, seine Unendlichkeit im Taumel der Liebe überschreitet. &lt;br /&gt;Sehnen impliziert Unvollständigkeit. Der unendliche Herr, der alles schöpft, erhält und wieder auflöst, hat nie Mangel. Liebende Vergessenheit bedeckt seine Unbegrenztheit, dass er nun wirklich hungrig ist und sich wirklich nach dem Austausch mit der Seele sehnt. Und er hat kalt. &lt;br /&gt;Das ist Teil seiner unglaublichen Grösse – der Herr, der immer jenseits aller Welten und der darin verknüpften Empfindungen ist, fühlt ähnlich, wie eine gewöhnlich innerweltliche Wahrnehmung. Aber gleichzeitig bleibt er in seiner Unberührtheit. Dieses Phänomen der Liebe gilt in den Veden als die letztliche Vollkommenheit des Absoluten. &lt;br /&gt;„Das Leben ist wie ein wilder Fluss, der alle Wesen, Männer, Frauen, Kinder, Tiere und die gesamte Natur mitreisst hin zum Meer des Todes. Dinge scheinen beständig, weil sie gerade mit uns fliessen – aber alles eilt zur Auflösung hin. Alle Arrangierungen helfen uns nicht, da sie im gleichen Fluss stecken. &lt;br /&gt;Aufgehobenheit gibt es nur, wenn man zum Ufer hingelangt. Das Ufer des Flusses, welches immer ganz nahe ist, ist Gott – mit was für Namen du ihn auch immer ansprichst.“ &lt;br /&gt;(Yoga of the Bhagavad Gita)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als er gefragt wurde, was sein Verständnis von Gnade sei, erwidert er: „Wenn jemand in dieser Welt von Staub und Lärm sich selber vollständig als „atma-huti“ (Opfergabe) schenkt, sich selber verzehrt in der Flamme göttlicher Liebe, dann gibt es eine ungeheure Explosion – das ist die Gnade. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Krishna Prems Beziehung zu Radha-Krishna wurde immer intimer im Verlaufe der Jahre. Sunila und seine Frau Arati waren Schüler von ihm. Sie lebten in Allahabad und kamen gelegentlich auf Besuch in Almora. &lt;br /&gt;Nach dem zweiten Weltkrieg hatten sie kein Geld für die lange Zugsreise und Arati verkaufte ihre goldenen Armreifen, um ihren geistigen Meister wieder sehen zu können. &lt;br /&gt;Nach einigen Tagen im Ashram kam Krishna Prem mit einem goldenen Armreif aus dem Tempel und fragte Arati, was sie denn mit den ihren gemacht habe. Sie wollte das nicht preisgeben und schaute scheu auf den Boden. &lt;br /&gt;Krishna Prema lächelte und sagte ihr, dass er alles wisse und dass Radharani ihm von ihrer Begierde, hier in den Ashram zu kommen, erzählt hätte. Sie hätte ihm nun den Armreif von ihr für sie gegeben. Sie fiel ohnmächtig zu Boden und als sie wieder erwachte, wusch sie mit ihren eigenen Tränen die Füsse ihres geistigen Meisters. &lt;br /&gt;Obwohl Krishna Prem viele westliche Schüler hatte, akzeptierten ihn selbst viele Inder als ihren Lehrer. Er wurde als lebender Vaishnava-Heiliger geachtet. Obwohl er keine Mission der Verbreitung organisierte und über 30 Jahre in der Einsamkeit des Ashrams in den Bergen lebte, so schrieb er doch drei literarische Werke („search for truth“, „Yoga of Bhagavad gita“ und „Yoga of Kathopanishad“) und unzählige Briefe an Freunde in Indien und ausserhalb. In diesen Briefen gewährte er tiefen Einblick in seine persönliche hingebungsvolle Praxis und seine Verwirklichungen. &lt;br /&gt;In seinem Einführungsbuch „Initiation into Yoga“ schreibt er: &lt;br /&gt;„Eines der grössten Hindernisse um der Wahrheit zu begegnen ist der allgemeine Glaube unter religiösen Menschen, dass die Wahrheit niedergeschrieben sei in einem Buch, welches für sie dann das „heilige Buch“ konstituiert.“&lt;br /&gt;Er gesteht natürlich zu, dass heilige Texte eine grosse Hilfe für den Suchenden darstellen können, „aber die Haltung blinden Annehmens dessen, was in einem Buch steht, ist sicherlich hinderlich und hält einen ab, das Wahre zu erlangen. Das Buch besteht aus ein paar schwarzen Zeichen auf einem weissen Blatt und was diese Zeichen einem bedeuten, hängt von den Ideen in unserem Geist ab, und diese wiederum von den Erfahrungen, die man in dieser Welt durchmachte. Die heiligen Schriften sind Srutis – wenn der Inhalt von einer verwirktlichten Seele gehört wird, haben sie plötzlich faszinierende Substanz. Das Lesen ist dann die Wiedererinnerung an den Eindruck, den man in der Gegenwart des Heiligen bekommen durfte. Aber ohne diese lebendige Berührung mit dem Inhalt sind die Bücher ziemlich wertlos.“&lt;br /&gt;„Die eigene Sehnsucht nach Wahrheit hallt als Echo wider im Studium heiliger Texte. &lt;br /&gt;Wenn das innerste Gewissen dann die heiligen Texte bestätigt, und man erkennt, dass dies nur die schriftliche Niederlegung einer effektiv nachlebbaren Erfahrung ist, dann spielt es keine Rolle, aus welcher Tradition die zu uns kommt. Dann legt man die historische Datierung des Textes und die Übereinstimmung mit bisherigen eigenen Glaubensanschauungen weg und widmet sich mit ganzem Herzen. Dann wird der Weg zur darin angelegten Erfahrung offen sein. &lt;br /&gt;Die Seele muss zuerst einmal eine Wegstrecke gehen und die Gegenwart dieser inneren Führung wahrnehmen, bevor die Präsenz des äusseren Guru notwendig wird oder überhaupt erst hilfreich.”&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Pfad, für welchen Krishna Prem seine Leser begeistern möchte, „ist ein Weg, der zu allen Zeiten existiert hat, in allen Ländern, obwohl die Namen, die ihn bezeichnet haben, ganz unterschiedlich waren. &lt;br /&gt;Diejenigen, die diesen Pfad beschreiten, formen eine Geschwisterschaft, die viel tiefer geht als alle familiären Beziehungen. Selbst wenn man sich nie zuvor begegnet ist, spürt man die Verbundenheit… ein wahrer Gegenpol zu einer Welt der Gier und Konkurrenz.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Dieser Pfad hat eine gestörte Beziehung mit organisierten und offiziellen Religionen. Obwohl der Weg die gemeinsame versteckte Basis aller Religionen ist, so hat er dennoch sehr wenig mit einer Religion gemein. Die Lehrer dieses Pfades haben fast universale Feindseligkeiten von der Seite der organisierten Religionen erfahren.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf diesem Weg gibt es gemäss Krishna Prema keine Abkürzungen oder psychische Tricks, durch die man Hass in Liebe transformieren könnte, Gier in Gelassenheit und Dumpfheit in Weisheit. &lt;br /&gt;„Diese Umwandlungen sind keine einfache Aufgabe und es gibt keinen mechanischen Weg, sie zu bewerkstelligen. Es braucht mehrere Leben der Vorbereitung und niemand kann diesen Weg begehen wenn er sich nicht mit grösster Sorgfalt widmet – unvergleichbar mehr Aufmerksamkeit als wir je in irgendetwas dieser Welt investiert hatten.“&lt;br /&gt;„Ständige Konsistenz und Übereinstimmung in allen Anschauungsfragen ist nur für Kleingeister wichtig. Der echte Sucher stürzt sich vertrauend in die Seinsverunsicherung. Er verlässt die Burg der vermeintlichen Geborgenheit. Unser Urgrund, Sri Krishna, bereitet in allem Geborgenheit. Aber er ist nicht berührbar nur in der Sehnsucht nach Geborgenheit, sondern allein im brennenden Wunsch nach Ihm selbst. &lt;br /&gt;(All diese Zitate stammen aus seinem Werk “Initiation into yoga”) &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch sein grösseres Werk „Yoga of the Bhagavad gita“ beginnt Krishna Prem mit einer Infragestellung von Schriften. Er weist sowohl die sektiererische Aneignung und Besitzergreifung der Gita von der fundamentalistisch geprägten Tradition zurück, als auch der rein intellektuelle Weg der Vernunft. &lt;br /&gt;„In der Geschichte hat jeder Lehrer, der sich auf vedantische Autorität berufen hat, einen Kommentar zu Gita geschrieben, um aufzuzeigen, dass sie ihre Anschauung unterstützt. In der Folge findet man Kommentare aus verschiedensten Blickwinkeln aus geschrieben: monistisch, dualistisch, pantheistisch, theistisch, solche, die das Yoga der Handlung betonten, andere, die Erkenntnis unterstrichen (Jnana oder Gnosis) und liebende Hingabe an das DU Gottes. All diese Lebensperspektiven finden ihren Grundsatz in der Gita und diese universale Berufung auf sie ist Hinweis auf ihre Allumfassendheit und ihr autoritativer Status.“&lt;br /&gt;„Der Pfad der Bhagavad gita ist nicht das Privileg der Hindus noch irgendeiner Konfession. Es kann – mehr oder weniger tief vergraben – in allen Religionen erfasst werden oder existiert jenseits aller formellen Religionen. Das ist der Grund, weswegen die Gita, obwohl indischen Ursprunges, geeignet ist, den Suchern auf der ganzen Welt Wegmarkierung, Anhaltspunkt und Anleitung zu sein. &lt;br /&gt;In seinem Buch “Yoga of the Bhagavad Gita” zitiert Krishna Prem ausführlich aus den Upanishaden, Plato und Plotinus, theosophische Werke, aus den Lehren Buddhas aus der Perspektive des Theravada und Mahayana, sowohl aus christlichen Texten, britischen Romantikern, Jungs Studien und bezieht auch moderne Psychologie mit ein. &lt;br /&gt;Yasoda Ma und Krishna Prem waren immer eng miteinander verbunden. &lt;br /&gt;Viele Leute kamen mit Fragen in den Ashram. Yashoda Ma sass da und sagte, sie sollen Gopal (ihr Kosename für Krishna Prem) fragen, der ihnen perfekt antworten könne. Er sagte: „Ein Wort von ihr bewegt viel mehr als 10 Vorträge von mir.“ Die Hingabe zum Guru, aus der alle Erkenntnis strömt, war ihm immer der zentrale Fokus. &lt;br /&gt;Yasoda Ma hatte auch tiefe Liebe für ihren Gopal. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dilip Kumar Roy, einer der berühmtesten Sänger Indiens, wohnte den Vorlesungen von Krishna Prem oft bei. Er stellte danach die Frage an Ma: „Wenn doch die Seele wirklich ist, wieso arbeite ich dann noch immer unter der Illusion, dass die Hülle die wesentlichste Realität ist und schätze sie mehr als alles andere in der Welt?“&lt;br /&gt;„Wir schätzen den Körper, da er vom Herrn belebt und bewohnt wird,“ sagte Ma lächelnd, „Er macht ihn so liebenswürdig. Aber das bemerken wir noch nicht, solange wir Ihn nicht gefunden haben. Dann sieht man ganz klar, dass nichts in der Welt einfach nur für sich existiert – gesondert von Ihm. Und wenn du Ihn erkennst als das Liebste von allem Lieben, muss man dir dann sagen, du solltest Ihn wertschätzen, über Ihn meditieren oder Seine Namen singen? Dann wirst du nicht fähig sein, etwas anderes zu singen als Seine Namen.  Betrachte doch Gopal (Krishna Prem). Könnte ihn irgendetwas abbringen von Seinen Füssen? Sie können es versuchen. Offeriere ihm ein Königreich oder himmlische Mädchen – ich kann dir sagen, dass er nicht einmal danach schauen wird. Weshalb? Weil er einen Einblick hatte in Seine Schönheit. Alles Schöne aller Welten zusammengenommen wirkt daneben nur blass und leer – sinnloses Tand. Dilip, ich versichere dir, dass das nicht Theorie ist, sondern ich spreche von direkter Erfahrung“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Herbst 1938 kam Krishna Prem mit Yashoda Ma nach Prayag, um sie von kompetenten Ärzten behandeln zu lassen. Viele Jahre lang litt sie unter verschiedensten Gebrechen und sie konnte sich gar nicht mehr alleine aus dem Bett erheben. Aber auch in diesem Leiden des Alters strahlte sie aus ihrem ausgemergelten Gesicht und eine gelassene Heiterkeit entströmte ihrem Wesen. &lt;br /&gt;Wann immer sie jemand auf ihren gesundheitlichen Zustand ansprach, sagte sie, dass er sich keine Sorgen darüber zu machen brauche, da der Herr sie mit einem unbeschreiblichen Frieden gesegnet habe, der ihr konstanter Begleiter wurde und welcher allen physischen Schmerz mehr als aufwog. &lt;br /&gt;„Dieser Körper ist wirklich wie ein Käfig. Derjenige, der da drin residiert, ist die effektive Person und man sollte sich nur nach ihm erkundigen und ihn erfragen. Ich habe direkt gesehen, dass dieser Seele, der Vogel der Glückseligkeit, gänzlich unabhängig von diesem Körper existiert. So was macht es denn nun aus, wenn der Käfig zerbricht?“&lt;br /&gt;Als sie 1944 ihren Körper verliess, war das eine dunkle Wolke der Traurigkeit, die sich über den Ashram ausbreitete. Als Krishna Prem ihren Körper bei den Wasserfällen von Dandeshvara kremiert hatte, kam er erschöpft, müde und traurig spät zurück. Als er in den frühen Morgenstunden immer noch geschlafen hatte, tauchte sie in seinem Traum auf und sagte: „Wieso schläfst du noch immer? Es ist Zeit für Bhajan!“ Nach einiger Zeit fügte sie hinzu: „Du kannst versichert sein, dass ich immer bei dir bin – genau wie zuvor.“ „Wenn du nun so nahe bist, werde ich dich aber nie wieder sehen?“, fragte er mit Tränen in den Augen. „Wir werden uns im cinmaya (transzendentalen) Vrindavan wieder begegnen“, war ihre Antwort. Ihre Präsenz spürte er ständig bis er 1965 seinen Körper aufgab. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seit Anfang der 30 Jahre gingen Krishna Prema und Ma jeden Winter nach Vrindavan und es entstand eine warme Beziehung mit Balkrishna Goswami vom Radharaman Temple.&lt;br /&gt;Diese Freundschaft hat Krishna Prema vertraut gemacht mit dem Verständnis von Caitanya Mahaprabhu. Lange Zeit hatte er gezweifelt an der Identität von Gauranga als Sri Krishna, bis Krishna ihm in einem Traum offenbarte, dass Sri Caitanya Mahaprabhu niemand anders sei als er selber. &lt;br /&gt;Krishna Prema wurde danach in Vrindavan oft mit dem Übernamen „gaura-prema-nidhi“ (einen „Ozean der Liebe für Gauranga“) angesprochen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach dem Verscheiden von Yasoda Ma begann er 1948 eine längere Pilgerreise nach Südindien. In Tiruvanamalai begegnete er Ramana Maharsi. &lt;br /&gt;Jeden Tag sass der Heilige auf seinem Bett und viele Meditierende setzten sich um ihn. Als sich Krishna Prema in diese überwältigende Stille setzte, hörte er dann gerade eine Stimme, die ihn immer und immer wieder fragte: „Wer bist du? Wer bist du?“ &lt;br /&gt;Er versuchte, diese Stimme zu ignorieren, aber sie kam immer und immer wieder wie ein unerwünschter Besucher und klopfte an seiner Türe. So formulierte er eine Antwort: „Ich bin Krishnas ewiger Diener!“ Sogleich verwandelte sich diese Stimme in: „Wer ist denn Krishna?“ Er antwortete: „Nandas Sohn.“ Aber die innere Fragerei ging wild weiter und hörte einfach nicht auf, unabhängig wie oft Krishna Prem Antworten lieferte „er ist der Herr aller Herzen, er ist der Ursprung aller Avatars…“. Tief aufgewühlt verliess er nach einiger Zeit diese „stille“ Meditation und kehrte dann erneut in die Halle zurück. Die Fragerei setzte gerade wieder ein. So rief er Radharani an. Sie offenbarte sich ihm: „Nichts existiert ausserhalb von Krishna, nichts ist neben ihm. Wie kann man ihn vollständig beschreiben? Krishna ist Krishna!“&lt;br /&gt;Als er sich am nächsten Tag wieder zu den Meditierenden hinsetze, lächelte ihm Ramana zu. Er verstand, dass er es war, der all diese Fragen aufwarf. Als Krishna Prem nun die Augen schloss, umarmte ihn ein unendlicher Friede. In der Stille wandte er eine Frage an Ramana: „Kann ich demütig fragen, wer denn du bist?“ Unfreiwillig musste er kurz seine Augen öffnen und sah, dass Ramana gar nicht mehr auf seinem Bett sass. Der Sitz war leer. Er schloss die Augen wieder und öffnete sie im nächsten Augenblick wieder. Ramana sass wieder da genau wie vorher. Er merkte, dass dieses Wesen nicht wirklich in der Welt der Namen und Formen lebte. &lt;br /&gt;Diese stille Konversation zwischen diesen beiden grossen Seelen zeigt verschiedene Ansätze der Transzendenzerkenntnis auf. Der Jnani forscht immer weiter und erkennt, dass jede Einsicht immer wieder vorläufig ist. Dabei muss er die Bereitschaft haben, nicht am bisher Erkannten zu kleben und immer wieder neu alles aufzugeben. Der Bhakta ergibt sein Leben und seine Seele diesem unbekannten und doch nächsten Gegenüber und wird von da her so liebevoll geführt, dass er dieser Liebe nur mit noch intensivierter Liebe antworten möchte. Alles erfährt er als Geschenk, als Offenbarung von der konzentrierten Form aller Schönheit und Liebe. &lt;br /&gt;Ramana Maharsi sprach dann im engen Kreis seiner Schüler mehrmals über Krishna Prem und sagte, dass er eine seltene Verbindung von einem Jnani und einem Bhakta sei. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf dieser Reise trag Ronald Nixon auch Sri Aurobindo und die Mutter.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von Tiruvanamalai ging er weiter nach Sri Rangam, wo er im Tempel eine erstaunliche Erfahrung machen durfte. Als er sich vor Sri Vishnu verneigte, verlor er das äussere Bewusstsein und sah plötzlich lächelnd Radha und Krishna vor sich stehen und hörte die magische Flöte Govindas. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Krishna Prema hat einmal geschrieben: „Wenn du das Ewige erlangen möchtest, musst du dein Boot von deinem bekannten und gesicherten Küstenwasser wegsteuern und zum anderen Ufer hingelangen. Auf seinem Sterbebett sagte er die letzten Worte: „Mein Schiff segelt nun davon“. Am 14. November 1965. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am 26. November schreibt der Präsident von Indien, Dr. Radhakrishnan: „Ich bin zutiefst traurig zu hören, dass Sri Krishna Prem weitergezogen ist. Ich habe so viel über ihn gehört, hatte aber nie das Glück, ihm persönlich zu begegnen. Ich weiss, dass er nicht gewöhnlich war. Wir haben eine grosse Seele verloren auf dieser Erde.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kurz vor seinem Tod schreibt er Dilip Kumar Roy: „Man übergibt das Sterbliche als ahuti (als Gabe) der Flamme des Unsterblichen. Selbstdarbringung muss total und bedingungslos sein. Dafür setzt man alles, was nicht wesentlich ist auf das, was immer voller Substanz ist. Das ist die vollständige Ersetzung der Selbstsucht durch Krishnas lieblichen Willen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Quellen: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- Sri Madhava Ashish, "Sri Krishna Prem through the eyes of a disciple" &lt;br /&gt;Krishna Prema, „Initiation into Yoga: An Introduction to the Spiritual Life » (London: Rider and Company, 1976), According to the foreword by Sri Madhava Ashish, this essay was originally written around the start of World War II. The first part of the essay had been published as "The Search for Truth" in a volume of that title, published in Calcutta in 1938. [Sri Krishna Prem, The Search for Truth (Calcutta: Ganesh Chandra Bose, 1938).]&lt;br /&gt;- „Yoga of the Bhagavad gita“&lt;br /&gt;- Dilip Kumar Roy, Yogi Sri Krishna Prem (Bombay: Bharatiya Vidya Bhavan, 1968)&lt;br /&gt;- Andrew Rawlinson, ”Sri Krishna Prem/Ronald Nixon," The Book of Enlightened Masters: Western Teachers in Eastern Traditions (Chicago: Open Court, 1997)&lt;br /&gt;- Narendra Nath Kaul, "Preface" and "A Biographical Note," Writings of Sri Krishna Prem; An Introduction (Bombay: Bharatiya Vidya Bhavan, 1980)&lt;br /&gt;-     O.B.L. Kapoor, "Sri Krishna Prem and Yashoda Ma," Braj ke Bhakt (Aravali press,          1992)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6498584304148876362-2104283336622159647?l=jayaradhesyam.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/feeds/2104283336622159647/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=6498584304148876362&amp;postID=2104283336622159647' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/2104283336622159647'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/2104283336622159647'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/2009/03/die-verwandlung-von-ronald-nixon.html' title='Die Verwandlung von Ronald Nixon'/><author><name>Radhe</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05058813935437230347</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='27' src='http://2.bp.blogspot.com/_rnDcQvodD40/SX3HECimfdI/AAAAAAAAAAc/UCNm1sbS9ME/S220/schweiz.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6498584304148876362.post-1518319783274298871</id><published>2009-02-18T12:13:00.001+01:00</published><updated>2009-02-18T12:14:45.635+01:00</updated><title type='text'>Treue zum Innersten</title><content type='html'>Wenn ein Mensch Wahrheit berührt, die völlig jenseits seines bekannten Lebens ist, wird man natürlicherweise entflammt. Ein Feuer wird entfacht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Begeisterung und Euphorie sind aber nur Begriffe der Peripherie eines inneren Weges. Wer sich in der äusseren Freude verliert, wird schnell die Erfahrung eines Strohfeuers machen. Das brennt kurz lichterloh und es gibt Menschen, die sich dann für erleuchtet halten. Aber schon Momente später ist es wieder erloschen und abgebrannt. Es ist leicht bei Menschen das Feuer kurzfristig zu entflammen. Man kommt in eine intensive Situation und ein Raum zur Unendlichkeit öffnet sich. Viele Menschen sind begeistert und machen eine öffnende Erfahrung der Liebe. Die ganze Welt ist nur noch Liebe. Doch dann, ganz plötzlich, ist alles verschwunden. Eben war noch alles Liebe und nun ist wieder die alte Betäubung, die Dumpfheit und die Angst vorhanden. Ist man nun noch immer bereit, in die Hingabe zu gehen? Oder wird man sich zurückziehen und warten, bis man das nächste Mal eine überschwängliche Erfahrung von Liebe hat, in der man glaubt, sich wieder hingeben zu können. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;An diesem Punkt wird das innere Leben an seine vielleicht wichtigste Herausforderung hingeführt: an die Bereitschaft, das Feuer weiter zu nähren, auch wenn es nicht stark brennt. Die Ermutigung zur innere Treue und darin weiterzugehen, auch wenn man nichts sieht. Nachdem die erste Phase des Brennens vorbei ist, zeigt sich die Reife, inwiefern es einen wesentlich um Erkenntnis geht. Inwiefern es einen um Krishna geht oder um seine eigenen Erlebniswelten.&lt;br /&gt; Ist man bereit, den Kräften klar zu begegnen, die Sand auf das Feuer streuen wollen, die sich dem Alten zuwenden wollen und die möchten, dass alles so bleibt, wie es immer war? &lt;br /&gt;Es ist ganz natürlich, dass der Enthusiasmus nicht immer gleich ist. Es gibt Phasen, in denen es lichterloh brennt und in anderen zieht es sich bis in die Glut zurück. &lt;br /&gt;Unabhängig davon fordert es in mir die kontinuierliche Hinwendung der Aufmerksamkeit auf die Seele, auf ihre Beziehung zu Krishna. &lt;br /&gt;Der innere Weg ist nur schon deshalb nicht immer begeisternd, weil sonst meine Erfahrungssucht und den Drang nach äusserer Stimulation nur genährt würden. Die alten Tendenzen zur Bequemlichkeit, zu kurzfristigem Erfolg und Wohlergehen werden in dieser Phase erst überwunden. &lt;br /&gt;Ist man bereit, weiterzugehen als die Erfahrungen schlichter Begeisterung?&lt;br /&gt;Ausdauer, Geduld und Treue führen tiefer als die aufbrausende Euphorie. &lt;br /&gt;Dann berührt man einen Strom ununterbrochener stillen Freude, der kontinuierlich erfahren wird und der nicht mehr abhängig ist von den Umständen im Aussen wie Augenblicke der Überschwenglichkeit oder Augenblicke der Schlichtheit und Nüchternheit. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Solange man diesen Zuständen noch Wert zuspricht, wird innere Tiefe verunmöglicht. &lt;br /&gt;Die Seele ist nie verschmolzen mit all den erlebten Zuständen in der Welt der Gedanken und Emotionen und den Erlebnisse, die diese durchlaufen. Der innere Weg lehrt Abstand zu bewahren von der Welt der vorbeiziehenden Formen und Zustände.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dann ist es wirklich gleichgültig, ob der Augenblick begeisternd oder schnöde ist, ob klein oder gross, ob einfach oder spektakulär, ob er viel Wirkung zeigt in der Welt oder bescheiden bei sich bleibt, ob er freudvoll oder schmerzvoll ist. &lt;br /&gt;Bei Krishna ist die kleinste aufrichtige Zuwendung zu ihm niemals unvergessen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6498584304148876362-1518319783274298871?l=jayaradhesyam.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/feeds/1518319783274298871/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=6498584304148876362&amp;postID=1518319783274298871' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/1518319783274298871'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/1518319783274298871'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/2009/02/treue-zum-innersten.html' title='Treue zum Innersten'/><author><name>Radhe</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05058813935437230347</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='27' src='http://2.bp.blogspot.com/_rnDcQvodD40/SX3HECimfdI/AAAAAAAAAAc/UCNm1sbS9ME/S220/schweiz.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6498584304148876362.post-653612489545674027</id><published>2009-02-14T12:32:00.002+01:00</published><updated>2009-02-14T12:32:58.194+01:00</updated><title type='text'>Bolo bolo</title><content type='html'>„Und wieder sitze ich im Bus. Es ist morgens um sieben Uhr dreissig, Linie 32. Es ist regnerisch und kalt, bald wird es wieder schneien. Die Nässe durchdringt Schuhe und Hosen.Wie gelähmt sitze ich da und sehe die gefassten, ruhigen Gesichter. Eine junge Frau unterdrückt ein Gähnen, verzieht ihre Mundwinkel. „Nordstrasse“, brummt der Chauffeur. Wieder überfällt mich dieses Gefühl der Fremdheit. Ungläubig starre ich durch das Fenster. „Wozu das Ganze?“ „Warum mache ich das noch mit?“ „Wie lange noch?“ Eine Maschine hat mich im Griff. Ekel staut sich inmeiner Brust. Es geht unaufhaltsam dem Arbeitsplatz entgegen. Der Aufschub ist kurz, die Zeit zerrinnt von Station zu Station. Gewaltsam wurde ich aus dem Schlaf entrissen, widerstandslos verschlingt mich die Alltagsmaschine. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine Haltestelle kommt, doch ich kann nicht aufstehen. Ich bleibe sitzen bis zur Endstation. Aber der Bus hält nicht mehr. Er fährt weiter: durch Österreich, Jugoslawien, die Türkei, Syrien, Persien…nach Indien. Unterwegs verwandelt sich der Bus: Er wird umgebaut, farbig bemalt, mit Betten versehen, repariert, dem wechselnden Klima angepasst. Die etwa zwanzig Passagiere werden zu einer engen Lebensgemeinschaft. Sie suchen unterwegs Jobs, um den Treibstoff, die Ersatzteile und die Lebensmittel kaufen zu können. Alle arbeiten werden geteilt. Sie erzählen sich ihre Geschichten. Das andere Gesicht des Alltags kommt bei allen zum Vorschein: Leistungsverweigerung, Sabotage, Indiskretionen, Krank-Feiern, solidarische Aktionen, Racheakte gegen Chefs, nächtliche Anschläge. Alle haben auf ihre Art irgendwann Widerstand geleistet und versucht, die Maschine aufzuhalten. Vergeblich. Fünf Jahre später kehrt der Bus zurück. Er ist von Auf- und Anbauten überkrustet, trägt Inschriften in unbekannten Alphabeten, hat bunte Vorhänge. Niemand erkennt ihn wieder, und die Rückkehrer sind Fremde geworden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Haltestelle. Aussteigen. Der Traum ist zu Ende. Wochenenden, Ferien, Illusionen und Fluchtphantasien gehen immer wieder zu Ende, und wir sitzen wieder im Bus oder in der Strassenbahn, im Auto oder in der U-Bahn. Die Alltagsmaschine triumphiert über uns. Wir sind ein Teil von ihr. Sie zerstückelt unsere Energien in Zeitfragmente, kanalisiert unsere Energien, zermalmt unsere Wunschträume. Wir sind nur noch gefügige, pünktliche, disziplinierte Zahnrädchen in ihrem Getriebe. Und die Maschine selbst treibt dem Abgrund entgegen. Auf was haben wir uns da eingelassen?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So beginnt das Kultbuch des Anarchismus, „Bolo bolo“, das einen Ansatz einer neuen Gesellschaft visioniert. Es ist doch wertvoller, auf eine Utopie zuzugehen, als in einer Illusion weiterzuleben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer hat nicht schon einmal in sich das Gefühl in sich getragen, auszubrechen, das Neue zu wagen, auch wenn es verrückt scheint?&lt;br /&gt;Es gibt natürlich viele Gründe, alles beim Alten zu belassen, aber die Würde zum innersten Selbst will sich nicht zufrieden geben mit dem Bequemen, mit dem Zustand, wie er halt immer schon war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gemäss dem Gesetz der Trägheit will alles so bleiben, wie es ist. Wir auch! Das Wagnis, aus sich herauszutreten, "uns" hinter uns zu lassen, und uns voller Vertrauen dem ganz Frischen und Neuen zu überantworten, letztlich Gott, damit er mit uns tue, wie es ihm gefällt - dies erscheint dem bedingten "Ich" geradezu unmöglich. Wir wehren uns gegen eine solche Zumutung (da eilt uns die Stimme der Angst zu "Hilfe") und tun alles, um ihr auszuweichen. Lieber gewöhnen wir uns daran, einen Splitter im Finger zu haben, als uns dem Schmerz der Operation zu stellen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist nicht, dass wir es nicht wagen, weil es schwierig sein könnte, sondern weil wir nicht wagen, ist es schwierig.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6498584304148876362-653612489545674027?l=jayaradhesyam.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/feeds/653612489545674027/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=6498584304148876362&amp;postID=653612489545674027' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/653612489545674027'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/653612489545674027'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/2009/02/bolo-bolo.html' title='Bolo bolo'/><author><name>Radhe</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05058813935437230347</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='27' src='http://2.bp.blogspot.com/_rnDcQvodD40/SX3HECimfdI/AAAAAAAAAAc/UCNm1sbS9ME/S220/schweiz.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6498584304148876362.post-1905447901401088585</id><published>2009-02-09T02:56:00.002+01:00</published><updated>2009-02-09T02:56:27.428+01:00</updated><title type='text'>Ringen um Worte</title><content type='html'>Rumi sagt, Worte seien nur Staub, den der Besen „Zunge“ hervorbringt auf der Grundlage der Erfahrung.&lt;br /&gt;Alle Heiligen haben unter diesem Staub der Worte zu leiden gehabt. Sie können in Bildern umschreiben, hinweisen, aber nie tel quel benennen, was mit ihnen geschah und wie sie Gott wahrnehmen. In der Sprache der Menschen wohnt eine gewisse Hilflosigkeit, das Ewige allgemein verständlich auszudrücken. &lt;br /&gt;Wie kann man sich über etwas, das nicht die uns umgebende objektive Realität darstellt, verständigen? Kann man einem Wesen ohne Geruchssinn den Duft einer Rose verständlich machen? Einem Nichtverliebten den Zustand des Verliebtseins vermitteln? Einem Nüchternen die Gott-Trunkenheit? Unsere Sprache erfährt da eine Hilflosigkeit.  Wir können das, nachdem wir uns am meisten sehnen, nicht so einfach kommunikativ miteinander teilen. &lt;br /&gt;Es geht um das Problem der unzureichenden Sprache, die Unausdrückbarkeit, die Unsagbarkeit wenn es um das Thema Gott geht. &lt;br /&gt;Für einen Fundamentalisten ist es klar: „es steht doch genau so geschrieben und man muss es nur noch schlucken“. Unsere Welt ist allerdings Beweis genug dafür, dass unreflektierte, nicht durchdachte und aufgeschlüsselte Spiritualität viele aufrichtige Menschen in die Gottesferne getrieben hat. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Angelus Silesius (1624-1677) schreibt: &lt;br /&gt;„Je mehr du nach ihm greifst, je mehr entwird er dir.“&lt;br /&gt;Die Sprache ist zu eng, zu verstaubt, zu nichts sagend, zu irreführend, um den mystischen Zustand auszudrücken. &lt;br /&gt;Alle Worte sind besetzt mit einer innerweltlichen Erfahrung. Jedes Wort ist in uns mit einem Bild besetzt. Genau das macht die Worte, die das Heilige umschreiben, zum Götzen, zum selbst gemachten Bild. &lt;br /&gt;Es braucht das Misstrauen gegenüber der Sprache. Sie ist eine Konvention, eine Abmachung innerhalb dieser Welt, der wir alle einfach zugestimmt haben, um die benennbare Welt zu benennen. &lt;br /&gt;Peter Bichsel schreibt in einer Geschichte, wie jemand sich dieser Konvention entzog und eigene Benennungen machte. „Ich nenne ab heute einen Stuhl Bett, Tisch nenne ich Decke, Essen nenne Fahren, Käse nenne ich Kaulquappen, etc.&lt;br /&gt;Er setzt sich auf das Bett an der Decke um Kaulquappen zu fahren.“ Die Sprache hat etwas Willkürliches… und eignet sich deshalb nicht für das Unveränderbare. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Raghunnatha das Goswami spricht im „Vilapa Kusumanjali“ von „mukha asvadan-vat“, dass er sich wie ein Stummer fühle, der etwas Wunderbares erlebt hat, aber nicht fähig ist, die gesamte Erfahrung zu vermitteln. Er erlebt seinen Austausch im ewigen spirituellen Körper mit Srimati Radhika in der ewigen Welt, kann aber nur Bruchstücke davon in diese Welt hineintransportieren und diese dann auch nur in Bengali, einer Sprache, in der die Menschen seines Umfeldes jedes einzelne Wort mit einem Bild ihrer eigenen Erfahrung besetzt hatten. &lt;br /&gt;Eine franziskanische Mystikerin in Italien, Angela von Foligno (1248-1309), nennt ihre eigenen höchst präzisen Schilderungen dessen, was sie im Austausch mit Gott erlebt hat, Blasphemien. &lt;br /&gt;Ein klassisches Zeugnis der abendländischen mystischen Tradition für die Limitiertheit der Sprache ist das Traktat „Wolke des Nichtwissens“. Ein unbekannter englischer Priester aus dem 14 Jahrhundert, vielleicht ein Kartäusermönch, hat diese Erfahrung niedergeschrieben. &lt;br /&gt;„Wenn ich von Dunkel spreche, so meine ich ein Dunkel des bewussten Erkennens, das zwischen dir und einem Gott liegt.“ (4. Kapitel)&lt;br /&gt;Kurz vor seinem Tod hatte Thomas von Aquin, dem grössten Denker und theologischem Konzeptdenker des Mittelalters, während einer Messe ein mystisches Erlebnis, das ihm die Sprache verschlug. „Mir ist solches geoffenbart worden, dass das, was ich mein Leben lang geschrieben und gelehrt habe, als belanglos erscheint. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Rede wird flach, geistlos, banal, wenn sie glaubt, alles zur Verfügung zu haben, alles genau erklären und umschreiben zu vermögen. Das kann vielleicht die technische Beschreibung, aber nicht die die Faszination der Liebe. An der Grenze und nicht im Inland, wächst die Sprache. Bei Gott sind alle Worte nur noch ein Stammeln, Hinweis, den derjenige versteht, der die gleiche Erfahrung geschenkt bekam oder zumindest in die gleiche Richtung schaut. &lt;br /&gt;Das Thema Gottes ist das, was uns unbedingt angeht (Paul Tillich), es ist das mystische Apriori, der heilige Imperativ. Die Bemühung, Gott zu verstehen, ist durch die Erkenntnis der Limitation der Sprache nicht lahm gelegt oder verunmöglicht, sondern wird nur differenzierter. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jede Aussage über Gott wirkt limitierend und würde ihn schmälern. Deshalb bediente sich die mystische Sprache der via negativa, der Negation von allem, um wenigstens darauf hinzuweisen, dass die Erfahrung Gottes von grundlegend anderer Wesensart ist. Für sie ist die Verneinung (griechisch apophaseis) wahr und die Bejahung (kataphaseis) unzureichend. Apophatische und kathaphatische Tradition – das Wahre und das Unzureichende, ergänzen sich in Wirklichkeit und bleiben aufeinander angewiesen. So gelangt man über die bisherige Besetzung des Wortes hinaus – zu dem hin, was das Wort letztlich ausdrücken möchte. &lt;br /&gt;Um den Worten ihre Ladung zu entnehmen, die sie durch die eigenen Erfahrungen automatisch bekommen haben, braucht es das Zulassen der Ungewissheit. Das Vedanta Sutra spricht von avacaniyata, der Unfähigkeit der Worte, die Wahrheit zu erfassen. Das muss wirklich angenommen werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zulassen der Ungewissheit&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Alltagbewusstsein in der Umgangswelt denken wir, dass wir manchmal etwas missverstehen, dass wir aber doch das meiste erkennen und verstehen.&lt;br /&gt;Sat-Sang, Gemeinschaft mit Heiligen, lässt uns das Gegenteil diagnostizieren: auch wenn man im spirituellen Leben meint, etwas verstanden zu haben, ist es mit grosser Wahrscheinlichkeit einfach ein erneutes Verkennen.&lt;br /&gt;Diese Missdeutung und Verfälschung geschieht aufgrund des riesigen Schattens, den wir mit uns tragen, ein Schatten von vergangenen Eindrücken. Ohne dieses Handicap wäre jegliches spirituelles Bemühen eine Einfachheit.&lt;br /&gt;Dieser dicke Filter unserer eigenen selbst verursachten Vergangenheit kreiert auch im Heiligsten wieder Dunkelheit.&lt;br /&gt;Alles Verstehen, jede Verwirklichung wird dadurch verzerrt und es untersteht nicht einmal der eigenen Kontrolle, es nicht zu verzerren.&lt;br /&gt;Aber was man tun kann, ist, dies einzugestehen, dieses Phänomen anzuerkennen, die Achtsamkeit vergrössern, wodurch der verzerrende Teil des Unterbewusstseins verkleinert wird.&lt;br /&gt;Erst im Licht des Gewahrwerdens, in konstanter Aufmerksamkeit löst sich der Schatten der eigenen Eindrücke in jedem Wort allmählich auf, der ja genau aus der Unaufmerksamkeit besteht.&lt;br /&gt;Erst in der vollkommenen Bewusstheit und Wachheit wird dann das Missverständnis ausgeschlossen. Der Erwachte erst versteht wirklich. Und bis dahin ist die Erkenntnisfähigkeit gefärbt und getrübt, das Wissen auch immer noch teilweise Täuschung. In der Annahme und der Akzeptanz dessen wird das Ego geringer, da es sich einzugestehen hat, dass all sein Verstehen sehr relativiert wird von einem gleichzeitigen Missverstehen. All das, auf das sich das Ego behaupten möchte, ist gar nicht so gesichert. Das Ego verliert seine Sicherheit, wenn es sich eingestehen muss, dass all seine Annahmen Eventualitäten sind. Es wird durchlässiger. Auf jeden Fall wird man einfacher und unschuldiger und in der Unschuld wird die Meditation erst möglich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn die Widerstände gegen die Ungewissheit meiner Wahrnehmung und meines Verstehens sich auflösen, wird man offener und sensibler für die Möglichkeiten, die sich ausserhalb meines gegenwärtigen Verständnisses befinden. Man wird weniger bestimmt,  und festgesetzt, denn der Wissensstand ist noch nicht definitiv. Die arrogante Sicherheit löst sich auf, die gerade im Religiösen den eigenen Zugang zur Wirklichkeit blockiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn jemand verliebt ist in eine andere Person, fällt es enorm schwer zu sagen: „Es besteht die Möglichkeit, dass ich dich liebe. Ich liebe dich vielleicht“ Aber es entspricht der Wahrheit, denn im momentanen Zustand kann nicht mehr gesagt werden. Denn wie oft dreht sich diese so genannte Zuneigung in ganz kurzer Zeit in Hass um.... Wieso der dünnen Spitze des Eisbergs unseres Oberflächenbewusstseins gerade ganz vertrauen? Im nächsten Moment kann die Entscheidung wieder ganz anders aussehen, da im riesigen Bereich des Schattens noch ganz andere Informationen verborgen liegen, die das Handeln dann gezwungenermassen prägen werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein grosser buddhistischer Heiliger, Mahavira, benützte auch als erleuchtete Seele das Wort “vielleicht” “wahrscheinlich” in jeder Antwort, die er den Fragenden gab, was natürlich jede Aussage relativierte.&lt;br /&gt;Aus diesem Grund hatte er nicht viele Schüler, denn die bedingte Seele möchte Gewissheit, auch wenn es in ihrem Zustand gar nicht möglich ist. So lässt der Wunsch nach Sicherheit alles Gehörte zu einem Konzept versteifen, was die Erfahrbarkeit, die Verwirklichung des Verständnisses natürlich verunmöglicht.&lt;br /&gt;Die Menschen sind schon in einer unsicheren Existenz, in einem ungewissen Leben. Und aus dem heraus will man ein klares und absolutes Glaubenssystem.&lt;br /&gt;Deshalb spricht Krishna in der Bhagavad Gita davon, dass man für die Begegnung mit der ewigen Wahrheit (sanatan dharma) alle Hoffnung aufgeben und alle Schein-Sicherheiten hinter sich lassen muss (sarva dharman parityaja).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mahavira vermittelte keine Konzepte (das ist ein wichtiger Ansatz im Buddhismus geblieben). Als ihn jemand nach Gott gefragt hat, antwortete er: „Vielleicht“. Aber wenn man ein Gott verehren möchte, der ein „Vielleicht“ ist, dann würde auch das Gebet zu ihm zu einem „Vielleicht“ werden und das gesamte Glaubenssystem, seine Religion wäre eine Idee der Relativität. Aber in den konfessionellen organisierten Religionen sind „vielleicht“ und „aber“ gebannt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In aller Verwirrtheit und Konfusion des Alltags will der unernsthafte Gottsucher nun einfach Gewissheit und Sicherheit. Er will sich nicht der ewigen Suche nach Gott ausliefern, die ihn zunächst einmal noch in viel existentiellere Unklarheit hineinbringt, in der dann alle bisherigen akzeptierten Grundlagen auch noch zerfallen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und so mag der Ursprung des Glaubens noch so heilig und transzendental sein, aber er sucht ja nur ein kleinliches Festhalten, ein verbürgerlichtes Glaubenwollen, das ihm Sicherheit und Schutz, Gewissheit und Sorglosigkeit, letztlich eine Rechtfertigung für seine Anhaftungen im Leben vermittelt - ein gerettetes Leben als eine Bürgschaft für ein gutes Gefühl.&lt;br /&gt;Er will nur ein Gott, der ihn, seine Familie und sein Weinkeller beschützt, und zu dem er beten kann, wenn er gerade nicht mehr weiter weiss und wenn es ihm gerade schlecht ergeht – und will sich nicht von ihm erschüttern und entwurzeln lassen.&lt;br /&gt;Hätte er den Gott nicht, würde er sich einfach verloren und einsam fühlen. Und dafür soll Gott nun sein magisches Pflaster werden. &lt;br /&gt;Echte Heilige geben nicht oberflächlichen Trost und illusionären Mut, sondern zerstören ihn.  Sie vermitteln nicht Behaglichkeit und Wohlergehen, sondern eine radikale Kehrtwende, in der man sich selber verliert. Srila Sridhar Maharaja sprach immer wieder davon, „zu sterben, um zu leben“. Wir haben Angst davor.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn wir dieser Angst nicht begegnen, wird die ganze Spiritualität ein Ausweichen vor der Wirklichkeit, ein Einnisten in einer erneuten Illusion – die nun aber noch viel schwieriger zu durchschauen ist, da man ihr einen heiligen Deckmantel umlegte.&lt;br /&gt;Die echte Spiritualität setzt sich bereitwillig dem Vakuum der Ungewissheit aus, und darin wird man zu einem wahren Sucher.&lt;br /&gt;Man ist bereit, selbst alle bisherige Erkenntnis in Frage zu stellen, sämtliche angewöhnte Denkvorgänge kollabieren zu lassen. Und es bereitwillig einstürzen lassen. Man will nicht Scheinsicherheit, sondern Wahrheit, und für die müssen alle Hoffnungen und Erwartungen und Ansprüche hinfällig werden.&lt;br /&gt;Es braucht eine Bereitschaft für die Totalität, sonst wird man weiterhin einfach nur kleine Einsichten haben.&lt;br /&gt;Dann ist man bereit für Offenbarung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Offenbarung&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ludwig Wittgenstein sprach davon, dass die Sprache aus dieser Welt ist und es ihr dadurch verunmöglicht ist, Transzendenz zu beschreiben. Sie sei ein ganz anderes Werkzeug. &lt;br /&gt;Seinen Einwand muss ernst genommen werden. Vom Standpunkt der Offenbarung hat aber alles in dieser Welt göttlichen Ursprung und somit auch göttlichen Sinn. &lt;br /&gt;So existiert Sprache nicht nur dazu, um Informationen mitzuteilen, sondern vorrangig als Erwiderung für die Offenbarung (response-ability). Die Sprache hat göttlichen Ursprung und ist ursprünglich dazu gedacht, Gott zu verherrlichen (Srimad Bhagavatam 6.16.32). Aus diesem Grund spricht das Vedanta Sutra davon, dass eigentlich jedes einzelne Wort nicht praktisch gedacht ist, also nicht um Dinge in der Welt zu erwirken. &lt;br /&gt;Jedes Wort ist Verehrung und bezeichnet Gott. Deshalb ist es heilig. Am Anfang war das Wort.&lt;br /&gt;„Der Unvollkommene wäre nicht unvollkommen, wenn er nicht Hilfe von aussen bedürfte. Der Vollkommene wäre nicht vollkommen, wenn er nicht in der Lage wäre, sich selber mitzuteilen. Somit ist die Unterweisung, die zur Vollkommenheit oder der Absoluten Wahrheit führt, notwendigerweise eine Wirkung des Absoluten selber. Wir sind in unserer Wesensart gemäss ausgerüstet, die Gnade Gottes zu empfangen.“&lt;br /&gt;Srila Sridhara Maharaja „Guru and his grace“ (Einleitung)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heilige Texte gelten in allen spirituellen Traditionen als Offenbarung. Die Einwirkung Gottes darf aber nicht in die alte Gewohnheitsstruktur des Geistes integriert werden. Damit reduzierte sie sich auf leeres Konzeptwissen. Sie wird lebendig und aktiviert in der Reflektion im Innern, im Gebet und der Kontemplation und in der Gegenwart der Heiligen, die diese Hinweise in ihrer Lebensart verkörpern. &lt;br /&gt;Die Verliebten verstehen den kleinsten Hinweis ihres Geliebten. So dringt heilige Offenbarung Gottes hindurch durch die Wirrnis der von unseren vergangenen Eindrücken besetzten Worten. &lt;br /&gt;„Während dein Inneres vor Liebe zu brennen scheint, lässt er dich etwas von dem unaussprechlichen Geheimnis seiner göttlichen Existenz ahnen. („Wolke des Nichtwissens“ Kapitel 26) &lt;br /&gt;Wenn sich das Unbegrenzte im Begrenzten offenbart, behält es die Eigenschaft der Unbegrenztheit bei. &lt;br /&gt;prati sloka prati akshare nana artha kaya (Caitanya Caritamrta 24.318) «Jeder Vers und jede einzelne Silbe aus der Offenbarungsschrift hat unzählbar viele Bedeutungen ». &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fundamentalismus wäre da offensichtlich zu eingleisig. Die Offenbarung im Wort (die heilige Schrift) verlangt die Weitung des eigenen Verständnisses, um sensibel zu werden für das, was Krishna da einem wirklich offenbaren möchte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Geschichte des barmherzigen Samariters aus Lukas 10 beleuchtet auf schöne Weise, dass die heilige Offenbarung aufgeschlüsselt werden muss und man nicht einfach denken kann, sie im Besitz zu haben. &lt;br /&gt;Der Priester und der Levit, die an dem von Räubern schwer Verwundeten vorbeigehen, sind fromme, gottesfürchtige Leute. Sie „kennen“ Gott und sein Gesetz. Sie haben Gott, wie der Wissende das Gewusste besitzt. Sie wissen, was Gott von ihnen will im Sein und im Handeln. Sie wissen auch, wo Gott zu finden ist – in der Heiligen Schrift und im Kult des Tempels. Gott ist für sie vermittelt durch die vorgegebenen Institutionen. Sie haben ihren Gott – und er lässt sich nicht auf der Strasse zwischen Jerusalem und Jericho finden. Was ist falsch an dieser Gotteserkenntnis? Nicht die Rituale im Tempel und auch nicht die Heilige Schrift. Sondern die Erkenntnis Gottes, die keine Nicht-Erkenntnis zulässt. Sie sind festgefahren in einem bestimmten Verständnis. Das heilige muss sich immer weiter ausdehnen und in ihm gibt es nie Stagnation. Das ist die wesensgemässe Reaktion auf das Unbegrenzte. &lt;br /&gt;Dann kann durch die Worte hindurch Wirklichkeit durch scheinen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6498584304148876362-1905447901401088585?l=jayaradhesyam.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/feeds/1905447901401088585/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=6498584304148876362&amp;postID=1905447901401088585' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/1905447901401088585'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/1905447901401088585'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/2009/02/ringen-um-worte.html' title='Ringen um Worte'/><author><name>Radhe</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05058813935437230347</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='27' src='http://2.bp.blogspot.com/_rnDcQvodD40/SX3HECimfdI/AAAAAAAAAAc/UCNm1sbS9ME/S220/schweiz.jpg'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6498584304148876362.post-3967409482274891531</id><published>2009-01-26T15:15:00.002+01:00</published><updated>2009-01-26T15:16:28.183+01:00</updated><title type='text'>Sanga - spirituelle Gemeinschaft</title><content type='html'>Die Mystik des Fussballstadiums ist zwar ein Zusammensein, aber nicht Sanga (heilige Gemeinschaft). Die kollektive Entzückung,  Anhänglichkeit, Schwelgen im Gemeinschaftsgefühl, … das hat mir persönlich immer nur die Sehnsucht nach Alleine-Sein verstärkt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man fühlt sich Einsam… das ist die zwangsläufige Folge einer Abtrennung der Beziehung zu Krishna… Der daraus resultierende Überlebungskampf nennt man im Alltagsbewusstsein „sein eigenes Leben“. &lt;br /&gt;Der Einsame hat sich isoliert von einer Intensivität, von einer brennenden Nähe. Wenn man diese brennende Nähe mit Gott nicht aushalten will, dann ist die Anhänglichkeit in einer Gruppe nicht sanga, sondern Ausflucht und Vermeidung. &lt;br /&gt;Soziales Zusammensein ist eine Anstrengung, da es nicht auf dem inneren Vermögen zum Allein-sein fusst. Sanga ist nicht Geselligkeit und Aufgehobenheit in lähmender Gewohnheit, und auch nicht die Sicherheit im Rudel. &lt;br /&gt;Wahres Zusammensein beruht auf der Fähigkeit zum inneren Ledigsein von allem. Ledigkeit ist die Bedingung für Empfänglichkeit. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alleinsein wird meistens äusserlich verstanden… dieser Körper ist allein und kein anderer Körper ist in Sicht. &lt;br /&gt;Das innere Verständnis von Alleinsein birgt die grosse Herausforderung: das Erkennen, dass es tatsächlich darum geht, dass man jede vermeintliche Orientierung nach aussen aufgibt. Man benötigt das Festhalten an Strohalmen nicht, um zu überleben. Und man lässt sich ganz nach innen fallen, Sri Krishna ergeben, lässt sich ein auf einen Raum, der einen zuerst unbekannt und fremd ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da existiert Gemeinschaft – Verbundenheit mit allem. Da ist natürliches Zusammensein ohne Anstrengung, in umschwänglicher Freude. Niemand stellt eine Konkurrenz dar. &lt;br /&gt;Wenn dort jemand in einen Baum schneiden würde, würde ich hier bluten. In diesem Verständnis von Sanga, Verbundenheit, versteht man auch die Notwendigkeit des Vegetarismus. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da erfährt man Gemeinschaft: Die Weisen sehen das Gleiche in einem wissenden und demütigen Brahmana, in einer Kuh, im Elefanten, in einem Hund und in einem Hundeesser. (Bhagavad Gita 5.18)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weisheit führt zur Samatva, Gleichmut und Gelassenheit. Man wird disinteressiert an den Bewertungen der Unterschiedlichkeiten in der Wandelwelt.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;In diesen Momenten schaut man hinter den Schleier der Phänomene und weiss ganz genau: ich will keine Karriere, ich will nicht Reichtum, ich will nicht Bequemlichkeit und Konvention…. Das Wachsein brennt – und man sieht weit weg im Gegensatz dazu die Wandelwelt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch die meisten haben dann wieder Phasen, wo man lieber schlafwandelt, wo man so sein möchte, wie die anderen. Doch auch inmitten der Anpassung im Leben der Konvention erwacht irgendwann die Sehnsucht wieder: „ich will die Wahrheit und nichts anderes!“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alle Menschen haben Momente des Aufwachens – und waren dann wieder erfolgreich im Zudecken. So treibt man wieder an der Oberfläche und kämpft eines kleinen Glückes willen ums Überleben. Dann hat man Berufs-glück, Erfolgs-glück, Reise-glück, Sex-glück, Erfolgs-glück, Religionszugehörigkeitsglück, Befriedigungs-glück – alles Strategien, um die Maske aufrecht zu erhalten. &lt;br /&gt;Fühlt man den Schrei nach Freiheit? Unendliche Freiheit – und nicht die verbürgerlichte Version davon….&lt;br /&gt;Da sind wir zusammen. Da beginnt spirituelle Gemeinschaft.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6498584304148876362-3967409482274891531?l=jayaradhesyam.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/feeds/3967409482274891531/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=6498584304148876362&amp;postID=3967409482274891531' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/3967409482274891531'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/3967409482274891531'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/2009/01/sanga-spirituelle-gemeinschaft.html' title='Sanga - spirituelle Gemeinschaft'/><author><name>Radhe</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05058813935437230347</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='27' src='http://2.bp.blogspot.com/_rnDcQvodD40/SX3HECimfdI/AAAAAAAAAAc/UCNm1sbS9ME/S220/schweiz.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6498584304148876362.post-9199887511174724387</id><published>2009-01-16T10:33:00.004+01:00</published><updated>2009-01-16T10:37:57.004+01:00</updated><title type='text'>karma-yoga</title><content type='html'>Die Kunst des Handelns&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gewinn ist nicht ein Ziel sondern ein Resultat, das entweder kommt oder auch nicht und auf jeden Fall nebensächlich ist. Das ist sehr schwer zu verstehen für einen Menschen geprägt von einer Gesellschaft, in der Gewinn und Erfolg im Aussen das Kriterium ist, ob sich dieses Leben gelohnt hat oder nicht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man isst nicht, um nachher Kot zu lassen und man lässt nicht Kot, um Dünger zu produzieren. &lt;br /&gt;Das ist karma-yoga ein Handeln, wo das Resultat, das outcome einer Bemühung, nicht einmal gross in das Bewusstseinsfeld eingerückt wird. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Selbst wenn das Resultat meines Mühens nicht eintritt, war dann dennoch die Arbeit nicht vergeblich, da man sich für das Unvergängliche zur Verfügung stellte und es in allem Tun nicht um vergängliche Früchte geht, sondern einzig um das Gewahrwerden als Seele.&lt;br /&gt;Das Tun wird zu einem Spiel in der Formwelt, in dem man nicht mehr wird, wenn man zum Beispiel viel Geld verdient und nicht weniger wird, wenn man alles über Nacht verlieren würde. Denn Besitz (umgesetztes Geld) und Zukunft verhelfen in keinster Weise seiner Identitätsfindung. Wenn man seine Ansprüche aufgibt, dass die Welt der Form einem glücklich und erfüllt machen müsse, dann erfährt man sofort eine Zufriedenheit, die alles im Leben durchzieht und nicht abhängig ist von Umständen und Zuständen in der Aussenwelt.&lt;br /&gt;Zufriedenheit ist dann nicht eine kurzfristige Kongruenz der Umstände mit meinen Vorstellungen, sondern einen Zustand, der in allen Situationen Bestand hat.  &lt;br /&gt;Man ist frei von der Abhängigkeit an den Formen des Lebens, an den Lebensumständen. Man braucht nicht mehr die Bürde seines Kampfes mit den Umständen mit sich zu tragen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nicht-Handeln&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Arbeit selbst kann zu Gebet werden, wenn sie in der Gegenwart Gottes verrichtet wird.&lt;br /&gt;Die Arbeit ist die eigene Antwort zur Gegenwart Gottes. Und er tut, arrangiert, kontrolliert alles. In der Ausklammerung Gottes als den wesentlichen Handelnden ist es verständlich, dass der Mensch Identität und Erfolg aus seinem Handeln pressen will. Es ist unmöglich, frei von den Früchten des Handelns zu sein, wenn man sich als ihr Verursacher sieht. &lt;br /&gt;„Die verwirrte Seele denkt, sie würde Dinge tun, die in Wirklichkeit von der Natur ausgeführt werden.“ (BG 3.27)&lt;br /&gt;Wer hat bewirkt, dass der Sommer vergeht und der Herbst kommt? War ich dies? Niemand denkt wahrscheinlich, dass er die Jahreszeiten produziert. Die Bhagavad Gita erklärt nun, dass auch die Bewegung des Körpers die Aktivität der Natur ist (unter Gottes Lenkung) und nicht ich selber. Die Grundkräfte der Natur (gunas) bewegen alles in der Welt. „Ich wache auf, ich lege mich schlafen, bewege mich durchs Leben, baue ein Haus…“ Aufgrund der Identifikation mit dem Körper denkt die Seele, da involviert zu sein. &lt;br /&gt;Die Bhagavad gita spricht von 5 Faktoren der Handlung (18.14): &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- dem Körper&lt;br /&gt;- den Sinnen (selbst wenn die Sinne funktionieren, kann man unkonzentriert sein und mitten in einem Vortrag nur an seine Probleme am Arbeitsplatz denken. Die Sinne mit der Aufmerksamkeit verbunden werden, damit sie registrieren)&lt;br /&gt;- der Bemühung (es gibt Fatalisten, die denken, es sei alles vorausbestimmt, alles sei karma, aber sonst würde Krishna die Seele ja nicht auffordern, in jedem Moment zu handeln (3.5) &lt;br /&gt;- dem Selbst (Die spirituelle Lehre ist komplex und nicht eingleisig. Immer wieder hört man die Anweisung, sich nicht als den Handelnden zu sehen, aber hier wird das Selbst als karta, als Handelnden beschrieben. Natürlich hat die Seele freier Wille, Wunschkraft, aber nicht die Unabhängigkeit, alles nach ihren Wünschen zu gestalten. Diese hat nur Gott inne. Verwirrung wäre also, sich als den alleinigen Handelnden zu betrachten. Man ist Mitwirkender. Der größte Irrtum ist, zu glauben, man selbst mache alles. In Wahrheit sind wir wie kleine Zellen in den Händen des Kosmischen Organismus.&lt;br /&gt;-daiva (Gott selbst, der als Beobachter und Erlaubnisgeber in allem gegenwärtig ist. Er ist der Bewegende von allem (9.10) und lenkt alle Körper gemäss dem Radius ihrer Wünsche. ^&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alle meditativen Praktiken zielen ja gerade dahin, zu erkennen, dass man nicht der Bewegende des Körpers ist (buddhistische Gehmeditation) und auch nicht der Macher seiner Gedanken und Stimmungen. &lt;br /&gt;Wenn man in der ganzen göttlichen Arrangierung drin nur ein kleiner Mitwirker ist, wie will man da noch Ansprüche auf die Resultate erheben? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Einlassen auf die Arbeit in der Haltung von Karma-yoga wird man nicht gespalten in die Zweiheit Aktion und Kontemplation, in Introversion und Extroversion, sondern sie ist Gehorsam, sie ist das Hören auf ihn und erzeugt Durchlässigkeit für ihn –  und das ist der wesentliche Erfolg, der alles Klauben und kleinliche Ausstrecken nach Zusatzfrüchten verblassen lässt..&lt;br /&gt;Seine Präsenz durchdringt meine Arbeit. In Gottes Angesicht zu arbeiten verlangt, dass man mit innerer Ruhe und ohne Hast arbeitet, aus der eigenen Mitte heraus, ganz gesammelt. &lt;br /&gt;Wer hastig und nachlässig arbeitet und alles auf einmal erledigen will, dem entgeht Seine Gegenwart. Er erhält vielleicht ein Resultat im dreidimensionalen Raum, aber genau um das geht es ja nicht. Denn das Verlustgefühl der Verbundenheit mit Gott erlebt man selbst im grösstmöglichen Gewinn auf der physischen Ebene noch als Schatten mit, als Leere.&lt;br /&gt;Uns seine alles-erfüllende Gegenwart relativiert selbst das Drama auf der menschlichen Ebene hin zur Unbedeutsamkeit, was aber nicht hin zur Gleichgültigkeit und Entwertung der physischen Sphäre führt. &lt;br /&gt;“Bemühe dich nur um die Tat, niemals aber für die Frucht des Handelns (das Resultat). Halte dich nicht für die Ursache der Ergebnisse deines Tuns.&lt;br /&gt;Das Resultat soll nicht den Beweggrund des Handelns sein, noch neige zur Untätigkeit.”&lt;br /&gt; (Bg 2.47)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;“Weihe alle deine Tätigkeiten Mir, dein Bewusstsein auf die Überseele gerichtet (die der wirkliche Ausführende der Tätigkeiten ist), frei von Verlangen nach Gewinn (ohne Erwartung) und Besitzstreben ("Mein-Gefühl") und bemühe dich, frei von Fieber (mentaler Spannung und Verkrampfung).” (Bg 3.30)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gelöstheit&lt;br /&gt;Das heisst nicht, dass man nicht tätig sein soll, Neues lernt, neue Länder erkundet, neue Menschen kennen lernt, Kenntnisse und Fachwissen erwirbt, körperliche und geistige Fähigkeiten entfaltet und erschafft, wozu man auf dieser Erde berufen ist.&lt;br /&gt;Aber in all dem drin versucht der Karma-yogi nicht noch etwas zu sich hinzuzufügen. Er verklebt sich nicht mit dem, was er tut. Er lässt seine Tätigkeit nicht zu seiner Identität werden. Man projiziert keine Hoffnung auf Erfüllung ins Aussen. Weil die ursprüngliche Gottessehnsucht nicht durch umgesetzte Ambition im aussen ersetzt werden kann, enden diese enttäuschten Bemühungen nur in einem verkrampften Suchen nach mehr. Man denkt, die Leere resultiere aus dem Zuwenig. Aber man kann mit Quantität niemals das wieder gut machen, was man an Ausrichtung verfehlte. &lt;br /&gt;Es ist nichts Falsches daran, aktiv und engagiert in der Welt zu sein – das ist sogar erforderlich (nahi kascit ksanam api – Bhagavad gita 3.5). Das Problem liegt nur, Hoffnung an die Aktivität zu klammern, die von der Tätigkeit und dem Resultat davon nie erfüllt werden können. Das führt zu einer Unruhe, in der man glaubt, immer noch etwas Neues tun zu müssen, um das Loch zu stopfen, um noch etwas hinzuzufügen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anerkennung &lt;br /&gt;Ein Suchen nach Besonderheit, die man in die Arbeit hineinwebt, ist das, was die Arbeit schwer macht. &lt;br /&gt;Die Seifenblase seiner persönlichen kleinen Lebensgeschichte wird bald vergehen, aber die meisten Menschen leben gefesselt in diesem Selbstgefühl einer vorgestellten Wirklichkeit. Das bedeutet, konstante Bedürftigkeit – das labile Selbstgefühl will gestärkt sein durch Dinge im Aussen und Gesichertheit erfahren. Sei es Besitz, Ansehen, Recht zu haben, oder als spirituell Erleuchteter angesehen zu werden….Das alles sind Bestärkungen der Identifikationsrolle, die man nicht ist. Ein sinnloses Unterfangen, die Fiktion des Ichs zu stärken. &lt;br /&gt;„Ich bin eine ewige Seele, zugehörig und erwartet von Krishna“ – das Spiel des Mehrwerdens durch Arrangierungen im Aussen, oder Identifikation mit der Arbeit, darf beendet werden, ohne jedoch das ich das Tätigsein beende – das ist Karma-yoga. Es ist ein Tätigsein, in dem es nicht um praktisches Erledigen geht, sondern nur um den Raum im Innern, wo man als Seele bei Krishna effektiv aufgehoben ist.&lt;br /&gt;Wie alles in der Welt – so deuten wir auch unser Tun. Man ist nicht einfach nur mit einer Arbeit beschäftigt, sondern man kommentiert auch, was man tut. Und dieser Kommentar beeinflusst ganz wegweisend unsere Beziehung zur Arbeit, unsere Stimmung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weil man durch seine Arbeit ständig seine Identität untermauern möchte und der Selbstbestätigung nachläuft, überfordert sie einen. &lt;br /&gt;Wenn man sie einfach tut als seine Aufgabe, als Arbeit um des Dienstes, und nicht der Anerkennung willen, veflöge alle Verbissenheit und Verkrampftheit. In dieser inneren Leichtigkeit ist man sogar effektiver in seinem Tun, in welchem sonst ein Grossteil der Energie mit dem Liebäugeln auf die Resultate und deren Bewertung verbraucht wird. &lt;br /&gt;Oft hat man Absichten in der Arbeit, die gar nicht durch die Arbeit erfüllt werden können: Man will Anerkennung durch die anderen, man möchte gelobt und beachtet werden und möchte sich etwas beweisen, dass man auch etwas kann. Diese Nebenabsichten verschlingen den Grossteil der Energie und das Resultat sind immer bittere Enttäuschungen. &lt;br /&gt;Es ist vernachlässigte Selbstverwirklichung, die man nun im Vergänglichen zu substituieren sucht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für den, dessen Freude nur im Selbst ist, und durch das Selbst allein befriedigt wird, und nur zufrieden ist im Selbst, für ihn gibt es nichts mehr zu tun (er hat keine Aufgaben mehr)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein selbstverwirklichter Mensch verfolgt in seinem Handeln keine Absicht (er hat nichts zu gewinnen durch Handlung) und ebenso gibt es für ihn keinen Grund, die Tätigkeit nicht zu verrichten (er hat auch nichts zu verlieren). Er bedarf nicht der Zuflucht bei irgend einem anderen Wesen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Bhagavad gita 3.17-18)&lt;br /&gt;Und so wird auch das Konzept von Arbeit zu einem Teil des Überlebenskampfes: Existenzkampf, Existenzangst… Es entspricht nicht der Aufgabe von Arbeit, in den Dienst eines egoistischen Überlebens- und Abwehrkampfes gestellt zu werden. Die meisten Menschen nehmen Arbeit, genauso wie den Müssiggang, als eine Droge, um sich zu betäuben, um vor sich selbst zu flüchten. &lt;br /&gt;Für den erwachenden Spiritualisten ist es wichtig, Arbeit wieder konsequent in den Dienst seines tiefen Freiheitswunsches zu stellen. Nur so kann Arbeit, wie sie durch den Menschen geschieht, wieder erfüllend und sinnvoll werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Karma-yoga ist Arbeit aus dem Selbst heraus. Es geht nicht darum, Dinge zu bewerkstelligen - dafür ist Gott zuständig und er erledigt seine Aufgabe - sondern nur um in einem den Raum der Begegnung zu schaffen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Kunst des Nicht-Tuns&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die meisten Menschen verstehen Nicht-Tun als „herumhängen“, in den Tag hineinleben, als arbeitsloses Freizeitvergnügen. Das hat nicht mit dem Nicht-Tun zu tun .Es ist eine geistige Angelegenheit des Aufgebens inneren Tuns. Auf der äusseren Ebene bedeutet „Nicht-Tun“ das zu tun, was zu tun ist.&lt;br /&gt;Nicht-Tun bedeutet nicht nichts zu tun. In diesem Missverständnis unterlässt man das, was zu tun wäre, und gerät in inneren Druck. Nichts mehr zu Tun, nichts mehr zu verhindern, nichts zu bewirken – das ist das Zurücknehmen eigener Ambition. Und darin wird sehr viel Lebendigkeit, Kreativität und Handlung geboren, die aber nicht in eine Verbissenheit im Handeln investiert wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bewertet wird alles Handeln in der vom Marktdenken beherrschten Welt mit dem Kriterium des Erfolges. Das zeigt ja nur auf, wie eingebunden das Ich an die Machtverhältnisse ist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich-los zu werden, ledig, frei, heisst auch, den Agenten der Macht in uns wegzuschicken, der uns von der Aussichtslosigkeit des Unternehmens, der Übermacht des Etablierten, überzeugen will. Ledig werden heisst auch, das Verhältnis von Erfolg und Wahrheit zu korrigieren. &lt;br /&gt;Karma-yoga bedeutet, die Empfindlichkeit für die Wahrheit wiederzuerwecken anstatt sich bewusstlos an den Gewinnern und der Siegessucht zu orientieren. Karma-yoga gibt die Gewissheit des Wesentlichen auch in einer jahrelangen Erfolglosigkeit in der Welt. &lt;br /&gt;Man darf die Wahrheit nie dem Erfolgsdenken opfern. Erfolgsversprechen ist nicht die wesentliche Kategorie, ob etwas getan werden soll oder nicht. &lt;br /&gt;Frei zu werden von den Zwängen des Erfolg-haben-müssens ist ein mystischer Kern, der im Trotz des stillen Weitergehens erscheint. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Thomas Merton, Trappistenmönch und ein führender Gegner des Vietnamkrieges hat 1966 in einem Brief auf den mystischen Grund der inneren Freiheit hingewiesen: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Mache dich nicht selbst abhängig von der Hoffnung auf Erfolge. Du musst damit rechnen, dass all dein Bemühen womöglich fruchtlos bleibt oder sich ins Gegenteil auswirkt. Rechne mit dieser Möglichkeit. Wenn du dich daran gewöhnst, wirst du dich allmählich immer mehr auf den Wert, auf das Richtigsein, auf die Wahrheit deiner jeweiligen Arbeit konzentrieren, unabhängig ihrer Ergebnisse.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Merton rät den Pazifisten, sich von dem Bedürfnis frei zu machen, eigene Bestätigung im Tun zu finden. Dann kann man offener sein für Gottes Kraft, die durch einen wirken will, ohne dass man es selber merkt. &lt;br /&gt;Eckhart sagt dem: Ich wirke darum, dass ich wirke“. Dieses Handeln speist sich nicht aus nachweisbaren Erfolgen, sondern aus Gott selber. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„ob dein Kampf zu tausend Siegen führt, das Herz der Welt schlägt weiter unberührt.“ Hermann Hesse&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Karma-Yoga&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Karma Yoga lehrt das uneigennützige Handeln ohne Blick auf den Verdienst der jeweiligen Handlung. Man soll nicht auf das Ergebnis versessen sein, sondern ohne jeweilige Absicht einfach gut handeln.&lt;br /&gt;Immer wieder kehrt man ein in der Frage, „Warum handle ich?“ „Was ist meine Motivation?“ Es ist immer die Absicht in der Handlung, welche Reaktionen gibt und nicht die Handlung selber. Die meisten Menschen verbinden mit Handlung den Wunsch, etwas zu erreichen, Geld zu verdienen, Ambitionen umzusetzen. Das sind genau Haltungen, welche den Karmayogi nicht antreiben.  Er erkennt alles in Gottes Führung und das Handeln ist für ihn nur das Sich-selber-zur-Verfügung-stellen.&lt;br /&gt;nirmatta matram bhava savya sacchin (BG 11.33) „Werde einfach ein Werkzeug meiner Selbst“, lädt Krishna Arjuna ein. Darin liegt ein Friede und eine Erfüllung, die viel tiefer geht als das sich Erfreuen an dem, was man getan oder erworben hat. &lt;br /&gt;Sri Krishna erklärt, dass in dem Gleichmut in Erfolg und Misserfolg, im Angenehmen und Unerwünschten, in der Abkopplung der Bewertung in der vergänglichen Welt, das Tor zur Unsterblichkeit existiert (BG 2.15). Man müht sich nicht für die Erfüllung eigener Vorstellungen, wie die Welt zu sein hätte, sondern arbeitet einzig und allein aus einem Sich-Schenken zur Welt und um im Inneren den Raum beizubehalten, in welchem man sich als unvergängliche Seele erkennt.&lt;br /&gt;Wenn es nichts zu gewinnen und auch nichts zu verlieren gibt, weswegen soll man sich dann noch bemühen, weshalb also noch irgendetwas tun? &lt;br /&gt;Gerade in der Freiheit persönlicher Ambitionen wird eine Freude geboren, tätig zu sein für die Harmonie des ganzen (sarva bhuta hite ratah – BG 5.25), ein Handeln mit ganzem Herzen und vollem Engagement.&lt;br /&gt;Nicht am Erfolg oder am Ergebnis zu hängen heißt nicht, dass man halbherzig handelt. sollte. Sondern man sollte das, was man tut, so gut machen, wie man kann. Wenn man handelt, denkt man, dass alles von diesem Bemühen abhängig ist, aber innerlich weiss man zugleich in jedem Moment, dass alles in höheren Händen aufgehoben ist. Man plant klug, denkt geschickt nach, und schreitet mit vollem Engagement und Herzen an die Durchführung heran. Krishna sagt: „Yoga Karmasu Kaushalam“ – „Yoga ist Geschick im Handeln“ (Bg 2.50). &lt;br /&gt;Wer nicht ständig an das Ergebnis denkt, geht in der Arbeit ganz auf, kann das erleben, was als „Flow“ bezeichnet wird, ein Mitfliessen, ein Mithandeln. Das ist Teilhabe Gottes.&lt;br /&gt;Das Wort „Opfer“ leitet sich ab vom lateinischen „operari“ also von Handeln und Werk. Jedes Tun soll Opfer sein, eine Darbringung an Sri Krishna. Abtrennung von der Wirklichkeit ist Sinnlosigkeit.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6498584304148876362-9199887511174724387?l=jayaradhesyam.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/feeds/9199887511174724387/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=6498584304148876362&amp;postID=9199887511174724387' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/9199887511174724387'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/9199887511174724387'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/2009/01/karma-yoga-die-kunst-des-handelns.html' title='karma-yoga'/><author><name>Radhe</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05058813935437230347</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='27' src='http://2.bp.blogspot.com/_rnDcQvodD40/SX3HECimfdI/AAAAAAAAAAc/UCNm1sbS9ME/S220/schweiz.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6498584304148876362.post-9149231853190260450</id><published>2009-01-13T14:31:00.003+01:00</published><updated>2009-01-16T10:40:09.886+01:00</updated><title type='text'>Vegetarismus und Pazifismus</title><content type='html'>Der griechische Philosoph Plutarch schrieb vor über zweitausend Jahren: "Für einen Bissen&lt;br /&gt;Fleisch nehmen wir einem Tier die Sonne und das Licht und das bisschen&lt;br /&gt;Leben und Zeit, an dem sich zu erfreuen seine Bestimmung gewesen wäre." &lt;br /&gt;Viele sprechen von artgerechter Tierhaltung, humanem Töten, Biofleisch…..Einen Menschen zu quälen, zu foltern, ihn hungern zu lassen und ihn schliesslich zu töten, ist grausam. Einen Menschen in ein „artgerechtes“ Zimmer zu stecken, ihn mit Fernsehen, gutem Essen und mit Büchern zu versorgen, um ihn dann nach einer kurzen Frist ebenso zu töten, ist gleiches Unrecht – nur weniger qualvoll. Artgerecht für die Tiere ist nur die Freiheit.&lt;br /&gt;»Solange es Schlachthöfe gibt, wird es auch Schlachtfelder geben.« Dieser gern von Tierschützern zitierte Satz des russischen Schriftstellers Leo Tolstoi wird oft als simplifizierende Weltsicht naiver Romantiker abgetan. &lt;br /&gt;Es geht vielmehr darum, die Einstellung zu und die Behandlung von Tieren als einen (von mehreren! – gleichwohl nicht zu unterschätzenden) Faktor für das Schreckliche zu betrachten, das Menschen einander antun. Konkret auf bewaffnete Auseinandersetzungen bezogen spricht beispielsweise Vieles dafür, dass die Entwicklung der Kriegstechnik ihre Wurzeln in der Auseinandersetzung der Menschheit mit den Tieren hat, wie die US-amerikanische Publizistin Barbara Ehrenreich nachwies. In ihrem Buch »Blutrituale – Ursprung und Geschichte der Lust am Krieg« schreibt sie: »Die ersten Kriegswaffen wurden so gut wie sicher ursprünglich gegen Tiere entwickelt und eingesetzt. Dasselbe gilt für die Taktiken des Frontalangriffs und des Angriffskeils.“&lt;br /&gt;Tiere, die von uns abhängen und uns nichts getan haben, zu denen Menschen vielleicht sogar einmal gut und lieblich waren, finden sich auf einmal in der Hölle eines Schlachthofes wieder, umgeben von Menschen, die ihnen die ungeheuerlichsten und grauenhaftesten Dinge antun. Das ist Verrat in reinster Form. Und beteiligt sind daran nicht nur jene, die das Bolzenschussgerät oder das Messer führen, sondern auch alle, in deren faktischem Auftrag sie das tun – die Konsumenten, die sich an den Fleischtheken der Supermärkte bedienen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Solange wir Krieg gegen Tiere führen – und das Essen von Tieren und tierischen&lt;br /&gt;Produkten ist Krieg gegen Tiere! –, kann es keinen Frieden unter Menschen geben. Das ist es, was Leo Tolstoi mit seinem Zitat meint.&lt;br /&gt;Und dieser Zusammenhang zwischen unserem Umgang mit Tieren und unserem&lt;br /&gt;Umgang mit Menschen ist genau betrachtet ja auch alles andere als überraschend, sondern vielmehr konsekutiv. Zwei Beispiele mögen dies verdeutlichen:&lt;br /&gt;Ein Bauer hat eine Kuh, einen Esel und ein paar Hühner, mit denen er über Monate und Jahre „unter einem Dach“ lebt und „zusammenarbeitet“, indem er die Milch der Kuh und die Eier der Hühner verwendet sowie den Esel vor seinen Karren spannt. Sobald seine „Kameraden“ dem Bauern aber nicht mehr nützlich sind, erschießt er sie oder hackt ihnen den Kopf ab.&lt;br /&gt;Oder der übliche Umgang mit Gänsen, den ein Redakteur der „Salzburger Nachrichten“ offenkundig auch noch ziemlich lustig findet: „Die Gänse folgen Tag für Tag dem Hüter voll Vertrauen ins Nachtquartier. Sie werden demnächst ebenso vertrauensselig wie ahnungslos hinter ihm zur Schlachtbank marschieren.“&lt;br /&gt;Kann wirklich irgendjemand, der sich auch nur ansatzweise um ein unbefangenes Urteil bemüht, ernsthaft glauben, dass ein solches treu- und herzloses Verhalten gegenüber Tieren ohne Einfluss auf den Umgang mit Menschen bleibt? „Ethik gegenüber dem Menschen und Rohheit gegenüber den Tieren sind zwei Verhaltensweisen, die sich nicht vereinbaren lassen“,&lt;br /&gt;schreibt Robert Jungk, „denn Grausamkeit gegen Tiere geht nahtlos in Grausamkeit gegen Menschen über.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; „Der Weg nach Auschwitz beginnt ... im Schlachthaus“&lt;br /&gt;Dem hätte vielleicht sogar Franz Stangl, der Kommandant von Treblinka, zustimmen können. Jedenfalls berichtet er in einem Gespräch mit Gitta Sereny (sie hatte 1971 in einem Düsseldorfer Gefängnis Franz Strangl interviewt und dieses Gespräch wurde dann publiziert als Buch „Am Abgrund – Gespräche mit dem Henker“):&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Jahre später, auf einer Reise in Brasilien... hielt mein Zug in der Nähe eines&lt;br /&gt;Schlachthofs an. Die Viecher trotteten an den Zaun heran und starrten auf den Zug. Sie waren ganz nahe vor meinem Abteilfenster, dicht gedrängt, und sie starrten mich durch den Zaun an. Da dachte ich: Schau dir das an; das erinnert dich an Polen; genauso vertrauensvoll haben die Leute dort geschaut – gerade bevor sie in die Konservenbüchsen gingen ( ... ) Diese großen, runden Augen ... die mich treuherzig anstarrten ... ohne zu ahnen, dass sie nur Augenblicke später alle tot sein würden.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Robert Jay Liftons Buch „Ärzte im Dritten Reich“ erläutert der SS-Arzt Dr.B.&lt;br /&gt;den Prozess der Anpassung an den Massenmord:&lt;br /&gt;„Wenn Sie zum ersten Mal eine Selektion sehen .... ( ... ) Sie sehen, wenn Kinder und Frauen selektiert werden. Dann ist man so geschockt, dass man also ... das kann man nicht beschreiben. Und nach wenigen Wochen kann man es gewöhnen. Und das kann man ... niemandem erklären. Weil verstehen würde das niemand. ( ... ) Das kann man nur erleben ....  Aber ich glaube, ich kann Ihnen einen Eindruck verschaffen: Wenn Sie ... einmal in ein Schlachthaus gehen, wo Tiere geschlachtet werden. Es gehört auch der Geruch dazu ... nicht nur die Tatsache, dass die Tiere umfallen und so weiter. Sie werden wahrscheinlich kein Steak mehr mit Genuss essen können. Und wenn Sie es zwei Wochen lang jeden Tag machen, dann schmeckt Ihnen Ihr Steak so gut wie früher auch.“ (S. 180 f.)&lt;br /&gt;Das ist das Prinzip der Abstumpfung, in das ein Grossteil der Bevölkerung gewohnheitsmässig hineingewachsen ist und die himmelschreiende Ungerechtigkeit nicht einmal mehr als solche empfindet. Man reagiert nicht mehr auf das, was eigentlich nicht sein dürfte. Auch das Fleischessen ist eine Abfindung mit einer Ungeheuerlichkeit -  es widerspricht zutiefst dem wachen menschlichen Gewissen, einem Mitgeschöpf das Leben zu nehmen, nur weil gerade einige Geschmacksknospen danach verlangen.&lt;br /&gt;Isaac Bashevis Singer, ein Literaturnobelpreisträger, der im Holocaust viele Familienmitglieder, darunter seine Mutter und seinen jüngeren Bruder, verlor,&lt;br /&gt;schreibt im Vorwort zu einem Buch über den Vegetarismus (S. 232):&lt;br /&gt;„Solange Menschen das Blut von Tieren vergießen, wird es keinen Frieden geben. Es ist nur ein kleiner Schritt vom Töten von Tieren zu den Gaskammern Hitlers und zu den Konzentrationslagern Stalins.&lt;br /&gt;( ... ) Solange Menschen mit Messer oder Pistole dastehen, um jene umzubringen, die schwächer sind als sie, wird es keine Gerechtigkeit geben.“&lt;br /&gt;Vegetarische Ernährung ist dein Beitrag zum Frieden.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6498584304148876362-9149231853190260450?l=jayaradhesyam.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/feeds/9149231853190260450/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=6498584304148876362&amp;postID=9149231853190260450' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/9149231853190260450'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/9149231853190260450'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/2009/01/vegetarismus-und-pazifismus.html' title='Vegetarismus und Pazifismus'/><author><name>Radhe</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05058813935437230347</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='27' src='http://2.bp.blogspot.com/_rnDcQvodD40/SX3HECimfdI/AAAAAAAAAAc/UCNm1sbS9ME/S220/schweiz.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6498584304148876362.post-2396282757336581464</id><published>2009-01-13T14:27:00.003+01:00</published><updated>2009-01-13T14:30:46.578+01:00</updated><title type='text'>Gedanken zur Besitzlosigkeit</title><content type='html'>Von einem Sufi-Mystiker sagt man, er sei auf seiner Pilgerschaft so losgelöst von weltlichen Dingen gewesen, dass er nur einen Becher und einen Kamm mit sich führte. Doch den Becher warf er weg, nachdem er einen Mann aus seiner Hand trinken sah, und den Kamm, als er einen anderen Mann seine Finger statt eines Kamms benutzen sah.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese kleine Geschichte weist auf den nicht endenden Prozess hin, der vom Besitz zur Besitzlosigkeit führt, und die Geste des Wegwerfens ist eine, die etwas von Befreiung und Schönheit ausstrahlt. Ledigkeit ist die Bedingung für Empfänglichkeit.&lt;br /&gt;Ich bekam einmal einen Brief von einem Familienvater, der mir schrieb, dass er sein Auto abgestossen habe, nachdem er sich über die Luftverschmutzung und die CO2-Emissionen informiert habe. Er brauche nun fast dreimal so lange, um zur Arbeit zu kommen, fühle sich aber freier als zuvor. Dieser Brief hatte für mich eine Art Schönheit, die aus einer Würde zur Seele stammt. &lt;br /&gt;Besitzlosigkeit (im Farsi: faqr) ist für Rumi die Heimat aller Schönheit. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was ist Besitz?&lt;br /&gt;Besitz erscheint oft wie eine lebensbedrohende Droge, die die Urteilskraft schwächt. Machtgehabe, Scheinsicherheit und nachlassende Dringlichkeit für das Wirkliche stellt sich mit Besitz ein, und Angst schleicht sich mit jedem Franken ein, die man dann zu bewachen hat. &lt;br /&gt;Die Neigung des Strebens nach Besitz sucht eigentlich die Ruhe, denn man glaubt, wenn man alles hätte, sei es endlich still. Paradoxerweise stellen sich aber mit der Mentalität des Besitzens Unruhe und Verlustängste ein. Wir tragen eine schlummernde Erkenntnis in uns, vor welcher sich die meisten Menschen mit grossem Aufwand wehren: Dass das Besitzen von Dingen inkompatibel ist mit dem Durst der Seele und uns in keinster Weise nährt, da unser innerstes Wesen keinen einzigen Berührungspunkt hat mit den Dingen, die man besitzen kann. Es gibt zwei Arten von Unglück: nicht zu bekommen, was man will, und zu bekommen, was man will. &lt;br /&gt;Wenn man alles erreicht hat, was man sich ersehnt und was vom Kollektiv als wünschenswert gilt – Reichtum, Anerkennung, Besitz, Leistungen – bleibt die innere Leere. Man merkt, dass man einfach nur ständig den Horizont seines Wünschens verschiebt.  Man fühlt sich nicht erfüllt – auf jeden Fall nicht für lange. &lt;br /&gt;In unserer säkularen Gesellschaft wird Glück missverstanden als die Befriedigung der Konsummöglichkeiten (als Sinnesbefriedigung) und Wille wird verwechselt mit grenzenlosem „Haben-müssen“ (Gier). Die Grundsehnsüchte - Besitz, Macht Bedürfnisbefriedigung sind nur Kompensation für die mangelnde Kenntnis eines bereits inhärenten – von Gott gegebenen – Sinnes.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So wird das Haben zur Abhängigkeit des Ichs. Besitz besetzt den Besitzer und schränkt das Bewusstsein ein, welches nun nur noch auf Objekte gerichtet ist. „Wenn das Bewusstsein auf das Leblose gerichtet wird, ist dessen Abstumpfung die Folge." (BG 9.25 und 8.6)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Ledigwerden, das Nackt – und Durchlässigwerden für Gott, was eigentlich ein Geschenk darstellt, erscheint nun plötzlich als eine Bedrohung. Selbst lebenserleichternde Dinge des täglichen Gebrauchs sind eine Art Verführung hin zur Besitzermentalität, zur Gier und Hab-Sucht. Sind ein Anlehnen und Gewöhnen an die Fessel des Bestimmtseins von Umständen im Aussen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Einfachheit fördert die verwundbare Offenheit in uns, die Durchlässigkeit für die Wirklichkeit Sri Krishnas. Die Anarchie der Liebe ordnet die Strukturen der Welt ganz anders. Sie verhöhnt die Einteilungen der Gesellschaft, die auf Besitz gegründet sind. Sie kennt keine Grenzen und Konventionsbrüche sind Zeichen ihres zärtlichen Weges. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was Besitz dem Menschen antut, ist, dass er die Nacktheit, in der wir geboren sind, zerstört. „Ich bin nackt von meiner Mutter Leib gekommen“, sagt Hiob, nachdem ihm Besitz und Kinder genommen wurden (Hiob 1.21)&lt;br /&gt;Besitz ist Aufhebung dieses ursprünglichen Zustandes, er ist eine Rüstung, die einem vom Ursprünglichen isoliert. Der innere Weg führt dahin, alles auszuräumen, was einem vor den Wundern der Liebe schützen könnte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dem Besitzen-Wollen haftet ein klebriges Element an, nämlich die schnell wachsende Abhängigkeit zu den Konsumgewohnheiten, ohne die man nicht mehr auszukommen scheint. Da aber Dinge immer eine Leere vermitteln, denkt man, man müsse nur mehr davon haben. Die Person verliert dabei seine Distanz zu den benutzenden Dingen und wird vom Besitzwunsch beherrscht, aus der dann rasch eine ganz andere Lebensbeziehung erwächst. &lt;br /&gt;Die Besitzbeziehung, die ein Verfügungsrecht über den Gegenstand als selbstverständlich annimmt, breitet sich aus und die Folge davon ist Kontrolle. Es ist die Antithese dessen, dass alles Geschenk Gottes ist und die Grundhaltung darin nur die Dankbarkeit ist. &lt;br /&gt;„Bei jenen, die an zeitweiligem Genuss (Vergnügen) und Reichtum (Herrschaft) hängen, und deren Denken durch dies Unbeständige abgelenkt ist, wird es unmöglich, sich mit entschlossener Willenskraft auf den Höchsten zu konzentrieren.“ (Bhagavad gita 2.44)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als der Bischof von Assisi den heiligen Franziskus einmal auf sein entbehrungsreiches Leben der Besitzlosigkeit ansprach, bekam er zu hören: „Herr, wollten wir etwas besitzen, so müssten wir auch Waffen zu unserer Verteidigung haben. Daher kommen die Streitereien und Kämpfe, die so mannigfach die Liebe Gottes und der Mitmenschen behindern. Darum wollen wir nichts Zeitliches in der Welt besitzen.“&lt;br /&gt;Es gibt eine Verbindungslinie, einen kausalen Zusammenhang, zwischen Ich-Anspruch, Besitz und Gewalt.&lt;br /&gt;Wenn das Ich als Rolle im Aussen gelöst wird, dann fällt damit auch aller Anspruch, den man auf die Welt, wie das Ich dachte, dass sie zu sein hätte. Gewalt ist all die Energie und den Aufwand, den man zur Umsetzung der Ich-Gedanken in der Aussenwelt investierte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wollen oder Begehren, Wissen oder Verfügen, Haben oder Besitzen stehen in einem Zusammenhang, der „Herrschaft“ heisst. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meister Eckhart nennt in seiner berühmten Armutspredigt drei Bedingungen der „inneren Armut“: das Nichts-Wollen, Das Nichts-Wissen und das Nichts-Haben. Nackt sein. &lt;br /&gt;Nichts haben bedeutet, über nichts als Herrscher zu verfügen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Besitz macht abhängig und zerstört die Geschwisterlichkeit einer Gruppe. Reichtum schafft Überordnung und Unterordnung, schafft Herrschaft und Grenzen, schafft Krieg, weil ebendiese Grenzen verteidigt werden müssen. Einssein, Partizipation und Solidarität bedeuten immer auch die Ablehnung alles Trennenden, all dessen, was das Leben aufteilt und zerspaltet. Dies gilt gemeinschaftlich gesehen, wie auch im Verhältnis zur Natur. &lt;br /&gt;Für Franz von Assisi ist das Feuer sein Bruder und das Wasser seine Schwester. Das ist ein krasser Gegensatz zu dem, was Descartes als unsere menschliche Aufgabe formuliert hat, nämlich „maîtres et possesseurs de la nature“ zu sein. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn man die Armut und das Ledigwerden preist und wertschätzt, muss man dabei immer unterscheiden zwischen einer freiwillig gewählten Armut und der, in die Menschen hineingestossen sind, ohne gefragt zu werden. Es gibt zwar Überschneidungen, dass auch ererbte oder erzwungene Armut freiwillig angenommen, gar als Geschenk Gottes begrüsst und sozusagen nachträglich zu frei gewählter Armut erwachsen kann. &lt;br /&gt;Die Freude an der Armut legitimiert den Zustand der Armut nicht. &lt;br /&gt;So wie ein Ich notwendig ist, um zur Zerstörung der Ich-Struktur zu schreiten, so braucht es wohl auch ein Stück Eigentum, ehe man das Wegwerfen lernt. &lt;br /&gt;Wie weit freiwillige Armut gehen kann, zeigt Dorothy Day, eine amerikanische Anarchistin, die dann Katholikin wurde. Die Stadt hatte das Haus ihrer Gemeinschaft wegen einer Untergrundbahn enteignet. Zwei Drittel der Entschädigungssumme wurde bezahlt, aber auf den Rest mussten sie noch zwei Jahre warten. Die Stadt gab ihr dann die Restzahlung mit einem Zins für die Verspätung. Sie schickte das Zinsgeld an die Finanzbehörde zurück mit folgendem Brief: &lt;br /&gt;„Hiermit geben wir die Zinsen für das Geld zurück, das wir vor kurzem von ihnen erhalten haben, weil wir nicht an Darlehen mit Zinsen glauben. Als Katholiken glauben wir nicht an das Profitsystem. Menschen, die eine materialistische Sicht haben, sind berauscht von geldlichem Erfolg und freuen sich an Gewinn. Wir versuchen aber unsere Pflicht zu erfüllen, indem wir unsere Dienste tun, ohne dafür von unseren Geschwistern Bezahlung zu verlangen, so wie es Jesus durch sein Evangelium vorgelebt hatte. Ein verzinsbares Darlehen zu erteilen wird als die grundsätzliche Geisel der Kultur erachtet. &lt;br /&gt;Da die Heilige Schrift lehrt, dass Geld zu lieben die Wurzel des Bösen sei, nutzen wir diese Gelegenheit, unseren Glauben praktisch zu leben.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die freiwillige Armut ist die Bedingung für Glaubwürdigkeit im Aussen und Freiheit im Innen. &lt;br /&gt;Das Miteinander der Erdlebewesen ist so bedroht, dass der Widerstand gegen Profit - und Konsumgier nicht nur ein asketischer religiöser Aufruf ist, sondern zu einem Hoffnungszeichen des Miteinanders geworden ist. &lt;br /&gt;Freiwillige Armut, Einfachheit, ist einerseits Freiheit von der Gebundenheit an Dinge, hat aber auch eine kosmopolitische Komponente: in einer Welt, in welcher  2/3 der Menschheit mit weniger als 2 Dollar pro Tag lebt, darf ich mich dann umhüllen mit all dem Gerümpel? Es ist immer einfacher, etwas freiwillig zu tun, als unter Zwang. Das Loslassen geschieht dann so leicht, aber im Zwang des Todes ist wird es dann zu einem schrecklichen Kampf. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was ist Verzicht?&lt;br /&gt;Wesentlicher Verzicht ist das Loslassen meiner erdachten Beziehung zu den Dingen in der Welt, dass man glaubte, dass die Dinge per Se einem Freude oder Leid geben könnten.&lt;br /&gt;Umesh hat eine Frau, einen Sohn, einen engen Freund, einen Diener im Haus, Nachbarn und jemand, der ihm Geld schuldet. Plötzlich stirbt er....&lt;br /&gt;Die Frau wird bewusstlos vor Schmerz, der Sohn weint bitterlich, der Freund ist traurig, der Diener ist unsicher - denn er könnte ja seine Anstellung verlieren - und die Nachbarn sitzen zusammen am Abendtisch und die Nachbarsfrau informiert ihren Mann, dass Umesh heute gestorben sei.&lt;br /&gt;Eine Person ist glückselig, wenn er dies hört.........&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Irgendwie können Ärzte Umesh aber wieder zum Leben erwecken.....Die Frau fällt ohnmächtig um vor Freude, der Sohn weint Freudentränen usw........&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Nun taucht die wichtige Frage auf: Ist Umesh die Ursache von Glück und Leid?&lt;br /&gt;Nein, es ist nur unsere Beziehung zu ihm, die Freude und Leid generiert.&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;Ist die äussere Welt die Ursache von Glück und Leid? Es ist nur unsere Beziehung zu ihr, die Glück und Leid generiert. Fast die ganze Menschheit ist in einem Krieg, in einem Kampf mit dem Äusseren. Einfachheit, Besitzlosigkeit, korrigiert unsere Beziehung zur Welt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Menschen glauben, durch Besitz ihre innere Trophäensammlung erweitern zu können. Das ist eine Hoffnung nach Erfüllung, die ins Aussen projiziert wurde. Auf einem Erkenntnisweg geht es nicht darum, dass wir überhaupt irgendetwas dazugewinnen könnten, was wir noch nicht zu haben glauben – Freiheit, Glück, Frieden, Stille. &lt;br /&gt;Aber: Es gilt alles zu verlieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Psychotherapeut und Sozialwissenschaftler Erich Fromm (1900-1980) hat in „Haben oder Sein“ eine Unterscheidung getroffen, zwischen dem Eigentum, das dem Gebrauch dient oder „funktional“ ist, und dem reinen Besitz, der keinen Gebrauchswert hat, sondern dem sozialen Status des Ego, der Sicherung der Zukunft oder auch der sich verselbstständigenden reinen Gier dient. &lt;br /&gt;Identität kann nicht mit Besitz kompensiert werden. &lt;br /&gt;Denn der Verlust ist mit dem Schmerz des Abschiedes behaftet, mit dem Schmerz des Verlierens, und des Verlorenseins, mit Verlust der Identität, die ja gerade aus diesen Dingen geworden ist und an der wir festhalten und uns orientieren. Wir haben kein positives Verhältnis zum Moment des Verlustes. &lt;br /&gt;Wir sind wie Bettler, die an ihrem letzten Hemd festhalten, in Wirklichkeit aber in einem Königreich der Fülle stehen, das wir nicht erkennen können, weil wir so beschäftigt sind, um unser letztes Hemd zu kämpfen.&lt;br /&gt;Erkenntnisweg ist immer ein Weg des bewussten und ganz akzeptierten Verlierens.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Bereitschaft, alles zu verlieren ist nichts Äusserliches. Das wäre eine Verharmlosung. Kinder aufzugeben, Partner, Wohnort, sämtlichen Besitz, den Beruf und alle Sicherheiten – das ist noch nicht einmal der Vorhof von dem inneren Verlust, um den es wesentlich geht. Es ist der Verlust all dessen, was man als „Ich“ und „Mein“ kennt und angenommen hat. Das ist die alte Welt, die Menschen nicht bereit zu verlassen sind, weil sie den alten Lehrern der Angst und der Ungewissheit folgen – die Angst vor der unendlichen Leere, wenn diese Identifikationsrolle  nicht mehr ist.&lt;br /&gt;Von Franz von Assisi stammt der Satz: 'Jeder Reiche ist ein Dieb oder eines Diebes Erbe.' Das Wort der französischen Aufklärung und Eckpfeiler marxistischer Philosophie bis in die Neuzeit, 'Eigentum ist Diebstahl', hat eine ehrwürdige Tradition.  &lt;br /&gt;Der heilige Franz formulierte genauer: 'Durch das Eigentum, über das die Menschen sich sorgen und bekämpfen, wird die Liebe Gottes und des Nächsten verhindert; es ist schwerer, aus dem Palast, als aus der Hütte in den Himmel zu kommen.' "  &lt;br /&gt;Jesus Christus selbst forderte unbedingte Armut: "Willst du vollkommen sein, so gehe hin, verkaufe, was du hast, und gibs den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm und folge mir nach" (Matthäus, 19, 21-24) Auch bei der Aussendung der zwölf Apostel gebot er ihnen: &lt;br /&gt;«Füllt eure Gürtel nicht mit Gold-, ¬Silber- oder Kupfermünzen! Nehmt keinen Sack mit auf den Weg, kein zweites Kleid, keine Schuhe, keinen Stab! Denn der Arbeiter ist seines Lohnes wert. Kommt ihr aber in eine Stadt oder in ein Dorf, dann fragt nach, wer da würdig ist; dort bleibt, bis ihr weiterzieht. […] Seht, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe […].» &lt;br /&gt;    Matthäus 10, 9–16&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Güter werden schnell in den Status einer Ersatzidentität erhoben. &lt;br /&gt;Die Einfachheit hat aber auch eine alltagsbezogene Seite, weil im Wegwerfen von Besitz der Gebrauch der Dinge um einen herum unkomplizierter Werden, wenn der Besitz nicht fehlende Persönlichkeitsanteile ersetzen muss. Zu lernen, mit weniger auszukommen setzt Zeit und Kraft für Wesentliches frei. Unser Verhältnis zu den Dingen wird gelassener und man sieht alles um einen herum als kurzfristig überlassen an, als geliehen. Besitzlosigkeit ist frei gewählte Lebensweise und ist nicht Armut, sondern nicht besessen von Besitz zu sein. Ledig. &lt;br /&gt;Die Verrücktheit vieler radikal eigentumskritischer Traditionen deutet hin auf diesen Jubelsprung in die Freiheit. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alles in dieser Welt ist uns geliehen worden, nicht gegeben. So geht man mit den Dingen um in Sorge und Mitgefühl, aber ohne den Anspruch auf Eigentum. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Abschliessen möchte ich diese kleine Betrachtung mit einem Gebet: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lieber Krishna&lt;br /&gt;Wenn meine Praxis des Verzichts und der Genügsamkeit in der Sehnsucht nach dem Wesentlichen, nach Dir, wieder entfacht wird, wird eine ganz neue lebensfördernde Kraft freigesetzt:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Preisgabe des Überflüssigen ermöglicht mir nun eine Orientierung auf das Notwendige.&lt;br /&gt;Genügsamkeit und konsequente Vereinfachung meiner Existenz durchbrechen meinen Zustand, in dem Bedürfnisse einfach nur aus Gewohnheit bereitgestellt werden müssen und deren Beschaffung mich so absorbieren, sodass sich in mir den Urgrund meiner Unzufriedenheit vernebelt&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als besitzender Mensch bin ich zu einem Menschen geworden, der besetzt ist.&lt;br /&gt;Lebensstandard, Eigentum, Komfort und weltliche Beziehungen sind zur "Haut" meines Glückes geworden, in die ich mich zu schmiegen gewohnt bin.&lt;br /&gt;Deshalb ist die Entdeckung für mich so erstaunlich, zu bemerken, dass ich noch nie so glücklich war als in den Momenten, wo mir all dies entfällt und ich "enthäutet" ganz unmittelbar wieder Fühlung bekomme mit der Wirklichkeit meiner Seele. &lt;br /&gt;Ich will nun gehen lassen, was mich besetzt, wo ich frecherweise Besitzanspruch eingenommen habe für Güter, die ja eigentlich Dein sind, um frei zu werden von dem Bann der Sorge um Güter, die die Tiefendimension meines Lebens blockieren.&lt;br /&gt;Verfügbar für die Wirklichkeit.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6498584304148876362-2396282757336581464?l=jayaradhesyam.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/feeds/2396282757336581464/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=6498584304148876362&amp;postID=2396282757336581464' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/2396282757336581464'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/2396282757336581464'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/2009/01/gedanken-zur-besitzlosigkeit.html' title='Gedanken zur Besitzlosigkeit'/><author><name>Radhe</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05058813935437230347</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='27' src='http://2.bp.blogspot.com/_rnDcQvodD40/SX3HECimfdI/AAAAAAAAAAc/UCNm1sbS9ME/S220/schweiz.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6498584304148876362.post-435163989762020429</id><published>2008-12-01T13:40:00.002+01:00</published><updated>2008-12-01T13:45:21.545+01:00</updated><title type='text'>Der erste Botschafter Sri Chaitanyas in der westlichen Welt: Baba Premananda Bharati</title><content type='html'>Der erste Botschafter Caitanya Mahaprabhus in der westlichen Welt kam mit einem Schiff von Indien her nach New York, sang mit den amerikanischen Schülern die Heiligen Namen Gottes, lehrte das Srimad Bhagavatam, schrieb als erstes ein Buch über die Lila Sri Krishnas, publizierte ein regelmässig erscheinendes Magazin, nahm später seine amerikanischen Schüler nach Indien. Er eröffnete den ersten Gaudiya-Vaishnava Tempel in Amerika. Vom Zeitpunkt seines Erscheinens in Amerika bis zu seinem Verscheiden vergingen genau 12 Jahre…. Das war nicht Srila Prabhupada, sondern ein bengalischer Vaishnava, der bereits 63 Jahre vor ihm diesen Schritt wagte: Baba Premananda Bharati.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Hindu Baba kommt hierher – Seine Mission ist es, die Vereinigten Staaten von Amerika zur Verehrung von Krishna zu inspirieren“. Das war die Schlagzeile der New York Times nicht vom 19. September 1965, als Srila Prabhupada in den USA ankam, sondern vom 16. Oktober 1902!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1857 wurde er als Surendranath Mukerji geboren. Sein Onkel war ein in ganz Bengalen bekanter Anwalt. Er studierte in Kalkuta Journalismus und arbeitete für verschiedene grössere Zeitungen und gründete zwei eigene Tageszeitungen.&lt;br /&gt;Der „Herald“ schreibt später (23.11.1902) über seine Wandlung:&lt;br /&gt;„Vom Journalisten zum Asketen ist ein fast unmöglicher Sprung. Es ist wie die Reise von einem Pol zum anderen. Journalismus bedeutet, die gesamte Welt in den menschlichen Geist zu drücken; Askese bedeutet, die Welt aus dem Geist hinaus zu werfen. Journalismus bedarf einer genauen Studie der Menschen und ihrer Gepflogenheiten; Askese lehrt, alle Eindrücke dieser Welt auszulöschen, unter die Oberfläche zu tauchen und den wahren Grund und die Bedeutung der Dinge zu erkennen. Um Abzutauchen bedarf es des Vergessens der Oberfläche.&lt;br /&gt;Aber ein Vaishnava Asket muss nicht die gesamte Welt verneinen und sich in die Einsamkeit des Dschungels zurückziehen, um sich seiner Hingabe zu widmen. Er findet Krishna, seinen geliebten Herrn, überall und lebt im Licht der Liebe zu ihm. Ohne Krishna ist für ihn die bevölkerte Stadt New York nur Einöde und wilder Dschungel.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bharati beschreibt seinen inneren Wandel in einem Artikel von „Light of India“:&lt;br /&gt;„Ich war sehr zufrieden in meinem materiellen Umfeld und meine Zeitung wurde bekannt nicht nur unter den Indern sondern sogar unter den Engländern. Ich war angesehen und glücklich damit.&lt;br /&gt;Genau zu dem Zeitpunkt erwachten meine religiösen Ursehnsüchte und sehr bald haben sie meine Leidenschaft zum Journalismus unbedeutend erscheinen lassen. Das, was vorhin mein ein und alles war, erscheint nun fahl und leer.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das erste Kennzeichen einer erwachenden Seele besteht darin, dass die Seele nicht mehr wie früher Freude empfindet an allen schönen, guten und liebenswürdigen Dingen und Wesen dieser Welt. Und zwar nicht aus Enttäuschung oder Frustration heraus, sondern weil sie langsam aus ihr herauswächst, genauso wie jemand aus dem Spielzeug-Alter ganz natürlich herauswächst.&lt;br /&gt;Sie fühlt, zuerst schwach, dann immer stärker und öfter: "Das ist alles irgendwie zuwenig“.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weiter schreibt er: Der Auslöser war ein Besuch im Star-Theater in Kalkuta, wo ich einen Abend lang eine „Chaitanya-lila“ Aufführung sehen durfte. Diese unbeschreibliche erstaunliche Szene machte einen tiefen Eindruck auf mich. Ich hatte das Objekt der Sehnsucht gefunden und ich habe mich entschieden, mein Leben dafür zu geben. Mit diesem Erwachen hat mich alle Anziehung an die Welt verlassen und in der Tiefe meines Herzens floss ein Strom von Glückseligkeit, der mich immer entzückte und erschauern liess.&lt;br /&gt;„Krishna, mein Geliebter!“ habe ich in meinem Innern gerufen. „Ich bin dein – für immer. Du bist das Mysterium der Liebe; das Universum ist dessen Ausdruck und Chaitanya ist die barmherzigste Erklärung davon. Deine Gnade kristallisiert sich in der Begegnung eines deiner geliebten Gefährten.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; 1890 bekam er spirituelle Einweihung von Brahmananda Bharati und von da an zog er als Wandermönch durch Indien, verbrachte aber viel Zeit am Radhakunda in Braj.&lt;br /&gt;„Ich wanderte von Bengalen nach Vrindavan zu Fuss (1500 KM). Ich benötigte dafür etwa 2 Monate. Aber ich fühlte mich gesegnet – gesegnet bei jedem Schritt. Ich sah Krishna in Träumen, im Wachsein und im Gehen. Ich sang und tanzte zu seinen Ehren. Ich werde immer alles geben, ihn wieder zu sehen. Ich war in Ekstase. Ich legte mich auf den nackten harten Boden in den Wäldern und die Wurzeln dienten mir als Kopfkissen und schlief, wie noch nie ein Weltherrscher oder Millionär geschlafen hatte.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach diesem Besuch in Vrindavan wanderte er 10 Jahre durch Indien und liess sich dann am Radhakunda nieder.&lt;br /&gt;Dort am Radhakund begann er den inneren Ruf zu verspüren, in den Westen zu reisen, um dort etwas von der Faszination der Lieblichkeit von Krishna zu vermitteln.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der Zeit traf er Swami Vivekananda, der bereits 10 Jahre vor ihm nach Chicago reiste, und er erhielt ein paar Kontaktadressen in Amerika.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die „Tribune“ schreibt am 16.10.1902&lt;br /&gt;„In den Westen geschickt wurde ich von den Mönchen, die am Radhakunda, im heiligen Bezirk Vrindavan, leben. Vrindavan ist der Ort auf dieser Erde, wo Gott selber, Sri Krishna, in diese Welt hinein erschien. Radhakund bedeutet Liebe.&lt;br /&gt;Die Mönche, die um diesen kleinen See leben, sind göttlich. Sie denken an nichts anderes als an die Liebe und dehnen diese Gottesliebe zu allen Wesen hin aus. Sie sind die demütigsten Menschen der Welt. Es sind die wahren Christen wie zur Zeit des Erretters. Sie haben keinerlei Besitz und singen und beten den ganzen Tag. Mit diesen heiligen Menschen durfte ich leben und lernen. Ich bin nur einer ihrer unwürdigen Diener.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am 22. Februar 1903 gab es eine Schlagzeile im „Herald“: Hindoo Propaganda gedeiht – wachsendes Interesse unter den Christen in New York für die Philosophie, die ein indischer Priester lehrt“ Das Folgende Foto ist gedruckt mit dem Kommentar: Baba Bharati lebte in indischen Dschungeln.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zwei Jahre nach seiner Ankunft im Westen (Anfang Oktober 1904) spricht Bharati an einer internationalen Friedenskonferenz in Boston. Seine Worte der familiären Verbundenheit mit allen Wesen und seinen Bezug zu einem Zentrum, welches die Interessen aller Menschen vereint – Liebe zu Gott – beeindruckte die Teilnehmer tief. Er wurde zum Vizepräsidenten der Konferenz gewählt, was ihn zu einer populären Persönlichkeit Bostons macht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sein schriftliches Hauptwerk heisst „Sri Krishna, Lord of Love“, eine geniale Darlegung von vedischer Kosmogonie bis hin zum vertraulichen Lila Sri Krishnas.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die amerikanische „Review of reviews“ schreibt am 31.2.1905:&lt;br /&gt;Einer der gelehrten orientalischen Missionare, die zu uns im Westen unterrichten, Baba Bharati, ein gelehrter Brahmane aus Kalkuta, der nun in Boston lehrt und unterrichtet, hat eben ein Buch herausgegeben. Es beschreibt den hinduistischen Ansatz des Ursprunges und der Bedeutung des Lebens und des Universums. Es beschreibt die Geschichte des Universums von seiner Entstehung bis hin zu dessen Auflösung.&lt;br /&gt;Baba Bharatis Stil ist direkt, einfach und klar und seine Gedanken sind edel und rein. Es ist ein Ausdruck eines starken Gläubigen in eine Philosophie, deren Ideale zwar aus dem fernen Osten stammen, aber dennoch einen eindringlichen Eindruck im westlichen Leser hinterlassen. Die Liebe zur Quelle des Universums, welche in der Hindu-Philosophie „Krishna“ genannt wird, ist die antreibende Kraft hinter allem im Universum. Dahin zielt alle Sehnsucht. Es ist ein aussergewöhnliches Buch – eine faszinierende Darlegung einer erhabenen Weltanschauung.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit seinen Schülern druckte er ein regelmässig erscheinendes Magazin mit dem Titel „Light of India“, welches das aktuelle Zeitgeschehen aus der Perspektive des Bhagavatam beleuchtete. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im August 1905 wird er nach Los Angeles eingeladen, um im Parlament der Weltreligionen zu sprechen. Dort tritt er in einen regen Gedankenaustausch mit führenden Vertretern von „new thought“, metaphysischem Idealismus und esoterischem Christentum. Er gibt begeisternde Vorträge und viele interessierte Suchende lassen sich von ihm einweihen.&lt;br /&gt;Im Frühling des folgenden Jahres wird der erste Radha-Krishna-Tempel in Amerika in Los Angeles eröffnet. Der Tempel wurde vor kurzem abgerissen, da er einer Autobahn weichen musste. In diesem „Krishna Home“, wie der Tempel genannt wurde, lehrte und lebte Baba mit einigen seiner Schüler. Da er ein begeisternder Bhajansänger war, lehrten einige Schüler die Kunst bengalischer Verehrungslieder.&lt;br /&gt;Adelia Bee Adams, eine Schülerin aus diesem Kreise, beschrieb den Ashram-Tag in einem Artikel, der im Indian Mirror gedruckt wurde:&lt;br /&gt;„Vor Sonnenaufgang begannen wir mit Morgengebeten. Dann kamen wir alle zusammen zur Arati-Zeremonie zu Radha-Krishna und Chaitanya und anschliessend erklärte Guruji den Studenten über Sri Krishna und seine vollständige Erweiterung als Sri Chaitanya. Das Frühstück verzögerte sich oft auf den späten Nachmittag, da Baba – neben seiner indischen Nichtbeachtung von Zeit – es nicht erlaubte, dass das Alltägliche wie das Essen das Heilige verdrängen sollte. Aber alle Gegenwärtigen waren immer Zeuge, dass man sich dann doch sehr freute auf die verspätete kulinarische Erfrischung.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im gleichen Frühling wurde er auch vom König und der Königin von Baroda besucht, die extra eine Amerikareise antraten, als sie hörten, dass es dort ein Radha-Krishna Tempel gäbe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1907 segelte er mit einer Gruppe amerikanischer Schüler nach Indien, die dort einen erstaunlichen Eindruck machten, da sie indische Bhajans sangen, Sanskritverse zitierten und in indischer Kleidung den Indern ihre eigene Philosophie unterrichteten. Das hatte in der englischen Kolonie einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.&lt;br /&gt;„Light of India“ erschien nun auch in Bengali und Baba reiste noch mehrmals von Indien nach Amerika und zurück. Im 24. Januar 1914 verliess er seinen Körper in Kalkutta in Folge von Diabetes. Die New York Times berichtete von seinem Verscheiden. Rose Reinhardt Anthon, eine gelehrte Schülerin von Baba, die selber viele Bücher und Publikationen über Vaishnava-Philosophie herausgab, schrieb einen langen Nachruf von Baba, der auch in der „Indian Review“ im Februar 1914 abgedruckt wurde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach seinem Verscheiden&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seine Schüler lebten alle eher zurückgezogen und praktizierten im Stillen weiter (nach einigen Angaben waren es bis zu 5000 Schüler). Es bestand auch kein Interesse, die von Baba gegründete Organisation „Krishna Samaj“ weiter aufrecht zu erhalten. Sie wurde von ihm belebt und lebendig gehalten und die Schüler erkannten, dass weltliche Struktur nicht charismatische Persönlichkeiten ersetzen können.&lt;br /&gt;Die bekannteste Schülerin von Baba war Rose Reinhardt Anthon, deren Buch „Stories of India: Moral, mystic, spiritual and romantic“ heute noch erhältlich ist (im Internet).&lt;br /&gt;Eine Gruppierung mit dem Namen “Order of Loving Service”, die von indischer Mystik geprägt war, veröffentlichte 1934 ein Buch (“Square”) mir der Widmung: “Für Premananda Bharati, desse Liebe, Geduld und immer noch andauernde Begleitung uns aus der Dunkelheit zum Licht, aus dem Überdruss in die Ruhe, aus der Verwirrung in das Verstehen, aus dem ununterbrochenen Ringen in den anhaltenden Frieden führte“.&lt;br /&gt;Die Autorin Lalita Johnson war Schülerin von Baba und begleitete ihn auf seinen Indienreisen von 1907 bis 1910.&lt;br /&gt;Schüler von Baba haben 1921 den „AUM Temple of  Universal Truth“ gegründet und bis in die 70 er Jahre die Bücher von Bharati und seine Artikel in ihrem Magazin gedruckt. Sie verkauften auch Bilder von ihm mit der Aufschrift: „"Our Beloved Baba Bharati". Elisabeth Delvin King, eine Schülerin von Baba,  verband die Lehre von Baba Bharati mit esoterischem Christentum und hatte grossen Erfolg. Diese Gruppe hat bis in die 90 er Jahre bestanden. Diese Gruppierung versuchte mehrmals die indischen Wurzeln von ihrem Baba zu kontaktieren, blieben aber erfolglos. Zwischen 1955 und 1973 besuchten sie Indien verschiedentlich, auch Vrindavan, fanden aber keine Spuren von Baba.&lt;br /&gt;Das indische Verlagshaus Natesan publizierte 1925 post mortem „Light on Life“, eine autobiografische Erzählung mit sechs Vorträgen von Baba. &lt;br /&gt;Im Westen angesehen war auch sein indischer Schüler Mahanambrata Brahmachari, der an mehreren Universitäten in Amerika in den 30 er Jahren unterrichtete.&lt;br /&gt;Dr. Nag  schreibt in seinem Buch Tolstoy and Gandhi (1950), dass Tolstoi mehrere Briefwechsel hatte mit einem indischen Sannyasi, der in Kalifornien lebte: Baba Premananda Bharati. Tolstoi hatte ein solches Interesse an Baba Bharati's Buch “Krishna” (1904), dass er organisierte, dass das Buch ins Russische übersetzt wurde. In seinem Buch „A Letter to a Hindu” (1909) zitiert Tolstoi viel aus diesem Buch.&lt;br /&gt;Kleiner Nachgedanke:&lt;br /&gt;Oft wurde Srila Prabhupada als der erste Botschafter von Krishnabewusstsein in der westlichen Welt präsentiert. Das ist er nicht.&lt;br /&gt;Aber die Echtheit eines Sadhus wird nicht quantitativ gemessen, wieviel er gereist ist, wie wieviele Tempel er eröffnete oder Bücher er publizierte. Es ist auch irrelevant, wieviele Schüler jemand hat. Sobald man äusserliche Wertungen auf das Heilige überträgt, findet man nicht das Heilige, sondern nur ein Spiegel für seine eigenen materiellen Ambitionen. Viele Menschen unserer Zeit sind recht allergisch geworden auf das unverdauliche Gemenge von eschatologischer Ausrichtung (Religion) und profanem Macht-und Geltungsstreben. Ich möchte Prabhupadas Stellung und Gewichtigkeit nicht minimieren, sondern sie nur von ungesunden Idealisierungen befreien.&lt;br /&gt;Diesen Artikel habe ich geschrieben, weil es mich immer nachdenklich stimmte, wenn die äusseren Erungenschaften Prabhupadas in das Zentrum gestellt wurden. Man hatte manchmal fast das Gefühl, man müsse doch eine Zwangsdankbarkeit haben, da er als erster Vaishnava das Krishnabewusstsein in die westliche Welt brachte. Zwischen wesentlichen Inhalten und geschichtlichen Ereignissen, welche nicht unbedingt die Reinheit und Klarheit der Lehre reflektieren, muss immer klar unterschieden werden.&lt;br /&gt;Krishna spricht in der Gita vom Karmayogi, dem es nie um Erfolg oder Misserfolg geht und der darin absolut gleich bleibt, weil sein Anliegen die banale Ebene der Vergänglichkeit übersteigt.&lt;br /&gt;Ein Bhakti Yogi wie unser Prabhupada wäre nicht weniger grossartig, wenn seine gesamte Mission absolut gescheitert wäre.&lt;br /&gt;Man kann auch nicht sagen, dass der Erfolg von Prabhupadas Mission (zumindest war es ein Erfolg während seiner Lebzeiten….) die spezielle Gnade Krishnas wäre. Diese Haltung würde Calvinismus widerspiegeln, der besagt, dass ein Erfolg in der Welt als Zeichen für den Gnadenstand gewertet werden könne. Es ist genau die protestantische Ethik, die die Tatsache von vielen eröffneten Tempeln, vielen Schülern und gedruckten Büchern als Merkmal der besonderen Ermächtigung und Erwählung Gottes interpretiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als Srila Prabhupada alleine in Vrindavan lebte, und ihm das Geld ausging, das „Back to Godhead“ weiterhin zu drucken, ging er nach Vrindavana zurück.  In einer Stimmung der Einsamkeit und Abkehr von der Welt verfasste er ein bengalisches Gedicht mit dem Titel „Vrindavan bhajan“:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ich sitze allein in Vrindavan dham.&lt;br /&gt;In der Einsamkeit beginne ich vieles zu verstehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich hatte Frau, Söhne, Töchter und Enkel.&lt;br /&gt;Doch ohne Geld habe ich nichts mehr von ihnen zu erwarten.&lt;br /&gt;Krishna zeigt mir das wahre Gesicht der materiellen Natur.&lt;br /&gt;Durch seine Macht hat all das für mich heute seinen Reiz verloren.&lt;br /&gt;Yasyaham anughrinami harishye tad-dhanam shanaih:&lt;br /&gt;„Denen nehme ich alles weg, die meine Gnade erfahren“&lt;br /&gt;Wie habe ich es nur verdient, diese Gnade des Allgnädigen zu verstehen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alle haben mich verlassen, als sie mich mittellos sahen.&lt;br /&gt;Frau, Verwandte, Freunde, Brüder- alle.&lt;br /&gt;Es ist ein Elend, aber es macht mich lachen.&lt;br /&gt;Ich sitze allein und lache.&lt;br /&gt;In diesem maya-samsara – wen liebe ich da wirklich?&lt;br /&gt;Mein liebevoller Vater und meine Mutter, wohin sind sie gegangen&lt;br /&gt;Und wohin all die anderen alten Verwandten?&lt;br /&gt;Von dieser Familie ist nichts übriggeblieben als eine Liste von Namen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Warum soll man eine Person mit solcher Verwirklichung mit den Massstäben äusseren Erfolges bemessen? Wenn man ihn erspürt wird es absolut irrelevant, ob er der erste Exponent von Krishnabewusstsein im Westen war, der am meisten Bücher übersetzte, der so und so viele Schüler und Tempel zugespielt bekam – es geht dann nur noch um eines: Berührt er mein Herz und inspiriert er mich auf meiner Heimreise?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Quellen: Baba Premanand Bharati, Krishan. New York: Krishna Samaj, 1904 J. N. Farquhar, Modern Religious Movements in India. New York:Macmillan, 1915  Lalita {Maude Lalita Johnson}, Square. Laguna Beach, CA: Order of Loving Service, 1934&lt;br /&gt;-Die Bilder wurden mir von Professor G. Carney von der Universität Hampden-Sydney freundlicherweise zur Verfügung gestellt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6498584304148876362-435163989762020429?l=jayaradhesyam.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/feeds/435163989762020429/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=6498584304148876362&amp;postID=435163989762020429' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/435163989762020429'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/435163989762020429'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/2008/12/der-erste-botschafter-sri-chaitanyas-in.html' title='Der erste Botschafter Sri Chaitanyas in der westlichen Welt: Baba Premananda Bharati'/><author><name>Radhe</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05058813935437230347</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='27' src='http://2.bp.blogspot.com/_rnDcQvodD40/SX3HECimfdI/AAAAAAAAAAc/UCNm1sbS9ME/S220/schweiz.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6498584304148876362.post-8640260363820318818</id><published>2008-07-25T10:53:00.004+02:00</published><updated>2008-07-25T10:56:07.808+02:00</updated><title type='text'>Wunsch nach Einzigartikeit</title><content type='html'>Im Angesicht des Terrors&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Wissen um die eigene Sterblichkeit löst eine existenzielle Angst aus, einen inneren Terror. All das, was man in seinem Leben mit viel Anstrengung und Aufwand tut, ist letztlich sinnlos. Diese Vergeblichkeit empfindet der Mensch als entwürdigend.&lt;br /&gt;Der Mensch ahnt bereits schon als Kind und weiss dann später, dass er sterben wird. Das macht ihn zum verängstigten, vor dem Tode zurückschreckenden Tier.&lt;br /&gt;Um damit zu Recht zu kommen, schafft sich der Mensch einen selbstgemachten Schein-Sinn und gibt sich dadurch Ordnung, Sinn und eine eingebildete Dauerhaftigkeit, die über die eigene Lebenszeit hinausreicht und einem das Gefühl von Unsterblichkeit verleiht. Aus dem Wunsch, mit dem physischen Ende nicht als bedeutungslos ausgelöscht zu sein, strebt der Mensch danach, bei anderen in Erinnerung zu bleiben – meistens durch die Idee einer eigenen Familie, durch soziale und wissenschaftliche Leistungen, umwälzende Ideen, Werke der Kunst oder man versucht, sich mit einem religiösen Glauben ein ewiges Leben zu sichern.&lt;br /&gt;Das schafft ein Selbstwertsgefühl, welches einen Menschen sein Leben als sinnvoll erleben und betrachten lässt. Man will nicht ohne Sinn auf diesem Planeten gelebt, gearbeitet und gelitten haben, für nichts hier gestorben sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Wunsch nach Auszeichnung und Einzigartigkeit lässt sich schon an der Geschwisterrivalität beobachten, am Kampf um das grössere Stück Schokolade oder darum, als erster irgendwo zu sein. Kinder sind nicht bösartig, sondern sie verkörpern ganz unverhüllt das tragische Schicksal der Menschheit. Der Mensch kämpft verzweifelt, um sich im Kosmos als etwas Einzigartiges zu behaupten, ein Held zu sein, damit er mehr zählt als jedes andere Ding. Die kindliche Rivalität wird dann bei den Erwachsenen zu einem Konkurrenzkampf, zu einem Gegeneinander, um die grösstmögliche Aufmerksamkeit zu erringen. Man möche sich durch äussere Umstände Bedeutung zusprechen, durch einen Status in der vergänglichen Welt einen Wert und eine Sicherheit garantieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schutzbedürftigkeit&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das kleine Kind ist in einer hilflosen Situation. Überall um es herum lauert das Chaos. Das macht Angst, die sich noch verstärkt, wenn es seine körperliche Verletzbarkeit oder gar den Tod von Eltern, Geschwistern oder nur eines Haustieres erlebt. Die Furcht vor dem Tod schlägt sich in der Furcht vor dem Leben nieder. Die Aussenwelt wird feindlich erlebt, weshalb das Kind Sicherheit und Schutz sucht. Dieses Schutzbedürfnis überträgt es dann auf Schutzpersonen, die dadurch zu machtvollen Gestalten werden, allein fähig, die Mächte des Chaos zu bannen. Diese Übertragung dient als Bezähmung des Schreckens.&lt;br /&gt;Das hat freilich den Preis eines neuen Schreckens: der Angst vor dem Verlust des Objekts, das einem hilft, den Tod zu besiegen. Um diesen Schutz zu erhalten, muss sich das Kind den Objektes des Schutzes (Eltern, Gott) durch Selbstkontrolle anpassen, jedes Missfallen vermeiden und dadurch die Liebe und Aufmerksamkeit verdienen.&lt;br /&gt;Die positive Reaktion der Gesellschaft und der Eltern gibt dem Kind das Gefühl von Bedeutung zu sein. Das Ergebnis ist Konformität und Anpassung.&lt;br /&gt;Religion, wie sie in der Welt verstanden wird, macht zwar unabhängig von menschlichen Normen, vom Anpassungsdrang anderen Menschen gefallen zu wollen, doch die moralische Religiosität überträgt das Konzept dann gleich darauf, dem Quell der Schöpfung gefallen zu wollen. So wächst dann schnell eine Angst heran, dem allgegenwärtigen Gott gefallen zu sollen und seinen Ansprüchen zu entsprechen.&lt;br /&gt;Das gibt ein unvermeidliches Paradox: auf der einen Seite der Wunsch nach Einzigartigkeit und Überwindung aller Vorgaben und auf der anderen Seite das Bedürfnis nach Anpassung, Anerkennung durch das soziale Umfeld und Konformität.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;passiver und aktiver Heroismus&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In dem grösseren Ganzen aufzugehen, mit dem All verwandt zu sein, in kosmischer Verbundenheit zu leben, steigert das eigene Sein und vermittelt dem Menschen das Gefühl eines transzendenten, unsterblichen Wertes. Das ist ein Versuch, der Sterblichkeit zu entkommen – ein passiver Heroismus.&lt;br /&gt;Auf der anderen Seite möchte der Mensch nirgendwo aufgehen, sondern einmalig und unverwechselbar sein, seinen Drang nach Unsterblichkeit durch einzigartige Leistungen verwirklichen. Es treibt den Menschen danach, sich von der Natur abzuheben und sie zu überragen – ein aktiver Heroismus.&lt;br /&gt;Der passive Heroismus hebt die Einsamkeit auf, doch der aktive Heroismus führt in die Isolation, denn es ist eine „vergängliche Unsterblichkeit“, welche die Früchte von Leistung und Spurenbildung innerhalb der Welt zu vermitteln vermögen. Denn auch wenn das Gewünschte eintritt, verliert es dennoch an Bedeutung im Laufe der Zeit und wird vergessen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;transzendentale Einzigartigkeit&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als ewige Seele ist man bereits einzigartig und braucht sich nicht mehr künstlich herauszuheben. Man hat bereits einen Wert in Gott und muss sich durch Position, Familie oder Aktivität nicht einen Wert zusprechen. Man ist geliebt ohne sich auf eine bestimmte Art verhalten zu müssen, um sich die Liebe Gottes zu verdienen.&lt;br /&gt;Religion schenkt die Erkenntnis, dass es unmöglich ist, innerhalb der eigenen conditio humana ein Absolutum zu bilden. Das wäre die Kompensation des Agape-Motives ins Zeitweilige hinein. Der kosmische Heroismus, auch Gottesglaube genannt, enthebt den Menschen aus seiner Sterbeangst, weil er versteht, dass es für ihn als ewiges Wesen gar keinen Tod gibt und nie gegeben hat. So wird er aus der Bedürftigkeit enthoben und kann nun erst wirklich sein Leben als Geschenk für Gott einsetzen - enthoben der Bedrohung einer existenziellen Angst im Nacken.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6498584304148876362-8640260363820318818?l=jayaradhesyam.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/feeds/8640260363820318818/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=6498584304148876362&amp;postID=8640260363820318818' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/8640260363820318818'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/8640260363820318818'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/2008/07/wunsch-nach-einzigartikeit.html' title='Wunsch nach Einzigartikeit'/><author><name>Radhe</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05058813935437230347</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='27' src='http://2.bp.blogspot.com/_rnDcQvodD40/SX3HECimfdI/AAAAAAAAAAc/UCNm1sbS9ME/S220/schweiz.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6498584304148876362.post-3517085137759798473</id><published>2008-07-02T00:34:00.003+02:00</published><updated>2008-07-02T00:37:07.927+02:00</updated><title type='text'>Dringliche Bitte des Kalbes</title><content type='html'>(Dieser Text ist ein Ausschnitt aus einer kleinen Video-Animation, die ich gerade produziert habe. Wer diese gerne haben möchte, kann sie bei uns bekommen: ananda dham, c.p.40, 6656 Golino, Schweiz)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Menschen steckt eine Ursehnsucht, dass die Täter nicht über ihre Opfer triumphieren. Die Sehnsucht nach Gerechtigkeit steckt tief in uns – und wir dürfen sie nicht überspringen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gleichgültigkeit vor dem Leiden anderer ist Stumpfheit. Wie kann man sich vor dem Leidensschrei unserer Geschwister in der Tierwelt verschliessen? Das wäre unaushaltbare Verantwortungslosigkeit.&lt;br /&gt;Es ist irrelevant, von was für Grundwerten wir sprechen. Das Wesentliche ist, was wir leben. Fleischessen ist direkter Auftrag zur Auslöschung von Leben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Bibel berichtet vom Brudermord in der Genesis. Als Gott Kain zur Rechenschaft zieht und ihn fragt: „Wo ist dein Bruder Abel?“ , antwortet Kain: „Ich weiss es nicht.“ (Gen 4.9)&lt;br /&gt;Kain verweigert die Verantwortung für sein Tun. Doch das führt dazu, dass er sein Leben lang mit existentieller Unruhe umerherwandern muss.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tiere sind entweder geliebte Haus- und Kuscheltiere oder tauchen unter in einer anonymen Masse, die wir dann töten lassen und auf dem Teller verspeisen.&lt;br /&gt;Diese Irrationalität im Umgang mit Tieren bedeutet, dass man einige Tiere vermenschlicht und zur Kompensation mangelnder sozialer Beziehungen werden lässt und auf der anderen Seite Tiere instumentalisiert für Eigeninteressen. Zwecks Gaumen- und anderen Selbst-Interessen werden sie entindividualisiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Mensch hat sich eingeredet, die Krönung der Schöpfung zu sein. Anstatt nun voller Mitgefühl und Segen diese Verantwortung anzunehmen, sind wir Ausbeuter geworden und leben eine Weltanschauung, die einen glauben lässt, dass alle anderen Kreaturen nur dazu geschaffen seien, dem Menschen Nahrung und Pelze zu liefern, um gequält und ausgerottet zu werden. Man spricht den Tieren willkürlich ihren eigenen Existenzzweck ab. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn wir über die Beziehung des Menschen zu seinen Mitgeschöpfen, den Tieren, nachdenken, nimmt man in erschreckendem Masse wahr, wie sehr unsere Gesellschaft auf institutionalisierte Gewalt gegen Tiere gegründet ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir befinden uns mit den anderen Geschöpfen dieser Erde im Krieg. Überall hat der menschliche Imperialismus die Tiervölker versklavt, unterdrückt, ermordet und verstümmelt. Überall um uns herum liegen die Sklaven- und Vernichtungslager, die wir für unsere Mitgeschöpfe errichtet haben: Zuchtfabriken und Schlachthäuser – Dachaus und Buchenwalds für die besiegten Arten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Angewöhnte ist bequem. Die Frage des Gewissens aber lautet: Ist es gerecht?&lt;br /&gt;Alles, was das Tier kann, darf es auch. Der Mensch kann viele Dinge, die er nicht darf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aus dem Buch von Peter Longerich „'Davon haben wir  nichts gewusst!` Die Deutschen und die Judenverfolgung 1933 -  1945":&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Frauen fielen in Ohnmacht oder weinten. Männer bedeckten ihr  Gesicht und drehten die Köpfe weg. Als die Zivilisten immer  wieder riefen: `Wir haben nichts gewußt! Wir haben nichts gewußt!`, gerieten die Ex-Häftlinge außer sich vor Wut. `Ihr habt es gewußt`, schrien sie. `Wir haben neben euch in den Fabriken gearbeitet. Wir haben es euch gesagt und dabei unser Leben riskiert. Aber ihr habt nichts getan.`" Ein erheblicher Teil der Menschen hat vom Holocaust gewußt. Denn die Deportationen (...) geschahen ja nicht im Dunkel der Nacht, sondern vor aller Augen, am hellichten Tage. Und sie wurden begleitet von Kommentaren in der Presse, die keinen Zweifel daran ließen, welches Schicksal die Deportierten (...) erwartete." Exakt wie heute mit Tieren! Auch heute begegnen wir täglich auf der Autobahn den Schlachttiertranporten. Und auch heute wird darüber in den Zeitungen regelmäßig berichtet. Und auch heute wollen die Menschen davon nichts wissen. Was ist eigentlich die angemessene, die moralisch richtige individuelle Reaktion auf kollektives Unrecht, das uns umgibt? In bezug auf die Nazizeit gibt die 85jährige Verlegerin Maria Sommer folgende Antwort: „Jeder ist schuldig, der nicht im Widerstand war." (ZEITmagazin Leben, 29, 2007, S. 44 f.) Von jedem aktiven Widerstand zu fordern, ist vielleicht zuviel verlangt, zumindest, wenn man darunter Dinge versteht, die geeignet sind, einen mit dem Gesetz in Konflikt zu bringen.Was man hingegen auf alle Fälle verlangen kann, ist, daß sich jemand nicht bewußt und aktiv an diesen Verbrechen BETEILIGT! Genau das macht aber jeder Fleischesser. Angesichts des heutigen Wissensstandes über das, was mit den Tieren passiert, bevor sie auf unserem Teller landen und angesichts des breiten Angebots an vegetarischen Lebensmitteln, ist, wer heute noch immer Fleisch ißt, nicht Mitläufer, sondern Mittäter.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mittlerweile ist eine neue und besonders gefährliche Generation von Fleischessern herangewachsen, die sich der Grausamkeit und ethischen Abstrusität des Tötens für Gaumenfreude vollkommen bewusst ist, dies aber noch für legitim hält, das es ja nur Tiere sind – und damit für unsere Interessen verfügbar.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese neue Generation ernährt sich gesund, natürlich und bewusst. Sie argumentieren, dass sie sich als Teil eines grösseren Ganzen begreifen, wo das „Fressen und Gefressenwerden"  unvermeidbar sei. Bei dieser diffusen Natürlichkeits-Folkore mutiert das Umbringen der Tiere geradezu zum Dienst an der Schöpfung. Wer sich solcherart „naturnah" und „bewußt" mit Fleisch versorgt, klinkt sich quasi wieder aktiv ins natürliche Geschehen ein. Das Tier kann nichts, was es nicht darf – der Mensch sehr viel. Beim Menschen existieren keine absolut notwendigen Verhaltensweisen. Er hat sich zu entscheiden.&lt;br /&gt;Gerade dieses Geschöpf, das sich immer als Krone der Schöpfung betrachtet, rechtfertigt sein Lustmorden mit einer Natur-Notwendigkeit, die gar nicht besteht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die dringliche Bitte des Kalbes an dich ist deshalb: „Lass uns leben – ernähre dich vegetarisch.“&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6498584304148876362-3517085137759798473?l=jayaradhesyam.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/feeds/3517085137759798473/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=6498584304148876362&amp;postID=3517085137759798473' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/3517085137759798473'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/3517085137759798473'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/2008/07/dringliche-bitte-des-kalbes.html' title='Dringliche Bitte des Kalbes'/><author><name>Radhe</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05058813935437230347</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='27' src='http://2.bp.blogspot.com/_rnDcQvodD40/SX3HECimfdI/AAAAAAAAAAc/UCNm1sbS9ME/S220/schweiz.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6498584304148876362.post-8600038652388292587</id><published>2008-03-30T15:41:00.001+02:00</published><updated>2008-03-30T15:43:28.567+02:00</updated><title type='text'>Theodizee</title><content type='html'>Theodizee -&lt;br /&gt;Die Rechtfertigung Gottes angesichts des Leides in der Welt&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Begriff „Theodizee“wurde erstmals von Leibniz in seinem 1710 publizierten Buch „Über die Theodizee – Betrachtung der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und der Ursache des Bösen“ publiziert.  Theodizee leitet sich ab vom Griechischen Theos (Gott) und Dikae (Gerechtigkeit).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es existiert einen Widerspruch zwischen der Allmacht Gottes und seiner Gutheit.&lt;br /&gt;Wie kann Gott das zulassen ?&lt;br /&gt;Unser Leben zeigt vielerlei Leiden: Naturkatastrophen, Krieg, Verbrechen, Krankheiten. Warum hat Gott eine Welt erschaffen, in der es Leid und Schmerz gibt? Hätte Gott nicht eine bessere erschaffen können?&lt;br /&gt;Das Theodizee-Problem gründet sich in dem erfahrenen Widerspruch zwischen dem Glauben an Gott und dem Sinn-Verlust, der mit dem Leiden verbunden ist. Wie kann ein allmächtiger und gütiger Gott die Übel und das Böse in der Welt zulassen, warum müssen wir leiden?&lt;br /&gt;Das Problem entsteht nicht nur denkerisch, sondern direkt für den Menschen, der an Gott glaubt und von einem großen Leid, Unrecht oder sogar von einem Verbrechen heimgesucht wird. „Wie kann Gott das zulassen?“ ist die Frage. Gott will doch nur das Gute, das Beste? Ist das nun das Beste?&lt;br /&gt;Wie aber kann ein guter Gott soviel Leid in seiner Schöpfung verursachen oder zulassen? Das immense Leid scheint entweder gegen seine Allmacht oder gegen seine Güte zu stehen. Diese Frage ist einerseits verständlich angesichts des erdrückenden Leides in der Welt, andererseits wird sie oft gestellt, um Gott auf die Anklagebank zu setzen, da eine oberflächliche Spiritualität diese Fragen nicht wirklich befriedigend beantworten kann.&lt;br /&gt;Wie kann an Gottes Gerechtigkeit und Güte festgehalten werden, wenn Gott über hunderte von Millionen Jahren Krankheit, Missbildung, Grausamkeit, Tod, Artentod, und zuletzt (beim Menschen) auch die Möglichkeit der Abwendung eingesetzt hat, um die Lebewesen hervorzubringen? Das Übel erscheint demnach nicht als „Einbrecher" in eine ursprünglich leidfreie Schöpfung, sondern von vornherein als ihr Hausherr.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn es Gott gibt, woher kommt das Böse? Doch woher kommt das Gute, wenn es ihn nicht gibt. Was wäre beständig gut?&lt;br /&gt;Französische Existentialisten haben geschlussfolgert: „Die einzige Entschuldigung Gottes (angesichts des Übels in der Welt) ist, daß er nicht existiert.“&lt;br /&gt;Die Erfahrungen der Diktaturen des 20. Jahrhunderts zeigten dann, daß atheistische Systeme, die ja eine bessere Welt herbeiführen wollten, immer mehr in das Üble geraten. Ohne Gott scheint die Würde des Menschen nicht geschützt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine prägnante, oft zitierte Formulierung des Problems lautet:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Entweder will Gott die Übel beseitigen und kann es nicht:&lt;br /&gt;Dann ist Gott schwach. Und das hiesse: nicht Gott.&lt;br /&gt;Oder er kann es und will es nicht:&lt;br /&gt;Dann ist Gott missgünstig. Das Widerspräche seiner Gnade und seinem Mitgefühl.&lt;br /&gt;Oder er will es nicht und kann es nicht:&lt;br /&gt;Dann ist er schwach und missgünstig zugleich, also nicht Gott,&lt;br /&gt;Oder er will es und kann es, was allein für Gott ziemt:&lt;br /&gt;Woher kommen dann die Übel und warum nimmt er sie nicht hinweg?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Argumentation wurde von dem Kirchenschriftsteller Laktanz (ca. 250 bis nach 317) überliefert.&lt;br /&gt;Das Theodizeeproblem besteht im Widerspruch zwischen zwei Aussagen. Auf der einen Seite steht die Aussage, es gebe einen allmächtigen, allgütigen und allwissenden Gott – auf der anderen Seite steht die Feststellung, dass es Übel in der Welt gibt.&lt;br /&gt;Verträgt sich die Lehre vom allmächtigen und gerechten und liebenden Gott mit der Erfahrung einer Welt voller Ungerechtigkeiten? Wie lässt sich das unendliche Leid auf dieser Welt mit der Vorstellung eines Gottes der Liebe vereinbaren?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Versuche, das Übel  zu erklären&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn man solche Betrachtungen anstellt muss man sich immer vor der Anmassung bewahren, wirklich die Gesamtsicht zu haben. Kant warnt vor dieser spirituellen Arroganz: „Wir sind zu begrenzt, um metaphysische Spekulationen anzustellen. Hier stößt unsere Vernunft an ihre Grenzen (Kant: Über das Mißlingen aller philosophischen Versuche in der Theodizee, 1791).&lt;br /&gt;Das zur Urteilsfindung herangezogene Quellenmaterial und die daraus entwickelten theologischen/philosophischen Denkmodelle sind unzureichend, sind noch nicht vollständig.&lt;br /&gt;Der Mensch steht einfach staunend in einer ihm unbegreiflichen Schöpfung, Zuschauer sozusagen in göttlichen Abläufen.&lt;br /&gt;Und dennoch hat uns Gott Vernunft geschenkt und will natürlich, dass wir sie auch gebrauchen – um die Offenbarung vom Ihm nachzuvollziehen.&lt;br /&gt;In diesem Zusammenhang sind die folgenden Gedanken auch zu verstehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;-Wir leben in der besten aller möglichen Welten (Leibniz)&lt;br /&gt;Nach Gottfried Wilhelm Leibniz gibt es eine unendliche Anzahl möglicher Welten. Von diesen hat Gott nur eine geschaffen, nämlich die vollkommenste, in der das Übel den kleinsten Raum hat („die beste aller möglichen Welten“). Jede Form des Übels ist letztlich notwendig und erklärbar.&lt;br /&gt;Leibniz sagt, dass das „malum metaphysicum“, das metaphysische Übel natürlich sei. Das Geschaffene ist notwendig unvollkommen, da es sonst mit Gott identisch wäre.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hätte ein allmächtiger Schöpfer nicht doch eine anders geartete Schöpfung erschaffen können?&lt;br /&gt;Nein, er schuf die Beste aller Welten&lt;br /&gt;-Er hätte sie so beschaffen können, dass sie ewig ist. Das wäre die ewige Trennung zu Gott.&lt;br /&gt;-Er könnte jedem einzelnen Wesen eine eigene Welt geben. Das wäre unendliche Langeweile.&lt;br /&gt;- Eine andere Option wäre es, der Menschheit den freien Willen zu nehmen. Aber das würde jegliche Liebe verunmöglichen.&lt;br /&gt;-Er legt viele Lebewesen in eine Welt. Das wäre die Hölle. Seine Gnade ist die Vergänglichkeit und die inhärent in jedem Moment liegende Möglichkeit zur Rückkehr zu ihm.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;-durch Annahme der Freiheit des Menschen&lt;br /&gt;Einen weiteren Ansatz bei der Lösung der Theodizee-Frage liegt in der Annahme, dass Gott dem Menschen Freiheit und Eigenverantwortung in seinem Handeln lasse. Ohne Freiheit sei Liebe nicht zu verwirklichen.&lt;br /&gt;Diese Freiheit birgt aber das Risiko des Scheiterns. Doch hier kann man weiterfragen, ob dieses Risiko nicht vermeidbar wäre, ohne die Liebe in Freiheit zu verlieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da das zeitlich-irdische Leben zwar ein sehr hohes, aber nicht das höchste Gut ist, muss es weder von Gott noch von den Menschen mit allen Mitteln angestrebt werden. Das höchste Ziel bzw. Gut des Menschen ist immer die Rückkehr, die ewige Beziehung des Lebewesens mit Sri Krishna, d.h. die maximal mögliche Gemeinschaft mit Gott.&lt;br /&gt;Wenn man denkt, dass irgendein Beschwernis oder Leid, das man in samsara (dem Kreislauf der Geburten und Tode) durchlebt, eine andere Ursache hätte, als seine Trennung zu Gott, so ist das die perfekte Definition von maya (dem, was eben nicht ist).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gott bewirkt das Leid und das moralische Übel nicht, aber lässt die Würde des freien Willens zu, der selbst Abwendung von der Wirklichkeit beinhaltet. Zur gleichen Zeit macht er alle Arrangierungen, um die Seele wieder zur Ewigkeit hinzulocken. Er überlässt der Seele die Möglichkeit der Wahl innerhalb der Grenzen der Karma-Gesetze, die den übertriebenen Egoismus regeln sollen und die ja nur einen Ersatz-Gott darstellen, wenn man dem liebenden Austausch ausweichen möchte.&lt;br /&gt;Vor und mit Gott leben wir ohne Gott. Gott lässt sich nicht aus der Welt hinausdrängen, aber sehr wohl aus unserem Blickfeld. Wie lange will man noch Widerstand leisten?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;-Die Perspektive der Reinkarnation&lt;br /&gt;Wenn sich das Theodizee-Problem in seiner ursprünglichen Formulierung nicht auflösen lässt, muss dies nicht unbedingt heißen, dass Gott die ihm zugeschriebenen Eigenschaften nicht hat. Möglich ist auch, dass die gemachten Annahmen zu einfach sind: Gottes Güte besteht darin, den Menschen einen Zeitrahmen von unendlich vielen Leben zu geben, in welchen sie durch die von ihnen erwünschte Trennung zur Wirklichkeit, die sie als Leid empfinden,  langsam korrigiert wird uns sie lernen, sich im göttlichen Sinne zu verhalten.&lt;br /&gt;Vor allem kann das Böse, das den Unschuldigen trifft, nicht damit erklärt werden, daß es ihm zur Erziehung gereicht. Die Frage aus der Reinkarnation ergibt sich: Gibt es Unschuldige?&lt;br /&gt;Reinkarnation erweitert den Betrachtungshorizont der Lebensgeschichte eines Wesens und lässt Ursachen erkennbar werden, die in der Einmaligkeitstheorie menschlichen Lebens einfach nicht ersichtlich sind. An diesem Punkt braucht es die Erweiterung der Perspektive durch die Reinkarnation. Das Buch wird effektiv nicht verstehbar, wenn ich nur eine einzige Seite aus ihm herausreisse.&lt;br /&gt;Gottes Allgüte ist mit der auf ein Lebensausschnitt reduzierter Perspektive nicht erfassbar. Wenn die göttliche Führung über mehrere Leben beobachtet wird, erkennt man, wie er eine Seele langsam und vorsichtig wieder in Richtung ewiger Heimat lenkt und ihr Sadhu Sanga, spirituelle Gemeinschaft ermöglicht. Dies führt zu einer vergrösserten Intensität und Sehnsucht im Herzen der Seele.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;-Falsch projizierte Sehnsucht&lt;br /&gt;Das Leid resultiert nur aus der Lebensgier des Menschen, aus dessen krampfhaften Klammern an das Aufrechterhalten einer oberflächlichen Identifikationsrolle als Mensch mit bestimmten Bedürfnissen. Man suchte nach Unendlichkeit ... aber im Endlichen, und dadurch wurde man "unendlich" umhergetrieben --in samsara. Aber nichts liess einen stehen bleiben, schenkte einem das anfangs Verheissene. Anhalten kann man erst bei dem, nachdem man eigentlich sucht --  in der intensivsten Liebesbeziehung – bei Sri Krishna. Sehnsucht fliesst immer zum Unbegrenzten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Leiden ist nicht das, was man bisher für Leiden gehalten hat.&lt;br /&gt;Das Leiden gibt sich nicht offen als Leiden zu erkennen. Die meisten Menschen glauben. Leiden bedeutet, dass der Körper oder die Psyche krank ist. Wenn sie wieder funktionieren, dann denken sie, das Leiden sei angeblich wieder vorbei.&lt;br /&gt;Dann gibt es alle möglichen Techniken und Ablenkungen, um das Leiden auszublenden, die Bemühung für medizinische und feinstoffliche Heilung, kleine Vergnügungen zu suchen, und irgend etwas zu tun, damit das Leiden nicht offensichtlich ist.&lt;br /&gt;Leiden ist die Beziehung zum Ich-Gedanken. Ständig nimmt man Gedanken wahr, die mit den drei Buchstaben I C H beginnen.&lt;br /&gt;Diese sind die Gedanken, die man nicht mehr wahrnimmt, sondern zu denen man wird, wenn sie auftauchen.&lt;br /&gt;Aus diesen Gedanken entstehen dann Gefühle und Empfindungen, und man wird zu ihnen, aus ihnen geformt. sada tad bhava bhavitah (Bhagavad gita 8.6)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist doch so, dass das Bewusstsein von Leid bisher immer erst dann entstanden ist, wenn etwas nicht nach seinen Vorstellungen verlief.&lt;br /&gt;Jahrelang geht es einem gut. Man hat einen wunderbaren Partner, beruflich macht man Fortschritte, mit seiner Familie versteht man sich bestens, man verdient genug Geld und man findet ohne Probleme eine schöne Wohnung. Es scheint keinen Grund zum Leiden zu geben.&lt;br /&gt;Irgendwann bemerkt man eine gewisse Leere. Vielleicht muss man einfach seine Affirmationen intensivieren? Aber der Moment kommt, in dem man ahnt, dass etwas viel Grundlegenderes nicht stimmt. Aber die meisten Menschen brauchen dafür nicht Jahre, sondern Jahrtausende. Jahrtausende für die einfache Erkenntnis, dass man leidet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist nun aber nicht so, dass sich einem der Wunsch zu leiden als Wunsch zu Leiden zeigt. Er erscheint einem als Wunsch, glücklich zu sein – ohne Gott. Aber man erkennt die Verkleidung nicht.&lt;br /&gt;Zum Beispiel kann er sich zeigen als der Wunsch, auszuwandern, oder als der unerfüllte Wunsch nach einem Kind oder einem angeblichen Seelen-Partner. Jeder unerfüllte Wunsch, der sich auf Vergängliches richtet, ausserhalb der Beziehung zu Sri Krishna, ist eigentlich der Wunsch, zu leiden, ist nicht sein wirklicher Wunsch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hoffnung auf Erfüllung innerhalb dieser Welt und Leiden sind unzertrennlich. (Bhagavad Gita 18.54 - na socati na kansati)&lt;br /&gt;Gottes Eigenschaften sind neu zu verstehen. Er ist nicht Teil der dualen Erfahrung des Menschen&lt;br /&gt;Gott ist nicht gut. Auch nicht nicht-gut. Er ist jenseits unserer Wertung. (caitanya caritamrita, 3.4.176)  Er ist in der Absolutheit und er ist nicht wahrnehmbar durch die duale Begriffswelt der kleinlichen Hoffnungen des Menschen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Abschlussgedanke&lt;br /&gt;Das Leid und die Grauenhaftigkeit der Welt hat in vielen Menschen zu einem Enttäuschungs-atheismus geführt.&lt;br /&gt;Bei Naturkatastrophen oder Erdbeben betreut man Verletzte und Angehörige, bietet Beistand und Hilfe – aber es bräuchte auch eine theologische Aufarbeitung: Ist diese Grausamkeit der Natur vereinbar mit der Allgüte Gottes?&lt;br /&gt;Krankheit, Unglück, Schicksalsschläge werden schnell als Strafe Gottes für das Fehlverhalten der Menschen interpretiert. Man hat durch Schuld den Himmel provoziert. Man will es verstehen und einordnen können. Wird die Welt nach einer moralischen Ordnung interpretiert, kommt sie einem häuslicher vor. Gott ist ein Vater, der seine Kinder lenkt – durch Lob, Strafe und Tadel. Das ist ein sehr naives und archaisches Gottesbild, von dem sich viele Menschen unserer Zeit intuitiv befreit haben.&lt;br /&gt;Das theologische Problem darin ist ein falsches Naturverständnis. Die Natur ist Natur und man kann von ihr aus keine Rückschlüsse auf Gott ziehen. Religion bedeutet, sein Leben von Gott her zu ordnen. Die Liebe lernt man nicht in der Natur.&lt;br /&gt;In der Natur bewirken Schicksalsschläge  die Ausschliessung aus der eigenen Gruppe. Eine Öl-Möve wird vom Schwarm zerhackt, da sie anders aussieht. Die Schwachen und Kranken in der Natur sollen sich nicht fortpflanzen, sie sind nicht zur Generation zugelassen. Darwinisten legitimieren aus dieser Grausamkeit der Natur ein rücksichtsloses Weltbild, wo einfach nur der Stärkere überlebt (survival of the fittest).&lt;br /&gt;Der russische Anarchist Kropotkin schreibt, dass auch Mitgefühl, Barmherzigkeit und das Rückstellen eigener Interessen zugunsten Anderer Bestandteil der Natur sind. Aber die absolute Güte lässt sich nicht aus der Natur ableiten, da die Ambivalenz von Rücksichtslosigkeit und Mitgefühl inhärent in ihr existiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Welt sei ein Zeugnis von Gott, der in ihr seine Güte, Macht, Weisheit und Schönheit offenbare. Das ist grundlegend falsch. In der Gita sagt Krishna: abhinna prakritir astadha „Diese Welt ist meine abgetrennte Energie.“ Und diese kann man nie mit ihm gleichsetzen. Gott schwebt keine Welt vor, in der die Menschen nicht leiden. Deshalb darf man die Gnade Gottes nie auf die körperliche und feinstoffliche Ebene reduzieren. Krishna will uns nicht die Traumidylle schaffen.&lt;br /&gt;Gott ist mehr als seine duale Schöpfung der materiellen Welt, der Natur.&lt;br /&gt;Das Böse sei durch gefallene Engel, den Satan, Demiurgen oder miteinander konkurrierende Weltprinzipien zu erklären. Als Beispiel hierfür kann die altpersische Religion Zarathustras dienen, die davon ausging, dass zwei gleich mächtige Urprinzipien die Welt beherrschen: Auf der einen Seite das gute, gebende, göttliche Prinzip, auf der anderen Seite das böse, nehmende, widergöttliche. Auf diese Art und Weise der Darstellung wird die Allmacht Gottes relativiert, denn die beiden, voneinander untrennbaren Prinzipien ergeben eine dualistische, Gutes und Böses enthaltende Gottesvorstellung.&lt;br /&gt;Andere, ebenfalls dualistische Gottesvorstellungen finden sich in der Gnosis und im Manichäismus. Ein atheistisches Beispiel wäre das Ying-Yang der chinesischen Philosophie, welches die Geschehnisse in der Welt durch dualistische Urprinzipien erklärt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist nicht möglich, von der Welt her Gott zu denken. Die Theologie kann nicht Kausal-Fragen beantworten („warum ist es geschehen?“), sondern das Wozu. Es geht um die teleologische Frage, der Frage, was Gott mir uns beabsichtigt.&lt;br /&gt;Die Natur nimmt keine Rücksicht auf ihre Geschöpfe. Religion kann deshalb ihre Grundlage nicht in der Natur finden. Pantheismus ist oberflächliche Schwärmerei, denn es gibt in dieser Natur auch die Grauenhaftigkeit und die Rücksichtslosigkeit. Wenn man Gott auf die Natur, seine Schöpfung, reduziert, dann wäre diese Ambivalenz die verpflichtende Vorlage für unser eigenes Handeln. Dann müsste ich so umgehen, wie es die Natur tut (viele Fleischesser verteidigen ihre Mordeslust mit dem Argument, dass Tiere ja auch Fleisch essen) – aber genau das darf ich nicht. Der Mensch hat als einziges Wesen einen anderen Auftrag: Nicht nach dem Gesetz Gottes zu leben („natürlich“), sondern nach dem Willen Gottes. Dharma ist nicht Ethik, sondern eine von Gott her definierte Verhaltensweise. Prema.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sri Krishna ist der Hintergrund jenseits der Phänomenalität dieser Welt.&lt;br /&gt;Augustinus schreibt in „Confessiones“, wie er auf die Suche nach Gott geht und die Sonne, den Mond, die Sterne, die Wüste, das Meer, die Wunderbarkeit der Natur befragt und sie alle sagen ihm: „Ich bin nicht der Gott, nach dem du suchst.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Krishna wohnt in der Sehnsucht nach einer Liebe, die in der Natur nicht zu finden ist. Die Natur ist nie der Ruheort der Seele – sie kann erst im Unendlichen ruhen, erst bei Gott.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Mensch hat etwas, was es in der Natur nicht gibt – Religion, der Entwurf einer übernatürlichen Liebe, die auf Gott gerichtet ist und von da her innerhalb dieser Welt handelt.&lt;br /&gt;Es geht nicht darum, alles in dieser Welt lieben und es mit Gott gleichsetzen zu wollen, sondern nur auf Gott gerichtet die Liebe wieder in die Welt einfliessen lassen.&lt;br /&gt;Die Liebe Gottes lässt sich nie ergründen in der Natur, sondern trotz der Natur. Wenn man Gott nur auf seine Schöpfung reduziert, den König also nur noch als den Gefängniswächter betrachtet, werden der Enttäuschungsatheismus und das Problem der Theodizee die natürlichen Folgen sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Leiden ist der Hinweis darauf, noch nicht angekommen zu sein. Noch nicht seine wirkliche Bestimmung zu leben und sich noch im Provisorischen aufzuhalten, eben ausserhalb seiner Nitya-sambandha (seiner ewigen Beziehung zu Radha Krishna).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es geht um unbedingtes und restloses Vertrauen zu Gott, trotz Unfähigkeit, das Rätsel des Leids und des Bösen enträtseln zu können. Man kann die genaue Ursache des Leides nicht immer „erklären“, aber bestehen.&lt;br /&gt;Nachdem Hiob durch das Leid gegangen ist, sagt er am Ende des Buches in Hiob 42,5: „Ich hatte von dir nur vom Hörensagen vernommen; aber nun hat mein Auge dich gesehen.“&lt;br /&gt;Ist Gott leiderzeugend? Hiob legt den Finger auf dem Mund und schweigt vor Staunen in Anerkennung des riesigen Ausmasses seines Nichtwissens. Er verliert die Grundlage, sich zu beschweren.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6498584304148876362-8600038652388292587?l=jayaradhesyam.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/feeds/8600038652388292587/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=6498584304148876362&amp;postID=8600038652388292587' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/8600038652388292587'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/8600038652388292587'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/2008/03/theodizee.html' title='Theodizee'/><author><name>Radhe</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05058813935437230347</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='27' src='http://2.bp.blogspot.com/_rnDcQvodD40/SX3HECimfdI/AAAAAAAAAAc/UCNm1sbS9ME/S220/schweiz.jpg'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6498584304148876362.post-141089035013926900</id><published>2008-01-22T14:40:00.000+01:00</published><updated>2008-01-22T14:44:45.454+01:00</updated><title type='text'>Der seidene Faden</title><content type='html'>Was passiert, wenn ich spüre, dass mein Leben nur noch an einem kleinen Faden hängt?&lt;br /&gt;Wenn ich mich mit meinem grob- und feinstofflichen Körper gleich setze - diese sich aber in einem ständigen Wandel befinden - und Wandel ist gemäss dem Bhagavatam eine Form von Zerstörung (nitya pralaya SB 12.4.36) - hängt meine ganze Identität ständig an einem ganz dünnen Faden.&lt;br /&gt;Und das spüre ich - ganz fein und unbewusst.&lt;br /&gt;Deshalb tätige ich aus Angst heraus eine latente und intensive Gegenbemühung - diese nenne ich "mein Leben" - um die Position des "Ich" zu sichern.&lt;br /&gt;Doch was geschieht, wenn ich die lächerliche Bemühung dieses "Ich" zu verteidigen, vollkommen ablegen würde?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist so fruchtlos, immer wieder zu versuchen, diesen Faden zu verstärken - Arrangierungen zu tätigen für Erhalt, Ansehen und Unterhaltung in dieser Welt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Denn es ist gar nicht wirklich das Leben (das wirkliche Leben), das an diesem dünnen Faden hängt. Es ist nur das Leben und Sterben (samsara), das Festhalten-Wollen an äusseren Identifikationen, die an diesem Faden hängen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alle verschiedensten Erfahrungen und der ständigen Bewertung derer, die ein Lebewesen in den drei Bewusstseinszuständen (Tiefschlaf, Traum und Tagtraum - das, was ein Mensch dieser Welt als "Wach-Zustand" bezeichnet) erlebt, sind nichts anderes als Täuschung (am wahren Leben vorbeigelebt)."&lt;br /&gt;(SB 12.4.25)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In meinem Wahn der falschen Identifikationen verschwende ich Leben für Leben, um Illusionen zu schützen.&lt;br /&gt;Ich in Meiner wirklichen Identität hänge überhaupt nicht an einem seidenen Faden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;ajo nitya sasvatam yam purano na hanyate hanyamane sarire (BG 2.20)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Für die Seele gibt es zu keiner Zeit Geburt oder Tod. Sie ist ungeboren, ewig, immerwährend und urerst. Sie wird nicht getötet, wenn der Körper getötet wird."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber die Existenz, die ich bisher als "mein Leben" angenommen habe, hängt sehr wohl an einem seidenen Faden. Was ist denn dieser Faden? Die Beziehung zu dem Gedanken "ich", jedes Identitäts-Gefühl ausserhalb meines siddha-deha (des ewigen spirituellen Körpers).&lt;br /&gt;Und alles, was daraus resultiert ist Angst, Getrenntheit, Schmerz und Arroganz.&lt;br /&gt;Und wenn ich an diesem feinen Faden angelangt bin, dem Vermögen meiner Bedingtheit (des ahankara), sich als ein Teil dieser Welt fühlen zu wollen, berühre ich meine verdrehte Grundbeziehung mit dieser Welt, die völlig zerstört werden muss, wenn ich wirklich leben will.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6498584304148876362-141089035013926900?l=jayaradhesyam.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/feeds/141089035013926900/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=6498584304148876362&amp;postID=141089035013926900' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/141089035013926900'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/141089035013926900'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/2008/01/der-seidene-faden.html' title='Der seidene Faden'/><author><name>Radhe</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05058813935437230347</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='27' src='http://2.bp.blogspot.com/_rnDcQvodD40/SX3HECimfdI/AAAAAAAAAAc/UCNm1sbS9ME/S220/schweiz.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6498584304148876362.post-4086468149687558355</id><published>2007-12-22T16:36:00.000+01:00</published><updated>2007-12-22T16:39:17.515+01:00</updated><title type='text'>Weihnachtsbrief</title><content type='html'>Offener Brief an denkende Menschen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unser Umgang mit Tieren ist geprägt von einer tiefen Irrationalität.&lt;br /&gt;Auf der einen Seite werden Tiere wie zum Beispiel ein Hund geliebt und verhätschelt und der Missbrauch an ihnen ist gesellschaftlich geächtet und empört schreibt man darüber in Zeitungen. Aber zur gleichen Zeit werden andere Geschöpfe wie zum Beispiel das Schwein, das eigentlich keinerlei bedeutende biologische oder psychologische Unterschiede zum Hund aufweist, gequält und getötet, geschlachtet und gegessen. Es scheint sogar ganz normal, seinen Weihnachtstisch mit so einem gemarterten und geschlachteten Tier zu „zieren“. &lt;br /&gt;Tiere sind entweder geliebte Haus- und Kuscheltiere oder tauchen unter in einer anonymen Masse, die wir dann töten lassen und auf dem Teller verspeisen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Du würdest doch deinen Hund oder deine Katze oder deinen Kanarienvogel nicht umbringen und aufessen… Warum dann Schweine und Kühe, die genauso sensible Wesen sind und die ebenso fähig sind, Gefühle auszutauschen?Du fändest es doch auch nicht richtig, wenn überlegene Ausserirdische auf die Welt kämen und uns so behandelten, wie wir Tiere behandeln. Warum behandeln wir dann Tiere so?Du lehnst doch das Recht des Stärkeren als ethische Richtschnur ab. Warum soll es dann gegenüber Tieren gelten?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist eine erstaunliche Wahrnehmungsverzerrung, der die fleischessende Normalbevölkerung nachhängt: Wie schrecklich und unverständlich finden es doch alle, wenn sie in der Zeitung von Menschen lesen, die aus trivialsten Gründen einen Mord begehen. Aber gibt es einen trivialeren Grund, jemanden umzubringen oder umbringen zu lassen, als den Wunsch nach einem bestimmten Geschmackserlebnis?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine Frau betrat eine Tierhandlung, um Vogelfutter zu kaufen, und da es Winter war, trug sie ihren Kaninchenfellmantel. Als sie an einem Kaninchenkäfig stehen blieb, um ein paar Zwergkaninchen zu streicheln, hörte sie hinter sich eine Frauenstimme, die sehr laut sagte: „Finden sie es nicht heuchlerisch, dieses Tier zu streicheln, wenn sie dabei seine ganze Familie am Leib tragen?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In diesem Zwiespalt leben die fleischessenden Tierfreunde… einerseits liebt man die Tiere, erfreut sich an ihnen, und andererseits ist man durch den Fleischkonsum Auftraggeber für ihre Tötung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Inmitten unserer hoch entwickelten westlichen Kultur, inmitten all den strahlenden Monumenten unserer Geschichte, Kunst, Religion und Wissenschaft, gibt es die dunklen Bereiche. Das sind die Tierfabriken und Schlachthöfe – gesichtslose, geschlossene Bereiche, in denen die Gesellschaft ihr schmutziges Geschäft der Misshandlung und Ermordung unschuldiger, fühlender Wesen abwickelt. Wir sind brave Bürger und haben eigentlich eine ziemlich gute Vorstellung davon, was dort geschieht, aber wir wollen es lieber nicht so genau wissen…..&lt;br /&gt;Genau das macht unsere Komplizenschaft noch gemeiner. &lt;br /&gt;Den Vegetarismus auch aktiv zu lehren bedeutet Einsatz für Gerechtigkeit: es ist die Identifikation mit den Machtlosen und Verwundbaren, den geknechteten und unterdrückten Opfern. Sofern wir nicht an den faschistischen Grundsatz glauben, dass Macht vor Recht geht, haben wir kein Recht, unseren Mitgeschöpfen, den Tieren, Schaden zuzufügen und ihre Körper zu essen.&lt;br /&gt;Wie lange will man das Inferno ansehen und schweigen?&lt;br /&gt;Was haben die Tiere getan, dass sie dies verdient hätten?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein totes Rind oder Schaf auf der Weide gilt als Kadaver. Dasselbe Aas, zerlegt und auf dem Teller liegend, wird nun plötzlich „Nahrung“ genannt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fleischessen ist eine grässliche Form des Vergnügens. Was ist das für ein Vergnügen, wenn man nachdenkt, wie Fleisch zu Fleisch wurde?&lt;br /&gt; Beim Betrachten von Würsten in einem Schaufenster sprach ich zu ihnen:&lt;br /&gt;„Ihr seid einmal lebendig gewesen, ihr musstet leiden, aber jetzt habt ihr ausgelitten.&lt;br /&gt;Gibt es irgendwo im Kosmos eine Gedenktafel, auf der von euch steht?&lt;br /&gt;Man erkennt eure ursprüngliche Form nicht mehr, verwischt ist das schwerzerfüllte Gesicht, vergossen sind die Tränen. Wahrscheinlich seid ihr noch gefüllt von der Angst und dem Schrecken eurer Vergangenheit….&lt;br /&gt;Dass ihr vor kurzem ein fühlendes Wesen gewesen wart, will niemand mehr wissen….&lt;br /&gt;Unsere Lust, Fleisch zu essen, hat euch so verformt…..“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein fühlender und denkender Mensch sollte doch zum Schluss kommen, dass man nicht friedfertig sein kann, wenn man gleichzeitig andere Lebewesen tötet, dass man nicht für Gerechtigkeit sein kann, wenn gleichzeitig Wesen, die schwächer sind als man selbst, zur Schlachtbank führen und sie quälen und morden lässt – durch das Essen von Fleisch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer Fleisch isst oder auf die Jagd geht, erklärt sich mit der Grausamkeit der Natur einverstanden und mit jedem Bissen Fleisch oder Fisch, den er isst, erklärt er: Wer die Macht hat, hat das Recht.&lt;br /&gt;Vegetarismus ist der Ausdruck des Protestes gegenüber dieser Haltung. Das Engagement unserer Empörung darüber ist gering und dennoch wirkungsvoll: Aufzuhören, Fleisch zu essen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Gegenteil von „losgelöst“ ist nicht nur „angehaftet“, es ist auch verkrampfte Askese.&lt;br /&gt;Das Gegenteil von „mutig“ ist nicht nur feige, es ist auch Übermut.&lt;br /&gt;Das Gegenteil von „gut ist nicht nur „böse“, es ist auch die Gleichgültigkeit.&lt;br /&gt;Und gerade die Gleichgültigkeit zeigt sich auf so tragische Weise in unserem Umgang mit Tieren. Fleischessen ist nicht eine harmlose Essgewohnheit, die einem egal sein darf. &lt;br /&gt;Wer in einer Militärdiktatur nicht wissen wollte, was mit den verschwundenen Nachbarn geschah, war ein feiger Mitläufer. Wer heute nicht wissen will, was in Schlachthöfen mit Tieren passiert, ist ein egoistischer Mittäter. Am moralischen Stellenwert des Nicht-wissen-Wollens hat sich nichts geändert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt Menschen, die wollen dies nicht sehen, da das Hinsehen ihre Beteiligung beim Morden aufzeigen würde und ihnen den Appetit verderben würde. Was ist das für ein Appetit, der von der Ignoranz lebt?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Syam Priya kunj – Ort der Stille und der Versenkung&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.radhe.ch/"&gt;www.radhe.ch&lt;/a&gt; / &lt;a href="http://www.sanatan-dharma.ch/"&gt;www.sanatan-dharma.ch&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6498584304148876362-4086468149687558355?l=jayaradhesyam.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/feeds/4086468149687558355/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=6498584304148876362&amp;postID=4086468149687558355' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/4086468149687558355'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/4086468149687558355'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/2007/12/weihnachtsbrief.html' title='Weihnachtsbrief'/><author><name>Radhe</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05058813935437230347</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='27' src='http://2.bp.blogspot.com/_rnDcQvodD40/SX3HECimfdI/AAAAAAAAAAc/UCNm1sbS9ME/S220/schweiz.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6498584304148876362.post-2050307488132491642</id><published>2007-12-02T01:00:00.000+01:00</published><updated>2007-12-02T01:01:16.921+01:00</updated><title type='text'>Dem Ruf Gottes folgen</title><content type='html'>Der Gott der eigenen kleinen Hoffnungen, der in der eigenen Lebensbilanz ein erfreulicher Pluspunkt sein soll, ist nicht der Gott der Wahrheit. Der Allmächtige und Allbarmherzige lässt sich nicht verbuchen – weder für eine bestimmte Konfession noch für den Eigenbedarf.&lt;br /&gt;Er tritt ergreifend und erschütternd in unser Leben ein, reisst uns aus allem Lebensallerlei heraus und weist uns kraftvoll den Weg.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der Bibel gibt es da schöne Beispiele:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mose hütet ein paar Schafe am Berge Horeb, wo plötzlich die Weisung Gottes an ihn gelangt: „Führe mein Volk aus Ägypten heraus!“ Mose weicht zunächst zurück, dann aber schlägt er all seine privaten Lebenspläne in den Wind und tut, was ihm Gott aufträgt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Den Probheten Jona packt schlicht die Panik , als Gott ihn ruft. So schnell er kann, macht er sich zu Schiff aus dem Staub. Das Schiff kommt in ein riesiges Unwetter und als Jona sich zur Errettung der Besatzung über Bord werfen lässt, frisst ihn ein grosser Fisch, der ihn aber auf Geheiss Jahwes nach frei Tagen wieder an Land speit. Da ist ihm natürlich klar, dass er dem Rufe Gottes nicht mehr ausweichen kann. &lt;br /&gt;Petrus und Andreas werden von Jesus von ihren Fischerbooten weg berufen und folgten ihm auf der Stelle nach.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieser Ruf ist jetzt. Ob man aber dazu einwilligt und sich hingibt, oder ob man weiterhin Widerstand leistet, ist die individuelle Entscheidung der Seele. Das ist schicksalsprägend.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Intervention Gottes ist niemals harmlos und „wunschgemäss“. Der allmächtige Gott ist nicht unser Angestellter. Sein Geist weht wo, wie und wann er will. Er könnte dich jetzt ergreifen und dann kommt die freiwillige Einwilligung unsererseits. Sind wir jetzt dazu bereit?&lt;br /&gt;Geistesgegenwart bedeutet, für diesen Ruf jederzeit bereit zu sein und für die Konsequenz einzuwilligen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lebendiges Leben ist, das Unerwartete zuzulassen, dich dem Moment zur Verfügung zu stellen, bereit zu sein für die Intervention Krishnas. Die grundlegend religiöse Haltung ist die des Horchens, sensibel zu sein für den Ruf.&lt;br /&gt;Wie weit ist man bereit, Folge zu leisten, sich in Anspruch nehmen zu lassen von Krishna, auch wenn das mit persönlichem Verzicht verbunden ist?&lt;br /&gt;Simone Weil: „Wer mit Gott nicht eines seiner Wunschbilder empfangen will, der muss warten können – in gänzlicher Aufmerksamkeit.“&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6498584304148876362-2050307488132491642?l=jayaradhesyam.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/feeds/2050307488132491642/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=6498584304148876362&amp;postID=2050307488132491642' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/2050307488132491642'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/2050307488132491642'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/2007/12/dem-ruf-gottes-folgen.html' title='Dem Ruf Gottes folgen'/><author><name>Radhe</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05058813935437230347</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='27' src='http://2.bp.blogspot.com/_rnDcQvodD40/SX3HECimfdI/AAAAAAAAAAc/UCNm1sbS9ME/S220/schweiz.jpg'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6498584304148876362.post-631037099634253201</id><published>2007-11-30T15:10:00.000+01:00</published><updated>2007-11-30T15:19:46.898+01:00</updated><title type='text'>Aufruf zur Sorglosigkeit</title><content type='html'>Der Mensch sorgt sich. Dasein wird als Sorge verstanden.&lt;br /&gt;Krishna ruft die Seele immer wieder an, alle Sorge gehen zu lassen (ma sucah – Bhagavad gita 18.66; na tvam socitum arhasi – Bhagavad gita 2.26, 2.27, 2.30).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Viele verstehen das „in der Welt sein“ als Herausforderung, sich um seine Existenz zu sorgen. Alles ist besorgeniserregend. Das Dasein von Sorge bestimmt. Die Sorge treibt an, zu arbeiten, den Lebensunterhalt zu verdienen, die Zukunft abzusichern, den Besitz zu mehren – alles im Glaube, irgendwann einmal ruhig und sicher leben zu können. Die Sorge macht den Menschen unruhig und gequält und das verhindert den Zugang zur Tiefe, den Zugang zum eigenen Wesen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Heiligen verstehen den Menschen anders – nicht als einer, der sich prinzipiell zu sorgen hat, sondern als einer, der vertrauen darf, als einer, der sich im Vertrauen zu Krishna, in welchem er mit allem versorgt wird, vollkommen aufgehoben weiss. (Srimad Bhagavatam 2.2.3-5)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der Bergpredigt spricht Jesus von dieser Sorglosigkeit:&lt;br /&gt;„Sorgt euch nicht um euer Leben und darum, dass ihr etwas zu essen habt, noch um euren Leib und darum, dass ihr etwas anzuziehen habt…. Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verlängern? (Mt 5,25.27)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der bedingte Geist will das nicht verstehen. Er redet einen ein, es sei unverantwortlich, nicht für das Morgen zu sorgen. Es ist nicht Faulheit und das Umgehen der Arbeit und auch nicht ökonomische Naivität, sondern die erste grundlegende Transzendenzerfahrung : in Sri Krishnas perfekter Ordnung zu leben und von ihm erhalten zu werden (anna-maya).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Denn Sorge hat immer mit Angst zu tun, sie ist ein Handeln aus Angst, sie ist die praktizierte Angst ums Dasein.&lt;br /&gt;Arbeit ist gut, aber es gibt auch die Tendenz in uns, uns in der Arbeit zu verlieren. Angst lässt einen hineinsteigern. Statt im Vertrauen auf die Fürsorge Krishnas (Bhagavad gita 9.22) zu arbeiten, glaubt der Mensch voller Ängstlichkeit, alles hänge von ihm ab. Es ist die Angst, zu kurz zu kommen (in einer ungerechten, d.h. gottlosen Welt zu leben) nicht genügend zu haben, die ihn dann unruhig und ausserhalb der Gelassenheit antreibt und umhertreibt. Diese Angst überschattet das Tätigsein. Arbeit wird dann der nervöse Ausdruck vom Entgegenstämmen der Existenzangst.&lt;br /&gt;Es ist verständlich, dass der Mensch sich ängstlich um sein Leben und seine Zukunft sorgt. Denn sein Dasein in dieser Welt ist in jedem Moment gefährdet. Aber die Ungesichertheit seiner Existenz soll ihn nicht in die ängstliche Sorge treiben, sondern in das tiefe Vertrauen darauf, von Krishna aufgehoben zu sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ewig gilt der Grundsatz:&lt;br /&gt;„Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben.“ (Mt 6.33) Es geht nicht darum, die irdische Existenz nicht sinnvoll und verantwortungsvoll zu planen und sich auch darum einzusetzen. Aber die Frage ist, worum es einem im Letzten geht. Und dieser Frage muss absolute Priorität eingeräumt werden. Die Menschen aber halten sie für einen Luxus, und man könne ihr ja nachgehen, wenn endlich einmal alles andere geregelt sei – und das wird natürlich nie der Fall sein.&lt;br /&gt;Wenn man sich nur noch um sich und seine Angst kreist, dann wird sein ganzes Leben von der Sorge aufgefressen und man wird voller Unruhe immer nach neuen Wegen der Absicherung Ausschau halten.&lt;br /&gt;Der Blick auf die Wirklichkeit Radha-Krishnas relativiert die Unendlichkeit der Sorgen. Die Götzen der Welt, an denen man sich sonst ängstlich festhält und sich festklammert geben auch dann keine Ruhe, wenn man sich ihnen ganz ausliefert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ängstliches Sorgen vernebelt den Geist. Die Kunst besteht darin, sich zwar um seinen Erhalt in dieser Welt zu kümmern, aber gleichzeitig die Gelöstheit beizubehalten, nicht in einen Krieg mit den Umständen zu treten. Man soll das tun, was in seiner Hand ist und sich dann vertrauensvoll Sri Krishna überlassen und sich nicht sorgen um Dinge, die ausserhalb seines Einflussbereiches sind. (siehe Bhagavad gita 2.47, 18.6)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber wenn einen die Alltagssorgen, die Absicherungspläne, bis ins Gebet hinein verfolgen, oder gar den Zutritt zum inneren Raum verbauen (immer mit der gleichen Ausrede – man hätte keine Zeit), dann zeigt dies auf, dass etwas in einem nicht stimmt. Dann leidet man an einer Prioritätenverschiebung. Das kleine Ich, um das dann das Leben kreist, ist aber unersättlich. Erst in der Sorglosigkeit kreise ich mich nicht mehr nur um mich selbst und bin offen für das Du.&lt;br /&gt;Die Sorglosigkeit meint nicht, alle Probleme in den Griff zu bekommen, sondern auch ja zu sagen zu dem Leben, wie es nun einmal ist, ja zu sagen zu einer Welt, die natürlich unvollkommen ist – letztlich ja zu sagen zu Sri Krishna, der sich nicht nach menschlichen Vorstellungen zu richten hat, sondern der der ganz Andere und Unbegreifliche ist.&lt;br /&gt;Sorglosigkeit basiert auf der Gewissheit, aufgehoben zu sein selbst dann, wenn sich die Arrangierungen aufzulösen scheinen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Du hältst mich fest in deinen Armen. Ich falle tief in deine gütigen Hände.&lt;br /&gt;In Geborgenheit.“&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6498584304148876362-631037099634253201?l=jayaradhesyam.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/feeds/631037099634253201/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=6498584304148876362&amp;postID=631037099634253201' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/631037099634253201'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/631037099634253201'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/2007/11/aufruf-zur-sorglosigkeit.html' title='Aufruf zur Sorglosigkeit'/><author><name>Radhe</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05058813935437230347</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='27' src='http://2.bp.blogspot.com/_rnDcQvodD40/SX3HECimfdI/AAAAAAAAAAc/UCNm1sbS9ME/S220/schweiz.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6498584304148876362.post-1490935976307770290</id><published>2007-11-27T15:40:00.000+01:00</published><updated>2007-11-27T15:41:29.617+01:00</updated><title type='text'>Tradition und Traditionalismus</title><content type='html'>Tradition und Traditionalismus&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich glaube, dass viele Vaishnavas im Westen schon mit den Identifikationen mit der Kultur gerungen haben, aber öffentlich wurde das noch viel zu wenig thematisiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aus dem Bedürfnis, doch "glauben" zu wollen, schluckt man dann auch noch gleich die kulturelle Folklore. Und genau diesen Schritt der Untreue zu seinem Innersten führt in die Selbstentfremdung und nicht zur Selbstverwirklichung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gerade religiöse Konvertiten, die eine andere und neue Religion übernehmen, sollten sich doch dieser Frage stellen, was sie gerne in sich integrieren möchten und was für sie unverantwortbar ist zu schlucken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Institution, Dogma, Ritual, Abläufe in einer religiösen Festivität, Religionslehre und die daraus entwickelten moralischen Verhaltensformen bilden den statischen Aspekt der Spiritualität. Diese statischen Faktoren sind wie ein Leitungsrohr, durch das die dynamische Überlieferung fliesst. Wenn die Religion als moralisches Regulativ, als Regeln und Regulierungen, nicht durch den Prozess der Akulturisation hindurchgeht, stellt sie ein Fremdelement in der psychischen Struktur eines Lebewesens dar und kann dann sehr schnell zur Selbstentfremdung hinführen.&lt;br /&gt;In diesem  Rohr des statischen Aspektes entstehen – leider auch – Ablagerungen, und es kann möglicherweise so verstopft werden, dass nichts mehr durchfliessen kann.   &lt;br /&gt;Der dynamische Aspekt ist der ewige Inhalt, die Überlieferung, die es immer wieder neu zu verstehen und erfassen gilt. Das Unbegrenzte kann vom Begrenzten nie vollständig erkannt werden, weswegen die Suche der Seele nach Gott kein Ende kennt.&lt;br /&gt;Die Priorität soll dabei immer dem dynamischen Aspekt der Religion geschenkt werden. Wenn dem statischen Aspekt mehr Gewicht zukommt wie dem dynamischen, dann besteht eine starke Tendenz zum Fundamentalismus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es mag widersprüchlich erscheinen, von einer „dynamischen Überlieferung“ zu sprechen. Im allgemeinen Sprachverständnis gehört der Begriff „Überlieferung“ eher auf die statische Seite und wäre eher wie ein Leitungsrohr. Aber Überlieferung meint eigentlich den Prozess, in dem ein Inhalt vermittelt wird, und das ist etwas Aktives.&lt;br /&gt;Viele Spiritualisten stellen sich vor, dass die Überlieferung wie ein Paket weitergegeben wird, wie eine Mitgift, die es einfach zu akzeptieren gilt. Das wäre einfach eine digitale Übertragung einer Information und nicht „Parampara“, die heilige Übermittlung ewiger Inhalte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Überlieferungen ändern sich, wenn sie weitergegeben werden. Die Herausforderung dabei ist, der Überlieferung oder Tradition treu zu bleiben, ohne dem Traditionalismus zum Opfer zu fallen.&lt;br /&gt;Mit anderen Worten soll die Überlieferung inspirieren, aber nicht einfach imitiert werden; man soll ihr treu sein, aber dennoch seinen eigenen Weg gehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es macht einen grossen Unterschied, ob man in der Tradition verwurzelt ist oder darin feststeckt. Man kann manchmal nicht auf Anhieb sagen, ob ein Mensch oder eine bestimmte Gemeinschaft in der Tradition feststeckt oder darin verwurzelt ist, ebenso wenig wie man sagen kann, ob dieses kleine Etwas, das da mitten unter abgefallenen Blättern aus dem Boden ragt, ein verwurzelter Setzling ist oder ein lebloser Zweig, den jemand da hineingesteckt hat. Man muss den Frühling abwarten. Wenn der Frühling kommt, sieht man, ob Blätter wachsen oder gar nichts und er einfach feststeckt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn Blätter wachsen, sind es natürlich neue Blätter – grundsätzlich die gleiche Art von Blättern, wie sie andere Pflanzen dieser Art immer schon hatten, aber in einem wirklichen Sinn sind sie auch neu und weisen andere Einzelheiten auf.&lt;br /&gt;Es geht darum, die Vergangenheit zu bewundern, ihr dankbar und versöhnt zu sein, und dann neue Wege einzuschlagen.&lt;br /&gt;Das ist die grosse Herausforderung an jede Überlieferung: immer etwas völlig Neues hervorzubringen, und dennoch die Essenz der Wahrheit in der Überlieferung beibehalten. Der Untergang jeder Überlieferung ist die Ritualisierung dessen, was ursprünglich lebendig war.&lt;br /&gt;Überlieferung der Spiritualität bedeutet nicht lebloses Wiederholen des Gewesenen, sondern lebendiges Weiterdenken und Weiterentwickeln des Erfahrenen. Dann ist Überlieferung nicht einfach das Einfrieren des Gewesenen, Stagnation, sondern Fortsetzung und Wachstum.&lt;br /&gt;Nur dann kann von Überlieferung gesprochen werden. Sonst ist es blosses Wahren von Kulturgut.&lt;br /&gt; Srila Bhaktivinod Thakur, ein Heiliger in der Caitanya-Tradition, schreibt 1869 in seinem Artikel „The Bhagavat“:&lt;br /&gt;"Tatsächlich sind die meisten Leser nur Sammelbecken für Fakten, Meinungen und Aussagen, die von anderen Menschen gemacht wurden. Aber dies ist kein Studieren. Der Studierende sollte die Tatsachen lesen, um sein kreatives Denken anzuregen und nicht mit der Absicht, diese Information fruchtlos aufzubewahren. Die Studierenden sollten wie Satelliten alles Licht, das sie von den Autoren empfangen, zurückstrahlen und sich nicht an die Information und den Gedanken festzuklammern und ihn in sich einzusperren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gedanken und Ideen sind progressiv, sind etwas Lebendiges. Die Gedanken des Autors und auch von heiligen Texten müssen im Leser ihren Fortgang finden, entweder in Form einer Korrektur oder einer Weiterentwicklung."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wechseln sich der Empfänger und seine Empfängnisfähigkeiten, so muss auch das Überlieferbare entsprechend ändern. Wächst der Mensch in seiner Selbst-und Wirklichkeitsauffassung, so muss er auch das Überlieferte wachsen lassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jede Handlung ist ein Ritual, aber die Starrheit, mit welcher man sich manchmal daran klammert, verwehrt Zugang zum Beweggrund, zur inneren Haltung, die im Ritual nur Ausdruck findet. Wenn die Verbindung zur ursprünglichen Erfahrung, die im Ritual ausgedrückt wird, verloren geht, und der Ritus dennoch wiederholt wird, und es nur noch für sich selbst steht, dann deutet dies auf einen inneren und/oder äusseren Zwang hin, der niemals das wirklich Heilige zu fördern vermag.&lt;br /&gt;„Alles, ob spirituell oder materiell ist nur eine Frage des Bewusstseinszustandes“ (10.10.4 Erläuterung)&lt;br /&gt;Das bedeutet nicht, dass Wiederholung bereits Zwang oder Ritualismus impliziert. Solange die Nabelschnur zwischen der inneren Erfahrung und dem Ritual nicht gerissen ist, wird das Ritual gespeist und fördert einen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der konfessionellen Präsentation der Religion wird immer suggeriert, wie wichtig die Handlungsweise, der Rahmen, das Ritual sind, und dass es notwendig sei für spirituelles Fortschreiten. Die dynamische Seite wird generell unterbetont.&lt;br /&gt;Ein lebendiges Ritual kann auch ohne grosse Agitation und Aufwühlung innerhalb der Tradition geändert werden.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6498584304148876362-1490935976307770290?l=jayaradhesyam.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/feeds/1490935976307770290/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=6498584304148876362&amp;postID=1490935976307770290' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/1490935976307770290'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/1490935976307770290'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/2007/11/tradition-und-traditionalismus.html' title='Tradition und Traditionalismus'/><author><name>Radhe</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05058813935437230347</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='27' src='http://2.bp.blogspot.com/_rnDcQvodD40/SX3HECimfdI/AAAAAAAAAAc/UCNm1sbS9ME/S220/schweiz.jpg'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6498584304148876362.post-7465915647206958895</id><published>2007-11-18T21:55:00.001+01:00</published><updated>2007-11-18T21:55:55.849+01:00</updated><title type='text'>Das Zweite Vergehen gegen den Heiligen Namen</title><content type='html'>Das zweite Vergehen gegen den Heiligen Namen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Padma Purana (Brahma-khanda 25.15-18) beschreibt die 10 Vergehen gegen den Heiligen Namen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Nektar der Hingabe von Bhaktivedanta Swami und in praktisch allen anderen Beschreibungen der Vergehen gegen den Heiligen Namen (auch im „Nektarozean der Heiligen Namens“) wird das zweite Vergehen folgendermassen zitiert:&lt;br /&gt;„Es ist ein Vergehen gegen den Heiligen Namen Gottes, die Namen von Halbgöttern wie Shiva oder Brahma dem Namen Vishnus ebenbürtig oder von ihm unabhängig zu halten.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In dieser Übersetzung wird ein Polytheismus verurteilt. Dies ist eigentlich nicht wirklich nötig, denn die Person, die Krishnas Heilige Namen singt und sich an Krishna wendet, hat ja bereits ein gewisses Vertrauen in Krishna. In dieser Warnung vor den anderen Göttern schwingt stark ein judäo-christliches Gottesbild mit, das einen neidischen Gott proklamiert, der die Aufmerksamkeit nur auf sich gerichtet haben will und schlecht gestimmt ist, wenn neben ihm noch konkurierrende Gottheiten existieren.&lt;br /&gt;In der Bhagavad gita sagt Sri Krishna aber ganz etwas anderes:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wenn die Götter durch Opfer zufrieden gestellt sind, werden sie euch auch erfreuen, und wenn die Menschen auf diese Weise mit den Göttern zusammenarbeiten, werden sie empfänglich für das Letztendliche.“ (Bhagavad gita 3.10)&lt;br /&gt;„Ich weile als Überseele im Herzen eines jeden. Sobald jemand den Wunsch hat, einen bestimmten Halbgott zu verehren, festige ich seinen Glauben, so dass er sich dieser bestimmten Gottheit hingeben kann.“ (Bhagavad gita 7.21)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zudem steht im Sanskrit-Text nichts von Brahma oder Devas (Halbgöttern).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das zweite Vergehen bedeutet im Sanskrit:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;shivasya shri vishnor ya iha guna nam adi-sakalam&lt;br /&gt;dhiya bhinnam pashyet sa khalu harinamahitakarah&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;shivasya – des Shiva&lt;br /&gt;shri vishnor – des Vishnu&lt;br /&gt;ya – wer&lt;br /&gt;iha – hier&lt;br /&gt;guna - Eigenschaften&lt;br /&gt;nam – Namen&lt;br /&gt;adi – und so weiter&lt;br /&gt;sakalam – vollständig&lt;br /&gt;dhiya – in der Betrachtung (während der Versenkung)&lt;br /&gt;bhinnam – getrennt&lt;br /&gt;pashyet – sehen&lt;br /&gt;sa – er&lt;br /&gt;khalu – sicherlich, ohne Zweifel&lt;br /&gt;harinamahitakarah – begeht Vergehen gegen den Heiligen Namen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die genaue Übersetzung:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wer hier (in dieser Welt) die Eigenschaften und Namen und so weiter (alles, was mit Krishna in Verbindung steht) in der Betrachtung (während der Meditation) vollständig als  getrennt (von Krishna) sieht, der begeht ein Vergehen gegen den Heiligen Namen.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Eigenschaften, Namen und Lila Gottes sind shiva, allglücksverheissend, da Krishna in seiner Absolutheit in ihnen existiert und aufgrund seiner Barmherzigkeitskraft in ihnen erfahrbar ist. Sein Name, sowie Seine Formen, Eigenschaften und lilas sind alle transzendental und unberührt von aller Vergänglichkeit. Wenn daher jemand versucht, die Absolute Persönlichkeit Gottes von seinem Namen oder seinen transzendentalen Formen, Eigenschaften und Spielen zu trennen, indem er diese für materiell hält, begeht er ein Vergehen. Dies bedeutet, weltliche Unterschiede im Heiligen Namen zu sehen. „Der Herr ist der Besitzer aller Universen und er mag an verschiedenen Orten unter verschiedenen Namen bekannt sein. Jeder Name, der sich auf den Höchsten Herrn bezieht, ist so heilig wie alle anderen, denn sie bezeichnen alle den Herrn.“ (Erläuterung zu Srimad Bhagavatam 2.1.11)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es bedeutet auch, Gott getrennt von der materiellen Erscheinung zu betrachten, irgend etwas nicht in Beziehung zu ihm zu sehen und nur an den Dingen, an der Äusserlichkeit, hängen zu bleiben ohne den Urgrund, Gott, dahinter zu erahnen.&lt;br /&gt;„Alles ruht auf mir wie Perlen auf einer Schnur.“ (Bhagavad gita 7.7)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Oder positiv ausgedrückt:&lt;br /&gt;"Ich möchte nicht nur theoretisch, sondern ganz direkt verstehen, dass Sri Krishna und Sein heiliger Name identisch sind und dass es in allen vierzehn Welten nicht Kostbareres gibt als dieser Name. In diesem Verständnis, über sambandha-jnan (meine Beziehung zu Krishna) kontemplierend,  möchte ich ganz hingegeben und mit grosser Freude (da es eine Priorität geworden ist) den Heiligen Namen chanten."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieses Vergehen zu begehen bedeutet, in einem Dualismus befangen zu bleiben, in dem man Gott und seine Energie voneinander trennt. Das führt dazu, dass man die Welt als das Andere, als ein Gegenstück Gottes umschreibt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Dualismus nimmt zwei Urprinzipien der Dinge, ein gutes und ein böses an, welche seit Ewigkeit im Konflikte liegen. Diese Anschauung etabliert, dass es noch etwas ausserhalb von Gott gäbe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;rte 'rtham yat pratiyeta&lt;br /&gt;na pratiyeta catmani&lt;br /&gt;tad vidyad atmano mayam&lt;br /&gt;yathabhaso yatha tamah&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"O Brahma, was immer von Wert zu sein scheint, besitzt keine Wirklichkeit, wenn es nicht mit mir verbunden ist. Wisse, dass es meine täuschende Energie ist, jene Widerspiegelung, die sich in Dunkelheit befindet." (Srimad Bhagavatam 2.9.34)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Wenn sich das Lebewesen fälschlicherweise mit den materiellen Körpern identifiziert, in denen es sich jeweils befindet, vertieft es sich völlig in die äussere Energie des Herrn, verliert dadurch den Überblick für das Ganze, und wird in seiner Perspektive beschnitten.&lt;br /&gt;Durch diese Selbstvergessenheit erkennt die Seele nicht mehr ihre eigentliche und wesensgemässe Beziehung zu Gott, vergisst diese sogar, sucht den Bezug in der peripheren Welt und beginnt, Angst zu haben." (Srimad Bhagavatam 11.2.37)&lt;br /&gt;Diese Angst beruht aus dem Verständnis, dass es noch etwas Zweites gäbe neben der Kontrolle Gottes.&lt;br /&gt;Der Hinweis auf dieses Vergehen will also letztlich die Angst, die von einem Dualismus erzeugt wird – im Verkennen des Zusammenhangs von Geist und Materie - , überwinden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man kann „shiva“ nicht nur als „glücksverheissend“ übersetzen, sondern darin auch die Persönlichkeit Shivas darin erkennen.&lt;br /&gt;Dann ergibt sich wieder eine neue Bedeutung: Wenn jemand die Eigenschaften und Namen von Shiva als verschieden oder getrennt von Vishnu betrachtet, begeht er ein Vergehen gegen den Heiligen Namen.&lt;br /&gt;Bhaktivinod Thakur schreibt in seinem Kommentar zur Brahma-samhita (Brahma-samhita-prakashini 5.45): „Shambhu (Shiva) ist nicht ein anderer Kontrollierer (ishvara) und ist nicht verschieden von Krishna. Wer zwischen ihnen einen Unterschied sieht (bheda buddhi), begeht ein Vergehen gegen den Höchsten Herrn. Shambhu’s Eigenschaft als Kontrollierer ist abhängig von der Kontrolle Sri Govinda’s. Aus diesem Grund sind sie ein Prinzip, das nicht trenn-und unterscheidbar ist (vastutah abheda-tattva).“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im 12. Canto spricht Lord Shiva zu Markandeya Rsi:&lt;br /&gt;"Du bist für mich verehrungswürdig. Du machst keinen Unterschied zwischen Sri Vishnu, Brahma und mir (Shiva), noch machst du eine Unterscheidung  zwischen dir selbst und irgend einem anderen Lebewesen.“ (12.10.22)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Brhad Bhagavatamrta (BB 1.2.86) spricht Sanatan Goswami über die intime Beziehung zwischen dem Namen Vishnus und dem Namen Shivas:&lt;br /&gt;„Zu denken, Siva und Krishna seien voneinander verschieden, ist eine ernsthafte spirituelle Abweichung.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber die gängige Übersetzung des zweiten Vergehens ist problematisch, da sie viele potenzielle Missverständnisse erzeugt, die die ganze Perspektive der Spiritualität vernebeln könnte. Es ist eine Verzerrung dessen, was eigentlich gemeint ist. Aus der Perspektive der Befangenheit in eine bestimmte Sichtweise ergibt sich ein Gefangen-sein in kollektiv akzeptierten Irrtümern. Daraus ergibt sich eine starke Tendenz zu einer beschränkten Weltsicht im Namen der Religion und der Selbstverwirklichung.&lt;br /&gt;Aus solchen teilweise missverstandenen und unverstandenen versimplifizierten spirituellen Grundlagen manifestieren sich Verhaltensweisen. Gerade im Bereich des Heiligen können sich ungesunde Glaubenssätze als erstaunlich selbstzerstörerisch und destruktiv darstellen und bis hin zu ekklesiogener Neurose (wie zum Beispiel religiöser Intoleranz) führen.&lt;br /&gt;Was die religions-soziologische Folge eines immer wieder repetierten und kopierten Missverständnisses in der Gemeinschaft der Vaishnavas bewirkt, möchte ich dem Leser als Denkaufgabe überlassen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6498584304148876362-7465915647206958895?l=jayaradhesyam.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/feeds/7465915647206958895/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=6498584304148876362&amp;postID=7465915647206958895' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/7465915647206958895'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/7465915647206958895'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/2007/11/das-zweite-vergehen-gegen-den-heiligen.html' title='Das Zweite Vergehen gegen den Heiligen Namen'/><author><name>Radhe</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05058813935437230347</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='27' src='http://2.bp.blogspot.com/_rnDcQvodD40/SX3HECimfdI/AAAAAAAAAAc/UCNm1sbS9ME/S220/schweiz.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-6498584304148876362.post-7452999149171198512</id><published>2007-11-18T21:50:00.000+01:00</published><updated>2007-11-18T21:52:44.706+01:00</updated><title type='text'>Prabhupada verstehen</title><content type='html'>Prabhupada verstehen…&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was geschieht, wenn du ein Buch von Srila Prabhupada, einer Person, die du einmal als das letzte Wort in der Beleuchtung der Absoluten Wahrheit in deinem Leben betrachtet hast, zur Hand nimmst, und in 7 von 10 Stellen, die du liest, etwas findest, wo du nicht einfach nur nicht einverstanden sein kannst, sondern wo dir eine Aussage sogar falsch oder beleidigend erscheint?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als mir dies vor einigen Jahren geschah, wusste ich, dass dies ein Zeichen war, dass ich vor einem Wendepunkt stand in meinem inneren Leben, dass Grundanschauungen in mir neu überdacht werden mussten, dass meinem Glaubensgebäude eine Renovation bevorstand. Ich war nicht mehr einfach ein Glaubender in einem System spiritueller Praxis. Meine Anschauungen wurden immer weniger kongruent mit dem, was mir von der Tradition gegeben wurde. Es wurde ein persönliches Glaubens-Schisma. Die Suche nach Wahrheit fordert, dass man auch das wieder in Frage stellt, was einem viele Jahre lang Heimat geboten hat, was einem teuer und lieb war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als ich dieses Thema aufgeworfen habe im Gespräch mit Glaubensbrüdern und –Schwestern stiess ich zuerst auf Unverständnis und man hörte mir gar nicht mehr genau zu und ging nicht auf das ein, was ich eigentlich sagte. Natürlich wurde dann sofort mein Sadhana in Frage gestellt und auch die Gemeinschaft, die ich pflegte, wie oft ich in den Tempel ginge, meine Beziehung zu meinem spirituellen Meister…. Anstatt die Anliegen ernst zu nehmen, musste ich viele persönliche Angriffe in Kauf nehmen.&lt;br /&gt;Nur mit einigen wenigen Weggefährten konnte ich aber offen diskutieren und konnte mein Denken klären.&lt;br /&gt;Ich erkannte, dass ich dies gar nicht mit vielen diskutieren durfte, da es ihren Glauben zu sehr in Frage stellen würde und ihnen ein Weg in die Apostase (Glaubenskrise) eröffnen würde.&lt;br /&gt;(Ich habe es trotzdem oft getan, weil ich die Erschütterung als vernünftiger hielt als einfach nur die Betonierung einer oberflächlichen Anschauungsweise. Und als jemand, der selber Vorlesungen gab, konnte ich es mit meinem Gewissen nicht vereinbaren, noch eine Inspiration in ein System zu geben, von dem ich glaubte, dass es einige Grundprämissen des spirituellen Lebens verletzte.)&lt;br /&gt;Die gleiche intuitive Stimme tief in mir drin, welche mich aufgerufen hatte zur spirituellen Erforschungsreise und die mich zum Krishnabewusstsein gebracht hatte, begann ich wieder klar zu hören und sie stellte alles in meinem Krishnabewusstsein in Frage, meine Zugehörigkeit zu einer Überzeugung und auch Srila Prabhupada.&lt;br /&gt;Ich machte einen Test und ging zum Büchergestell und schlug mir einfach eine Stelle auf. Es war der 5. Canto, 5. Kapitel, Vers 25.&lt;br /&gt;Es ist ein wunderbarer Vers, der über brahmanische Grundlagen spricht; wie die Loslösung vom Materiellen zur Einfachheit führt und den Raum schenkt für devotionale Praxis. In der Erläuterung spricht Prabhupada über brahmanische Qualifikation und dass es erstrebenswert sei, ohne Sehnsucht nach materiellen Bedürfnissen zu sein. Und dann kommt: “Materielle Opulenz und Sinnesbefriedigung durch die Gemeinschaft mit Frauen ist gefährlicher als Gift zu trinken.”&lt;br /&gt;Wie soll man so eine Aussage vernünftig verstehen?&lt;br /&gt;Ich möchte nicht herabsetzen was Srila Prabhupada gemacht hatte für diesen Planeten und all dies, was er an Schönem geschrieben und gesprochen hat, aber es gibt auch Aussagen, die eigentlich unvereinbar sind mit spirituellen Grundhaltungen oder nur schon ethischer Wachheit. Wenn man aus dem Vertrauen heraus solche Aussagen einfach schlucken würde, so bin ich überzeugt, dass dies in seinem Innenleben zu einem Bremsklotz werden wird. In Prabhupadas Büchern hat es sehr herabwürdigende Aussagen über Frauen, Minderheiten, Wissenschaft und andere religilöse Gemeinschaften und Anschauungen.&lt;br /&gt;Mir ist bewusst, dass viele Personen Prabhupadas Lehren als ihr Leben betrachten, aber ich für mich konnte nicht mehr weiterfahren als ein rationales menschliches Wesen mit solchen Aussagen als Teile meiner innersten Glaubensgrundlage. Ich habe entdeckt, dass es gar nicht Prabhupada war, der ein Problem für mich war, sondern ich selbst in dem, was ich akzeptierte, glaubte, praktizierte und predigte – und ich hatte mich verändert, ich war weitergegangen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und ich staune immer über die Neigung zur Verabsolutierung in vielen Menschen, dass sie solche Aussagen noch mit allen Mitteln verteidigen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich lernte zu ignorieren, was einfach nicht ernst zu nehmen war und was offensichtlich auf indischem Dorfaberglauben gegründet war und ich habe geschwiegen und meine Zweifel nicht mehr ausgedrückt. Ich habe beobachtet, dass die meisten Vaishnavas, die ich kannte, die Infragestellung von bestimmten Aussagen sofort gleichsetzten mit der Ungültigkeitserklärung des gesamten Schriftschatzes. Es gab sehr wenig Bereitschaft zur Differenzierung.&lt;br /&gt;Elemente von indischem Aberglauben wurden sakrosankt und dann reagierte man noch verurteilend über die Personen, die das von ihrem Innersten nicht annehmen wollten und konnten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mir wurde klar, dass viele Devotees in der gleichen verzwickten Lage waren und in ihrem Innersten eigentlich auch hinter einigen Themenbereichen, die in diesen Büchern behandelt wurden, nicht mehr stehen konnten. Aber die Angst, durch Offenlegung der Zweifel die Gruppenzugehörigkeit zu verlieren, und vielleicht sogar noch Vaishnava-aparadha zu begehen, hielt sie zurück und sie gaben weiter vor, Absurdes als Teil in ihrem Glaubensgebäude zu behalten. Diese Untreue zur inneren Würde wird zu einem Hindernis auf dem Weg nach Hause.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Immer wieder habe ich in Vorträgen oder Briefen bestimmte Fragen gestellt und war immer wieder erstaunt mit welcher Vehemenz fragwürdige Konzepte verteidigt werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Taktik, den Geist zur Ruhe zu bringen – ihn mit einem Schuh zu schlagen – ist fast in jeder spirituellen Tradition anzutreffen. Man insistiert, dass unsere gottgegebene Intelligenz und die Vernunft nicht fähig seien, das Numinose zu erkennen; der induktive Weg sei überflüssig und man müsse einfach glauben, dass die Schlange nur eine Schnur sei…. So wird im Namen von einem heiligen Weg die ratio ausgeschaltet, was nicht nur „direkten Zugang zur Transzendenz“ schenkt, sondern auch religiöse Absurdität legitimiert und deren Weiterführung betoniert. Damit wird der Verstand ausgeschaltet und das Heilige beginnt gefährlich zu werden.&lt;br /&gt;Das Innerste aber spricht zu einem:&lt;br /&gt;Glaube nicht einfach etwas nach dem Hörensagen.Glaube nicht in blindem Vertrauen an Traditionen,nur weil sie schon seit Generationen hoch geachtet sind.Glaube nicht an etwas, weil es der Allgemeinheitentspricht oder weil davon gesprochen wird.Glaube nichts, nur weil es auf dem Zeugnis eines der Weisen ausdem Altertum beruht.Glaube nicht aus Gewohnheit oder weil du es für wahrscheinlich hälst, dass es wahr sein könnte. Glaube auch nicht, weil du es so glauben möchtest.Glaube nicht an etwas das deiner eigenen Vorstellungskraftentspringt, in der Meinung, es sei die Offenbarung einer höheren Macht.Glaube nichts, bei dem du dich auf die Autorität deiner Meister oder Priester stützst.Das was du selber im deinem Innersten als wahr empfindest, was du selber erfahrenund verwirklicht hast, wird dir selbst und auch andern von nutzen sein. Das ist die Einladung des Glaubens."Prüfet alles und das Gute behaltet." Thessalonicher 5.21&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und Buddha sagte:&lt;br /&gt;„Glaubt nichts, es spielt keine Rolle, wo du es gelesen hast und wer es gesagt hat, nicht einmal, wenn ich es gesagt hätte. Glaubt nur dann, wenn ihr es mit eurem inneren Gewissen und dem gesunden Menschenverstand vereinbar ist.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt auch Aussagen von Buddha, die Frauen-erniedrigend sind, denn er lebte vor etwa 2600 Jahren in Indien, wo die sozialen Umstände recht primitiv waren. Aber zumindest hatte Buddha gesagt, nicht alles zu glauben, was er sagte, wenn es nicht in seinem Innersten auf Resonanz stösst. Das ist ein Ansatz, der man in der Vaishnava-Tradition in der Nachfolge von Prabhupada nicht zu hören bekommt. Im Gegenteil erlebte ich darin eine starke Tendenz zum „Schlucken des gesamten Packetes“, was immer von einem schwachen Urvertrauen zeugt.&lt;br /&gt;Natürlich hat man die Freiheit und ich glaube auch die Pflicht, solch problematischen Aussagen seines Guru und seiner Tradition selber in Frage zu stellen. Und dies nicht nur angesichts dessen, wenn man das Krishnabewusstsein zu denkenden Menschen dieser Welt präsentieren möchte.&lt;br /&gt;Wenn wir nur 50 oder 100 Jahre zurückgehen in der Geschichte, finden wir alle möglichen Vorurteile und viele grosse Autoren, Künstlern, spirituellen Führern, Wissenschaftlern und soziale und politische Berühmtheiten waren darin Komplizen.&lt;br /&gt;Eigentlich tut es der Heiligkeit von Franz von Assisi nichts ab, dass er geglaubt hat, die Erde sei eine Scheibe. Nur wenn man ihn in allen Bereichen verabsolutiert und diesen kollektiven Irrtum seiner Zeit nun auch zum eigenen machen möchte im Namen von spirituellem Vertrauen zu ihm, dann wird die Spiritualität disfunktional.&lt;br /&gt;Die Sklaverei in Amerika wurde erst 1863 abgeschafft, aber gleiche Rechte bekamen die Schwarzen erst 1964, und in der Schweiz ist die Gleichberechtigung der Frauen erst seit 1973 gesetzlich verankert. Je weiter man zurück geht in der Geschichte, desto abstruser werden die Vorurteile gegenüber Rassen, Geschlecht und Menschenklassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Srila Prabhupada kam aus einem Indien um 1900, voll von gesellschaftlichen Werten, die wir nun als Menschen des 21. Jahrhunderts grossteils überwunden haben.&lt;br /&gt;In meinem persönlichen Leben wusste ich, dass ich die spirituellen Lehren, die Prabhupada vermittelte, trennen musste von relativen soziologischen, körperlichen und kulturellen Themenbereichen, die er halt auch immer wieder in seine Lehren einwob. Es braucht einen Aussortierungsprozess, der klar unterscheidet, was spirituelle Lehren sind und was ein kultureller Materialismus. Aber in vielen Vaishnavas ist noch die fundamentalistische Tendenz zu finden, dass sie auch die kontroversen Aussagen Prabhupadas als absolute Wahrheit betrachten und dies bis zum heutigen Tag auch verteidigen. Sie proklamieren, dass man das Ganze zu akzeptieren hätte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich würde auch nicht sagen, dass die Aussagen von Prabhupada mysogen seien, aber sie bergen auf jeden Fall ein grosses Potenzial zum Missverständnis. Und die Geschichte unserer Bewegung zeigte, dass sie auch missverstanden wurden, so dass zum Beispiel Missbrauch geschah auf persönlicher und auch auf institutioneller Ebene.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich persönlich glaube, dass man sich gegenseitig lieben kann, in einer engen Beziehung sein kann, und dennoch eine spirituelle Praxis ausüben, die kraftvoll und wirksam ist. Sex kann zum Hindernis spirituellen Wachstums werden wenn es eine Sucht wird. Und vieles kann in den Zustand einer Obsession gehoben werden und dann die Perspektive für die Wirklichkeit vernebeln. Aber wenn man sagt, Frauen seien das Hauptproblem für spirituellen Fortschritt, dann bedeutet dies, dass man trotzig den Wagen vor das Pferd bindet. Damit projiziert man die Schuld auf das Opfer anstatt auf den Mann, der lernen muss, Verantwortung zu nehmen für seine Anhaftung und seine Sucht. Das wäre nämlich der erste Punkt der Überwindung, weshalb es der erste Punkt im 10 Punkte-Programm der anonymen Alkoholiker darstellt. Das Trachten nach Macht und Triebbefriedigung ist eine persönliche Verantwortung des Individums und es reicht nicht, die Objekte der Versuchung zu schwärzen.&lt;br /&gt;Das Gleiche gilt für das Arbeiten und Besitz in der materiellen Welt… es darf niemals so präsentiert werden, als ob diese ein Hindernis wären. Das Hindernis ist nur die Anhaftung daran .&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine Kritik an Prabhupadas fragwürdigen Aussagen ist keine Verurteilung von ihm als Person. Im Gegenteil: Als ich die Persönlichkeit trennte von den vielen extremistischen Aussagen, stand ich wieder vor einem Heiligen.&lt;br /&gt;Prabhupada und auch das Krishnabewusstsein, das er gebracht hatte, ist mir sehr lieb und hat einen tiefen Platz in meiner Seele. Aber ich konnte die Ausreden in mir nicht mehr länger ertragen, die mich den Absolutismus und den Fundamentalismus übersehen liessen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Ideen und Anschauungen der meisten Euro-Amerikanischen Denker und Forscher forderte von ihren Nachfolgern nicht die Verabsolutierung ihrer Anschauung, dass man jede Ansicht und Meinung von ihnen als absolut wahr betrachten sollte und als nicht mehr in Frage stellende Grundlage des Denkens zu akzeptieren hätte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Darwins Evolutionstheorie zum Beispiel beinhaltet nicht das Verständnis, dass wir jede Anschauung und Meinung, die Darwin hatte über die Geschlechter, die Idealform einer Gesellschaft oder Lieblingsgerichte eins zu eins zu übernehmen hätten. Es ging ihm um die natürliche Auslese und die Veränderungen innerhalb einer Spezies.&lt;br /&gt;Seine Theorie ist korrigierbar, dass heisst, er wusste, dass sie noch nicht vollständig war und dass da noch viele neue Einsichten dazu kommen würden. Und das, was wir heute „Darwinismus“ nennen ist überhaupt nicht dieselbe Theorie, die Darwin in seinem „Origin of Species“ publiziert hatte. Er hatte auch keine theologische oder gar eschatologische Implikationen dazu veröffentlicht. Nun ist jeder Mensch in seiner Verantwortung gefordert, separat Darwins Anschauungen zu evaluieren – seine Evolutionstheorie, seine Meinung über Frauen, seine Anschauung zu Gott usw. und man kann die eine annehmen und die andere ablehnen und eine Wahl zwingt einen nicht, in einem anderen Bereich ähnlich zu verfahren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber in einer religiösen institutionell geprägten Atmosphäre, die sich auch um Prabhupada geformt hatte, war plötzlich Selektion nicht mehr erlaubt. Entweder aktzeptiert man ihn und mit ihm alles, was er je gesagt hat – über das Krishnabewusstsein UND soziopolitische Ideen UND seine Anschauung über Geschlechterrollen UND seine Auslegung der Heiligen Schriften usw – oder man lehnte nur schon etwas, was er lehrte, ab, und dies wurde dann von ihm und seinen Nachfolgern interpretiert, dass man ihn in toto zurückwies. Zudem beging man Guru-aparadha, was einem den Zugang zum höchsten Ziel für immer verunmöglichte. Die Devise ist, dass man entweder alles zu akzeptieren hat, oder eben ungläubig ist. Partieller Zweifel in einige seiner Betrachtungen könnten ja alles wieder in Frage stellen. Diese Tendenz des Festhaltens ist nicht nishta (Urvertrauen), sondern weist auf eine Grundmotivation der Angst, was gemäss Bhaktivinod Thakur einen tieferen Zugang zum Heiligen verunmöglicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man soll das ganze Thema auch nicht vereinfachen. Jede Person ist ein kleiner Mikrokosmos, was die Diversität der Persönlichkeit betrifft. So kann man nicht einfach ein paar schöne oder erschreckende Zitate von Prabhupada herauspicken und dann sagen, wie wunderbar oder problematisch er sei. Dies wird sehr wenig zum Gesamtbild beitragen. Wir wissen sehr wenig über das Indien um 1900, in welchem Prabhupada geboren und aufgewachsen ist und geprägt wurde. Es ist auf jeden Fall sehr auffällig, dass er die Trennung vom ewigen spirituellen Pfad und seiner indischen Kultur nicht immer sauber getrennt hatte. Selbst heute noch ist Indien und die Inder in vielen Aspekten grundlegend anders als wir. Es ist ohne Zweifel eine andere Welt, deren Werte und gesellschaftliche Normen nicht einfach unreflektiert in eine westliche aufgeklärte Gesellschaft implantiert werden können. Diese Implantate stellen vielleicht auch für den inneren Weg nur neue Hindernisse dar, genauso wie bestimmte Anschauungen und Prägungen der westlichen Kultur.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn man etwas hört, was vom innersten Gewissen unwahr ist und auch vom Verstand als disfunktional erkannt wird (zum Beispiel Prabhupadas problematische Anschauungen über soziopolitische Ordnung, Frauenrolle, Minderheiten (auch Schwarze!), Paschalverurteilungen über Wissenschaft und andere Anschauungen der Transzendenz), wieso steht niemand auf und erklärt es auch als disfunktional?&lt;br /&gt;Dies betrachte ich als den grössten Fehler von Prabhupadas Bewegung: sie trainiert Menschen die innersten Warnungen zu übergehen, unsensibel für das Gewissen zu werden, was einer Selbstübergehung (Selbstlüge) gleichkommt. Und dies noch im Namen von spirituellem Fortschritt, von guru-nistha. So nimmt die Selbstentfremdung ihren Lauf. Verstellung wird dann plötzlich Teil seiner spirituellen Übung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und Prabhupada wollte uns doch eigentlich „back to godhead“ bringen und nicht in einer Höhle halten und diese als das Licht umschreiben.&lt;br /&gt;Prabhupada lehrte Selbstverwirklichung.&lt;br /&gt;Jede Generation von Gläubigen ist herausgefordert, ihre Religion auch wirklich religiös zu gestalten.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/6498584304148876362-7452999149171198512?l=jayaradhesyam.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/feeds/7452999149171198512/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=6498584304148876362&amp;postID=7452999149171198512' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/7452999149171198512'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/6498584304148876362/posts/default/7452999149171198512'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jayaradhesyam.blogspot.com/2007/11/prabhupada-verstehen.html' title='Prabhupada verstehen'/><author><name>Radhe</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05058813935437230347</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='32' height='27' src='http://2.bp.blogspot.com/_rnDcQvodD40/SX3HECimfdI/AAAAAAAAAAc/UCNm1sbS9ME/S220/schweiz.jpg'/></author><thr:total>0</thr:total></entry></feed>
